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Menstruations-Produkte - Tampon oder Tasse?

Ob man lieber Tassen oder Tampons benutzt, ist eine Grundsatzentscheidung. Im Test schnitten beide Systeme etwa gleich gut ab.

Folgende Menstruationstassen finden Sie im Test:

  • Always cup Menstruationstasse Mittelstarke Periode
  • Einhorn Papperlacup Menstruations-Tasse Klein
  • Fair Squared Period Cup Size M Medium
  • Lunette Menstruationstasse Model 1
  • Merula menstrual cup strawberry One Size
  • Müller Duchesse Menstruationstasse Medium
  • Organicup Menstruationstasse A
  • Selenacare Menstruationstasse Medium
  • t.o.c. menstruationstasse Medium

Nachfolgende Tampons finden Sie im Test:

  • Cosmea Bio Tampons
  • Cotton Organyc Tampons
  • dm Jessa Tampons
  • Einhorn Tam Tam Pan Tampons
  • Lidl Siempre Tampons
  • Müller Duchesse Tampons
  • Natracare Organic cotton Tampons
  • o.b. Compact Applicator
  • o.b. ProComfort Tampons
  • The female Company Bio-Tampons

In unseren Testtabellen finden Sie folgende Infos und Bewertungen: 
Menstruationstassen: Produktmerkmale/Zubehör(Länge inkl. Stiel, Durchmesser, Fassungsvermögen), Anwendung (Tragekomfort, Sicherheit des Aufnahmevermögens, Handhabung, Reinigung, Schadstoffe, Kennzeichnung, Preis; 

Tampons: Inhaltsmenge pro Packung, ausgelobtes Aufnahmevermögen, Anwendung (Tragekomfort, Beurteilung der Sicherheit und des Aufnahmevermögens), Handhabung (Einsetzen, Entfernen, Öffnen der Kunststoffhülle, Lösen des Rückholfädchens), Abfasern und Stabilität des Rückholfadens, Schadstoffe, Mikrobiologische Stoffe, Kennzeichnung, Preis; 

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.

9 Menstruationstassen, 10 Tampons im Test

Richtig populär wurde sie zwar erst vor ­einigen Jahren, aber die Menstruationstasse zum Einführen ist fast genauso alt wie der Tampon. Beide wurden in den 1930er- Jahren in den USA erfunden. Doch funktionieren die am Markt erhältlichen Tassen genau so gut wie die Tampons, lassen sie sich leicht anwenden, und wie steht es um die Schadstoffbelastung?

Unsere Kolleginnen und Kollegen von der Stiftung Warentest sind dem nachgegangen und haben neun Menstruationstassen gegen zehn Tampons antreten lassen. Ergebnis: Sowohl auf Tampons wie auch auf Tassen ist Verlass. Bis auf eine Menstruationstasse schnitten alle Produkte mit "gut" ab. Alle Produkte wurden von mindestens 20 Frauen überprüft und beurteilt.

Material, Haltbarkeit, Umweltbelastung

Unter den Tassen konnte der Menstrual Cup Strawberry von Merula konnte, was Tragekomfort, Einführen und Entfernen anbelangt, nicht wirklich überzeugen und bekam deshalb nur ein „durchschnittlich“ als Gesamtnote.

Keine Schadstoffe

Die Testerinnen fühlten sich mit jeder Tasse sicher, ebenso mit fast allen Tampons. Nur zwei Bio-Tampons konnten in den Punkten Sicherheit und Aufnahmevermögen nicht ganz überzeugen. In keinem Produkt wurden Pestizide, Schwermetalle, Aufheller, Formaldehyd oder Weichmacher gefunden. Die besten Tampons im Test sind die o.b. ProComfort. Sie liegen in Anwendung und Handhabung vorn. Ein Tampon der Stärke „normal“ sollte neun bis zwölf Milliliter Blut aufsaugen ­können. Im Labor schafften das auch fast alle Produkte. Nur die Bio-Tampons von The female Company scheiterten knapp. Bei den Menstruationstassen haben die eher teuren Produkte die Nase vorn. Papperlacup von Einhorn und das Modell von Fair Squared liegen gleichauf an der Spitze. Deutlich günstiger ist die drittplatzierte Duchesse Menstruationstasse von Müller.

Haltbarkeit liegt zwischen 8 Monaten und 10 Jahren

Eine der Fragen, die im Zusammenhang mit Menstruationstassen immer wieder gestellt werden, ist, wie lange sie verwendet werden können, bevor sie entsorgt werden müssen. Sie halten acht Monate bis zehn Jahre, sagen die Anbieter. Die maximale Trage­dauer beträgt dabei zwölf Stunden, bei Tampons werden nur acht empfohlen. Wird die Tasse oder der Tampon zu lange getragen, können sich giftige Ausscheidungsstoffe ­absondernde Staphylokokken vermehren.

Durch Verletzungen in der Vaginawand können die Bakterien auch in die Blutbahn gelangen und in seltenen Fällen das Toxische Schocksyndrom (TSS) auslösen. Wer kleine Tampongrößen wählt und Verletzungen durch trockene Tampons oder drückende Tassen vermeidet, beugt TSS vor. Wer mit einer Spirale verhütet, sollte auf die Mens­truationstasse besser verzichten. Der Faden der Spirale kann beim Entfernen der Tasse leicht mit erfasst und diese dadurch mit herausgezogen werden.

Bio-Tampons

Ein anderer Aspekt betrifft die Ökobilanz von Menstruationsprodukten. Sie verbrauchen nämlich Unmengen an Ressourcen. Der Saugkern herkömmlicher Tampons besteht aus Viskose, die aus Hölzern gewonnen wird. Fünf der getesteten Produkte tragen PEFC- bzw. FSC-Siegel, die hier eine nach­haltige Forstwirtschaft attestieren. Die Baumwolle in diesen Produkten wurde den Angaben der Hersteller zufolge nach den Kriterien des Textil-Standards GOTS produziert. GOTS verlangt hohen Umweltschutz in der Lieferkette, zertifizierte Produkte müssen zu mindestens 70 Prozent aus Bio- Fasern bestehen. Bio-Baumwolle muss frei von Pestiziden sein, Gentechnik ist tabu. Der Anbau von Baumwolle verbraucht allerdings prinzipiell sehr viel Wasser.

Tassen aus Silikon, eine aus Kautschuk

Menstruationstassen werden meist aus vielfach gereinigtem Silikon hergestellt. Acht der Tassen im Test bestehen daraus. Ausgangsmaterial für das Silikon ist Sili­ziumdioxid aus Quarz. Es wird gefärbt, ­geformt und im Ofen gebacken. Dieser ­Prozess benötigt viel Energie. Einzig der Anbieter Fair Squared setzt auf Kautschuk, der aus dem Saft des Kautschukbaums ­gewonnen wird. