Zum Inhalt

Schultaschen - Licht und Schatten

Damit Kinder auf dem Schulweg gut zu sehen sind, müssen ihre Schultaschen grell leuchten. Nur 8 von 22 Taschen absolvierten diese Prüfung mit guten Noten. 

Folgende Schultaschen finden Sie in unserem Test:

  • DerDieDas ErgoFlex - Exklusiv Superflash Dangerous Shark
  • Ergobag Pack - LiBäro 2:0
  • Ergobag Cubo - NachtschwärmBär 
  • Ergobag Cubo - Neo Edition IllumiBär
  • Ergobag Pack - Neo Edition StrahleBär
  • Herlitz Motion Plus - Blue Hearts
  • Lego Easy - Ninjago Team Ninja
  • McNeill Ergo Primero - Champ (DIN)
  • McNeill Ergo Light Pure - Greentrac 
  • McNeill Ergo Light Pure - Libelle (DIN)
  • McNeill Ergo Primero - Lucky 
  • Scout Alpha - Commander (DIN)
  • Scout Alpha - Savage
  • Scout Alpha - Summer Green
  • Step by Step 2in1 -Pegasus Dream (DIN)
  • Step by Step 2in1 - Wild Cat
  • Scout Genius - Country Fields
  • Scout Genius - Flowery
  • Scout Genius - World Cup (DIN)
  • Scooli Campus up - Horse Champion
  • Step by Step Touch 2 - Space Pirate (DIN)
  • Step by Step Touch 2 - Unicorn

Die Testtabelle informiert Sie über: Ausstattung/technische Merkmale, den täglichen Gebrauch (50 %): Trageeigenschaften, Verschließen, Packen, Verstauen, Standfestigkeit, scharfe Ecken und Kanten, Optische Warnwirkung (20 %): bei Tageslicht und in der Dunkelheit, Materialeigenschaften (25 %): Haltbarkeit, Wasserdichtheit, Reinigungsmöglichkeiten, Schadstoffe (5 %) usw.

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Kinder haben meistens genaue Vorstellungen davon, wie ihre erste Schultasche aussehen soll. Doch leider erfüllen nicht alle Taschen mit coolem Design auch die Kriterien, die eine gute Schultasche ausmachen.  Die Kolleginnen und Kollegen der deutschen Stiftung Warentest haben 22 auch bei uns erhältliche Schultaschen geprüft. Alle Taschen wurden im Set angeboten. Bei den Sets waren zumindest Federpennal und Turnbeutel dabei; einige hatten bis zu fünf, eines sogar sechs Zubehörteile. Die Sets kosteten zwischen 134 und 259 Euro. 

Straßenverkehr: Schultaschen müssen sichtbar sein

Schulanfänger schätzen Gefahren im Straßenverkehr oft nicht richtig ein. Sie achten zu wenig darauf, was auf der Straße passiert. Umso wichtiger ist es, dass sie – bzw. ihre Schultaschen – für Autofahrer gut sichtbar sind. Denn mit jeder Sekunde mehr, die ein Autofahrer bei Tempo 50 benötigt, um eine Gefahr zu erkennen, rollt das Auto etwa 14 Meter weiter.  

20 % Signalfarben

Laut Sicherheitsnorm zur Prüfung von Schultaschen (DIN 58124) sollten mindestens 20 Prozent der Vorder- und Seitenflächen einer Schultasche aus fluoreszierenden Signalfarben bestehen. Bis vor einigen Monaten erlaubte die Norm nur gelbe und orange Signalflächen, nun sind unter anderem auch Neongrün und Pink zulässig.

