Und wie war Ihr Sommer?
ÖKO.LOGISCH
Mein Sommer war nicht konsequent ökologisch. Er war geprägt von Abwägungen, Ausweichbewegungen und kleinen Widersprüchen.
Wie ist es Ihnen ergangen? Schreiben Sie mir!
Im KONSUMENT-Magazin und -Blog schreibe ich über Themen im weiten Feld der Nachhaltigkeit. Die Kolumne nennt sich ÖKO.LOGISCH.
Markus Stingl, Redakteur
Mein Sommertagebuch ist noch nicht final befüllt. Da es heute in Wien nach rund einem Monat zum ersten Mal geregnet hat, ist es aber ein guter Zeitpunkt um (Zwischen-) Bilanz zu ziehen: Ich teile gerne einige Erlebnisse und Überlegungen mit Ihnen – in der Hoffnung, dass Sie es mir gleichtun!
Was mich im Sommer 2026 umgetrieben hat:
- Im Juni die frühsommerliche Hitzewelle. Oder wie es die Geosphere Austria formuliert: „Eine Hitzewelle für die Rekordbücher.“ Und trotzdem bleibe ich einigermaßen cool. Das liegt aber nicht an meiner inneren Ausgeglichenheit. Mein Seelenheil ist vielmehr untrennbar mit einer Maschine verbunden. Mit einem mobilen Klima-Splitgerät. Im Vorjahr gekauft, im Vorjahr nie verwendet. Da war´s nicht so heiß (erinnern Sie sich?). Dafür heuer umso häufiger im Einsatz. Ich sag‘s, wie’s ist: Klimaanlagen heizen Städte noch mehr auf, ich weiß. Aber ohne hätte ich es nicht gepackt. Genau solche Widersprüche machen die Klimadebatte bisweilen so schwierig.
- Danach zehn tolle Tage in Istrien. Sommer, wie man ihn sich vorstellt. Super Wetter. Sauberes Wasser. Schöne Aussicht.
- Und dann ist da noch der zu häufige Blick auf die Wetter-Apps. Ist nach der Hitzewelle vor der Hitzewelle? Es fällt mir nicht immer leicht, zwischen dem Prüfen von Langzeitprognosen und dem Versuch, im Hier und Jetzt zu bleiben, die Balance zu finden.
- Anfang August, die nächste Hitzewelle ist da. Wieder eine für die Rekordbücher. Ich diesmal: Hitzeflucht aufs Land mit Kind und Kegel. Ich weiß, wie privilegiert das ist. Viele Menschen haben diese Möglichkeit nicht. Sie können nicht einfach die Stadt verlassen oder einige Tage in eine kühlere Wohnung ziehen. Wer in einer aufgeheizten Wohnung lebt, wenig Grün vor der Tür hat oder zeitlich unflexibel ist, trägt die Belastung viel stärker. Hitze ist deshalb auch eine soziale Frage.
- Jetzt ganz aktuell: Vorfreude auf einen kühlen Sommerabschluss in den Bergen. Die letzte Ferienwoche auf der Alm. Nicht nur Energie, sondern Ruhe tanken.
Nun interessiert mich Ihre Bilanz
- Was hat Ihnen durch die heißen Tage geholfen?
- Wo ist Ihnen klimabewusstes Handeln leichtgefallen – und wo weniger?
- Welche Widersprüche haben Sie bei sich selbst bemerkt?
Mich interessiert dabei weniger der perfekte Öko-Sommer als die Frage, wo klimabewusstes Handeln gelungen ist – und wo Alltag, Hitze oder persönliche Grenzen dazwischengekommen sind.
Schreiben Sie mir! Eine Auswahl der Zuschriften werde ich (gegebenenfalls gekürzt) in einer der nächsten KONSUMENT-Ausgaben bzw. hier auf konsument.at veröffentlichen.

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