Thermobecher - Manche halten’s heiß

, aktualisiert am premium

Nur 2 von 20 sind sehr gut. Der Test­sieger ist der preiswerteste und kommt aus einem schwedischen Möbelhaus – er muss aber nicht selbst zusammengebaut werden.

Bild: Syda-Productions / Shutterstock.com

Diese Thermobecher finden Sie in unserem Test:

  • Alfi - IsoMug Plus 350 ml
  • Bodum - Travel Mug 350 ml
  • Contigo - Autoseal West Loop 470 ml
  • Emsa - Travel Mug Classic 360 ml
  • Eva Solo - To Go Cup 350 ml
  • Eva Solo - Urban to Go Cup 350 ml
  • Hydro Flask - Wide Mouth w/ Hydro Flip 473 ml
  • IKEA - Undersöka (604.153.46) 400 ml
  • KeepCup - Thermal Alder M 340 ml
  • Klean Kanteen - TKWide vakuumisoliert mit Café Cap 350 ml
  • Lifeventure - Thermal Mug 300 ml
  • Primus - Vacuum Commuter 400 ml
  • Rosendahl - Grand Cru To Go-Becher 280 ml
  • Rosendahl - Grand Cru Thermobecher 400 ml
  • Sigg - Kaffeebecher Miracle Brushed 470 ml
  • Stanley - Classic Trigger-Action Travel Mug 350 ml
  • Starbucks - Pink Lines Deco Tumbler 473 ml
  • Stelton - To Go Click Becher 400 ml
  • Thermos - Stainless King Thermobecher 470 ml
  • WMF - KÜCHENminis Thermo-Trinkbecher to Go 350 ml

Unsere Testtabelle enthält Infos und Bewertungen zu: AUSSTATTUNG (Volumen, Gewicht, Größe, Verschlussart, Material: Außenseite, Spülmaschinengeeignet), ISOLIEREN UND DICHTHEIT (Temperaturhaltevermögen, Verschlussdichtheit), HALTBARKEIT (Bruchfestigkeit, Verschlusssystem), KONSTRUKTION, HANDHABUNG (Trinken, Standfestigkeit, Reinigen, ...), SCHADSTOFFE

Lesen Sie nachfolgend den Testbericht.


Kaufen auch Sie sich auf dem Arbeitsweg in der Früh einen Kaffee, Tee oder Kakao? ­Bekommen Sie dabei das Heißgetränk in einem Pappbecher serviert, der im Schnitt nach 15 Minuten weggeworfen wird?

300 Mil­lionen Becher in Österreich

In Österreich sind das im Jahr etwa 300 Mil­lionen Einwegbecher, hat die Wiener Umweltberatung aus vorhandenen deutschen Zahlen errechnet. Für die Produktion der Einwegbecher werden dabei der Jahresstromverbrauch von über 9.000 Haushalten, 160 Millionen Liter Wasser und das Holz von über 4.500 Bäumen benötigt.

Thermobecher: 280 bis 470 ml

Außerdem ist die enorme Müllmenge und die Wiederverwertung der Pappbecher wegen der Kunststoffbeschichtung ein großes Prob­lem; ganz zu schweigen von den Mil­lionen Plastikdeckeln. Um hier umwelt­bewusst gegenzusteuern, können Sie Pfandsysteme mit Mehrwegbechern unterstützen oder sich einen guten Thermobecher mit langer Lebensdauer zulegen.

9 bis 40 Euro

20 solche Becher mit einem Fassungsvermögen von 280 bis 470 ml und Preisen von 9 bis 40 Euro haben wir getestet. Sie sind im Prinzip kleinere Thermoskannen und ­bestehen aus zwei Wänden, zwischen denen sich ein Vakuum befindet. Allerdings bieten sie die Möglichkeit, direkt aus dem Becher zu trinken.

Mit einer Hand zu bedienen

Die Handhabung der Thermobecher ist einfach: Der Verschluss lässt sich meist mittels Druckknopf mit einer Hand öffnen. Nur der Lifeventure Thermal Mug hat keine Trinköffnung, der Deckel muss fürs Trinken abgeschraubt werden. Im Unterschied zu den Bechern wird bei einer üblichen Thermosflasche das Getränk in einen separaten Trinkbecher – meist der Schraubdeckel – gegossen.

Die Becher sind in vielen Designvarianten erhältlich: mit Trageschlaufe, Tragegriff oder einem geformten Mundstück, das ein Trinken ohne Verschütten gewährleisten soll. Erhältlich sind Thermobecher im Einzelhandel, über Onlineshops oder direkt dort, wo Sie Ihr Heißgetränk kaufen.

Test: 20 Edelstahlbecher

Alle 20 Testprodukte bestehen innen aus Edelstahl. Das Material der Außenseite ist bei der Hälfte ebenfalls Edelstahl, bei vielen beschichtetes Metall, bei einigen wenigen Kunststoff und Silikon.