Ergebnisse: Nur acht sind gut zu sehen  

Acht Schultaschen waren im Test sowohl tagsüber als auch im Dunkeln gut zu sehen. An ihrer optischen Warnwirkung gab es nichts zu bekritteln. Zwölf Taschen fielen bei der Prüfung allerdings durch. Die beste Warnwirkung wurde bei der Ergobag Pack Neo Edition StrahleBär mit ihren neongelb-pink fluoreszierenden Signalflächen festgestellt. Am anderen Ende der Skala: Lego Easy Ninjago Team Ninja. Diese Tasche ist lediglich mit retroreflektierenden Umrissen eines Drachens ausgestattet. Diese werfen wohl Scheinwerferlicht zurück, doch der Katzenaugeneffekt wirkt nur bei Dunkelheit und ist viel zu schwach. Die Lego Easy Ninjago hat obendrein keinerlei im Hellen sichtbare fluoreszierende Flächen.  

Sichtbar bei Tag und Nacht?

Einige Modelle sind wohl im Dunkeln gut sichtbar, aber nicht bei Tageslicht. So kassierten Scout Alpha Summer Green und Scout Genius Flowery im Test ein „nicht zufriedenstellend“, weil ihre pinken Warnflächen bei Tageslicht nicht hell genug leuchteten. Ergobag Cubo NachtschwärmBär und Ergobag Pack LiBäro 2:0 waren bei Tageslicht wenigstens noch halbwegs sichtbar und erzielten daher im Test die Gesamtnote „durchschnittlich“. Viele Hersteller verkaufen Schultaschen einer Modellreihe mit unterschiedlichen Designs.

Sind Modelle einer Reihe nun gleichermaßen sicher? 

Nein! Die Stiftung Warentest fand zu fast allen sicheren Taschen unsichere Geschwistermodelle ohne die erforderlichen Warnflächen. Kurz: Die optische Warnwirkung von Taschen ein und derselben Modellreihe kann sehr unterschiedlich sein. Bei der Scout Genius World Cup war sie beispielsweise „gut“, bei der Scout Genius Country Fields „nicht zufriedenstellend“. 

Trageeigenschaften: bequem?

Riemen verstellen, Rückenlänge anpassen  

Klar, dass Schultaschen nicht nur sicher, sondern auch bequem sein müssen. Kinder wachsen schnell. Gute Schultaschen sollten (zumindest eine Weile) entsprechend mitwachsen. An den Trageeigenschaften der Taschen gab es im Test nicht viel auszusetzen. Alle sind mit verstellbaren Trageriemen ausgestattet. Auch die Rückenlänge lässt sich bei den meisten Modellen einstellen. Beim Modell Step by Step 2in1 funktioniert das besonders einfach: Hier lässt sich die Rückenlänge über einen im Hauptfach angebrachten herausziehbaren Griff durch Drehen anpassen. Lego und Scooli haben keine verstellbaren Rückenteile. Scooli ist darüber hinaus nichts für kleinere Erstklässler. Bei ihnen hängt die Schultasche über dem Gesäß. 

Hüftgurt entlastet Wirbelsäule

Die getesteten Taschen von Ergobag und Scout wiegen samt Zubehör leer rund zwei Kilo und mehr, die Modelle von McNeill und von Step by Step sind etwas leichter. Hefte, Mappen und andere Schulmaterialien kommen in jedem Fall noch dazu. Mit einem Hüftgurt lässt sich die Wirbelsäule entlasten. Außer bei Lego, Scooli und Step by Step Touch 2 ist ein Hüftgurt bei den Schultaschen von Haus aus mit dabei. Beim Verschließen der Taschen, beim Packen und Verstauen von Schulsachen gab es im Test kaum etwas zu kritisieren. Die Taschen erwiesen sich weiters als formstabil und standfest. Auch ihre Verarbeitung war in Ordnung. 

Nicht immer wasserdicht  

Und was, wenn die Kleinen am Schulweg in einen Wolkenbruch geraten? Bei den meisten Schultaschen haben sie keine zerflossenen Schul- und Hausübungen zu befürchten, sie sind wasserdicht. Ergobag Cubo NachtschwärmBär, Ergobag Pack LiBäro 2:0, Herlitz Motion Plus Blue Hearts und Lego Easy Ninjago Team Ninja hielten dem bei der Prüfung auf Wasserdichtheit simulierten starken Landregen sowie einem zehnminütigen Stehen im Wasser allerdings nicht stand und wurden im Innenraum nass.  

