Der ungarische Verein „Bewusste Verbraucher“ (TVE), eine unserer Partnerorganisationen im Projekt ToxFree LIFE for All (mehr dazu siehe unten) hat zehn Leitungswasser- sowie zehn Proben von abgefülltem Wasser (PET- und Glasflaschen sowie Aluminiumdosen) in einem unabhängigen Labor auf insgesamt 18 Bisphenolverbindungen prüfen lassen – darunter das bekannte Bisphenol A (BPA).
Fürs Erste erfreuliche Ergebnisse
In keiner der Proben konnten Bisphenole nachgewiesen werden. Das heißt, die Konzentration der untersuchten Verbindungen lag stets unter 1 Mikrogramm/Liter und erreichte in keinem Fall den in der EU-Verordnung über die Qualität von Trinkwasser festgelegten Grenzwert von 2,5 Mikrogramm/Liter für BPA.
Neue EU-Trinkwasserrichtlinie
Die überarbeitete EU-Trinkwasserrichtlinie (2020/2184/EU) stärkt EU-weit das risikobasierte Monitoring entlang der gesamten Versorgungskette – von der Quelle bis zum Wasserhahn. Ab 12. Jänner 2026 werden die Kontrollen auf neu auftretende Schadstoffe ausgeweitet, darunter BPA und PFAS-Verbindungen.
Bedenkliche Alternativen
TVE betont jedoch, dass das Problem damit nicht gelöst ist, da Industrie und Handel zunehmend alternative Bisphenole einsetzen, die ähnlich wirken können. Zahlreiche Studien zeigen, dass Bisphenole schon in geringen Mengen hormonelle Prozesse beeinflussen können und damit Gesundheitsrisiken bergen – von Entwicklungsstörungen über Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu erhöhtem Krebsrisiko.
Regulatorische Lücke
Verwendet werden Bisphenole häufig für Polycarbonat-Kunststoffe und Harze. Obwohl BPA zunehmend reguliert wird, gelangen ähnliche Stoffe wie BPS oder BPF als nicht weniger problematischer Ersatz auf den Markt. Fachleute fordern daher eine Regulierung der gesamten Stoffgruppe statt einzelner Substanzen.
ToxFree LIFE for All
Dieses Projekt, gefördert vom EU LIFE-Programm, findet in den Jahren 2023 bis 2026 in Österreich, der Tschechischen Republik, Ungarn, Slowenien und der Slowakei statt.
In drei Testrunden werden ausgewählte Schadstoffe in bestimmten Produkten geprüft. Neben der Information und Bewusstseinsbildung der Konsument:innen sollen die Ergebnisse zu Lobbyarbeit auf lokaler und europäischer Ebene beitragen.
Das Team
Die Partner haben zusammen mehr als 100 Jahre Erfahrung mit Produkttests, in Verbraucherkommunikation und Mobilisierung. Die ungarische Organisation TVE koordiniert das Projekt, weitere Partner sind die Verbraucherorganisationen dTest (Tschechien), ZPS (Slowenien) und die tschechische Organisation ARNIKA, die im Bereich der politischen Arbeit zu Chemikalien tätig ist.
Alle Tests und Hintergrundinformationen
Wir vom VKI leiten das Arbeitspaket zu den Produkttests. Alle unsere bisherigen Veröffentlichungen rund um das Schadstoffthema und jene Chemikalien, denen wir in allen Lebensbereichen begegnen, finden Sie unter vki.at/schadstoffe

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