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Smart Home: Die Entertainment-Steuerung - Filmgenuss ohne Frust

Die Tatsache, dass wir mehr Zeit daheim verbringen, spiegelt sich in der verstärkten Nutzung von Streaming-Angeboten wider. Doch dem ­gemütlichen Filmabend steht mitunter die Komplexität der Steuerung im Wege.

Bild: Antonio-Guillem / Shutterstock.com

Schon seit den 1970er-Jahren werden ana­loge Signale und Formate zunehmend in digitale Pendants umgewandelt. Die Digitalisierung ist längst im Bereich des Home-Entertainments angekommen. Kontinuierlich finden sich neue Anwendungsbereiche, vom Internet über das Smartphone bis hin zum vollständig vernetzten Smart Home.

Viele klassische Tätigkeiten im eigenen Zuhause können mittels Digitalisierung optimiert, automatisiert, vernetzt sowie ferngesteuert werden. Für die Bewohner bedeutet dies nicht nur mehr Komfort, sondern auch geringere Kosten sowie mehr Sicherheit. Der Entertainment-Bereich ist häufig auch gleichzeitig der Einstieg in die Smart-Home-Thematik. 

Viele Geräte, viele FernbedienungenSmarte Steuerung: richtiger Umgang mit der Multifunktions-Fernbedienung; ( Bild: Klaus Pitter)

Modernes Home-Entertainment besteht allerdings zumeist aus mehr als nur einem Gerät – und damit beginnen auch die Pro­bleme. Fernseher, Radio, Streaming-Geräte wie Amazons Fire TV, Apple TV oder Googles Chromecast, Projektoren, Soundsysteme – eine Vielzahl an Geräten kämpft heute um die Gunst der Nutzer. Jedes davon setzt zur Steuerung auf eine eigene Fernbedienung.

Universalfernsteuerungen

Deren Anzahl ist im Zuge der Digitalisierung massiv gestiegen, nicht selten finden sich in einem Haushalt heute fünf oder mehr. Mit der Folge, dass die Steuerung immer komplexer wird. Einfache Anforderungen (etwa einen Film zu streamen) ­werden damit zur Herausforderung, gilt es doch, gleich mehrere Fernbedienungen dafür zu nutzen – im Streaming-Fall beispielsweise Fernseher, Streaming-Device, Soundsystem und eventuell die Beleuchtung. Das kann ins Chaos führen. Abhilfe schaffen hier sogenannte Universal- bzw. Multifunktionsfernbedienungen. 

Bluetooth, WLAN, Signalverstärker

Infrarot braucht freie Sicht 

Am Markt finden sich verschiedenste Universalfernbedienungen, die sich vor allem bezüglich Sendetechnik und Verwendungszweck unterscheiden. So haben sämtliche am Markt verfügbaren Universalfernbedienungen einen Infrarotsender, denn damit lassen sich die meisten Audio-/Video-Geräte steuern. Allerdings benötigt Infrarot (IR) ­eine direkte Sichtlinie zwischen Sender und Empfänger. Einige Universalfernbedienungen haben daher mehrere IR-Sender eingebaut, um den Aktionswinkel zu erhöhen, oder sie leuchten durch das Gehäusematerial hindurch. Die Technik ist jedenfalls zuver­lässig, günstig und langjährig erprobt.

Bluetooth und WLAN für Internet, Lautsprecher, ...

Teurere Universalfernbedienungen sind meist zusätzlich vernetzt. Sie können vielfach auch mittels Bluetooth sowie WLAN genutzt werden. Damit werden verschiedenste Zusatzfunktionen möglich. Die Geräte können etwa Daten aus dem Internet abrufen, Bluetooth-Geräte wie Lautsprecher steuern und auf Smart-Home-Anwendungen zugreifen. Typische Systeme bestehen aus einer Fernbedienung und einem Hub. Der Infrarot­sender befindet sich im Hub und nur dieser muss sich in Sichtweite der Audio-/Video-Geräte befinden. Die Fernbedienung selbst nutzt Funk und hat dadurch eine deutlich größere Reichweite.

Signalverstärker

Die IR-Signalübertragung reicht in der Regel mindestens 10, bei höherer Signalstärke auch 20 Meter weit. Physische Hindernisse oder Störeinflüsse durch andere elektro­nische Geräte (z.B. Saugroboter) können die Verwendung eines externen Signalverstärkers (IR-Blaster/-Expander) erfordern. Dieser ist meist Teil eines Hubs. Die Fern­bedienung wiederum kann auch WLAN oder Bluetooth nutzen. 

Tasten, Display, Einrichtung

Programmierbare Tasten oder Display

Üblicherweise bieten Universalfernbedienungen eine Steuerung mit programmier­baren Tasten. Teurere verfügen teilweise auch über ein Display, auf dem Nutzer sich durch das Menü klicken können; manche ­haben sogar einen Touchscreen. Das ist zumeist bequemer, da sich die Anwender keine Tasten ­merken müssen, sondern stattdessen eine visuelle Hilfe bekommen. Allerdings bedeutet ein Display an der Fernbedienung auch einen höheren Energieverbrauch; mit der Folge, dass solche Modelle häufiger aufgeladen werden müssen als jene ohne Display. 

