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TV: Praxistipp USB-Recording - Trick gegen den TV-Frust

, aktualisiert am

Erfahren Sie, wie man mit geringem Aufwand ein Stück Fernseh-Freiheit zurückgewinnen kann. Sendungen aufzeichnen, gleichzeitig andere ansehen, auf externen Geräten wiedergeben oder am PC nachbearbeiten. - Dieser Artikel ist nur online und nicht im Heft erschienen.

Hier eine Übersicht, worüber wir auf den folgenden Seiten berichten:

  • Sendungen aufnehmen, wenn Ihr TV das gar nicht kann.
  • Aufnehmen und gleichzeitig eine andere ansehen
  • Auf USB-Medien aufnehmen, ohne diese für andere Einsätze unbrauchbar machen zu müssen
  • Aufzeichnungen auf verschiedenen Geräten ansehen
  • Aufzeichnung bearbeiten (z. B. Werbung entfernen) und archivieren
  • Pause und Timeshift-Funktion nützen (auch wenn das Fernsehgerät das gar nicht kann)

Lesen Sie auch TV-Geräte - Abgemagert und  TV-Geräte: Kaufberatung - Warenkunde, Fachausdrücke, Marketing-Bluffs. - Hier unser Bericht:


Werbung sagt oft nur die halbe Wahrheit: "TV mit Triple-Tuner" ist im Bereich der TV-Geräte ein aktuelles Beispiel dafür. Legt es doch nahe, dass drei Empfänger im Fernseher auch ein Höchstmaß an Flexibilität garantieren: Ein Programm aufnehmen, ein anderes ansehen zum Beispiel.

Sendungen aufnehmen, bearbeiten, abspielen

Und da es bei vielen Apparaten zusätzlich heißt: "PVR-Ready" – also "Bereit zur Aufnahme von Persönlichen-Video-Recordings (=Aufnahmen)" - wird man Aufgezeichnetes wohl dauerhaft speichern, bearbeiten und auf anderen Anlagen im Haushalt wiedergeben können?
Nichts davon trifft zu. Aber (fast) alles lässt sich dennoch machen. Sogar mit erstaunlich wenig Aufwand.

Einfache, leistbare Problemlösungen

Die diversen Internet-Foren sind voll der Klagen von Konsumenten über Beschränkungen im Fernseh-Genuss, gelegentlich beantwortet mit mehr oder weniger komplizierten, teuren oder kaum zielführenden Möglichkeiten, diese zu umgehen. Wir zeigen Ihnen hier eine einfache Möglichkeit, auf einen Schlag ein halbes Dutzend der häufigsten Probleme auf leistbarem Weg zu beseitigen. Dabei müssen wir zwangsläufig etwas verallgemeinern. Es sind Konfigurationen denkbar, auf welche nicht alle genannten Einschränkungen zutreffen.

Zugleich können wir auch nicht ausschließen, dass es Konfigurationen gibt, unter denen die geschilderten Möglichkeiten nicht funktionieren. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr. Eine Haftung ist ausgeschlossen.

Receiver und Kabel: Viel ist möglich

Was möglich ist

  1. Sendungen aufnehmen – auch wenn Ihr TV das gar nicht kann.
    Immerhin fast ein Drittel aller Geräte aus unserem aktuellen TV-Geräte - Abgemagert bietet keine integrierte Lösung zur Aufnahme (mehr) an.
  2. Eine Ausstrahlung aufnehmen und gleichzeitig eine andere ansehen.
    Das kann kaum ein Fernseher, "Twin-" und "Triple-Tuner" hin oder her. Hierzu bedürfte es mindestens eines Doppeltuners, also zweier Tuner für dieselbe Signalart: Satellit, Kabel oder erdgebundener (terrestrischer) Empfang. Im aktuellen Test verfügt nur ein einziger Prüfling über diese Ausstattung.
  3. Sendungen auf USB-Medien aufnehmen, ohne diese für andere Einsätze unbrauchbar machen zu müssen.
    Die grenzenlose Kundenfreundlichkeit der Hersteller erfordert eine spezielle Formatierung der USB-Aufnahmemedien, die sie für den wechselnden Einsatz auf anderen Geräten (etwa am PC) außer Gefecht setzen. Möchte man sie wieder an und mit diesen nutzen, müssen sie erneut formatiert werden, wobei alle Aufnahmen verloren gehen.
  4. Aufzeichnungen auf verschiedenen Apparaten ansehen können.
    Über den Fernseher aufgezeichnete Sendungen können im Regelfall nämlich nur an diesem konkreten Gerät wiedergegeben werden. Selbst ein Zweitfernseher vom selben Typ funktioniert dafür nicht.
  5. Aufgezeichnetes bearbeiten (z. B. Werbung entfernen, Infos hinzufügen) und dauerhaft archivieren.
    Da Speichermedien bei Direktaufnahme vom TV speziell formatiert werden, können sie von Windows- und Apple-Rechnern nicht ohne Soft- oder Hardware-Umwege gelesen, die Aufzeichnungen somit nicht bearbeitet oder auf ein anderes Speichermedium gesichert werden. Ist das verwendete Aufnahmemedium voll, müssen ältere Recordings gelöscht werden.
  6. Pause und Timeshift-Funktion nützen, auch wenn der TV das gar nicht kann.
    Dereinst Lieblingskinder der Werbung, erlaubt im aktuellen TV-Test mehr als ein Drittel der Kandidaten nicht mehr das Pausieren oder die zeitversetzte Wiedergabe von Sendungen.

