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Skiverleih: Preise - Differenz bis zum Vierfachen

Marktübersicht Skiverleih: Ski ausleihen zahlt sich aus. Für die meisten Skifahrer kommt es billiger als kaufen und ist zudem viel bequemer. Die Unterschiede bei den Verleihpreisen sind aber enorm.

Skiausrüstung Leihen statt kaufen lautet der Trend. Fast jeder zweite Skifahrer verzichtet auf eigene Bretteln und leiht sie vor Ort aus. Prognosen zufolge werden in wenigen Jahren drei von vier Skifahrern auf Leihmaterial setzen.

Leihen hat viele Vorteile

Die Vorteile liegen auf der Hand. Wer Ski (und Schuhe) direkt am Urlaubsort ausleiht, muss sich um nichts mehr kümmern, er braucht sie nicht zu lagern und erspart sich, sie jährlich zum Service zu bringen. Er tritt den Urlaub mit leichtem Gepäck an, kann den Stress auf den Straßen (Staus und Schritttempo, Schnee- oder Eisfahrbahnen) links liegen lassen und unbeschwert mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen. Sportliche Fahrer haben zudem den Vorteil, jedes Jahr die neuen Topmodelle ausprobieren zu können. Man kann das Modell tauschen, wenn man nicht zufrieden ist (eine falsche Wahl kann also – anders als beim Kauf – revidiert werden).

Verleih von zu Hause

Wenn ein Depot (ideal: nahe der Liftstation) des Shops existiert, kann man Leihski und –schuhe dort oft kostenlos deponieren. Sie brauchen sich dann nicht um die Aufbewahrung bei der Unterkunft zu kümmern. Und nicht zuletzt: Verleih kann schon von zu Hause aus vorgeplant werden (Online-Bestellung), Sie vergeuden keine wertvolle Urlaubszeit und damit verbunden ist ein Online-Rabatt von ca. 10 Prozent.

Leihen ist billiger

Ist Leihen billiger als Kaufen? Das ist zwar von einigen Faktoren abhängig, Kinder oder Einsteiger lassen sich beispielsweise nicht mit exzellenten Fahrern und deren Ansprüchen vergleichen. Dennoch lässt sich eine grobe Orientierungslinie festmachen. Wer nicht mehr als zwei Wochen pro Jahr Ski fährt, kommt mit Leihski in aller Regel billiger davon.

95 Verleiher im Überblick

Wir haben um den Jahreswechsel die Verleihpreise in einer repräsentativen Auswahl von großen, mittleren und kleinen Skigebieten per Fragebogen erhoben. In vielen Fällen wurden wir auf die Preislisten im Internet verwiesen. In der Tabelle finden Sie die Angaben von 95 Sportgeschäften in Wintersportorten zum Verleih für 2 Tage (Wochenende) oder für 6 Tage (Skiurlaub).

Die bei weitem meisten Rückmeldungen kamen aus (Nord-)Tirol, Anbieter aus anderen Bundesländern zeigten sich weniger auskunftsfreudig. Dennoch lassen sich aus den Ergebnissen klare Rückschlüsse herauslesen, weil sowohl renommierte Ski-Dorados als auch eher unbekannte Nebenschauplätze aus West- und Ostösterreich in der Aufstellung aufscheinen.

Kosten für ein Skiset (6 Tage)

Phantasiekategorien

Für Erwachsene werden überwiegend mehrere Ski-Kategorien angeboten, in der Regel sind es zwei bis vier. Wobei die Bezeichnungen alles andere als genormt sind. Premium, VIP, Top, Platin, oder Superior, Allrounder, Comfort, Economy oder Basic sind nur ein paar Beispiele, wobei ein Uneingeweihter in vielen Fällen nur erahnen kann, welche Kategorie die höhere ist. Selbst die Marktführer Intersport und Sport2000rent konnten uns keinen Hinweis darauf geben, welchen Ski-Preiskategorien diese Phantasiebezeichnungen zuzuordnen wären. Hier wären aus unserer Sicht Vereinheitlichungen wünschenswert.

Kosten am Beispiel Setpreis (6 Tage) ...

Wir haben in der Tabelle die Preise für das teuerste und das günstigste Angebot angegeben, das uns von den Verleihern genannt wurde oder in den Preislisten enthalten war. Sie finden zunächst den Preis für die Ski (plus Stöcke), weiters auch das Setangebot für Ski mit Schuhen. Betrachten wir einmal nur die Setpreise: Für einen einwöchigen Aufenthalt (6 Tage Skifahren) kostet ein Skiset im günstigsten Fall zwischen 59 Euro bei der Skischule Oberperfuss im Skigebiet Rangger Köpfl/Nordtirol und 208 Euro bei Intersport Kitzsport in Kitzbühel.

