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Viele unterschiedliche Kaffeetassen
Knapp 100 Menschen zu bewirten ist eine Herausforderung. Nicht nur eine kulinarische, sondern vor allem eine logistische. Bild: Ozgur Coskun/Shutterstock

Kaffeemaschine mieten für 100 Gäste

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Wir machen ein Fest. Kommt nicht oft vor, aber ab und zu möchten wir dann doch so richtig feiern. Knapp 100 Menschen zu bewirten ist eine Herausforderung. Nicht nur eine kulinarische, sondern vor allem eine logistische.

Bleiben wir beim Thema Getränke. Als Mensch, der seit mehr als 30 Jahren ökologisch denkt, manchmal sogar handelt, stellt sich natürlich die Frage Mehrweg, Einweg, Recycling oder was soll ich jetzt machen.

Mokka Maschine für 100 Leute? Wohl nicht...

Lassen wir es vorerst mal beim Thema Kaffee. Wir sind stolze Besitzer von, ich glaube sie heißen „Mokka Maschinen“. Das sind die Dinger, die man – unten Wasser oben Kaffee - auf den Herd stellt, und wenn’s dann laut zischt und brodelt ist der Kaffee fertig – und gut. Obwohl bei uns in mehreren Größen vorhanden, kommen sie für ein Fest dieser Größe nicht in Frage. Weil es nämlich Kuchen gibt, und das in Massen! Die Menschen sollen sich den Kaffee gefälligst selbst brühen. Die gute, alte Filtermaschine (Test: Filterkaffeemaschinen 9/2018) wäre eine Option. Nur, wir haben keine. Bleibt also eine Kapselmaschine (Test: Nachfüllbare Kaffeekapseln 12/2017)  oder ein Kaffeevollautomat (Test: Kaffeevollautomaten 1/2018). In vielen Haushalten vorhanden - bei uns nicht.

Ein Kaffeemaschinenverleih wär's

Was bleibt? Erster Gedanke natürlich - ein Kaffeevollautomat muss her. Aber woher? Die Nachbarschaft kommt für dieses Vorhaben nicht in Frage, wir wollen ja unsere gute Beziehung nicht mit einem möglichen € 1.000,- Schaden belasten (Test: Espressomaschinen-Reparatur 8/2008). Außerdem möchte ich ja die Gelegenheit für eine private Recherche nutzen. Kurz gesucht, schon ist er gefunden - der günstigste Kaffeemaschinen Verleih der Welt. Blöd nur - er ist in Korneuburg, unendliche 25 km von unserem Heim entfernt. Ein Transport mit dem Lastenfahrrad wär wohl eine sportliche Herausforderung, passt aber mangels Gerät und auch sonst nicht ins Programm. Öffentlich? Vergesst es. Also doch mit dem Auto 2x  hin und retour, das sind satte 100 km. Der CO2-Rechner des Umweltbundesamtes sagt, da kommen 19,12 kg CO2 auf mein Klima-Malus-Konto. So kommst du nicht in den Öko-Himmel! Auch wenn ich sonst kein Lebensziel habe – dort möchte ich unbedingt hin.

Ich könnt jetzt noch recherchieren wie viel Öko-Minuspunkte ich für das Aluminium der beliebten Kapseln (Report: Kaffeekapseln - Ethik und Umwelt 11/2015) bekomme, deren Rohstoff was weiß ich woher kommt, jedenfalls aber unter enormen Umweltbelastungen gewonnen wird, und, und, und….

Nachhaltiger Konsum, aber wie?

Aber kürzen wir das ab, denn ich will ohnehin auf was anderes raus. Ich beschäftige mich nun schon seid wirklich sehr langer Zeit mit nachhaltigem Konsum, kann aber eben geschilderte, einfache Frage nicht mit Sicherheit beantworten. Und will es auch nicht! So viel Zeit hat kein Mensch! Die Legende der mündigen KonsumentInnen, die wohlinformierte Kaufentscheidungen treffen ist eben eine Legende, gerne erzählt und selten widersprochen.
Nachhaltiger Konsum kann – vielleicht!! – etwas dazu beitragen, dass unser Planet eine bessere Welt wird - an jedem Ort und für alle die drauf leben. Aber! Es liegt NICHT an UNSEREN täglichen Kaufentscheidungen. Es muss uns ganz, ganz einfach gemacht werden, die richtige zu treffen. Und zwar von jenen die es können, von jenen die dafür bezahlt werden und von jenen, die von uns kontrolliert werden.

Ach ja -  natürlich hab ich mich für den Kaffeevollautomaten entschieden. Ist ja doch ganz einfach – Mehrweg ist immer besser.  Es braucht nur die richtigen Rahmenbedingungen, dann wär er auch nicht so weit weg gewesen.

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