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Finger tippt auf ein E-Mail-Symbol
Bild: Tapati-Rinchumrus/Shutterstock

Spam: Glückwunsch, Sie haben gewonnen

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Bestimmt fragen Sie sich nun, was Sie gewonnen haben. Da muss ich Sie leider enttäuschen: Sie sind einfach nur auf meine Spam-Überschrift reingefallen. Erfahren Sie hier, wie Ihnen das bei Ihren E-Mails nicht nochmal passiert.

Unerwünscht im Postfach

Egal ob „Sonderangebote“ aus diversen Online- Shops, ein unverhofftes Erbe von einem amerikanischen Soldaten oder falsche Bankmitteilungen über ein ­Minus auf Ihrem Konto – Spam-E-Mails haben sich in den letzten Jahren vermutlich auch in Ihrem E-Mail-Postfach breitgemacht. In der Regel sind Spam-Mails von den Empfängern nicht ­erwünscht und haben meist einen kommerziellen Hintergrund. Die meisten Absender ­wollen damit ihre Produkte bewerben und/oder durch sie an Geld gelangen.

Verbot mit Ausnahmen

Gesetzlich geregelt sind Werbemails in Österreich im Telekommunikationsgesetz 2021. Laut §174 ist die Zusendung derartiger Mails ohne vorherige Einwilligung der Empfänger verboten. Jedoch gibt es ­einige Ausnahmen: So braucht ein ­Absender Ihre vorherige Einwilligung etwa nicht, wenn er Ihre Kontaktdaten durch einen Kauf oder eine Dienstleistung ­erhalten hat und es sich bei der zu ­versendenden Mail um Werbung für ähnliche Produkte oder Dienstleistungen handelt. Sie müssen als empfangende Person jedoch die Möglichkeit haben, eine Zusendung solcher Mails bereits bei der Datenerhebung und in jeder künftigen Mail des Absenders ­abzulehnen. Grundsätzlich widersprechen können Sie der Zusendung von Werbemails, indem Sie sich in die ECG- Liste des Kommunika­tionsregu­lie­rers RTR eingetragen.

Adressen über Umwege

Auch wenn Sie sehr vorsichtig mit Ihrer E-Mail-Adresse sind und diese nur ­sporadisch im Internet angeben, kann es Ihnen passieren, dass sich Spam-Mails in Ihren Posteingang verirren. Die Absender solcher Mails können mittlerweile über verschiedene Quellen an ­Ihre Mailadresse gelangen. Einerseits arbeiten sie mit Programmen, die E-Mail-Adressen zufällig oder systematisch generieren und Webseiten nach solchen durchsuchen. Andererseits gibt es E-Mail-Adressen auch zur Miete oder zum Kauf über spezielle Adresshändler, die häufig durch Gewinnspiele an Ihre Daten gelangen. Beide dieser ­Wege sind zwar bedenklich, aber ­zumindest aus rechtlicher Sicht durch entsprechende Klauseln umsetzbar.

Vorsicht vor Phishing-Mails

Reguläre Spam-Mails mit Werbung sind für Sie zwar nervig, aber in der Regel kein größerer Grund zur Sorge. Deutlich gefährlicher sind dagegen Phishing-Mails, die zumeist einen kriminellen Hintergrund haben. Mit diesen Mails möchten die Absender an Ihre persönlichen ­Daten gelangen. Besonders begehrt sind in diesem Zusammenhang Ihre ­diversen Zugangs- und Bankdaten. Phishing-Mails erkennen Sie oft an ­falschen Kürzeln im Betreff wie „RE:“ oder „AW:“, mit denen die Absender eine Antwort auf eine bestehende E-Mail fingieren. Vom Inhalt her geben sich die Absender meist als Unternehmen oder Behörde aus und erfinden ­einen Umstand, durch den sie die ­Herausgabe Ihrer Daten erreichen möchten. Besonders bedrohlich sind in diesem Zusammenhang E-Mails mit Anhängen als .exe-Datei, bei denen es sich in der Regel um Schadsoftware handelt. Diese sollten Sie keinesfalls öffnen.

Leicht durchschaubar

Im Normalfall können Sie Spam- und Phishing-­Mails durch einige Anhaltspunkte leicht erkennen. Sehen Sie sich zu Beginn die Absenderadresse an. Sieht diese kryptisch aus oder hat sie eine Endung aus einem Land, mit dem Sie bislang noch keine Berührungspunkte hatten, könnten das erste Indizien für Spam sein. Als nächstes lohnt sich ein Blick auf den ­Inhalt: Passt dieser zum Absender? Denn auch private Mailadressen könnten gehackt worden sein. Schließlich sollten Sie den Inhalt der Mails auf Rechtschreib- und Grammatikfehler prüfen. Wenn etwa häufig Umlaute oder die Höflichkeitsform bei persön­lichen Anreden nicht richtig geschrieben werden, sollten Sie ebenfalls misstrauisch werden.

Maßnahmen gegen Spam

Abschließend gebe ich Ihnen noch ein paar Tipps, wie Sie das Spam-Aufkommen in Ihrem E-Mail-Postfach minimieren ­können. Geben Sie Ihre E-Mail- Adresse bestenfalls nur an Bekannte und Freunde weiter, denen Sie vertrauen. Nutzen Sie für Bestellungen und ­Gewinnspiele eine separate Adresse, bei der Sie Spam weniger stört. Nutzen Sie Zahlen und Sonderzeichen in E-Mail-­Adressen, die es Programmen schwerer machen, Ihre Mailadresse zu rekonstruieren.

Beantworten Sie Spam-Mails nie und leiten Sie diese ebenso wenig an andere ­Personen weiter. ­Trainieren Sie den Spam-Filter Ihres Mailpostfachs, indem Sie alle eingehenden Spam-Mails als solche kennzeichnen. Und falls Spam in Ihrem ­Postfach irgendwann doch überhandnehmen sollte: Starten Sie einen Neu­anfang mit einer neuen E-Mail-­Adresse.

Maximilian Tenschert - Technikredakteur
Bild: VKI

Im KONSUMENT-Magazin und -Blog schreibe ich vorwiegend über Themen aus den Bereichen Digitales und Technik. Die Kolumne nennt sich BITS & BYTES.

Max Tenschert, Redakteur

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