Eine weitere Gemeinsamkeit der Thermobecher ist ein Schraubdeckel. Nur der KeepCup hat einen Aufpressdeckel. Das Beruhigende: Alle sind bruchfest, haben den Temperaturschock-Test von kalt auf heiß bestanden, sind leicht zu befüllen und tropfen nach dem Trinken nicht nach.

Sieger und Verlierer

Test-Sieger IKEA

Nach dem Test mit den Kategorien Isolieren und Dichtheit, Handhabung, Haltbarkeit, Konstruktion und Schadstoffe gibt es einen heißen Sieger: Undersöka von IKEA zum Preis von 3 Tassen Kaffee. Die Höchstnote setzt sich aus durchgehend hohen Bewertungen in allen Punkten – mit Ausnahme der durchschnittlichen Bedienungsanleitung – zusammen. Dazu gehört u.a. das einzige "sehr gut" im Bereich Temperaturhaltevermögen.

Nach sechs Stunden hatte das ursprünglich (fast) kochende Wasser immer noch 73 Grad Celsius. Nachdem die optimale Brühtemperatur für Kaffee zwischen 86 und 96 Grad liegt und die Serviertemperatur im besten Fall zwischen 65 und 70 Grad, hat man im IKEA-Becher sehr ­lange wirklich ein Heißgetränk.

Bei rund der Hälfte der Modelle lag die Wassertempe­ratur nach sechs Stunden bei 50 Grad oder darunter. Der Thermos Stainless King Thermo­becher holte sich das zweite "sehr gut". Er hält auch die Temperatur mit 66 Grad am zweitbesten.

Verlierer

Mit nicht einmal 25 Grad nach sechs Stunden isoliert der Rosendahl Grand Cru To Go-Becher, der sich mit einem lauwarmen "durchschnittlich" zufriedengeben musste, am schlechtesten. Er ist auch der einzige mit schlechter Standsicherheit.

Die gleiche Note erreichten der Hydro Flask mit dem "nicht zufriedenstellenden" Verschlusssystem und der Stelton To Go Click Becher, weil dessen Verschluss bei der Verwendung gebrochen ist. Er war damit nicht mehr zu gebrauchen.

Mit dem noch schaleren Testurteil "weniger zu­friedenstellend" müssen sich KeepCup Thermal Alder M, Primus Vacuum Commuter und Bodum Travel Mug abfinden. Hauptgrund dafür ist – neben der mäßigen bis schlechten Isolierleistung –, dass Flüssigkeit im Bereich des Deckels ausrinnt. Diese Produkte sind also nicht dicht. Thermobecher sollten sich aber auch in einer Tasche unfallfrei transportieren lassen.

Fazit 

Wer auf die beste Isolierleistung und den günstigsten Preis Wert legt, kommt am IKEA-Becher nicht vorbei. Wem diese Punkte nicht so wichtig sind, der kann auch zu jedem anderen der "(sehr) guten" Becher greifen. Die schlechter benoteten sind aus den ­genannten Gründen nicht zu empfehlen. ­

Gefährliche Schadstoffe sind übrigens kein Thema: Nur in drei Modellen (Primus, KeepCup, Hydro Flask) wurden geringe Mengen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) nachgewiesen, allerdings keine der als krebserzeugend eingestuften.

Alle Testergebnisse: Thermobecher 01/2021

Klicken Sie auf den Link. Er führt Sie zur Tabelle.

Filtern, vergleichen, sortieren, ausdrucken: In unserem Produktfinder stellen wir Ihnen Testergebnisse und Ausstattungsmerkmale von 20 Produkten zur Verfügung (Stand 1/2021).

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VKI-Tipps

  • Umwelt: Benutzen Sie wiederverwendbare Becher.
  • Pflege: Ein Thermobecher und insbesondere sein Deckel brauchen Pflege, wenn Sie keine Mikroorganismen züchten wollen. Außerdem bewirken Rückstände, dass der Verschluss (vor allem ein Druckverschluss) nicht mehr dicht ist. Daher den Becher nach Gebrauch immer gründlich ausspülen und offen stehen lassen. Falls möglich, den Deckel zerlegen und in der Spülmaschine säubern. Von Zeit zu Zeit ist es sinnvoll, den Becher wie auch den Verschluss gründlicher zu reinigen. Sind innen Beläge zu sehen, hilft ein spezielles Mittel zum Reinigen von Flaschen oder ganz einfach Gebissreiniger, Backpulver oder Natron. Den Verschluss in einer Schüssel mit Reiniger einlegen. So bleibt er am längsten dicht.
  • Geschirrspüler: Viele Thermobecher sind laut Hersteller spülmaschinengeeignet. Experten raten trotzdem zu Handwäsche, weil die Isolierleistung sonst beeinträchtigt werden kann.

Testkriterien

Im Rahmen eines internationalen Gemeinschaftstests wurden von September bis Oktober 2020 zwanzig Coffee-to-go-Thermobecher untersucht, die im österreichischen Handel bzw. online erhältlich sind.

