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Internet: Mobil oder Festnetz - Der richtige Zugang für zu Hause

Internet für zu Hause. Mithilfe eines mobilen Routers ist ein Internetzugang rasch eingerichtet. Die einfachste muss aber nicht immer die beste Lösung sein.

Internet für zu Hause: der richtige Zugang; (Bild: OlScher/Shutterstock.com)

Die Mobilfunkanbieter A1, Magenta, Drei und HoT haben nicht nur mobiles Breitband im Programm, sie bieten auch die passenden WLAN-Router an. Einen Tarif wählen, die SIM-Karte ins Gerät geben, es ans Stromnetz stecken und schon verfügt man über ein Heimnetzwerk, das im doppelten Sinn mobil ist: Der Internetzugang erfolgt über das Mobilfunknetz und der Router ist ortsunabhängig, leistet also ohne Zusatzkosten auch im Wochenendhaus gute Dienste.

Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten berücksichtigen

Es wäre trotzdem übereilt, Festnetz-Lösungen von vornherein auszuklammern. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die Sie genauso berücksichtigen sollten wie Ihr persönliches Nutzungsszenario. Die Frage, für welche Anwendungen Sie das Internet vorwiegend benötigen, ist in zweierlei Hinsicht wichtig: für die Wahl der Anschlussart und für das Finden des passenden Tarifs. Es macht einen Unterschied, ob Sie in erster Linie E-Mails schreiben und auf Webseiten surfen oder ob Sie regelmäßig Filme und Musik konsumieren möchten.

Wann Festnetz die bessere Wahl ist

Das Streamen oder das Herunterladen größerer Datenmengen erfordert auf jeden Fall einen (teureren) Tarif mit ausreichender Übertragungsgeschwindigkeit. Eine entsprechende Auswahl bieten beide Anschlussarten. Kommt dann aber der Wunsch nach hoher Stabilität der Verbindung auch bei paralleler Nutzung mehrerer Geräte dazu, ist das Festnetz-Internet im Vorteil. Mobilfunk ist nun einmal, wie Handynutzer aus Erfahrung wissen, relativ störungsanfällig und bei starker Netzauslastung Schwankungen unterworfen.

Internet: Mobiler Zugang versus Festnetz

Internet für zu Hause. Mithilfe eines mobilen Routers ist ein Internetzugang rasch eingerichtet. Die einfachste muss aber nicht immer die beste Lösung sein.

Wir haben die wichtigsten Plus- und Minuspunkte der jeweiligen Lösung aufgelistet:

Mobiler Internetzugang

Plus

+ ortsunabhängig einsetzbar

+ kostengünstiger als Festnetz-Internet

+ für Wenignutzer auch mit Wertkarte betreibbar

+ viele Tarife ohne Bindung, daher kurzfristig kündbar

Minus

– limitiertes Datenvolumen bei Tarifen ohne Vertrag

– störungsanfällig, da Mobilfunk

– von Netzabdeckung und Empfangs­situation abhängig

Festnetz-Internet

Plus

+ stabile Verbindung auch bei starker Nutzung

+ kein monatliches Datenlimit

+ mit TV-Empfang und Festnetz- Telefonie kombinierbar

+ Bereitstellung über vorhandene Telefonleitung oder Glasfaserkabel

Minus

– überwiegend mit Vertragsbindung (24 Monate)

– bei Vertragstarifen zusätzliche monatliche Servicepauschale

– nicht alle Anbieter sind österreichweit tätig

 

Kombination aus Festnetz und mobilem Internet

Hybrid 

Was wir der Vollständigkeit halber erwähnen müssen: Eine klare Trennung zwischen mobilem und Festnetz-Internet ist nicht immer so eindeutig, speziell seit es die sogenannten Hybrid-Router gibt. Es handelt sich um eine Kombination aus Festnetz und mobilem Netz, wobei Ersteres für eine stabilere Verbindung und Letzteres für höhere Geschwindigkeiten sorgen soll. Eine Garantie dafür, dass dies an Ihrem Wohnort wie gewünscht funktioniert, gibt es trotzdem nicht. 

Kabelnetze 

Eine weitere Erwähnung verdienen die Kabel-TV-Netze, über die gleichfalls der Internetzugang möglich ist. Somit kommen zu den althergebrachten Telefonleitungen aus Kupfer und den modernen Glasfaser­kabeln auch die Antennenkabel (Koaxialkabel), die das Internet in die Wohnung bringen können. Was davon man nutzt, hängt von der Verfügbarkeit bzw. der bereits vorhandenen Infrastruktur ab. Und natürlich davon, für welches Angebot bzw. Angebotspaket man sich entscheidet. 

Tipps für die Tarifwahl 

Wer auf (reibungsloses und intensives) Musik- und Videostreaming sowie Online- Spiele verzichtet, kommt grundsätzlich auch mit einem preisgünstigen Basis- oder einem Wertkartentarif über die Runden. Was Sie dabei nicht übersehen sollten: Falls dies der einzige für Sie verfügbare Internetzugang ist, dann laufen über ihn auch die Updates des Betriebssystems und der Programme.

Bei einem limitierten Datenvolumen von lediglich 1 GB pro Monat kann es schnell eng werden. Der Tarif, auf den wir uns beziehen, HUI 1 GB von Drei, wird vom Anbieter zu Recht als Tarif für unterwegs beworben, sprich: als Zweittarif. Wir empfehlen als ­Ruhepolster ein Minimum von 3 GB pro ­Monat. Auch Wertkartentarife sind aufgrund der erwähnten Updates nicht ganz so günstig, wie es auf den ersten Blick scheint. 