 

Testtabelle: Schultaschen

Steckbriefe

Die besten im Test:

Ergobag Cubo
Neo Edition IllumiBär

Im täglichen Gebrauch eine der besten im Test, eignet sich auch für kleine Erstklassler

Ergobag Pack
Neo Edition StrahleBär

Auch bei Tageslicht „sehr gu“t sichtbar, gute Gewichtsverteilung, eignet sich bereits für kleine Erstklassler

Scout Alpha
Commander (DIN)

Bei Tageslicht nur „durchschnittlich“ sichtbar, passt auch kleineren Erstklasslern

Step by Step 2 in 1
Pegasus Dream (DIN)

Einfach verstellbare Rückenlänge, passt auch kleineren Erstklasslern

Scout Genius
World Cup (DIN)

Im täglichen Gebrauch einer der besten, passt auch kleineren Erstkklasslern

Step by Step Touch 2
Space Pirate (DIN)

Etwas preiswerter als die Konkurrenz, kein Hüftgurt im Lieferumfang

McNeill Ergo Primero
Champ (DIN)

Im täglichen Gebrauch bei den besten, Sichtbarkeit im Dunklen nur „durchschnittlich“, auch für kleine Erstklassler geeignet

McNeill Ergo Light Pure
Libelle (DIN)

Sichtbarkeit bei Tageslicht „sehr gut“, im Dunklen „durchschnittlich“

Die passende Schultasche finden

Schultaschen müssen nicht nur sicher sein, die Kinder müssen sich mit ihrer Tasche auch wohlfühlen. Nehmen Sie Ihren Sprössling auf jeden Fall zum Kauf mit, damit infrage kommende Modelle in Ruhe probiert werden können. Gute Schultaschen haben einen festen Boden, sind formstabil und kippen beim Ein- und Auspacken nicht um. Sie sind innen in mehrere Fächer unterteilt, damit Hefte, Bücher und Federpennal sich gut verstauen lassen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind mit dem Taschenverschluss problemlos zurechtkommt. 

Gepolsterter Rücken und verstellbare Riemen

Der Rückenteil von Schultaschen ist in der Regel gepolstert; bei den einen stärker, bei anderen weniger. Ob eine Tasche gut sitzt, lässt sich nur durch Probieren feststellen. Die Trageriemen sollten mindestens vier Zentimeter breit sein. Lassen Sie Ihr Kind die Tasche jeweils mit und ohne Jacke probieren. Dabei sehen Sie auch gleich, ob sich die Riemen gut verstellen lassen. Nehmen Sie von zu Hause einige Bücher mit und packen Sie sie zum Probieren in die Tasche. Mit Gewicht lässt sich besser erkennen, ob eine Tasche gut zu tragen ist oder ob etwa Rückenteile drücken oder die Trageriemen scheuern.  

Richtig tragen und packen

Die Schultasche sollte immer am Rücken getragen werden. Der Tragegriff ist nur zum Anheben gedacht. Stellen Sie Trageriemen und die Rückenlänge so ein, dass die Schultasche ihrem Kind nicht übers Gesäß reicht. Die Unterkante sollte mit dem Beckenkamm abschließen, die Oberkante deutlich über den Schultern hervorstehen. Trageriemen fest anziehen, damit die Tasche möglichst nah am Körper getragen wird und an den Schulterblättern aufliegt. Schwere Sachen wie Bücher im Fach in Rückennähe verstauen. Leichteres hat in den vorderen Fächern seinen Platz. Die Tasche sollte möglichst so gepackt werden, dass der Inhalt nicht verrutschen kann. Und es sollte natürlich nur das in die Tasche kommen, was wirklich sein muss.  

