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Frau sitzt mit erschöpftem Gesichtsausdruck auf einem Sofa.
Müdigkeit, Erschöpfung, Kurzatmigkeit: Diese Beschwerden haben manche Menschen noch Monate nach ihrer Corona-Infektion. Welchen Einfluss hat die Corona-Impfung darauf? Bild: Starocean/Shutterstock.com

Fakten-Check Medizin: Long COVID

Verringert die COVID-Impfung die Wahrscheinlichkeit, im Fall einer Corona-Infektion an lang anhaltenden Beschwerden (Long COVID) zu leiden?

Da es keine klare Definition gibt, lässt sich nur grob schätzen, wie häufig Long COVID auftritt. Infizieren sich zweifach Geimpfte, ist ihr Risiko, später von Long COVID betroffen zu sein, möglicherweise nur halb so groß wie jenes von Personen, die nicht geimpft sind.

Manche Menschen haben selbst Monate nach Beginn ihrer Corona-Infektion noch gesundheitliche Probleme. Derartige Langzeitfolgen werden als Long COVID bezeichnet. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausfallen, klare Diagnosekriterien gibt es nicht. Viele Betroffene fühlen sich müde und sind rasch erschöpft. Long COVID kann sich auch durch Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche oder durch Kurzatmigkeit äußern. Die Beschwerden können so stark sein, dass sie den Alltag erschweren und das Arbeits- und Sozialleben beeinträchtigen.

Unterschiedliche Studienergebnisse zu Long COVID

Unsere Kooperationspartner von medizin-transparent.at wollten wissen, wie häufig Long COVID vorkommt und welchen Einfluss eine Corona-Impfung hat. Es zeigte sich, dass die Datenlage dünn ist und vorliegende Studienergebnisse sehr unterschiedlich ausfielen. So ist nicht gut erforscht, wie groß das Risiko für Long COVID ist und welche Beschwerden dabei wie häufig auftreten. Zwischen weniger als einem und 19 Prozent der Infizierten dürften demnach betroffen sein.

Geimpfte laut Studien seltener betroffen

Die Impfung schützt davor, wegen einer COVID-19-Erkrankung ins Spital zu müssen. Geimpfte Personen können sich dennoch mit dem Coronavirus infizieren und erkranken. In einer Studie mit Corona-Infizierten gaben zweifach Geimpfte im Vergleich zu Nicht-Geimpften um 40 bis 50 Prozent seltener an, von Long COVID betroffen zu sein. Die Befragung fand drei Monate nach Erkrankungsbeginn statt. Welcher COVID-Impfstoff verwendet wurde, machte dabei keinen wesentlichen Unterschied. Eine andere Studie untersuchte Long COVID bereits einen Monat nach der Ansteckung. Dabei wurden ungeimpfte und geimpfte Personen befragt, die eine COVID-19-Erkrankung durchgemacht hatten. Halb so viele Zweifach-Geimpfte wie Nicht-Geimpfte schätzten sich dabei als Long-COVID-Betroffene ein. Anzumerken ist, dass der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge erst dann Long COVID vorliegt, wenn Beschwerden drei Monate nach einer COVID-Erkrankung immer noch anhalten.

Beschwerden meist Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen

Bei der Auswertung aller verfügbaren Studien zeigte sich drei Monate nach der Coronainfektion folgendes Beschwerdebild:

  • 1 bis 3,5 Prozent der Corona-Infizierten hatten mindestens ein anhaltendes Gesundheitsproblem.
  • 0,24 Prozent der Betroffenen, die sich zu Hause auskuriert hatten, und bis zu 19 Prozent der Spitalspatienten klagten über Müdigkeit und körperliche Schwäche.
  • 0,06 Prozent der an COVID Erkrankten, die nicht ins Spital mussten, und bis zu 4 Prozent der Spitalspatienten gaben an, an Kurzatmigkeit oder Atemnot zu leiden.
  • 0,13 Prozent derjenigen, die sich zu Hause auskuriert hatten, berichteten von Brustschmerzen.
  • Über einen verminderten Geruchssinn klagten 0,03 Prozent der Personen, die sich zu Hause auskuriert hatten, und 0,4 Prozent der Spitalspatienten.

Unklar ist, wie schwer die Long-COVID-Symptome der Studienteilnehmenden waren. Die niedrigeren Häufigkeitsangaben bzw. die Angaben jener Personen, bei denen kein Spitalsaufenthalt notwendig war, stammen von Hausärzten. Berücksichtigt sind nur jene Beschwerden, die ihnen die Patienten mitgeteilt haben.

Bestimmte Gruppen öfter betroffen

Den Studien zufolge scheint Long COVID bei bestimmten Gruppen häufiger aufzutreten. Betroffen sind Frauen, Personen mit Vorerkrankungen, Raucher, stark Übergewichtige sowie gesellschaftlich benachteiligte Menschen (etwa Angehörige einer Minderheit oder Menschen mit geringem Einkommen). Auch Kinder und Jugendliche können Long COVID bekommen. Je jünger die Kinder sind, desto geringer scheint das Risiko dafür zu sein.

Impfung kann schützen

Grundsätzlich scheint eine zweifache Impfung bis zur Hälfte der Long-COVID-Fälle zu verhindern. Wie gut eine dreimalige Impfung vor Long COVID schützt, wurde bis zu unserem Redaktionsschluss Anfang April nicht untersucht. Ebenfalls keine Studien lagen dazu vor, wie sich die in den letzten Monaten verbreitete Omikron-Variante des Coronavirus auf Long COVID auswirkt.

Kooperation mit medizin-transparent.at

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medizin-transparent.at prüft medizinische Medienberichte Bild: Medizin transparent

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