Beratung bei Mobilfunkanbietern Beratung bei Mobilfunkanbietern im Test Bild: NicoElNino/Shutterstock

Tarifberatung bei Mobilfunkanbietern - Positiver Gesamteindruck

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Die Kundenfreundlichkeit der Mobilfunkanbieter ist generell nicht schlecht. Diskonter schneiden sogar besser ab als die Platzhirsche.

In unserem Produktfinder sehen Sie die Angebote folgende Diskonter:

  • A1 - www.a1.net
  • eety -  www.eety.com
  • Drei - www.drei.at
  • georg - www.georg.at
  • Hot - www.hot.at
  • Magenta - www.magenta.at
  • redbull-mobile - www.redbullmobile.at
  • s-budget - www.spar.at
  • Spusu - www.spusu.at
  • yesss - www.yess.at

Im Produktfinder sehen Sie: Testurteil, Qualität der Tarifberatung (Telefon, E-Mail/Chat/Internet), Qualität des Vertragsabschlusses sowie der Informationen auf der jeweiligen Homepage).

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Test: Beratungsqualität 

Es gibt in Österreich nur drei Mobilfunknetze, aber die Vielzahl von Anbietern wird zunehmend unübersichtlich. Laut Regulierungs­behörde RTR tummeln sich 38 Firmen auf dem Markt, die sich entweder in einem der drei Netze einmieten oder mit dem jewei­ligen Betreiber direkt verbunden sind bzw. mit ihm kooperieren. Doch was unterscheidet die Anbieter eigentlich – vor allem, was die Qualität von Beratung und Information betrifft?

A1, Magenta, Drei und 7 Diskonter

Wir haben zehn Unternehmen ausgewählt – neben den Netzbetreibern A1, Magenta und Drei noch sieben Diskontanbieter entsprechend ihrer Marktbedeutung, darunter HoT und spusu.

Im Zentrum des vorliegenden Tests stand die Frage, wie jemand, der sich für einen Mobilfunkanschluss interessiert, von den verschiedenen Bewerbern beraten wird. Dazu wählten wir zwei Testszenarien aus, die aus Sicht des Konsumentenschutzes ­besonders sensibel sind: Es ging um den geeigneten Tarif für einen Minderjährigen und für eine Seniorin.

Telefon-Hotline oder Online-Anfrage

Zunächst galt es, zu klären, welche Möglichkeiten der Kontaktaufnahme geboten werden. Infrage kommen ja Telefon-Hotlines oder Online-Anfragen – üblicherweise per E-Mail, immer mehr Unternehmen bieten aber auch die Möglichkeit eines Chats im Internet an.

Test-Szenario 1: Jugendlicher

Kontakt auf Sparflamme

Und da kam es bereits zur ersten Über­raschung. Beim Netzbetreiber Magenta ist eine Kontaktaufnahme für Neukunden übers Internet schlicht nicht möglich. Auf der Magenta-Homepage gibt es zwar FAQ zu verschiedenen Bereichen, es findet sich aber keine E-Mail-Adresse und kein Hinweis zu einem Kontaktformular; die einzige Möglichkeit ist ein Anruf bei der Hotline. Die beiden anderen Netzbetreiber erweisen sich da als weit kommunikativer: Dort wird auch eine Chat-Funktion angeboten; sie sind die Ein­zigen im Test, die diese schnelle und unkomplizierte Kontaktaufnahme ermöglichen.

Kaum Wartezeiten per Chat und Telefon, Mailanfragen dauern länger

Nicht ganz unwichtig ist die Geschwindigkeit, mit der man zu den Informationen kommt. Am Telefon oder per Chat gab es kaum Wartezeiten. Offenkundig wird nicht gespart, wenn es gilt, neue Kunden zu gewinnen (ob es ebenso schnell geht, wenn man als bestehender Kunde ein Problem hat, werden wir in einem Folgetest erheben). Auf eine längere Wartezeit muss man üblicherweise bei einer Anfrage per E-Mail gefasst sein. Aber da hat sich in der letzten Zeit offensichtlich etwas getan.