4 bis 15 Geräte

Die am Markt erhältlichen Multifunktionsfernbedienungen lassen sich mit einer ­unterschiedlichen Anzahl von Empfangs­geräten verbinden. Die Palette reicht dabei von 4 bis zu 15 Geräten. Dementsprechend sollte man darauf achten, dass die Fern­bedienung die Anforderungen für die gewünschten Einsatzszenarien erfüllt. 

Fernbedienung Einrichten

Damit die zu steuernden Geräte erkannt ­werden und das kodierte Signal gesendet werden kann, muss eine Universalfernbedienung aber zunächst einmal programmiert werden. Dies geschieht auf verschiedene Arten – so bieten beispielsweise klassische Fernbedienungen die Möglichkeit zur Ein­gabe eines Zahlencodes aus einer Liste.

Vernetzte Universalfernbedienungen erlauben hingegen einen Zugriff auf eine Online-­Datenbank, in der anhand der Modellnummer des jeweiligen Gerätes das richtige Profil gefunden werden kann. Zumeist lassen sich vernetzte Universalfernbedienungen auch mit der Original-Fernbedienung anlernen.

Automatische Befehlsabfolge

Ein besonderer Vorteil vernetzter Multifunktionsfernbedienungen ist die Möglichkeit, Makros bzw. Aktivitäten zu definieren. Ein Makro ist eine frei programmierbare Abfolge von Befehlen. In der Fernbedienung kann also eingestellt werden, in welcher Reihenfolge die Tastensignale ausgesandt werden sollen. Diese Sequenz wird dann durch einen einzigen Tastendruck ausgelöst.

Dadurch kann etwa das Heimkino mit einem Druck gestartet werden, wodurch der Fernseher und alle anderen nötigen Geräte wie der Blu-ray-Player eingeschaltet und die rich­tigen Ton- und Bildkanäle ausgewählt ­werden.

Die erhältlichen Fernbedienungen unterscheiden sich dabei in der Anzahl der Aktivitäten, die sich speichern lassen. Bei mittelpreisigen Modellen können es drei oder fünf sein, einige Oberklasse-Geräte mit Hub erlauben dagegen ein unbegrenztes Speichern von Szenarien. 

Glossar

- Beleuchtung, intelligent: In der Praxis sieht intelligente Beleuchtung so aus, dass mehrere Beleuchtungsquellen ausgewählt, vernetzt und je nach individueller Präferenz programmiert werden können. Intelligente Beleuchtung ermöglicht es Usern, die Lichteinstellung flexibel zu steuern.

- Bluetooth: Ein Funkstandard, der bei mobilen Geräten wie Smartphones, Tablets, mobilen Computern sowie Fernbedienungen digitale Daten in einer Reichweite zwischen 10 und 100 Metern per Funk überträgt.

- Hub: Ein Knotenpunkt, ein Verteiler, an dem Signale zusammenlaufen und an die vorge­sehenen Empfänger weitergeleitet werden.

- Infrarot-Fernbedienung (IR-Fernbedienung): Hier wird ein Signal im unsichtbaren Infrarotbereich ausgesendet. Als Strahlungsquelle kommen zumeist Infrarotleuchtdioden zum Einsatz. Das Signal wird mit einer Frequenz um die 40 kHz aus- und eingeschaltet. Im Gegensatz zu Funk-Fernbedienungen ist eine Sichtverbindung zum Empfänger nötig.

- Funk-Fernbedienung: Funk-Fernbedienungen nutzen Funkwellen zur Fernentriegelung von Autos, fürs Öffnen des Garagentors, für Funkschalter etc. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Funkfrequenzen um die 2,4 GHz. Im Gegensatz zu IR-Fernbedienungen sind Funk-Fernbedienungen nicht auf Sichtkontakt zum Empfänger angewiesen. Dadurch können bei der Nutzung auch Decken und Wände zwischen der Fernbedienung und dem Empfänger liegen. Allerdings kann es beim Einsatz von weiteren Funkanwendungen sowie von Mikrowellengeräten zu Störungen kommen.

- WLAN: Abkürzung für Wireless Local Area Network. Mit diesem Begriff werden drahtlose lokale Netzwerke bezeichnet, die mittels Funkwellen Daten in einem definierten Raum übertragen.

Buchtipp: Smart Home

Smart Home (Cover: Hoy/VKI)

Smart Home verspricht intelligentes und komfortables Wohnen. Mittels entsprechender Technologien werden Alltagsvorgänge automatisiert und Einstellungen, wie beispielsweise von Heizung, Licht und Lautsprechern, per Computer oder Smartphone schnell und einfach an persönliche Bedürfnisse angepasst.

Systeme, Standards, Plattformen

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Systeme, Standards, Plattformen und Geräte herausgebracht, die unter dem Oberbegriff Smart Home die Wohnräume der Menschen erobern sollen. Im Dschungel der Möglichkeiten verliert man allerdings schnell die Orientierung.

Aus dem Inhalt

  • Systemüberblick und Tipps für den Einstieg
  • Gängige Funktionen und Herausforderungen
  • Einfach umsetzbare Beispielprojekte

Leseprobe im Shop: https://konsument.at/smarthome

Dieses hilft Smart-Home-Interessierten und -Nutzern dabei, die Übersicht zu bewahren und ermöglicht einen einfachen Einstieg. Von A wie Automation bis Z wie Zigbee und Z-Wave werden Hintergründe, Möglichkeiten, Standards und Systeme erläutert und gezeigt, wie sich smarte Projekte Schritt für Schritt umsetzen lassen.

172 Seiten, 19,90 € + Versand

 

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