Clever einkaufen für die Schule

Die Initiative „Clever einkaufen für die Schule“ wird vom Österreichischen Umweltzeichen betreut und unterstützt beim umweltfreundlichen Einkauf von Schulsachen. Unter www.schuleinkauf.at können gezielt Produktinformationen und Bezugsquellen für qualitativ hochwertige Schulartikel abgerufen werden.

VKI-Tipps

  • Optische Warnwirkung. Schultaschen müssen für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer sowohl im Hellen als auch im Dunkeln gut zu sehen sein. Laut DIN 58124 sollten mindestens 20 Prozent der Vorder- und Seitenflächen einer Schultasche aus fluoreszierenden Signalfarben bestehen.  
     
  • Kein Verlass. Schultaschen aus ein und derselben Modellreihe sind nicht immer gleichermaßen sicher. Die Taschen haben oft unterschiedliche Designs. Im Test wurden in fast allen Modellreihen sowohl sichere Taschen als auch solche ohne die erforderlichen Warnflächen gefunden.
     
  • Probieren. Ob eine Schultasche passt und angenehm zu tragen ist, lässt sich ausschließlich durch ausgiebiges Probieren feststellen. Das Kind muss beim Kauf unbedingt dabei sein.
     
  • Sicher und rundum in Ordnung. Ergobag Cubo Neo Edition IllumiBär und Ergobag Pack Neo Edition StrahleBär (beide 259 €), Step by Step 2in1 Pegasus Dream (229 €) und Step by Step Touch 2 Space Pirate (219 €) sind im Hellen und auch im Dunkeln sehr gut bzw. gut zu sehen und darüber hinaus auch im täglichen Gebrauch gut.  

Testkriterien

So haben wir getestet

Die deutsche Stiftung Warentest hat 22 Schultaschen für Schüler und Schülerinnen ab der ersten Klasse getestet. Wenn möglich wurden Schultaschen ausgewählt, die damit werben, die Ansprüche der DIN-Norm für Schultaschen zu erfüllen.

Täglicher Gebrauch (50 %)

Drei Experten beurteilten die Anpassungsmöglichkeiten und die ergonomischen Trageeigenschaften mit standardisierten Dummys und sieben Kindern im Alter von fünf bis acht Jahren. Die Prüfungen erfolgten mit Brust- und Hüftgurten, wenn diese im Lieferumfang enthalten waren. Das Auf- und Absetzen der Schultaschen wurde in Form einer teilnehmenden Beobachtung an den Kindern durch die Experten für jede Schultasche ausprobiert.
Dazu gehörte die Messung der funktionellen Länge des gepolsterten Bereichs der Tragegurte an einem Dummy, der dem Körperbau eines sechsjährigen Kindes entspricht.

Gurt im Halsbereich

Weiters beurteilten sie auch mit sogenannten Schulterdummys den Gurtverlauf, die Güte der Polsterung und die Materialeigenschaften des Gurts im Hals und Nackenbereich. Zur Beurteilung der Interaktionsfläche Rücken–Schultasche maßen sie mittels eines Druckverteilungssystems die Drücke und Druckspitzen. Die drei Experten beurteilten auch die Eigendynamik der von Kindern getragenen Schultaschen beim Gehen, die von den Fixiermöglichkeiten durch Brust-, Hüft- und Schulterentlastungsgurte bestimmt wird.

Einstellung der Rückenlänge

In einer anthropometrischen Untersuchung suchten und bewerteten sie die für das Kind nutzbaren Einstellungen der Rückenlänge, die sich aus dem Maß der vertikalen Distanz vom untersten Kontaktpunkt der Rückenfläche zum oberen Ansatz des Trageriemens ergibt. Außerdem wurde der Bereich des nutzbaren Hüftgurtumfangs gemessen und beurteilt. Am anthropometrischen Beispiel der unteren Greifhöhe des fünften weiblichen Perzentils für das Alter sechs Jahre beurteilten sie das Tragen der Schultasche am Griff.

