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Jeweils ein MicroUSB-, USB-C- sowie Lightning-Ladekabel vor dem Hintergrund einer EU-Flagge.
Das USB-C-Kabel wird in Zukunft das einheitliche Ladekabel für die meisten Kleingeräte in der Europäischen Union. Bild: mundissima/Shutterstock.com

Ein Ladekabel für (fast) alles

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Ab Herbst 2024 wird es ein einheitliches Ladekabel für sämtliche neuen Kleingeräte geben. Grund dafür ist ein neues Gesetz der EU. Erfahren Sie hier, inwiefern Sie davon betroffen sind.

Sie haben unterwegs auf Reisen vermutlich auch immer mehrere Kabel zum Aufladen Ihrer Geräte mit dabei, da diese unterschiedliche ­Anschlüsse haben. Etwa ein USB-C-Kabel für Ihr Smartphone, ein Lightning-Kabel für Ihr Apple iPad und vielleicht sogar noch Ihr Laptop-Kabel. Bei so vielen Geräten sammeln Sie schnell eine Menge an genutzten Ladekabeln. Zusätzlich bekommen Sie beim Neukauf eines dieser Geräte meist wieder ein Kabel mitgeliefert. Ältere Kabel verschwinden dann in einer Ihrer Schubladen. Diesem Kabelsalat möchte die EU nun ein Ende bereiten.

Zwei Jahre Zeit

In einem neuen Gesetz hat das EU-Parlament beschlossen, dass ab Herbst 2024 sämtliche verkauften Klein­geräte einen einheitlichen USB-C-Anschluss zum Aufladen haben müssen. Den Vorschlag hierzu hat die EU-Kommission bereits 2021 eingebracht. Mittlerweile hat auch der ­Europäische Rat der neuen Regelung zugestimmt, sodass diese offiziell beschlossen ist. Demnach haben die Mitgliedsstaaten der EU nun ein Jahr Zeit, die neue Regelung im jeweiligen nationalen Recht umzusetzen. Ein Jahr später müssen die Landesgesetze dann in Kraft treten.

Diverse Kleingeräte betroffen

Konkret wirkt sich der Beschluss im ersten Schritt ab Herbst 2024 auf folgende Geräte aus: Smartphones, Tablets, E-Reader, Kopf- und Ohrhörer, Video- und Digitalkameras, Headsets, tragbare Videospielkonsolen, mobile Lautsprecher, Computertastaturen und -mäuse sowie Navigationsgeräte. Längerfristig wird die neue Regelung auch alle neuen Laptops betreffen. Nachdem es bei diesen Geräten jedoch noch mehr Arten an Anschlüssen für Ladekabel gibt, gewährt die EU den Laptop- Herstellern eine verlängerte Umsetzungsfrist bis Frühjahr 2026.

Mit oder ohne Kabel?

Die neue Regelung soll Ihnen dennoch auch ein kleines Maß an Entscheidungsfreiheit geben, wenn es um das Ladekabel geht. Demnach soll es in ­Zukunft möglich sein, dass Sie Neugeräte nach eigenem Ermessen entweder mit oder ohne enthaltenes Ladekabel kaufen können. Die Verpackungen der Geräte müssen dann jedoch darauf hinweisen, ob ein entsprechendes Kabel enthalten ist oder nicht. Abzuwarten bleibt auch, ob die Hersteller in Zukunft dazu neigen, Geräte und Kabel ­getrennt zu verkaufen, wie es ja heute fallweise schon passiert.

Nachhaltigkeitsaspekt

Von der neuen Regelung erhofft sich die EU große Auswirkungen im Bereich Nachhaltigkeit. Demnach soll durch den Wegfall der verschiedenen Anschlüsse eine große Menge an Ladekabeln eingespart werden. So schätzt die EU-Kommission die durch die Vereinheit­lichung entstehende jährliche Ersparnis an Elektroschrott auf rund 11.000 Tonnen.

Warum USB-C?

Insbesondere in den letzten Jahren hat sich der USB-C-Standard bei den Ladeanschlüssen etabliert. Ein großer Vorteil dieses Kabeltyps ist vor allem die höhere mögliche Ladeleistung (ein entsprechendes Ladegerät vorausgesetzt). So liegt diese bei derzeit gängigen USB-C-Kabeln bei bis zu 100 Watt. Somit können Sie Geräte mit einem USB-C-Anschluss meist schneller aufladen als Geräte mit MicroUSB- oder Lightning-Anschlüssen. Darüber hinaus bietet der USB-C-Standard Ihnen auch höhere Geschwindigkeiten in der Datenübertragung und kann zudem Bild und Ton in Echtzeit übertragen.

Aufpassen beim Kabelkauf

Auch wenn zumindest die Anschlüsse bei den Geräten ident sind, gibt es dennoch unterschiedliche Arten an USB-C-Kabeln. Während manche Kabel ausschließlich dem Aufladen von ­Geräten dienen, können andere auch Daten übertragen. Darüber hinaus können sich USB-C-Kabel sowohl bei der Datenrate als auch beim Ladetempo unterscheiden. Bei der Anschaffung eines Ladekabels sollten Sie daher den Verpackungsaufdruck genau lesen oder im Zweifel eine Fachperson fragen.

Ältere Geräte nicht betroffen

Bis der USB-C-Anschluss wirklich zum Standard wird und ältere Anschlüsse ablöst, wird es noch einige Zeit dauern. Die neue Regelung bezieht sich nämlich ausschließlich auf Neugeräte, die ab Herbst 2024 verkauft werden. Geräte aus der Zeit davor, die sich dann immer noch im Verkauf befinden, dürfen weiterhin im Handel angeboten werden. Und natürlich auch „Altgeräte“ mit MicroUSB- oder Lightning-Anschluss werden ebenfalls weiter mit den dazugehörigen Kabeln in ­Betrieb sein.

Zukunft des Ladens

Neben dem Lade­kabel existieren mittlerweile auch kabellose Möglichkeiten zum Aufladen von Geräten. So können Sie vor allem einige neuere Smartphone-Modelle über drahtlose Ladestationen aufladen. Einheitliche Regelungen oder Standards gibt es hierfür derzeit noch nicht. Diese möchte die EU aber nach Inkrafttreten der neuen Kabelregelung prüfen.

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