Im Rahmen einer Testkooperation mit der Stiftung Warentest wurden 14 beutellose Akku-Staubsauger untersucht.
Für den Test wurden Staubsauger zur Reinigung von Teppichen und Hartböden im Haushalt ausgewählt. Berücksichtigt wurden dabei die Varianten Staubbeutel, Staubbox und andere Filtertechnologien. Für die Auswahl waren Marktbedeutung, Neuheit oder spezielle Werbeversprechen – beispielsweise für Tierhaare oder Allergiker:innen – maßgeblich.
Die Prüfmuster wurden zwischen Jänner 2024 und Juli 2025 anonym eingekauft, die Preise wurden im Jänner 2026 von den Anbietern und im (Online-)Fachhandel erhoben.
Testparameter inkl. Gewichtung
- Saugen 45 %
- Handhabung 30 %
- Umwelteigenschaften 15 %
- Haltbarkeit 10 %
- Sicherheit 0 %
- Schadstoffe 0 %
Saugen
Die Saugprüfungen absolvierten die Sauger auf einer automatisierten Prüfeinrichtung. Dabei war der Handgriff der Sauger eingespannt und die Düse wurde von dem Prüfgerät über den Boden gezogen und geschoben. Im Vorfeld wurde genau abgewogen, wie viele Fasern, Staub oder Tierhaare beispielsweise verteilt wurden und wie viel davon anschließend von einem Sauger eingesaugt wurde.
In allen Saugprüfungen stellten die Tester:innen die Sauger so ein, dass sich die Düsen mit einer Kraft von maximal 35 Newton schieben ließen. Das entspricht in etwa der Kraft, die ein Erwachsener beim Staubsaugen größerer Flächen gerade noch als akzeptabel empfindet. Jeder Staubsauger lief also mit einer individuell eingestellten Saugleistung. Wenn dies nicht möglich war, wurde die Düse verstellt oder der Nebenluftsteller geöffnet.
In allen Saugprüfungen wurde ein teilgefüllter Staubbehälter (Beutel oder Staubcontainer) verwendet oder simuliert. Dies wurde erreicht, indem der Staubbehälter in kleinen Schritten so lange beladen wurde, bis ein Unterdruck von 60 Prozent des maximalen Unterdruckwerts erreicht war. Von dieser Staubmenge entsprachen 40 Prozent der teilgefüllten Beladung. Die Boden-Saugprüfungen wurden mit der Hauptbodendüse (Elektrobürste) durchgeführt, die in der Regel für Teppich- und Hartböden geeignet ist.
Staubaufnahme von Teppichboden und Hartboden sowie Saugen von Ecken und Kanten und Ritzen. Die Testexpert:innen maßen die Staubaufnahme der Staubsauger in Anlehnung an die Norm DIN EN 60312: Beim Hartboden wurden zwei Versuche mit einem Vorwärts- und zwei Versuche mit einem Rückwärtsstrich begonnen. Damit alle Staubsauger im Test die gleichen Bedingungen hatten, wurde genormter Prüfstaub verwendet. Zum Einsatz kamen künstliche Prüfstäube, die hinsichtlich ihrer Charakteristik realem Hausstaub entsprechen. Die Staubaufnahme vom Wilton-Teppichboden wurde von den Testern auf die Saugergebnisse eines Referenzsaugers bezogen.
Faseraufnahme von Teppichboden und Polster. Dabei wurden die Zeit, die für die Aufnahme der Fasern benötigt wird, sowie die Reinigungszeit der Düse bewertet. Für die Prüfung der Faseraufnahme von Polstern wurde eine Polsterdüse oder ein anderes geeignetes Zubehörteil verwendet.
Grobgutaufnahme von Teppichboden und Hartboden. Die Grobgutaufnahme erfolgte in Anlehnung an DIN EN 60312. Eine Mischung aus gleichen Massenanteilen von Reis und Linsen wurde aufgesaugt, wobei zwei Versuche mit einem Vorwärts- und zwei Versuche mit einem Rückwärtsstrich begonnen wurden.
