Biologischer Arabica-Kaffee aus Ecuador
Sein 10-Jahres-Jubiläum feiert Ja! Natürlich, die Bio-Schiene der Billa-Merkur-Handelskette, mit der Einführung eines neuen Produktes: biologischer Arabica-Kaffee aus dem Hochland von Ecuador. Dort hat Ja! Natürlich ideale Anbaubedingungen und bereits bestehendes Know-how über den biologischen Kaffeeanbau vorgefunden. Laut eigenen Angaben wird in Fruchtfolge bewirtschaftet, was viel schonender für den Boden sei. Auf chemisch-synthetische Dünge- oder Spritzmittel wird verzichtet. Die Einhaltung der Bio-Verordnung der EU wird, so Ja! Natürlich, in Ecuador von der Prüfstelle Bio-Latina kontrolliert. In Österreich zieht die staatlich autorisierte Bio-Kontrollstelle SGS Austria vor und nach der Röstung mehrere Proben.
Fairtrade-Gütezeichen
Doch damit gibt sich Ja! Natürlich nicht zufrieden. Der Bio-Kaffee werde nämlich auch „unter allen Parametern des fairen Handels produziert“, mit gerechten Preisen und mit Abnahmegarantien. Was darf man darunter verstehen? Mit großem Stolz verkündet die Firma, man habe dem Lehrer an der örtlichen Schule „Schul- und Freizeitmaterialien“ überreicht. Das ist zwar nett, das Fairtrade-Gütezeichen lässt sich damit aber kaum verdienen. Das wolle man auch gar nicht, wie sich Ja!-Natürlich-Produktmanagerin Aline Asselot beeilt festzustellen: „Wir haben uns entschieden, dass wir den Kriterien entsprechen, aber einen direkten Kontakt zu den Produzenten unterhalten.“ (ohne Einschaltung der Fairtrade-Organisation)
Kühne Behauptungen mit guten Vorsätzen vermischt
Na ja – bleiben wir bei den Fakten. Der Ja! Natürlich Hochlandkaffee wird nach biologischen Kriterien angebaut, dies wird von unabhängigen Prüfstellen bestätigt und mit dem Bio-Zeichen auf der Verpackung signalisiert – das ist eine gute Sache. Was die soziale Komponente betrifft, so werden kühne Behauptungen mit guten Vorsätzen vermischt, man verzichtet auf jegliche objektive Kontrolle und kann natürlich auch kein Gütezeichen vorweisen – was bleibt, ist eine halbe Sache.