Die Liste der Ärgernisse und Kunden-Knebelungen ist lang, und dennoch:

Was Sie zur TV-Freiheit benötigen

  1. Einen externen Receiver plus Kabel. Den Receiver gibt es in unserem Szenario schon für unter 40 Euro.
  2. Einen neuen Empfangsteil (LNB) beim Satellitenempfang; ab etwa 10 Euro erhältlich.
  3. Ein Speichermedium wie USB-Stick oder -Festplatte. Die sind in den meisten Haushalten wohl schon vorhanden und können für ihre normalen Aufgaben weiter verwendet werden.
     

CI+ Module: Szenarium aus der Sat-TV-Welt

Wie unser Szenarium aussieht

Wir haben ein solches aus der Sat-TV-Welt gewählt, da die meisten Österreicher über diesen Weg ihr Fernsehsignal empfangen (54 Prozent). Das ist also unser primäres digitales Aufnahmesignal. (Über andere, denkbare Szenarien lesen Sie auf den nächsten Seiten.)

Parallel dazu nutzen wir das Kabel-TV (Mediabox des Kabelanbieters) und terrestrischen Empfang (DVB-T) als sekundäres digitales Signal zum zeitgleichen Ansehen anderer Sendungen; verfügt Ihr TV über einen eingebauten Sat-Tuner (was bei aktuellen Modellen so gut wie immer der Fall ist), kann man ein Sat-Programm aufzeichnen und parallel dazu ein anderes ansehen.

Worauf wir uns beschränkten

Wir haben uns mit allen frei empfangbaren, unverschlüsselt ausgestrahlten digitalen Sendern begnügt, darunter natürlich jene, die hochauflösend daherkommen (HDTV). Letztere wurden jeweils über Satellit empfangen, die Sender des ORF sowie ATV, ATV2, und PULS 4 über DVB-T-Stabantenne im Standardformat. Ergo alles ohne die unglückseligen CI+-Module und die dafür benötigten, kostenpflichtigen Einschubkarten.

Nutzung drastisch eingeschränkt

Zur Erinnerung: Damit können die Sendeanstalten die Möglichkeiten des Konsumenten drastisch einschränken. Sie können zum Beispiel die Aufzeichnung einer Sendung gänzlich verhindern oder deren Wiedergabe zeitlich beschränken, das Überspringen von Werbung verunmöglichen und im Extremfall direkt auf Ihren TV durchgreifen. Darüber hinaus stellt diese CI+-Erfindung der Firmen Neotion, SmartDVB, Panasonic, Samsung, Philips und Sony nicht nur kein Plus für den Konsumenten dar, sondern ist auch kein anerkannter Standard. Ohne ist also besser, auf alle Fälle flexibler – wenn man auf die HD-Versionen der Privatsender und des ORF verzichten kann.

Diese Hardware setzen wir ein

Was wir an Hardware einsetzten

Unsere Hardware bestand aus einem Samsung-TV F6470SS mit eingebautem Sat- und DVB-T-Empfangsteil sowie einem externen Sat-Receiver der Marke Xoro, Typ HRS 8560 (aktuell 37,89 Euro im Versand). Beide Komponenten sind für hochauflösendes TV (HDTV) ausgelegt, verfügen über SCART-, USB- und HDMI-Schnittstellen. An den externen Receiver können USB-Medien zur Aufnahme angeschlossen werden („PVR-Ready“), das ist wichtig.