Tierhaaraufnahme von Teppichboden. Diese Prüfung erfolgte in Anlehnung an DIN EN 60312. Aufgesaugt wurde eine homogene Mischung aus Hunde- und Katzenhaaren unterschiedlicher Rassen.
Akkulaufzeit. Die Akkulaufzeit wurde an vollgeladenen Akkus ermittelt. Dabei wurden die mitgelieferten Wechselakkus berücksichtigt. Der Staubsauger wurde jeweils auf Hartboden und auf Teppich positioniert. Im Boden befand sich ein Loch, um den Unterdruck zu messen. Aus dem gemessenen Unterdruck über der Zeit wurde die Laufzeit berechnet. Die Staubsauger waren dabei so eingestellt, dass sie sich mit einer Kraft von maximal 35 Newton schieben ließen.
Handhabung
Fünf Fachleute führten einen Alltagstest durch: Sie beurteilten die Bedienungsanleitung, die Montage und Demontage der Geräte sowie Griffe, Schalter und Anzeigen. Außerdem beurteilten sie das Aufbewahren und Tragen der Geräte.
Weitere Prüfpunkte: Wie gut ließen sich Teppich- und Hartböden, Treppen und Polster saugen? Wie einfach war es, die Düsen zu reinigen, den Staubbeutel und den Filter zu wechseln oder die Staubbox zu entleeren und zu reinigen? Bewertet wurde auch das Saugen von Semmelbröseln vom Teppichboden und von Kaffeepulver vom Hartboden.
Zudem wurde geprüft, wie einfach der Umbau zum Kleinsauger gelang und wie gut sich damit saugen ließ. Die Tester:innen bewerteten auch, wie gut sich die Staubsauger auf Teppichboden und Hartboden manövrieren lassen und wie gut man damit unter Möbeln saugen kann. In diesen Prüfungen war der Sauger so eingestellt, dass sich die Düse mit maximal 35 Newton schieben ließ. Der Akkuwechsel und die Ladezeit werden beurteilt.
Umwelteigenschaften
Staubrückhaltevermögen. Die Tester:innen verglichen den Staubgehalt in der Zu- und Abluft, um den Abscheidegrad zu ermitteln. Je mehr Staub im Filtersystem zurückblieb, desto höher war der Abscheidegrad.
Geräuschentwicklung auf Teppichboden und Hartboden. Die Expert:innen ermittelten die Schallleistung in Anlehnung an die Norm DIN EN 60704–2–1. Dabei musste das Gerät jeweils auf Teppichboden und auf Hartboden saugen. Auch in dieser Prüfung war der Sauger so eingestellt, dass die Schiebekraft maximal 35 Newton betrug.
Stromverbrauch. Während der Staubaufnahmeprüfung ermittelten die Tester:innen auch, wie viel Energie der Staubsauger auf Wilton-Teppichboden und Hartboden verbrauchte. Das Ergebnis bezieht sich jeweils auf zehn Quadratmeter. Außerdem wurden die Erhaltungsladung und der Standby-Verbrauch des Ladegeräts bewertet.
Wechselbarkeit des Akkus. Zusätzlich wurde geprüft, ob ein Wechsel des Akkus im Falle eines Defekts durch die Nutzer:innen oder einen Fachbetrieb möglich ist.
Haltbarkeit
Motordauerprüfung. Der Dauertest lief bei Akku-Staubsaugern über 70 Stunden reine Betriebszeit. Pausen fürs Aufladen und Abkühlen waren in den 70 Stunden nicht inbegriffen.
Stoßprüfung. Bei der Stoßprüfung wurden die Handstaubsauger auf einem Prüfstand über einen Teppich mit Unebenheiten geschoben – insgesamt 75 Stunden lang mit Unterbrechungen.
Laufzeitverlust des Akkus. Über die Dauer der Motordauerprüfung wurde der Laufzeitverlust der Akkus bewertet. Dazu wurde die durchschnittliche Laufzeit zu Beginn und am Ende der Prüfung ermittelt. Aus der Differenz ergab sich der Laufzeitverlust.