Sinnvol nutzbare Innenaufteilung

Die Beurteilung von Verschließen, Packen und Verstauen basierte auf der sinnvoll nutzbaren Innenaufteilung: der Zugänglichkeit des Hauptfachs, der Leichtgängigkeit des Deckelverschlusses, der Deckelverstauung am Tischbein in geöffnetem Zustand, der Trennung von Verpflegung und Lernmitteln sowie der Zugänglichkeit und Größe der Außentaschen an Front und Seite. Für das Packen wurde eine Standardbeladung mit Schnellheftern, Ringordnern, Schulbüchern und Atlas, Federpennal, Schüttelpennal, Brotdose und Halbliter-Trinkflasche gewählt.
Ferner beurteilten die Experten die Standfestigkeit mit insgesamt 4 kg Beladung mittels einer Kraftmessdose im Zugversuch, die Formstabilität unter Schaumstoffwürfelfüllung mittels Materialprüfmaschine und Prüfstempel bei 200 N Belastung sowie einem Vorschub von 90 mm/min und die Verarbeitung der Schultasche sowie scharfe Ecken und Kanten.

Optische Warnwirkung (20 %)

Die Tester ermittelten und bewerteten den prozentualen Flächenanteil aller retroreflektierenden und hell leuchtenden Materialien in Anlehnung an DIN 58124:2010–09, sowie den Entwurf zu ihrer Überarbeitung vom März 2018. Sie berücksichtigten auch Warnfarben, die die überarbeitete Version erstmals erlaubt. Die Warnwirkung bei Tageslicht durch die fluoreszierenden Flächen prüften sie nach künstlicher Alterung durch Xenonlicht. Dazu maßen sie Farbort und Leuchtdichtefaktor. Für die Warnwirkung in der Dunkelheit überprüften und bewerteten sie die retroreflektierende Wirkung.

Materialeigenschaften (25 %)

Zur Prüfung der Haltbarkeit wurde jede Schultasche mit einer definierten Beladung von zirka drei Kilogramm befüllt. Danach kam sie für 24 Minuten in eine mit Teppichboden ausgelegte Falltrommel. Schäden des Inhalts wurden nach sechs Minuten, Schäden an der Schultasche zum Schluss der Prüfung ausgewertet. Schnallen wurden einer Prüfung auf Trittfestigkeit unterzogen – dafür wurde ein Gewicht von vier Kilogramm aus 20 Zentimeter Höhe auf die Schnallen fallen gelassen.

In einem Temperatur- und Feuchtigkeitstest wurden die Schultaschen 24 Stunden lang bei 40 °C und 80 % relativer Luftfeuchtigkeit gelagert. Bewertet wurden die Veränderungen im Vergleich zum Neuzustand. Im Anschluss wurden die Schultergurte fünf Mal bei 40 °C im Pflegeleicht-Programm gewaschen. Auch hier wurden die Veränderungen im Vergleich zum Neuzustand bewertet.

Zur Prüfung der Wasserdichtheit wurde ein Landregen mit hoher Wassermenge simuliert. Dazu wurden die Schultaschen zehn Minuten lang mit zehn Litern Wasser pro Quadratmeter und Minute beregnet. Danach wurde ermittelt, wie viel Wasser ins Innere eingedrungen war. Außerdem wurden die Schultaschen in einen Behälter gestellt, der einen Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt war, und nach zehn Minuten wurde überprüft, ob Wasser in den Innenraum eindringt. Drei Experten beurteilten auch die Reinigungsmöglichkeiten der Schultasche.

