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Blonde Frau joggt auf einem Waldweg
Bild: michaelheim/stock.adobe.com

Der Depression davonlaufen?

Im aktuellen Faktencheck-Medizin widmen wir uns der Frage, ob Sport bei Depressionen hilft.

Der Kontext

Depressionen sind eine der häufigsten psychischen Erkrankungen, auch in Österreich. Laut dem Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen leben rund 730.000 Menschen mit einer Depression. Jede fünfte bis siebte Person erkrankt im Laufe des Lebens daran, Frauen sind doppelt so häufig davon betroffen.

Das Schlimme und auch Gefährliche: Wie viele andere psychische Erkrankungen auch, werden Depressionen nach wie vor unterschätzt und tabuisiert – mit gravierenden Auswirkungen nicht nur auf das seelische Wohlbefinden. Depressionen beeinträchtigen auch Partnerschaften, Familie und Beruf.

Der Check

Depression ist eine sehr ernste Erkrankung. Aber sie ist behandelbar. Was in den (Sozialen) Medien in dem Zusammenhang immer wieder kolportiert wird: Dass Sport bei Depressionen helfen kann. Wie viel Wahrheitsgehalt in dieser Aussage steckt, wollen wir im Folgenden gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Medizin transparent faktenbasiert ergründen. 

Es gibt tatsächlich eine Reihe von Studien, die sich mit dem Thema beschäftigen. 57 Studien mit insgesamt fast 2.200 Teilnehmer:innen wurden zusammengefasst und ein Gesamtergebnis berechnet. Die Conclusio lautet: Bewegung scheint bei Depressionen etwas zu helfen (im Vergleich zu keiner Behandlung). Die Art der Bewegung, die die Teilnehmer:innen machten, war dabei sehr unterschiedlich. Von Laufen, Fahrradfahren, am Heimtrainer trainieren, Tanzen bis hin zu Spazierengehen war alles dabei. Dieses Ausdauertraining wurde von manchen auch mit Krafttraining kombiniert. Wichtiges Detail: Die Bewegungseinheiten fanden regelmäßig statt. Der Zeitraum – zwischen zehn Tagen und einem halben Jahr – war allerdings doch sehr unterschiedlich.

Details und ungeklärte Fragen 

Psychotherapie kann ebenso wie Medikamente (schwere bis mittelschwere) Depressionen oft lindern. Bei leichteren Symptomen wird von fachkundigen Personen u.a. zu sportlicher Betätigung geraten. Die Faktenchecker:innen von Medizin transparent fanden interessante Details. Nämlich weitere Studien (allerdings mit weniger Teilnehmenden als bei den eingangs erwähnten), die zeigen: Bewegung dürfte bei leichten bis mittelschweren Depressionen gleich gut helfen wie Psychotherapie und Antidepressiva. 

Faktum ist aber auch, dass es zur Therapiemöglichkeit „Bewegung“ in den Studien noch ungeklärte Fragen gibt. Beispielsweise, ob Bewegung Menschen mit schwerer Depression hilft. Gerade für diese Personen ist es bisweilen sehr schwer, (sportlich) aktiv zu werden – und es zu bleiben. Unklar ist zudem, welche Art von Bewegung bei Depressionen besonders gut hilft, auch hinsichtlich Dauer und Intensität, und ob Bewegung im Freien oder drinnen besser wirkt.

Das Fazit

Laut aktueller Studienlage kommen wir zu diesem Fazit: Sport scheint bei Depression zu helfen – wahrscheinlich ähnlich gut wie Psychotherapie und Antidepressiva. Bei den Studien gibt es allerdings gewisse Mängel (z. B. hinsichtlich der Nicht-Verblindung des Studienpersonals), was entsprechend negativ in unser Fazit mit eingeflossen ist. 

Wie bereits erwähnt, ist es für Menschen mit Depressionen (oder anderen psychischen Erkrankungen) zuweilen nicht einfach, Spaß an der Bewegung zu finden bzw. die Motivation aufrecht zu erhalten. 

Unser Tipp: Psycholog:innen mit dem Schwerpunkt Sportpsychologie können dabei Unterstützung bieten!

Hintergrund zum Faktencheck Medizin

Tagtäglich berichten Medien von neuen Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und Studien. Wie aber steht es mit den Fakten hinter diesen Meldungen? Kann man glauben, was man liest? 

In unserer Rubrik „Faktencheck Medizin“ finden Sie Informationen, ob es für Berichte zu medizinischen Themen echte wissenschaftliche Beweise gibt.

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Gesundheits-Claim entdeckt? Schreiben Sie uns!

Unser Kooperationspartner Medizin transparent prüft ausgewählte Aussagen auf ihren wissenschaftlichen Wahrheitsgehalt – sofern sie sich mit Studien belegen lassen.

Bitte beachten Sie: Nicht jedes gemeldete Beispiel wird bearbeitet bzw. veröffentlicht. 

Hier geht es zum Meldeformular von Medizin transparent. 

Logo von medizin transparent
Bild: Cochrane/medizin transparent

Kooperation mit Medizin transparent

„Faktencheck Medizin“ ist eine Kooperation von KONSUMENT mit Medizin transparent. Medizin transparent ist werbefrei, unabhängig und wird öffentlich finanziert.

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