Diesmal im Lebensmittelcheck
Das steht drauf: Chef Select Gartensalat
Erhältlich bei: Lidl
Auf der Vorderseite des Chef Select Gartensalats von Lidl fällt der Hinweis „Hergestellt in“ gemeinsam mit einer rot-weiß-roten Österreichkarte ins Auge. Wer daraus schließt, dass auch der Salat aus Österreich stammt, kann allerdings danebenliegen: Die verwendete Salat-Gemüsemischung kommt laut Verpackung aus der EU.
Das steht drauf: Chef Select Gartensalat
Erhältlich bei: Lidl
Ein Konsument machte uns auf die widersprüchlich wirkende Kennzeichnung aufmerksam. Auf der Vorderseite wird prominent mit der Herstellung in Österreich geworben. Ebenfalls vorne, aber deutlich unauffälliger und seitlich angebracht, steht der Hinweis „Mit Salatmischung aus EU“. Auf der Rückseite findet sich zudem die Angabe „Salat-Gemüsemischung aus EU“.
Das Problem: Der Österreich-Hinweis springt beim Einkauf schnell ins Auge, während der Hinweis auf die Herkunft der Salatmischung im Regal leicht übersehen werden kann. Das ist aus unserer Sicht wenig konsumentenfreundlich. Die Vertikale Schrift auf farblosem Hintergrund ist zudem auch schlecht lesbar.
Es ist auch nicht das erste Mal, dass uns das bei einem Produkt, das bei Lidl erhältlich ist, aufgefallen ist: Beim Vita D’Or Kürbiskernöl wird ebenso prominent mit der Österreichflagge geworben, obwohl die die Kürbiskerne nicht aus Österreich stammen.
Lidl erklärt, dass sich die Angabe auf den wesentlichen Verarbeitungsschritt bezieht, der in Österreich stattfindet. Die Rohstoffe selbst können dagegen aus anderen Herkunftsländern stammen. Nach Angaben des Unternehmens entspricht die Kennzeichnung der EU-Verordnung 2018/775.
Diese Verordnung sieht vor: Wird bei einem verpackten Lebensmittel mit einem bestimmten Land geworben, muss die abweichende Herkunft der Primärzutat angegeben werden, wenn diese nicht aus diesem Land stammt. Die Angabe muss sich im gleichen Sichtfeld wie der Herkunftshinweis befinden.
Beim Chef Select Gartensalat wird die abweichende Herkunft zwar angegeben. Woher Endivie, Radicchio, Karotte und Weißkraut innerhalb der EU tatsächlich stammen, bleibt aber offen.
„Beim Hinweis „Hergestellt in Österreich“ handelt es sich um eine freiwillige Angabe, die verdeutlicht, dass der wesentliche Verarbeitungsschritt des Salats in Österreich stattfindet, während die Rohstoffe selbst aus anderen Herkunftsländern stammen können. Die Kennzeichnung entspricht der EU-Verordnung 2018/775. Wir nehmen diese Rückmeldung jedoch sehr gerne zum Anlass, das aktuelle Verpackungslayout intern zu prüfen und die Verbraucherinformation für unsere Kund:innen in Zukunft noch klarer und transparenter zu gestalten.“
Lidl Österreich GmbH
01.06.2026
Lidl hat angekündigt, das aktuelle Verpackungslayout intern zu überprüfen und die Verbraucherinformation künftig noch klarer und transparenter gestalten zu wollen.
Wir meinen: Der auffällige Österreich-Hinweis kann einen falschen Eindruck über die Herkunft des Salats erwecken. Besser wäre es, entweder auf die prominente Österreich-Werbung zu verzichten oder die abweichende Herkunft der Salatmischung deutlicher kenntlich zu machen.
Tipp: Achten Sie beim Einkauf nicht nur auf Flaggen und Österreich-Symbole auf der Vorderseite, sondern auch auf die konkreten Herkunftsangaben auf der Verpackung.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Schärdinger Premium Kefir ist schwarz auf dunkelblauem Hintergrund aufgedruckt. Ein Konsument kritisierte die schlechte Lesbarkeit.
Beim Gewußt wie Bio Heidelbeer Sirup hatten wir letztes Jahr die Angabe „ohne Zuckerzusatz“ kritisiert. Nun hat der Anbieter die Kennzeichnung geändert. Stattdessen heißt es auf dem Etikett jetzt „Süße aus Früchten“.
Auf dem Rapunzel Beeren Porridge steht „ohne Zuckerzusatz“. Gleichzeitig enthält es 13 Prozent gemahlene Datteln, deren „feine Süße“ auf der Verpackung ausdrücklich hervorgehoben wird.
Der Name verspricht schwarzen Kaffee, das Bild auf der Dose zeigt eine dampfende Espressotasse. Doch in der undurchsichtigen Verpackung steckt vor allem Milch. Wir haben die Zutatenliste gelesen.
Regionale Marillen aus dem Weinviertel klingen nach kurzen Wegen und Frische aus der Nähe. Tatsächlich legten sie für das Verpacken hochgerechnet über 400 Kilometer durch Österreich zurück. Wir haben nachgezeichnet, wie aus „da komm ich her" ein „da fahr ich rum" wird.
Vor einigen Monaten haben wir einen Kaffeeweißer kritisiert, der als pflanzlich beworben wurde, obwohl Milch drin ist. Der Hersteller hat nachgebessert. Doch auf Amazon steht weiter „vegan".
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