Was wir konkret gekauft haben

In unserem Sat-Szenarium kann – muss aber nicht – fällig werden:

  1. Twin- oder Quad-LNB: LNBs (Low Noise Blockconverter – Rauscharmer Signalumsetzer) sind die Elemente, die am ausgestreckten Arm der Sat-Schüssel fixiert sind. Ein Standard-LNB bietet 1 Anschlussmöglichkeit für ein Koaxialkabel. Sie benötigen aber mindestens 2, also einen Twin-LNB (ab 10 Euro). Damit kann man an eine Sat-Schüssel zwei voneinander unabhängige Empfänger anschließen. Legen Sie 2 Euro drauf und sie erhalten einen Quad-LNB mit 4 Anschlüssen. Achtung: „Quad-LNB“ nicht mit „Quattro-LNB“ verwechseln, an Letzteren lassen sich keine Empfänger direkt anschließen.
  2. Ein (zweites) Koaxialkabel für die Verbindung zwischen LNB und dem externen Receiver: Das wollen Sie nicht? Nun, es geht auch mit nur einem Kabel. Dazu bedarf es aber (a) eines Unicable-LNBs (ab etwa 50 Euro) und (b) eines Unicable-fähigen Empfängers (wie dem von uns verwendeten). Hier läuft also nur 1 Kabel von der Schüssel in die Wohnung, das Signal wird erst dort auf die Empfangsgeräte (TV und Externer) aufgeteilt. Das macht bei langen Kabelstrecken Sinn, ist aber bei der Einstellung des Receivers etwas komplizierter. Wir haben die Lösung mit zwei Koaxialkabeln gewählt.
  3. Ein Speichermedium zur Aufzeichnung von Sendungen: Entweder als USB-Stick (sehr begrenzte Kapazität) oder als USB-Festplatte. Vielleicht dümpelt im Keller ein alter PC herum, den man seiner Festplatte berauben kann? Ab etwa 20 Euro gibt es Gehäuse/USB-Sets, die aus der internen Festplatte eine brauchbare USB-Festplatte machen.
  4. Ein HDMI-Kabel (meist nicht im Lieferumfang enthalten). Soll nur in Standard-Auflösung wiedergegeben werden, genügt ein SCART-Kabel.

LNB, HDMI, Speicher: Was ist zu tun?

Was ist zu tun?

Das ist schnell erklärt und unkompliziert:

  1. LNB: Vorhandenen LNB an der Satschüssel auswechseln und beide Koaxialkabel anschließen (sofern kein Unicable-LNB verwendet wird).
  2. Anstecken: Die anderen Kabelenden mit
    (a) dem TV und
    (b) dem Sat-Kästchen verbinden.
  3. HDMI: Den Externen mittels HDMI-Kabel mit dem Fernsehapparat verbinden. Bei älteren Modellen oder wenn die Aufnahme im Standardformat genügt, tut es auch SCART-Kabel.
  4. USB-Speichermedium mit dem externen Receiver verbinden und diesen laut Benutzerhandbuch in Betrieb nehmen.

Fertig.

Andere Szenarien

Was Sie jetzt können

Alles, was oben unter "Was Sie hier erfahren“ skizziert wurde. Positive Nebenerfahrungen: Wird eine Sendung angesehen, gleichzeitig aufgezeichnet und mit der Pausefunktion angehalten, bringt es das anschließende Vorspulen (Werbung überspringen) auf die 32-fache Geschwindigkeit – bei Aufnahmen über den TV nur auf schneckenmäßige 5-fache.

Wie andere Szenarien aussehen könnten

Verfügt man über keinen Sat-Empfang, sind auch andere Szenarien denkbar. Etwa das primäre Aufnahmesignal über einen DVB-T-Receiver zu erhalten (ab 32 Euro) und das sekundäre über den eingebauten DVB-T-Tuner des Fernsehers oder über Kabel-TV zu beziehen. Empfänger, die alle drei Signalarten – DVB-S, DVB-C, DVB-T – verstehen, gibt es ab 70 Euro.