... zwischen 70 und 281 Euro

Die teuerste Kategorie kostet zwischen 70 Euro (ebenfalls am Rangger Köpfl) und 281 Euro bei Sport Mode Passler in St. Jakob/Defereggental (Osttirol) – das ist das Vierfache! Der Durchschnittspreis über alle Bundesländer und über alle Kategorien hinweg beträgt für das Set 130 Euro (immer für 6 Tage gerechnet). Betrachtet man nur die Leihpreise für Ski (mit Stöcken), liegen die Beträge zwischen 17 und 42 Euro unter denen der Setpreise, im Durchschnitt liegt der Preis nur für Ski um 31 Euro unter dem Setpreis.

Nachfragen lohnt

Wie das Beispiel belegt, schwanken die Preise extrem. Und zwar nicht nur zwischen den Kategorien als auch zwischen den Skigebieten. Wobei es auch unter teuren Skizentren größere Unterschiede gibt. Innerhalb eines Skigebietes klaffen die Preise hingegen weniger stark auseinander. Tipp: Es lohnt sich nachzufragen, ob es nicht auch eine (noch) günstigere Kategorie gibt, als die, die einem spontan empfohlen wird.

Kleine manchmal gratis

Zeitig am Vormittag darum kümmern

Erfreulich: Bei vielen Shop- Betreibern werden fairerweise die Wochenmieten zwischen 6 und 7 Tagen nicht mehr unterschieden. Ab 7 Tagen zahlt man dann manchmal nur mehr einen Aufpreis für jeden weiteren Tag. Bei Wochenenden bedeutet das allerdings für den Mieter: Sehr zeitig am Vormittag darum kümmern, denn hier ist keine Reduktion angedacht. Bestenfalls gibt es Anbieter, die auch nur einen halben Tag verrechnen.

Kinder und Jugendliche

Wir haben auch die Preise für Kinder unter 10 Jahren erhoben sowie für Kinder/Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren. Häufig werden die Preise für unterschiedliche Skilängen angegeben, die abhängig von der Körpergröße sind. Um die Preise vergleichen zu können, wurde die statistische Korrelation zwischen Lebensalter und Körpergröße berücksichtigt.

Kindertarife sind extrem uneinheitlich – Familienkinder werden je nach Skigebiet und Anbieter bis 6 Jahren, bis 8 Jahre oder 10 Jahre kostenlos mit Ausrüstung versorgt. Auf manchen Preislisten sind Jugendliche gar nicht erwähnt, sondern als Kinder bis 14 oder 15 oder 16 Jahren bezeichnet.

Kleine manchmal gratis

In der Regel wird für Kinder auch nur eine Skikategorie angeboten, in der Tabelle ist in jedem Fall die günstigste Kategorie aufgeführt. Für Kinder unter 10 Jahren schwanken die Verleihpreise für das Set inklusive Schuhen zwischen 25 und 96 Euro, Kinder bis 15 Jahre zahlen zwischen 30 und 208 Euro – was schon nahe an die Preise für Erwachsene herankommt. Tatsächlich müssen in vielen Verleih-Shops Jugendliche um die 15 Jahre bereits den vollen Erwachsenenpreis berappen. Für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren werden aber immer wieder Preisreduktionen auf die Erwachsenen-Leihpreise eingeräumt – konkret danach fragen!

Kinder bis ca. 10 Jahre kommen bei nicht wenigen Verleih-Shops gratis in den Genuss von Leihgeräten und zusätzlich einen Gratis-Helm, wenn die Eltern im gleichen Umfang ein Ski-Set mieten. Wenn Sie als Familie eine Leih-Ausrüstung borgen wollen, fragen Sie definitiv nach diesen Vorteilen!

Tabelle: Skiverleih

Zusammenfassung

  • Enorme Preisunterschiede. Für sechs Tage zahlt ein Erwachsener einen Setpreis zwischen 70 und 281 Euro in der teuersten Ski-Kategorie.
  • Vergleichen. Wenn Sie sich für ein bestimmtes Skigebiet entschieden haben, sehen Sie sich die Angebote der dortigen Verleiher im Internet an. Beachten Sie auch und vor allem die Setpreise – für Kinder sind Helme im Set meist inbegriffen. Fragen Sie gezielt nach günstigen Angeboten, manchmal kann man auch durch Verhandeln einen kleinen Nachlass erreichen.
  • Versichern. Vor allem aktuelle Topmodelle sind diebstahlgefährdet – eine Diebstahl- und Bruchversicherung ist zumindest im Topbereich sehr zu empfehlen. Manchmal ist die Versicherung im Verleihpreis enthalten, häufig muss man mit 10 Prozent Aufschlag rechnen. Erkundigen Sie sich auch nach dem Selbstbehalt.

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