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Ein Fläschchen mit dem Moderna-Impfstoff, das von einer Hand ins Bild gehalten wird.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Booster-Impfung mit dem Moderna-Impfstoff vor der Omikron-Variante schützt. Bild: Wolfilser/Shutterstock.com

Booster-Impfung für Moderna-Geimpfte

Wie wirkt die Booster-Impfung bei Moderna-Geimpften gegen die Omikron-Variante? Der dritte Stich im Faktencheck.

Einige Monate nach der zweiten Impfung mit dem Corona-Impfstoff Spikevax von Moderna lässt der Impfschutz deutlich nach. Dann sollte eine dritte Impfung erfolgen, die sogenannte Booster-Impfung. Unsere Kooperationspartner von medizin-transparent.at haben internationale Empfehlungen zur Booster-Impfung sowie vorliegende Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit analysiert.

Impfempfehlung: In Österreich vier Monate nach Zweitimpfung

In Österreich empfiehlt das Nationale Impfgremium (NIG) die dritte Impfung für alle zweimal Geimpften ab 12 Jahren. Bei Erwachsenen ab 18 soll der Abstand zur zweiten Impfung vier Monate betragen, für Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 empfiehlt die Behörde die Booster-Impfung nach sechs Monaten.

Ein wenig anders fallen die Empfehlungen in Deutschland und der Schweiz aus. In Deutschland rät die Ständige Impfkommission (STIKO) nur Erwachsenen ab 18 Jahren zur Booster-Impfung. Diese sollte zwischen drei und sechs Monate nach der zweiten Impfung erfolgen. In der Schweiz empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Booster-Impfung ab vier Monate nach der zweiten Impfung für alle ab 16 Jahren.

Wirkung lässt nach

Hintergrund für die Empfehlungen ist, dass der Impfschutz nach einiger Zeit nachlässt. Außerdem ist der Schutz vor der Omikron-Variante des Coronavirus mit der Zweifach-Impfung deutlich schlechter als mit der Dreifach-Impfung. Im Anschluss an die zweite Moderna-Impfung beträgt die Schutzwirkung vor einer Covid-19-Erkrankung über 90 Prozent. Das bedeutet, dass die Impfung über 90 Prozent der Covid-19-Erkrankungen verhindert, die ohne Impfung auftreten würden. Sechs Monate später scheint die Schutzwirkung jedoch auf etwa 60 Prozent abzufallen.

Welcher Impfstoff?

Das Nationale Impfgremium (NIG) Österreichs empfiehlt für die Booster-Impfung generell denselben Impfstoff wie bei den ersten beiden Malen, sofern es sich dabei um einen mRNA-Impfstoff (Moderna/Spikevax oder Comirnaty von Biontech/Pfizer) handelt. Wer also ursprünglich mit dem Moderna-Impfstoff geimpft wurde, sollte ihn erneut bekommen. Das gilt allerdings nur für Personen über 30 Jahre. Personen unter 30 Jahren sollen bei der dritten Impfung nicht den Moderna-Impfstoff erhalten, sondern jenen von Biontech/Pfizer. Genau so lautet auch die Empfehlung des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit.

Sehr seltene Nebenwirkung

Die Impfkommissionen begründen diese Empfehlung damit, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen in dieser Altersgruppe nach der Moderna-Impfung häufiger vorkamen als nach der Biontech/Pfizer-Impfung. Die Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung ist eine sehr seltene Nebenwirkung der beiden mRNA-Impfstoffe (konsument.at/corona-impfstoff-moderna-042021 bzw. konsument.at/corona-impfstoff-comirnaty-von-biontech-pfizer-042021). Die Ständige Impfkommission in Deutschland (STIKO) rät dazu, einen mRNA-Impfstoff für die dritte Impfung zu verwenden, also Biontech/Pfizer oder Moderna, und zwar unabhängig vom davor verwendeten Impfstoff. Aber auch hier gilt, dass Personen unter 30 Jahren bei der Booster-Impfung den Biontech/Pfizer-Impfstoff erhalten sollten. Dasselbe gilt für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel.

Booster-Impfung schützt vor Omikron

Wie eingangs erwähnt, lässt der Schutz der Zweifachimpfung nach einigen Monaten nach. In einer Laborstudie waren sechs Monate nach der zweiten Moderna-Impfung keine virushemmenden (neutralisierenden) Antikörper gegen die Omikron-Variante des Coronavirus mehr im Blut der Teilnehmenden auffindbar. Eine Booster-Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer führte dann dazu, dass solche Antikörper wieder nachweisbar waren. Eine Beobachtungsstudie aus England zeigt, dass eine Booster-Impfung mit einer dritten Dosis des Impfstoffes Comirnaty von Biontech/Pfizer den Schutz vor einer Erkrankung durch die Omikron-Variante deutlich erhöht. Die Impfkommissionen nehmen daher an, dass dies auch für Personen gilt, die mit Spikevax von Moderna geimpft sind.

Schutz gegen andere Virusvarianten

Zu früher verbreiteten Varianten des Coronavirus waren zwei Studien auffindbar. Eine wurde von der Herstellerfirma Moderna durchgeführt und diente den Arzneimittelbehörden in Europa und den USA als Grundlage für die Zulassung der Booster-Impfung. Sie deutet darauf hin, dass eine dritte Dosis des Moderna-Impfstoffs sieben Monate nach der zweiten Dosis die nachlassende Schutzwirkung deutlich verbessert. Ob die Booster-Impfung auch das Erkrankungsrisiko verringert, lässt sich aus den Ergebnissen aber nur indirekt schließen. Denn die Studie hat lediglich festgestellt, dass die Menge an Antikörpern im Blut zumindest wieder auf dasselbe Niveau steigt wie nach der zweiten Impfung. Dass die dritte Moderna-Dosis längerfristig auch besser vor Erkrankungen schützt als zwei Dosen, ist dennoch plausibel. Darauf deuten große, aussagekräftige Studien zum Impfstoff von Biontech/Pfizer hin. Dieser Impfstoff ist jenem von Moderna sehr ähnlich, bei beiden handelt es sich um mRNA-Impfstoffe. Sie zeigen, dass dreimal mit Biontech/Pfizer geimpfte Personen deutlich besser geschützt sind als zweimal Geimpfte.

Die andere Studie deutet darauf hin, dass zweifach Moderna-Geimpfte auch von einer Booster-Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer profitieren. Ob Moderna-Geimpfte mit einem Biontech/Pfizer-Booster oder mit einem Moderna-Booster besser geschützt sind oder ob beide Booster-Varianten gleichwertig sind, lässt sich jedoch nicht sagen. In den Studien fehlt dazu ein direkter Vergleich.

Andere Nebenwirkungen bei der Booster-Impfung

Die oben erwähnte von Moderna durchgeführte Studie, die den Arzneimittelbehörden in Europa und den USA als Grundlage für die Zulassung der Booster-Impfung diente, zeigte, dass Nebenwirkungen wie Fieber, Kopfschmerzen und Schmerzen im geimpften Arm nach der zweiten und dritten Impfung etwa gleich häufig auftreten. Häufiger beobachtet wurde nach der Booster-Impfung das Auftreten einer Schwellung der Lymphknoten. Nach der dritten Impfung waren davon rund 25 Prozent der Teilnehmenden betroffen, nach der zweiten Impfung waren es rund 12 Prozent. Welche Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung mit Moderna auftreten, finden Sie in unserem ersten Beitrag zu Spikevax/Moderna: konsument.at/corona-impfstoff-moderna-042021.

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