Mein T-Shirt schlägt sie alle!
ÖKO.LOGISCH
Unsere französische Schwesterorganisation UFC Que Choisir hat T-Shirts auf ihre Haltbarkeit hin getestet.
Im KONSUMENT-Magazin und -Blog schreibe ich über Themen im weiten Feld der Nachhaltigkeit. Die Kolumne nennt sich ÖKO.LOGISCH.
Markus Stingl, Redakteur
Und während ich diese Zeilen schreibe, trage ich doch tatsächlich jenes Bio-Baumwoll-Leiberl, das von UFC Que Choisir zum Testsieger gekürt wurde. Très chic! Aber lassen Sie mich etwas ausholen.
Vor knapp fünf Jahren spülte mir der Youtube-Algorithmus die Werbung einer französischen Modemarke in mein Blickfeld. Der eigenwillige Name der Firma: Asphalte. Was mir die Werbung vermitteln wollte, gefiel mir. Das war im Wesentlichen: „Wir sind ein kleines Unternehmen, das die Modeindustrie neu denken will. Das haltbare Kleidung zu fairen Preisen anbieten will. Und das nur so viel produziert, wie die Kundschaft vorab bestellt.“
Mode auf Bestellung
Langjährige Leser:innen meiner Kolumne haben jetzt womöglich ein Déjà vu. Diese Art zu produzieren, die man „Mode auf Bestellung“ nennt, habe ich vor einigen Jahren bereits vorgestellt. Es gibt neben Asphalte noch andere Marken, die so ähnlich ticken. Die auf diese Weise ihre Kosten reduzieren (weil sie nicht ins Blaue produzieren müssen) und gleichzeitig umweltfreundlicher agieren (weil sie keine Überproduktion/Überbestände haben).
Zurück zum Test
Nachhaltigkeit in all ihren Stilblüten schreiben sich inzwischen fast alle Modelabels auf die Fahnen. Zunehmend versprechen sie auch, ihre Produkte langlebiger zu machen. Die französischen Kolleg:innen stellten sich die Frage: „Wird dieses Versprechen eingelöst?“
Um das herauszufinden, kauften sie schwarze T-Shirts (Hälfte für Frauen, Hälfte für Männer) von 22 Modelabels und testeten die Leiberln auf Langlebigkeit. Und zwar angelehnt an ein Verfahren, das vom französischen Institut für Textilien und Bekleidung entwickelt wurde, um die Haltbarkeit von Textilien bewerten zu können. Sehr verkürzt: Die Shirts mussten u. a. beweisen, wie formstabil, reißfest und farbecht sie sind.
Adidas, H&M, Zara?
Unter den Marken, die getestet wurden, finden sich etliche, die mir nichts sagen. Die Auswahl hatte eine frankophile Schlagseite. Mit dabei aber auch T-Shirts von internationalen Schwergewichten wie:
- Adidas
- H&M
- Nike
- Primark
- Zara
Und eben Asphalte. Das „Ultimative T-Shirt“, wie es Asphalte durchaus selbstbewusst getauft hat, wurde Testsieger. Die andern zuvor ge nannten Marken finden sich, wie sagt man so schön, unter ferner liefen.
Es ist schwer, schreibt UFC Que Choisir, Tipps zu geben, worauf man beim Kauf eines langlebigen T-Shirts achten sollte. Der Preis ist es nicht, auch nicht die vollmundigen Versprechen der Modelabels.
Eine gewisse Tendenz, so die französischen Kolleg:innen, lässt sich aus der Herkunft ableiten, also dem „Made in“. Alle Leiberln in der ersten Hälfte des Testfelds wurden in Europa (konkret Portugal oder Frankreich) hergestellt. Der Rest in Asien oder (Nord-)Afrika.
Genügend Gleichdenkende
Mir taugt’s schon sehr, muss ich zugeben. Dass das Shirt, das ich mir vor zwei Jahren gekauft habe, tatsächlich das hält, was versprochen wurde. Ich war und bin zwar meist sehr zufrieden mit den Kleidungsstücken, die ich bei Asphalte bestellt habe. Aber beim spielentscheidenden Faktor „Langlebigkeit“ konnte ich mir halt nie so 100-prozentig sicher sein.
Mit dem Testergebnis in der Hand habe ich nun wenig Bedenken, Asphalte in der Form vor den Vorhang zu holen, wie ich es gerade tue.
Dem Start-up-Alter ist Asphalte entwachsen, was ein gutes Zeichen für ökonomische Langlebigkeit ist. Auch darüber freue ich mich. Es ist ferner ein Zeichen dafür, dass es offenbar genügend Menschen gibt, die sich aktiv für Mode auf Bestellung und langlebige Kleidung entscheiden.
„Continuez comme ça!“, kann ich dank Übersetzungstool abschließend sagen.

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