Schadstoffe (5 %)

An Teilen, die Körperkontakt haben können (einschließlich der Griffe), wurde geprüft, ob sie die folgenden Sustanzen enthalten:

  • allergisierende Farbmittel – in Anlehnung an DIN EN 14362
  • Weichmacher (Phthalate) – mittels GC/MS Gaschromatographie mit massenselektiver Detektion
  • Organozinnverbindungen – mittels GC/MS
  • polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) – in Anlehnung an die GS-Spezifikation AfPS GS 2014:01 PAK, mittels LC/MS Flüssigkeitschromatographie mit Massenspektroskopie
  • Nonylphenol und Nonylphenolethoxylate – mittels LC/MS Flüssigkeitschromatographie mit Massenspektroskopie

In allen Fällen waren die gefundenen Werte unproblematisch.

Abwertungen 

Abwertungen führen dazu, dass Produktmängel sich verstärkt auf das Testurteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einer Fußnote gekennzeichnet. Folgende Abwertungen wurden eingesetzt: Lautete die Note für die optische Warnwirkung „nicht zufriedenstellend“, konnte das Testurteil nicht besser sein. Bei „wenig zufriedenstellender“ Warnwirkung wurde das Testurteil um eine halbe Note abgewertet. Für die optische Warnwirkung hieß es „weniger zufriedenstellend“ oder „nicht zufriedenstellend“, wenn sie bei Tageslicht oder in der Dunkelheit „weniger zufriedenstellend“ oder „nicht zufriedenstellend“ war. War die Wasserdichtheit „nicht zufriedenstellend“, konnten die Materialeigenschaften um höchstens eine Note besser bewertet sein.
 

Leserreaktionen

Nicht alles hineinpacken

Als ehemalige AHS-Lehrerin habe ich Ihren Schultaschentest sehr begrüßt. Ein Aspekt liegt mir besonders am Herzen: das Gewicht. Wenn ein 10- bis 14-jähriges Schulkind alles mitnimmt, was für den Unterricht erforderlich ist, kommt durch das Eigengewicht der Schultasche, durch die schweren Bücher im A4 Format, 40-Blatt-Hefte und Ringmappen ein enormes Gewicht zusammen. Welche Materialien an einem fünf- bis sechsstündigen Schultag eingepackt werden müssen, ergibt sich durch den „zufälligen” Stundenplan und die einzelnen Lehrkräfte können nicht wissen, wie schwer die Schultasche bereits durch die anderen Fächer ist.

Soweit ich informiert bin, soll das Gewicht der Schultasche nicht mehr als 12 % des Körpergewichtes des Kindes ausmachen. (z.B. Körpergewicht 32 Kilo: maximales Schultaschengewicht 3,84 Kilo). Im Gymnasium, an dem ich unterrichtet habe, wurden auf Initiative der Schulleitung und Schulärztin stichprobenartig Kinder und ihre Schultaschen gewogen, um alle Seiten (SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern) zu sensibilisieren. So kam es zu Absprachen unter den Unterrichtenden und es wurde versucht, durch Verzicht auf das eine oder andere Buch an diesem oder jenem Wochentag das Gewicht der Schultasche zu reduzieren.

Elisabeth Dimitz
E-Mail
(aus KONSUMENT 6/2019)

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

Kind sitzt in einem Autokindersitz premium

Test: Autokindersitze

Wir haben 20 neue Kindersitze getestet. Für Kinder ab der Geburt bis 12 Jahre. „Sehr gut“ gab es keines. Aber 11 „gut“. 8 sind durchschnittlich. Einer fiel durch.

Ein Mädchen putzt sich die Zähne premium

Test Kinderzahnpasten: Viel Murks in der Tube

Gute Zahnpasten für Kinder sind rar. Von 12 Produkten bleiben gerade einmal 3 übrig, die wir guten Gewissens empfehlen können. Der Rest schützt ent­weder nicht ausreichend vor Karies oder enthält Titandioxid.

Zwei Mütter spazieren im Park mit ihren Kinderwägen premium

Test: Kombi-Kinderwagen

Viele Kinderwagen sind nicht kindgerecht gestaltet. Sie sind zu klein, unbequem und schadstoffbelastet. Von den 12 getesteten sind nur zwei gut.

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums

Sozialministerium
Zum Seitenanfang