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Screenshot von der C&A-Website. Eine junge Frau trägt eine wattierte schwarze Winterjacke mit Kapuze und blickt frontal in die Kamera
Screenshot von der C&A-Website vom 26.1.2026 Bild: Screenshot VKI

Greenpeace: „Iconic Puffer“-Jacken von C&A stark schadstoffbelastet 

, aktualisiert am

In 9 von 11 geprüften Jacken fand Greenpeace Österreich verbotene PFAS, 3 Produkte überschritten den gesetzlichen Grenzwert deutlich. 

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace Österreich hat laut einer Aussendung 11 Jacken der „Iconic Puffer“-Linie von C&A in einem unabhängigen Labor auf PFAS untersuchen lassen, Diese Chemikalien sind auch unter der Bezeichnung „Ewigkeitschemikalien“ bekannt und werden als gesundheits- und umweltschädlich eingestuft. 

Grenzwerte überschritten

Die Ergebnisse der Untersuchung sind alarmierend: 9 von 11 Jacken enthielten PFAS, darunter auch eine Jacke für Kinder. Bei drei Jacken lag die PFAS-Belastung deutlich über dem gesetzlichen Grenzwert. Eine Herren-Steppjacke überschritt den Grenzwert sogar um das 16-fache. Zwei der gefundenen Chemikalien gehören zu den in der EU seit 2023 verbotenen Stoffgruppen 8:2 FTOH und 10:2 FTOH. Das heißt, die Jacken dürften bei uns gar nicht mehr verkauft werden. 

Werbekampagne

Nachdem die „Iconic Puff“-Jacken jedoch im Herbst und Winter 2025 im Rahmen einer groß angelegten Kampagne bei Live-Events und in den sozialen Medien beworben wurde, muss man davon ausgehen, dass eine größere Menge des Produkts verkauft wurde. 

Greenpeace hat die Ergebnisse an das Marktamt und das Ministerium für Konsumentenschutz übergeben und fordert in seiner Aussendung einen Produktrückruf. 

Stellungnahme C&A

Am 29. Jänner hat uns die Pressestelle von C&A folgende Stellungnahme übermittelt, mit der Bitte, den vorliegenden Artikel damit zu ergänzen:

"C&A nimmt Produktsicherheit und die Einhaltung chemischer Vorschriften sehr ernst. Gemeinsam mit unseren externen Laborpartnern haben wir den vorliegenden Bericht sowie unsere eigenen Testergebnisse erneut sorgfältig geprüft.

Alle genannten Produkte wurden ursprünglich von externen, international akkreditierten Prüflaboren getestet. Die entsprechenden Prüfberichte bestätigen, dass die Produkte sämtlichen geltenden gesetzlichen Anforderungen vollständig entsprechen. 

Die genannten Ergebnisse basieren auf einer neuen PFAS-Testmethode, die im Zusammenhang mit bevorstehenden regulatorischen Entwicklungen in Frankreich und auf EU-Ebene eingeführt wurde. 

C&A hat seine Prozesse bereits an die sich weiterentwickelnden regulatorischen Anforderungen und Testmethoden angepasst; unsere eigenen Prüfergebnisse bestätigen die Konformität. Die nachgewiesenen PFAS-Substanzen stellen kein Sicherheitsrisiko für Verbraucherinnen und Verbraucher dar. 

C&A verfügt über robuste Prozesse im Chemikalienmanagement und in der Produktprüfung und arbeitet eng mit seinen Lieferanten sowie externen Expertinnen und Experten zusammen, um die vollständige Einhaltung aller relevanten EU-Vorschriften sicherzustellen. Unsere Prüf- und Kontrollverfahren werden kontinuierlich im Einklang mit wissenschaftlichem Fortschritt und regulatorischen Entwicklungen weiterentwickelt." 

Ewigkeitschemikalien PFAS 

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) sind extrem langlebige Chemikalien, die sich über Wasser, Luft und Nahrung weltweit verbreiten. Einige dieser Stoffe reichern sich im Körper an, schädigen Organe und das Immunsystem und gelten als potenziell oder eindeutig krebserregend. Deshalb sind mehrere PFAS in der EU bereits verboten oder streng geregelt. Rund ein Drittel aller PFAS-Polymere wird in der Textil- und Bekleidungsindustrie eingesetzt.

Weitere Testergebnisse aus der jüngeren Vergangenheit und Hintergrundinformationen zum Thema PFAS finden Sie auf vki.at/schadstoffe. 

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