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Illustration: Haus als Spardose in das Münzen fallen
Bausparen: Österreichische Bausparkassen offerieren relativ hohe Einstiegszinssätze. Lohnt sich die Nettorendite nach sechs Jahren Laufzeit? Ein Zins- und Renditevergleich. Bild: N-ON-NE-ON / shutterstock.com

TEST Bausparen 2023: Ist Bausparen noch sinnvoll?

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Wer einfach und sicher ansparen will, wird bei einem Bausparvertrag fündig. Zuletzt wurden auch die Renditen wieder attraktiver.

Überblick: Die 4 Bausparkassen im Vergleich

Unsere Finanzexperten haben die Angebote der 4 heimischen Bausparkassen durchforstet und auch bewertet, wie sinnvoll ein Abschluss eines „Bausparers“ aktuell ist.

Was dieser Test bietet

Anhand einer Modellrechnung wurden die Tarife bzw. Konditionen der 4 heimischen Bausparkassen verglichen und bewertet.

  • Raiffeisen Bausparkasse
  • s Bausparkasse
  • Start:Bausparkasse
  • Wüstenrot

Die zentrale Frage des Tests: Wo bekommen Konsumenten die besten Zinsen?

Der Test bietet werbefreie, unabhängige Testergebnisse.

Wir vergleichen in der Testtabelle: Einstiegszinssatz in %, Dauer Einstiegszinssatz, Zinsbandbreite nach Fixzinsphase in %, Kontoführungsgebühr in €, Kontoführungsgebühr im ersten Jahr, Anschlusszinssatz nach Zinsgleitklausel in %, Auszahlungsbetrag in €, Effektivzinssatz/Rendite in %

So wird getestet

Zur Anwendung kommen einheitliche Testkriterien. So werden die Ergebnisse vergleichbar. In die Bewertung eingeflossen sind u.a. die Punkte Einstiegszinssatz, Anschlusszinssatz und Kontoführungsgebühr.  

Diese Informationen enthält der Test

Der Modellrechnung in der Tabelle liegende folgende Parameter bzw. Annahmen zugrunde:

  • monatliche Einzahlung in Höhe von 100 Euro auf 6 Jahre
  • staatliche Prämie 18 Euro pro Jahr, gutgeschrieben jeweils am 31. Jänner
  • Berücksichtigung Kontoführungsgebühren, Anlastung jeweils am 2. Jänner
  • Zinssatzänderungen werden jeweils nach Ende der Einstiegs-Fixzinsphase aufgrund der jeweiligen Zinsgleitklausel durchgeführt. Es werden in Folge keine weiteren Zinsänderungen durchgeführt, d.h. es wird angenommen, dass das berechnete Zinsniveau über die gesamte Laufzeit von sechs Jahren gleichbleibt.
  • Berücksichtigung 25% KESt wobei die staatliche Prämie KESt- befreit ist.
  • Die Erhebung der Tarife bzw. Konditionen wurde im Jänner 2023 auf den Homepages bzw. anhand der Geschäftsbedingungen der vier Anbieter durchgeführt.

Zudem geben wir Tipps, was bei einer (vorzeitigen) Kündigung eines bestehenden Vertrages zu beachten ist und gehen auf die Zinsgleitklausel ein: Der variable Zinssatz in Bausparverträgen wird via Zinsgleitklauseln berechnet. Diese Formeln unterscheiden sich je Anbieter. Die aktuellen Regelungen werden anhand einer Tabelle präsentiert.

Lesen Sie nachfolgend den Testbericht.

Bausparen: Wer hat die besten Zinsen?

In den vergangenen Jahren ist das Bausparen aus dem Blickfeld vieler Anleger:innen verschwunden. Kein Wunder: Die Zinsen waren derart niedrig, dass sich eine Geldanlage in einen auf sechs Jahre gebundenen Bausparvertrag nicht lohnte. Die Zahl der Bausparverträge betrug 2010 noch 5,5 Millionen, ein Rekordniveau.

Im Vorjahr waren es nur 3,28 Millionen Verträge. Doch der Abwärtstrend dürfte nun ein Ende finden. Denn mit dem Anstieg der Zinsen rückt auch das Bausparen wieder in den Fokus. Im Vergleich zu Sparbüchern ist es durchaus attraktiv. Auch unser aktueller Test untermauert diese Einschätzung. Die Verzinsung, die die vier heimischen Bausparkassen – Raiffeisen Bausparkasse, s Bausparkasse, Wüstenrot Bausparkasse und Start:Bausparkasse – anbieten, schlägt Sparbücher deutlich.

Ist Bausparen sinnvoll?

Bausparen ist eine längerfristige Geldanlage. Die Verträge laufen auf sechs Jahre, das Geld ist auf diese Dauer gebunden.

In Zeiten hoher Inflation muss eine sechsjährige Veranlagung natürlich gut überlegt werden. Die Zinsen sind zwar in jüngster Zeit ebenfalls gestiegen und werden nach unserer Einschätzung mittelfristig wohl weiter steigen, allerdings decken sie die Teuerung bei Weitem nicht ab.

Zweck entscheidend

Ob der Abschluss eines Bausparvertrags sinnvoll ist, hängt im Wesentlichen von den persönlichen Zielen ab. Will man etwa Kapital aufbauen, um Eigenmittel für einen Wohnbaukredit zu haben, wird man ums Bausparen nicht herumkommen. Für die notwendigen Eigenmittel auf Aktien zu setzen, wäre nicht ratsam.

Sechs Jahre gebunden

Wie sich Inflation und Zinsen in den kommenden Jahren entwickeln, lässt sich seriös kaum sagen. Wichtig ist jedenfalls, dass man vor Abschluss eines Bausparvertrags darüber im Klaren ist, dass das Geld auf sechs Jahre gebunden ist und dass man sich die Einzahlungen auf diese Dauer auch leisten können muss.

Tipps für den passenden Bauspar-Vertrag

Wie komme ich zu einem für mich passenden Bausparvertrag? Zunächst muss die Sparleistung festgelegt werden: Wie viel kann ich monatlich in den Bausparvertrag stecken? 20 Euro im Monat sind zu wenig. "Da fressen die Gebühren den Ertrag auf", erläutert VKIFinanzexperte Walter Hager.

Staatliche Prämie

100 Euro pro Monat sind jene Grenze, für die es noch staatliche Förderung gibt. Einzahlungen darüber hinaus sind möglich, werden aber nicht mehr durch die staatliche Prämie unterstützt.

Einmalige oder laufende Einzahlung?

Zu überlegen sind auch Einmalzahlungen, entweder 1.200 Euro pro Jahr, am besten kurz vor Jahresende, da kassiert man die Prämie noch für die gesamte Summe. Oder man zahlt überhaupt die Summe für die gesamten sechs Jahre auf einmal ein: 7.200 Euro wären die Obergrenze, die noch staatlich gefördert ist.

Steht fest, wieviel gespart werden kann, fehlt noch die Entscheidung zwischen fixen und variablen Zinsen – und welche Bausparkasse ausgewählt werden soll.

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