Bei unserem Test vor drei Jahren (Tarifberatung Mobilfunkanbieter - Mehr Details, bitte!) dauerte es noch vier bis fünf Tage, bis die Antwort eintrudelte – konkret zwischen ­Erstanfrage und Beantwortung der wichtigsten Fragen. Diesmal kamen die Antwort-Mails in der Regel bereits nach wenigen Stunden herein. Einzige unrühmliche Ausnahme: redbull-mobile hat auf eine Mail-Anfrage überhaupt nicht reagiert. Dieser Service verleiht sichtlich keine Flügel.

Szenario 1: Jugendlicher

Nun aber zur Qualität der Beratung. Im ­ersten Szenario (Jugendlicher) gab die Testperson an, sie sei auf der Suche nach einem geeigneten Vertrag für den 14-jährigen Sohn. Dieser habe noch wenig Erfahrung mit der Nutzung eines Smartphones, daher habe man keine klaren Vorstellungen, wie viele Minuten, SMS oder welche Datenmenge benötigt würden. Der Tester erwähnte, dass der Zögling nächstes Jahr ein Auslandssemester in Spanien absolvieren werde. Damit war klar, man erwartete sich korrekte Angaben zum Thema Roaming und Fair Use im EU-Ausland. Also Infos ­dazu, worauf man achten muss, um etwa bei der Datenübertragung keine bösen Überraschungen zu erleben – sei es, weil die Kosten in die Höhe schnalzen, oder dass man gesperrt wird, weil das Datenlimit überschritten wurde.

Faire Tarife

Das klappte erfreulicherweise ganz gut. Fast alle Beraterinnen und Berater gingen auf das Nutzungsverhalten von Jugend­lichen ein. Obwohl sich unsere Tester unwissend stellten, wussten die Berater Abhilfe – sie bezogen sich auf Erfahrungswerte: Das Datenvolumen ist in aller Regel wichtiger als die Freiminuten (oder freie SMS). So wurden meist faire Tarife angeboten.

Günstigere „SIM-only-Tarife“ im Angebot

Weder die Premiumanbieter noch die Diskonter schienen Angebote mit Handy zu forcieren. Bei den Diskontern war dies ­weniger verwunderlich, da sie ja meist mit Niedrigtarifen werben. Aber auch bei den drei großen Betreibern, die sehr wohl Tarife mit Handy im Angebot haben, spielten Endgeräte eine untergeordnete Rolle. Alle ­Berater boten von sich aus die günstigeren „SIM-only-Tarife“ an (also Tarife, bei denen man kein Handy, sondern nur die SIM-Card erhält). Wir wurden sogar darauf hinge­wiesen, dass bestimmte Smartphones auf dem freien Markt günstiger zu haben seien. Erstaunlich, aber vielleicht haben die Verantwortlichen einmal nachgerechnet und erkannt, dass die Hauptprofiteure der ­„Handysubventionierung“ die Handyhersteller sind. Ebenfalls im Sinne der Konsumenten ist die Tatsache, dass die Anbieter auf kurze bzw. keine Bindungsfristen setzen.

Infos über Roaming und Fair Use

Bezüglich Roaming und Fair Use bekamen wir bei den Premium-Anbietern die besseren Infos. Offensichtlich sind die Berater von A1, Magenta und Drei in diesem Bereich besser geschult. Sie sprachen das ­Thema Auslandssemester gezielt an und klärten uns über die Feinheiten von Roaming und Fair Use auf. Bei den Diskontern war dies zunächst kein Thema; erst auf Nachfrage gingen die Berater mehr oder weniger ausführlich darauf ein.