Abmessungen, Gewicht und Füllvolumen

Bei geschlossenem Deckel wurden Höhe und Durchmesser des Thermobechers einschließlich Handgriffe und Vorsprünge (sofern vorhanden) gemessen und das Gewicht wurde durch Abwiegen bestimmt. Ebenfalls vermessen wurde der Durchmesser der Einfüllöffnung.

Füllvolumen: In Anlehnung an EN 12546-1:2000 wurde die Wassermenge ermittelt, die benötigt wird, um bei Raumtemperatur den aufrecht positionierten Thermobecher bis zu einem Wasserstand von 10 mm unterhalb des Deckels zu befüllen.

Isolieren und Dichtheit

Temperaturhaltevermögen: Die Prüfung erfolgte in Anlehnung an EN 12546-1:2000. Für die Überprüfung des Warmhaltens wurde der Thermobecher (ohne vorheriges Aufwärmen) mit heißem Wasser (≥ 95 oC) bis zum Nenn-Füllvolumen aufgefüllt und mit dem Deckel verschlossen. Der Becher wurde nun bei einer Raumtemperatur von 20 ± 2 oC gelagert. Nach 6 Stunden wurde die Wassertemperatur gemessen. Der Prüfung wurde nach derselben Methode bei halb gefülltem Thermobecher wiederholt.

Für die Überprüfung des Kalthaltens wurde der Thermobecher bis zum Nenn-Füllvolumen mit Wasser (± 5 oC) befüllt und verschlossen bei einer Raumtemperatur von 20 ± 2 oC gelagert. Nach 6 Stunden wurde die Wassertemperatur gemessen.

Temperaturschock: Die Prüfung erfolgte in Anlehnung an EN 12546-1:2000. Der Becher wurde bis zum Nenn-Füllvolumen mit Wasser von 15 ± 1 oC aufgefüllt und für 5 Minuten stehen gelassen. Nach dem Ausleeren wurde der Becher mit heißem Wasser von 95 ± 2 oC bis zum Nenn-Füllvolumen aufgefüllt. Er wurde 5 Minuten stehen gelassen. Nach dem Ausleeren wurde geprüft, ob der Thermobecher unbeschädigt war.

Verschlussdichtheit: Die Prüfung erfolgte in Anlehnung an EN 12546-1:2000. Der Thermobecher wurde bis zu 75 % des Nenn-Füllvolumens mit siedendem Wasser befüllt, das 0,5 % eines Tensids enthielt. Der Deckel wurde mit einem Drehmoment von 2 Nm geschlossen bzw. falls der Deckel nicht geschraubt ist, wurde er so gut als möglich festgedrückt. Deckel, Trinkausguss und Becherkörper wurden sorgfältig getrocknet. Der Thermobecher wurde für mindestens 10 Minuten auf dem Kopf stehend positioniert. Es durften an Deckel, Trinkausguss und Becherkörper keine Flüssigkeitstropfen usw. erscheinen.

Haltbarkeit

Bruchfestigkeit: Die Prüfung erfolgte in Anlehnung an EN 12546-1:2000. Der Thermobecher wurde bei Raumtemperatur mit Wasser bis zum Nenn-Füllvolumen gefüllt und drei Mal aus einer Höhe von 80 cm auf harten Betonboden fallen gelassen:Eein Mal auf den Boden des Gefäßes und zwei Mal auf die Seiten, wobei jedes Mal der Aufschlagpunkt geändert wurde.

Verschlusssystem: Der Schließmechanismus der Trinköffnung wurde 600 Mal geöffnet und geschlossen und musste danach eine einwandfreie Funktion gewährleisten.

Konstruktion

Drei Testpersonen beurteilten u.a. die Konstruktion des Thermobechers, die Anfälligkeit gegenüber Kratzern und Dellen, den Geruch nach Kunststoff (nach mehrmaligen Gebrauch).

Handhabung

Drei Testpersonen bewerteten u.a. die Bedienungsanleitung, das Öffnen und Schließen des Verschlusses, das Befüllen mit Flüssigkeit, das Trinken aus dem Thermobecher, das Handling (auch mit Handschuhen), die Standsicherheit und die Reinigung.

Schadstoffe

Die Kunststoff- und Silikonteile des Trink- und Griffbereichs wurden auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Die Bestimmung mittels GC-MS erfolgte gemäß AfPS GS 2019:01.

Abwertungen

Abwertungen sorgen dafür, dass gravierende Mängel sich auch deutlich auf das Testurteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die normale Gewichtung den Mangel nicht deutlich macht. Abwertungen sind in der Tabelle mit einer Fußnote gekennzeichnet. Folgende Abwertungen wurden angewandt:

Isolieren und Dichtheit konnte nicht besser sein als das Urteil Verschlussdichtheit.

War die Haltbarkeit durchschnittlich oder schlechter, konnte das Testurteil nur eine Note besser sein.

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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