Schematische Darstellung einer Person, die das Virus mit beiden Händen von sich weist. Der Schutz der Corona-Impfung lässt nach 4 bis 6 Monaten nach. Deshalb wird eine Booster-Impfung empfohlen. Bild: MIA-Studio/shutterstock.com

Corona: Booster-Impfung

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Der Schutz der Corona-Impfung lässt nach 4 bis 6 Monaten nach. Deshalb wird eine weitere, die sogenannte Booster-Impfung, empfohlen. Unsere Partner von medizin-transparent.at haben sich die Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit angesehen.

Bei den meisten Corona-Impfstoffen (Ausnahme Johnson&Johnson) galt man bisher nach der zweiten Impfdosis als vollständig geimpft. Inzwischen weiß man allerdings, dass der Impfschutz mit der Zeit nachlässt. Die zuständigen Impfkommissionen in Österreich, Deutschland und der Schweiz empfehlen deshalb allen zweifach geimpften Personen über 18 Jahre, sich 4 bis 6 Monate nach der letzten Dosis ein weiteres Mal impfen zu lassen. Aufgrund der rasanten Ausbreitung der Omikro-Variante hat die Ständige Impfkommission in Deutschland (STIKO) das Invervall zw. 2. Stich und Booster-Impfung inzwischen auf 3 Monate verkürzt. Für diese Booster- Impfung sollte ein mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna verwendet werden.

Schutz lässt nach

Das gilt auch für Personen, die die Einfach-Impfung mit dem Johnson&Johnson-Impfstoff bekommen haben. Für sie empfehlen die Behörden die Booster-Impfung bereits nach 4 Wochen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von medizin-transparent.at haben alle Studien, in denen die Schutzwirkung der Impfung untersucht wurde, ausgewertet. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass eine Booster-Impfung den Schutz vor einer COVID-19-Erkrankung wahrscheinlich deutlich erhöht.

Drei Impfungen für längeren Schutz

Gleiches gilt für die Anzahl der gebildeten Antikörper. Im Anschluss an die zweite AstraZeneca-Impfung etwa beträgt die Schutzwirkung vor einer COVID-19- Erkrankung über 60 Prozent. Das bedeutet, dass die Impfung über 60 Prozent der COVID-19-Erkrankungen verhindert, die ohne Impfung auftreten würden. Vier Monate später scheint die Schutzwirkung jedoch auf etwa 40 Prozent abzufallen. Ähnliches gilt, was die beiden Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech/Pfizer oder Moderna) anbelangt. Hier sinkt die kurz nach der zweiten Impfung erreichte Schutzwirkung von über 90 Prozent nach 4 bis 6 Monaten auf rund 50 bis 60 Prozent ab.

Damit scheint es sich mit der Corona- Impfung ähnlich zu verhalten wie mit anderen, schon länger bekannten Impfstoffen. Auch bei der Impfung gegen Tetanus oder Hepatitis B etwa sind zu Beginn drei Impfungen notwendig, um einen länger anhaltenden Schutz zu erreichen.

Dritter Stich mit mRNA

Das Nationale Impfgremium (NIG) Österreichs empfiehlt, für die Booster-Impfung den gleichen mRNA-Impfstoff wie bei den ersten beiden Malen zu verwenden. Alle, die ursprünglich mit Comirnaty von Biontech/ Pfizer geimpft wurden, sollten diesen Impfstoff auch beim dritten Mal bekommen, alle Moderna-Geimpften sollten wieder mit Moderna geimpft werden. Wer ursprünglich mit dem Impfstoff von AstraZeneca oder Johnson&Johnson geimpft wurde, sollte bei der Booster-Impfung entweder Biontech/ Pfizer oder Moderna erhalten.

Comirnaty von Biontech/Pfizer für Schwangere und unter-30-Jährige

Diese Empfehlung gibt das Nationale Impfgremium mit einer Ausnahme: Personen unter 30 Jahren sowie Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sollen bei der dritten Impfung ausschließlich Comirnaty von Biontech/Pfizer erhalten. Genauso lautet (Stand Dezember 2021) auch die Empfehlung des Schweizer Bundesamts für Gesundheit. Die Impfkommissionen begründen diese Empfehlung damit, dass in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen nach der Moderna-Impfung (seltene) Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen häufiger vorkamen als nach der Biontech/ Pfizer-Impfung.

Bessere Absicherung durch Studien

In Deutschland traten nach der Moderna-Impfung, bezogen auf jeweils 100.000 geimpfte Personen, bei jüngeren Männern 12 Fälle und bei jüngeren Frauen 3 Fälle auf. Beim Impfstoff von Biontech/ Pfizer kommen Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei unter-30-Jährigen um zwei Drittel seltener vor. Auch Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfehlen die Behörden den Impfstoff von Biontech/Pfizer, weil seine Unbedenklichkeit in der Schwangerschaft besser in Studien abgesichert ist als für Moderna.

Dritte Impfung verringerte Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung

Das Team von medizin-transparent suchte auch nach Studien, in denen untersucht wurde, wie gut die Booster-Impfung das Risiko reduziert, an COVID-19 zu erkranken. Fündig wurden sie nur beim Impfstoff von Biontech/Pfizer. An zwei großen Studien in Israel nahmen über sechs Millionen Personen teil, deren zweite Impfung mindestens sechs Monate zurücklag. Die dritte Impfung mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff verringerte das Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken, noch einmal um 86 bis 92 Prozent im Vergleich zur zweifachen Impfung.

Verringerung von Todesfällen, Bildung von deutlich mehr Antikörpern

Die Booster-Impfung scheint außerdem 81 bis 92 Prozent der Todesfälle zu verhindern, die nach nur einer zweifachen Impfung auftreten würden. Für die übrigen Impfstoffe konnte das Team von medizin-transparent nur Studien finden, die die Anzahl der gebildeten Antikörper untersucht hatten. In allen Studien zur Booster-Impfung zeigt sich, dass Personen, die die Auffrischung erhalten haben, deutlich mehr Antikörper bilden als nach nur zwei Impfungen.

Ein Booster mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech/Pfizer oder Moderna) scheint dabei wirksamer zu sein als jener mit AstraZeneca oder Johnson& Johnson.

Ähnliche Nebenwirkungen

Sicherheit der Booster-Impfung

Die Herstellerfirmen erheben in Studien auch Daten zur Sicherheit der Booster-Impfung. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) überprüft diese Studien laufend. Laut den Ergebnissen treten nach der Booster- Impfung ähnliche Nebenwirkungen in ähnlicher Häufigkeit auf wie nach den ersten Impfdosen. Schwellungen der Lymphknoten scheinen nach der dritten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff allerdings etwas häufiger zu sein. Einige Studienergebnisse deuten darauf hin, dass ursprünglich mit Astra- Zeneca- oder mit Johnson&Johnson Geimpfte nach einer Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff häufiger mit Nebenwirkungen wie Fieber, Müdigkeit und Schmerzen im geimpften Arm rechnen müssen.

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