Intensivere Nutzung

Sobald Sie das Internetangebot etwas ­intensiver nutzen (das inkludiert z.B. auch Facebook und YouTube-Videos), wird die Geschwindigkeit ein Thema, und zwar sowohl beim Download als auch beim Upload. Die Angaben erfolgen in der Regel in Megabit pro Sekunde (Mbit/s), nicht zu verwechseln mit Megabyte (MB) als Angabe für die Größe von Dateien oder Festplatten.

Die beiden Einheiten hängen trotzdem eng zusammen: Ein Megabyte besteht aus acht Megabit. Das heißt, bietet der Tarif eine Geschwindigkeit von acht Mbit/s, wird pro Sekunde ein Megabyte übertragen. Zur Orientierung: Ein gutes Handyfoto ist rund vier Megabyte groß, die Übertragung würde also vier Sekunden dauern. 

Streamen in HD-Qualität

Im Prinzip genügen bereits 5 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit, um auf Netflix oder Amazon Prime Video einen Film in HD-Qualität zu streamen. Die aktuellen Basistarife versprechen meist 10 Mbit/s. Allerdings nennen die Anbieter in der Werbung immer die Maximalwerte und nicht die im Schnitt tatsächlich erreichten. Sind (beim mobilen Internet) die Empfangsbedingungen nicht optimal oder sind mehrere Familienmit­glieder gleichzeitig im Internet unterwegs, dann kann es beim Streamen zu störenden Unterbrechungen kommen.

Uploadgeschwindigkeit mindestens 8 bis 10 Mbit/s

Empfehlenswert ist daher ein Tarif mit einer angegebenen Downloadgeschwindigkeit von 20 oder noch besser 30 Mbit/s. Sofern Sie das Strea­mingangebot in Ultra-HD genießen möchten (erfordert 25 Mbit/s), sollten es sogar 40 Mbit/s sein. Die Uploadgeschwindigkeit sollte zumindest bei 8 bis 10 Mbit/s liegen. 

Laut Statistik sind Tarife mit 30 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit die in Österreich am weitesten verbreiteten. Sie bieten offenbar das beste Preis-Leistungs-Ver­hältnis bzw. ist der Bedarf an höheren Geschwindigkeiten derzeit kaum gegeben. Angeboten werden sie trotzdem: Das mobile Internet kommt im LTE-Netz (4G) auf bis zu 300 Mbit/s beim Download (50 Mbit/s Upload) und mit dem im Aufbau befindlichen 5G-Netz sind es bis zu 500 (Upload: 70) Mbit/s. Beim Festnetz-Internet sind – allerdings nur bei Bereitstellung mittels Glasfaserkabel – bis zu 1.000 (Upload: 100) Mbit/s möglich. Internet via Telefon- oder Kabel-TV-Leitung erreicht diese besonders hohen Werte aus technischen Gründen nicht. Wobei auch die Kabel-TV-Anbieter mittlerweile in Glasfaserkabel investieren. 

Mobiler Router: Verfügbarkeit und Qualität vorab checken

Verfügbarkeits-Check 

Wenn Sie einen mobilen Router ins Auge fassen, dann sollten Sie vorab unbedingt einen Verfügbarkeits- und Qualitäts-Check für das Mobilnetz durchführen – auf der Website des Mobilfunkanbieters und zusätzlich auf jener der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-Netztest; RTR: Netztest). Neben der Upload- und der Downloadgeschwindigkeit ist auch die Latenzzeit interessant. Dieser Wert gibt an, wie lange ein Datenpaket (Ping), das an einen Server geschickt wurde, für den Weg hin und zurück benötigt.

Eine kurze Latenz (angegeben in Millisekunden) ist ein Qualitätsmerkmal. Doch selbst wenn diese Tests positiv ausfallen, können die Gegebenheiten vor Ort einen zufriedenstellenden Empfang verhindern. Fragen Sie deshalb nach einer Geld-zurück-Garantie, die Sie innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf in Anspruch nehmen können. Ein schlechter Empfang daheim ist sonst nämlich kein ausreichender Grund für eine vorzeitige Vertragskündigung. Übrigens: Wenn Sie den Tarif online bestellen, können Sie in vielen Fällen das Aktivierungsentgelt sparen.

Telefon, Handy, TV

Preislich interessant sein können Kombi­pakete, bei denen zusätzlich zum Internet Festnetz, Mobiltelefonie und/oder TV-Empfang angeboten wird. Von SimpliTV abge­sehen, wo der Fernsehempfang terrestrisch via Antenne erfolgt, werden TV und Festnetztelefon ebenfalls über das Internet re­­alisiert.

Der Anbieter Drei hat dafür eine Fernseh-App im Paket, die den Empfang von mehr als 40 Sendern ermöglicht. Sie kann auf mobilen Geräten, ausgewählten Smart-TVs sowie auf diversen Streamingsticks und -boxen (AppleTV, Google Chromecast, Amazon FireTV) installiert werden. Apropos Internet: Auch wenn eine Telefonleitung vorhanden ist, werden bei Neuanmeldungen keine klassischen Festnetzanschlüsse mehr hergestellt.

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