Test-Szenario 2: Seniorin

Szenario 2: Seniorin

Etwas leichter hatten es die Getesteten beim zweiten Szenario: Die Testpersonen gaben an, einen passenden Tarif für die 77-jährige Mutter zu suchen. Sie werde das Handy hauptsächlich zum Telefonieren ­benutzen, SMS und Internet spielten eine untergeordnete Rolle. Auch hier zeigten sich die Berater gerüstet. Sie wussten über die spezifischen Anforderungen von Senioren gut Bescheid. Die Beratung konnte generell noch etwas höher bewertet werden als im Fall des Jugendlichen.

Insgesamt kann man mit der Beratungsqualität recht zufrieden sein, wobei die Auskünfte übers Internet meist etwas besser waren als über die Hotline. Am Telefon lagen vor allem HoT, s-budget und eety ­voran, was in erster Linie auf die gute und ausführliche Erklärung der Tarife zurück­zuführen ist. Per E-Mail konnten die Auskünfte von HoT, spusu und s-budget als sehr gut bewertet werden. Positiv auch die Erfahrungen mit der Chat-Funktion von A1 und Drei. Das ging nicht nur schnell, auch die Qualität der Auskünfte war tadellos.

Gesamteindruck positiv

Die Tarife, die uns die Anbieter empfahlen, wurden in einem zweiten Schritt auch tatsächlich gewählt. Da gab es überhaupt nichts zu meckern. Bei allen zehn Getesteten war ein Online-Abschluss ohne Hürden oder Fallen möglich. Die Registrierung erfolgt über den eigenen Bankzugang, nach ein bis zwei Tagen waren die SIM-Karten zugestellt. Auch bei der Aktivierung der SIM-Karten gab es keine Probleme.

Unterschiede bei den AGB

Die Informationen auf der Homepage gaben ebenfalls keinen Anlass zu Beanstandungen. Sie sind gut und übersichtlich aufbereitet und leicht verständlich. Überall findet man FAQ und natürlich auch das Impressum. Große Unterschiede gibt es dagegen bei den Geschäftsbedingungen (AGB). In vielen Fällen ist die Schrift zu klein oder sie sind unübersichtlich strukturiert. Besonders zu kritisieren sind hier Magenta, georg und s-budget. Dass es auch anders geht, beweisen vor allem A1 und redbull-mobile.

Diskonter haben die Nase vorn

Beim Gesamturteil mussten die Premium­anbieter den meisten Diskontern den Vortritt lassen. Guter Service ist offensichtlich auch bei niedrigen Tarifen möglich. Besonders das vergleichsweise bescheidene ­Abschneiden von Magenta ist ein Armutszeugnis für die Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom – dem größten Telekommunikationsunternehmen Europas. Aus unserem letzten Test war Magenta noch als Sieger hervorgegangen.

Alle Testergebnisse: Tarifberatung bei Mobilfunkanbietern 12/2021

Klicken Sie auf den Link. Er führt Sie zur Tabelle.

Filtern, vergleichen, sortieren, ausdrucken: In unserem Produktfinder stellen wir Ihnen Testergebnisse von 10 Anbietern zur Verfügung (Stand 12/2021).

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Zur Testtabelle

VKI-Tipps

  • Bewusst. Gehen Sie nicht unvorbereitet in ein Beratungsgespräch. Sie sollten sich darüber klar sein, wie Sie das Handy zu nutzen beabsichtigen. Verschaffen Sie sich einen ersten Überblick über Tarife und Zusatzkosten. Vergleichen Sie die Gerätepreise der Anbieter mit denen auf dem freien Markt.
  • Vorinformiert. Fordern Sie vor dem Gespräch die Vertragsbedingungen an und lesen Sie sie durch.
  • Schneller. Nutzen Sie Chat-Funktionen oder Hotlines. Auf eine E-Mail-Beantwortung warten Sie möglicherweise lange oder gar vergeblich.

Mehr zum Thema

Demnächst auf www.konsument.at: Durchblick im Tarifdschungel der Mobilfunkanbieter sowie ein Test über die Servicequalität für Bestandskunden.

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