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Die fertige DIY-Klimaanlage
"Klima-Box": Kühlt, aber nur, wenn man direkt im Luftstrom sitzt Bild: VKI

DIY: Ich baue eine Klimaanlage

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Um etwas mehr als 40 Euro und nach einer halben Stunde Bastelarbeit sitze ich jetzt an heißen Bürotagen vor meiner "Klima-Box".

In unseren VKI-Büros gibt’s keine Klimaanlagen. Eigentlich vorbildlich, denn wirklich empfehlen tun wir diese Dinger nicht. Zu teuer, zu energieintensiv, zu klimaschädlich. Aber nach mehreren heißen Tagen hintereinander steigt das Thermometer in meinem Büro auf schweißtreibende 30 Grad und mehr. Was tun?

Aufhorchen ließ mich ein Tipp unseres Artikels „Coole Tipps gegen die Hitze“ im  KONSUMENT-Heft 8 (2018): „Pimp my Ventilator“, heißt es dort. Und weiter: „Einen lokalen Kühleffekt kann man auch mit einem Ventilator erzielen. Stellen Sie dafür einen Kübel voll Eiswürfel oder gefrorener Plastikwasserflaschen auf den Boden. Positionieren Sie den Ventilator so, dass er knapp über das Eis hinweg bläst – et voilà!“

Das kann man auch ein bisschen eleganter machen, dachte ich mir, und mein in sehr unregelmäßigen Abständen anspringender Bastler-Ehrgeiz war geweckt.

Was man dafür braucht

  • handelsübliche, möglichst simple (und günstige!) Kühlbox
  • einen von den Dimensionen passenden (Tisch-)Ventilator
  • Abluftrohr (+ Umlenkstück)

Kostet zusammen im Baumarkt knapp über 40 Euro.

  • Dann als Kältequelle noch Kühlakkus oder mit Wasser gefüllte Plastikflaschen (beides muss natürlich vor der Verwendung für ein paar Stunden ins Tiefkühlfach).

An Werkzeug benötigt man

  • Stichsäge
  • Bohrmaschine
  • Heißklebepistole
  • Filzstift

Und los geht´s

×

10 Grad Unterschied - meine Kollegen waren begeistert! Wie lange es wohl dauern wird, bis der ganze Raum runtergekühlt ist, wurde ich gefragt. Nun, da musste ich meine Kollegen enttäuschen. So eine Klimaanlage ist das dann doch nicht. Dafür bräuchte man ja das „magische“ (und bisweilen klimaschädliche) Kältemittel, das sich echte Klimaanlagen zu Nutze machen. Und das wollen (können) wir hier nicht verwenden!  Die Klima-Box nutzt lediglich das Prinzip der Verdunstungskälte und kühlt nur lokal – sprich: wenn man im Luftstrom sitzt.

Fazit

Das Prinzip funktioniert. Kühlakkus und Ventilator bilden ein Team, das angenehm kühle Luft verströmt. Allerdings verabschiedet sich der Effekt nach 2 bis 3 Stunden langsam wieder.

Nachtest 

Eingefrorene Wasserflaschen, die größere Eisblöcke bilden und daher langsamer schmelzen, könnten die Kühlwirkung verlängern, dachte ich mir. Das wurde dann am nächsten Tag getestet. Und siehe da - quod erat demonstrandum. Das Eis in den sechs 1,5-Liter-Flaschen war auch nach 4 Stunden Dauerbetrieb noch nicht geschmolzen. Interessant allerdings, dass die Temperatur direkt am Umlenkstück mit knapp 20 Grad doch merklich höher war als Tags zuvor beim Test mit den Kühlakkus ...

Worauf ich schließlich auch noch draufgekommen bin: Entfernt man das Umlenkstück vom Abluftrohr, sodass die Luft senkrecht nach oben rausgeblasen wird, erhöht sich die Intensität des Luftstroms deutlich (zuvor dachte ich schon, der Ventilator sei zu schwach motorisiert …).

Zum Schluss noch ein sachdienlicher Hinweis 

Hier wird mit elektronischen Teilen (Lüfter) in unmittelbarer Nähe zu (Kondens-)Wasser hantiert – Vorsicht ist also geboten!!

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