Der Reihe nach: Im Zuge unserer Beratungen sind wir auf das Problem gestoßen, dass Heizungen auch in der warmen Jahreszeit Energie verbrauchen. Dies ist keine Seltenheit. Eine stichprobenartige Untersuchung der Energieagentur Tirol in Kooperation mit anderen Bundesländern aus dem Jahr 2025 verdeutlicht dies.
Die Analyse ergab, dass rund ein Drittel der geprüften Heizungen in den Sommermonaten in Betrieb geht.
Heizung unerwartet im Sommer aktiv
Stellen Sie sich vor, Ihre Heizung springt während der Sommermonate immer wieder an. Undenkbar? Das passiert tatsächlich und geschieht ebenso überraschend wie unbemerkt. Der Grund sind kalte Sommernächte, in denen sich die Heizung unbemerkt einschalten kann.
Sinkende Außentemperaturen aktivieren Heizung
Trotz Klimakrise und hoher Energiepreise werden selbst bei 30 Grad Tagesaußentemperatur in den Nächten Öl, Gas oder andere Energieträger verheizt. Der Hintergrund ist trivial: Viele Heizungen regeln sich über Außentemperaturfühler. Diese messen die Außentemperatur und übermitteln den Wert an das Heizsystem. Die Heizung geht ab einer festgelegten Außentemperatur, meist 18 Grad Celsius, in Betrieb. Je weiter die Temperatur sinkt, desto mehr Energie liefert die Anlage an Heizkörper oder Fußbodenheizung.
Sommermodus einstellen
Während der Herbst- und Wintermonate ist diese Heizgrenze sinnvoll, um die Anlage zu aktivieren. Auch in Sommernächten können die Temperaturen unter 18 Grad Celsius sinken. Dann springt die Heizung an. Kessel und Verteilersysteme fahren die Betriebstemperatur hoch und kühlen wieder ab. Wer das Thermostat nicht im Blick hat oder sich nicht vor Ort im Wochenendhaus aufhält, bemerkt das Inbetriebsetzen von Öl-, Gas-, Wärmepumpen- oder Biomasse-Anlagen nicht.
Mit der Heizanlage vertraut machen
Um das zu verhindern, wechseln Sie in den Sommermodus, wenn Heizen und Warmwasser über eine gemeinsame Anlage laufen. Bei getrennten Systemen können Sie die Heizung abschalten. Nur wenn Sie die Funktion Ihres Heizsystems kennen, können Sie es effizient nutzen. Klären Sie Fragen dazu mit Vermieter:innen und Hausverwaltung.

Kommentieren
Sie können den Text nach dem Abschicken nicht nachträglich bearbeiten, Länge: maximal 3000 Zeichen. Bitte beachten Sie auch unsere Netiquette-Regeln.
Neue Kommentare können nur von angemeldeten Benutzern veröffentlicht werden.
Anmelden0 Kommentare