Sicherheit
Die Prüfer:innen beurteilten, ob die Geräte wichtigen elektrischen Sicherheitsvorschriften genügen. In Anlehnung an DIN EN 60335 kontrollierten sie die elektrische Sicherheit der Staubsauger sowie der Ladegeräte und -stationen. Zudem prüften sie, ob sich Nutzer:innen an scharfen Kanten und Spitzen verletzen können und ob sie sich beim Beutel- und Filterwechsel bzw. beim Entleeren der Staubbox die Finger einklemmen können.
Schadstoffe
Die Griffe oder andere Teile, die länger berührt werden, wurden auf den Gehalt polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) in Anlehnung an die GS-Spezifikation AfPS GS 2019:01 PAK untersucht. Es wurden 15 PAK bestimmt. Weiterhin wurden die Griffe auf den Gehalt an Phthalat-Weichmachern und kurzkettigen Chlorparaffinen (SCCP) untersucht (nach der Extraktionsanalyse mit GC/MS).
Abwertungen
Abwertungen bewirken, dass sich gravierende Produktmängel stärker auf das Testurteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einer Fußnote gekennzeichnet. Sind die Urteile gleich oder nur geringfügig schlechter als die beschriebenen Notenschwellen, haben sie nur geringe negative Auswirkungen. Je schlechter die Urteile ausfallen, desto stärker ist der jeweilige Abwertungseffekt.
Folgende Abwertungen wurden eingesetzt:
- Ab dem Urteil „gut“ fürs Saugen wurde das Testurteil abgewertet.
- Lautete das Urteil Saugen „nicht zufriedenstellend“, konnte das Testurteil nicht besser sein.
- Ab der Note „weniger zufriedenstellend” für die Staubaufnahme vom Teppich- oder Hartboden sowie ab der Note „nicht zufriedenstellend” für die Grobgutaufnahme vom Teppich- oder Hartboden, die Faseraufnahme vom Teppichboden oder Polster, die Tierhaaraufnahme vom Teppichboden sowie für Ritzen, Ecken und Kanten wurde das Urteil Saugen abgewertet.
- Ab dem Urteil „weniger zufriedenstellend“ für die Umwelteigenschaften wurde das Testurteil abgewertet.
- Ab der Note „durchschnittlich“ für das Staubrückhaltevermögen, das Geräusch auf Teppich- oder Hartboden sowie für den Stromverbrauch wurde das Urteil Umwelteigenschaften abgewertet.
- Lautete das Urteil Wechselbarkeit des Akkus „nicht zufriedenstellend“, wurde das Urteil Umwelteigenschaften abgewertet.
- Ab dem Urteil „durchschnittlich“ für die Haltbarkeit wurde das Testurteil abgewertet. Lautete das Urteil Haltbarkeit „nicht zufriedenstellend“, konnte das Testurteil nicht besser sein.
- Ab der Note „gut” in der Motordauerprüfung, in der Stoßprüfung sowie für den Laufzeitverlust des Akkus wurde das Urteil Haltbarkeit abgewertet.
- Ab dem Urteil „weniger zufriedenstellend“ für Sicherheit wurde das Testurteil abgewertet. Lautete das Urteil Sicherheit „nicht zufriedenstellend“, konnte das Testurteil nicht besser sein.
- Ab dem Urteil „weniger zufriedenstellend“ für Schadstoffe wurde das Testurteil abgewertet. Lautete das Urteil Schadstoffe „nicht zufriedenstellend“, konnte das Testurteil nicht besser sein.
Kommentieren
Sie können den Text nach dem Abschicken nicht nachträglich bearbeiten, Länge: maximal 3000 Zeichen. Bitte beachten Sie auch unsere Netiquette-Regeln.
Neue Kommentare können nur von angemeldeten Benutzern veröffentlicht werden.
Anmelden0 Kommentare