Achtung: Ob externe Kabel-Receiver (TVB-C) in Ihrem Szenarium funktionieren, hängt u.a. von Ihrem Kabelanbieter ab. Die Chancen dafür stehen nicht immer gut. Hier müssen Sie gegebenenfalls umdenken: Ihr sekundäres Signal mit dem Programm, das Sie nur schauen möchten, kommt weiterhin von Ihrem Kabelanbieter, das primäre Signal, das Sie aufzeichnen möchten, via DVB-T. Das bedeutet aber eine deutliche Einschränkung in der Programmauswahl, da hier weniger Sender zu empfangen sind (regional abhängig zwischen drei und zwölf).

DVB-T2: SimpliTV

Allerdings wird DVB-T nach nur achtjähriger Existenz bis 2016 schrittweise abgeschaltet und durch DVB-T2 ("simpliTV“) ersetzt. Wie gut dann ein Szenario unter DVB-T2 funktioniert, vermögen wir im Moment nicht zu beurteilen.

FAQ - tägliche Praxis

Wie nehme ich Sendungen auf?

Wählen Sie mit der TV-Fernbedienung den externen Receiver als Signalquelle aus. Sie erhalten das von diesem am Monitor. Suchen Sie Ihren Wunschsender und starten Sie mit der Fernbedienung des externen Empfängers die Aufnahme.

Wie sehe ich während der Aufnahme andere Sendungen?

Wählen Sie mit der TV-Fernbedienung wieder Ihren Fernseher als Quelle aus. Sie können nun in allen unterstützten Modi (Sat, Kabel, terrestrisch) beliebige Sender auswählen; die parallel laufende Aufnahme wird davon nicht betroffen.

Kann ich Aufnahmen vorprogrammieren?

Ja, über den EPG des externen Tuners.

Muss bei (vorprogrammierten) Aufnahmen das TV-Gerät eingeschaltet sein?

Nein. Der externe Empfänger "erwacht" automatisch aus dem Stand by und nimmt selbst dann auf, wenn Ihr TV ausgeschaltet ist.

Klappt das Recording auch, wenn mein Fernseher nicht für Aufnahmen ausgelegt ist?

Über den externen Receiver: ja.

Kann ich gleichzeitig zwei verschiedene Sendungen aufnehmen?

Wenn Ihr TV-Apparat die Aufnahmefunktion unterstützt: ja. In diesem Fall schließen Sie jeweils ein USB-Medium am TV und am externen Receiver an und starten die gewünschten Aufnahmen. Die am TV aufgenommenen Sendungen lassen sich jedoch nicht bearbeiten oder auf andere Geräte übertragen.

Welche USB-Medien werden akzeptiert?

Im unserem Praxis-Szenario funktionierte die Aufnahme mit allen Medien, sogar mit solchen, die vom Samsung-TV nicht angenommen wurden. Generell: Es sind keine besonderen "Multimedia-Festplatten" erforderlich, ältere Modelle mit 5400 Umdrehungen (IDE oder SATA) genügen völlig. NTFS-Formatierung statt FAT32 (wird von jedem PC angeboten) ist von Vorteil aber nicht zwingend erforderlich. Kein USB 3.0 benötigt.

Was kann ich mit den Aufnahmen machen?

Sie können sie auf anderen Anlagen wiedergeben, die das Aufnahmeformat "verstehen" (bei Recording über den TV, wie gesagt, nur am selben Gerät, über das aufgenommen wurde). Sie behandeln die Dateien am PC wie Videoaufnahmen aus anderen Quellen, vermögen sie in Ordner zu sortieren ("Filme", "Sprachkurs", "Sport" ...) oder mit geeigneten Programmen zu bearbeiten (z. B. Werbung entfernen).

Welche Software haben Sie verwendet?

Wir verwendeten zur Nachbearbeitung "DVR-Studio SD 1" von Haeinlein-Software, welche Werbeblöcke automatisch erkennt, zur Wiedergabe am PC unter Windows den "VLC media player" und "Media Player Classic – Home Cinema" (beste Ergebnisse auf schwächeren Rechnern).

Gibt es nicht auch fix-fertige Lösungen, um diese Ziele zu erreichen?

Teilweise, beim Kabel-TV und bei DVB-T. Hier bestehen aber ggf. Einschränkungen im Funktionsumfang und/oder es fallen regelmäßige Kosten an, welche – aufs Jahr gerechnet – unsere einmalige Investition deutlich übersteigen.

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