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WhatsApp und Facebook - Aufregung um neue Datenschutzrichtlinie

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Aufregung herrscht in der Online-Welt, seit der zu Facebook gehörende Messenger WhatsApp eine Änderung seiner Nutzungsbedingungen und seiner Datenschutzrichtlinie angekündigt hat.

WhatsApp und Facebook: Aufregung um neue Datenschutzrichtlinie;  (Bild: Tero Vesalainen)

Im Kern geht es um die verstärkte Weitergabe von Nutzerdaten an Facebook (und weitere dem Konzern angehörende Unternehmen). Wer die Zustimmung verweigere, könne die beliebteste aller Chat-Apps ab in Zukunft nicht mehr verwenden, heißt es.

Europa ist im Vorteil

Nun muss man allerdings darauf hinweisen, dass ein Teil der Aufregung auf einem Missverständnis beruht. WhatsApp hat zwei Versionen seiner Datenschutzrichtlinien veröffentlicht, eine für Europa und eine für die außereuropäischen Regionen. Die europäische Version enthält zwar ebenfalls die Zustimmung zum Datenaustausch, zugleich werden hier aber die Bestimmungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) respektiert. Das bedeutet unter anderem: Keine Nutzung der gesammelten Daten für personalisierte Werbung.

Daten werden schon lange gesammelt

So weit, so gut, doch ist damit vergleichsweise wenig gewonnen. Tatsache ist, dass WhatsApp schon lange diverse Nutzungsdaten erhebt, nach dem Muster: Wer kommuniziert mit wem – und das wo, wie oft, wie lange und über welche Geräte? Hinzu kommen eindeutige Gerätekennungen und nicht zuletzt sämtliche gespeicherten Telefonnummern (wenn auch ohne die dazugehörigen Namen), um regelmäßig abgleichen zu können, ob ein im Smartphone abgelegter Kontakt ebenfalls WhatsApp-Nutzer ist oder nicht.

An den Beteuerungen des Unternehmens, dass die Daten nicht an Facebook weitergegeben werden, gab es schon immer Zweifel. In Zukunft besteht nun betreffend Datenweitergabe zumindest die Gewissheit, dass sie erfolgt; unabhängig davon, wie diese Daten dann verwertet werden (dürfen).

 

 

 

Großer Zulauf für alternative Messenger wie Signal oder Threema

Müheloser Abgleich

Kritiker verweisen jedenfalls darauf, dass man sich bei WhatsApp lediglich mit der Telefonnummer, bei Facebook aber mit dem vollen Namen anmeldet und auch hier in der Regel seine Telefonnummer bekanntgibt. Ein Datenabgleich würde schlagartig die Identität unzähliger WhatsApp-Nutzer offenlegen. Und selbst wenn man Facebook gar nicht verwendet, kann man schon jetzt davon ausgehen, dass dort auch über die eigene Person ein sogenanntes Schattenprofil existiert, zusammengetragen aus Informationen, die aus den unterschiedlichsten Quellen stammen.

Nicht umsonst hat Facebook das Internet mit seinen automatisierten „Spionen“ überschwemmt. Die unzähligen Facebook-Nutzer, die dem Unternehmen Zugriff auf ihre Kontakte gewähren, leisten ein Übriges. Die Tatsache, dass die Schattenprofile anonymisiert sind, ist nur ein schwacher Trost, denn je mehr Informationen sich dort anhäufen, desto einfacher wird auch eine spätere Zuordnung.

Parallele Nutzung wahrscheinlich

Eines ist dem Konzern mit dieser Aktion definitiv gelungen: Das ohnehin nicht gerade tief verwurzelte Vertrauen vieler Nutzer weiter zu erschüttern. Wenig verwunderlich ist, dass alternative Messenger wie Signal oder Threema dieser Tage einen enormen Zulauf verzeichnen. Dies hat sogar die Verantwortlichen bei WhatsApp überrascht, sodass sie seither bemüht sind, die Wogen der Aufregung zu glätten und auch den Termin für die verpflichtende Zustimmung von Anfang Februar auf Mitte Mai verschoben haben.

WhatsApp gänzlich den Rücken zu kehren, wird vielen trotzdem schwerfallen, denn dazu müssten sie sämtliche Personen, mit denen sie regelmäßig kommunizieren, vom Wechsel überzeugen. Das wahrscheinlichere Szenario ist wohl in vielen Fällen eine zukünftige parallele Nutzung.

WhatsApp beim Datenschutz abgeschlagen

Abschließend noch eine Klarstellung: Signal und Co. sind nicht deshalb zu bevorzugen, weil die Kommunikation sicherer ist als bei WhatsApp. Diesbezüglich kann man auch dem Marktführer nichts vorwerfen. Es geht rein um den Umgang mit den Nutzerdaten. Und hier landet WhatsApp definitiv abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

Alternative Messenger

Nähere Informationen zu den diversen Messenger-Apps sind in den folgenden beiden KONSUMENT-Artikeln enthalten: Messenger-Apps: Viber, Wire, Threema, ... - Alternativen zu WhatsApp und Messenger-Apps: Chatsecure, Fairchat, ... - Botschaft angekommen

Goodbye, WhatsApp!

Und wer WhatsApp tatsächlich vollständig den Rücken kehren möchte, findet direkt in der App unter „Einstellungen“ und „Account“ die Möglicheit, das persönliche Konto zu löschen.

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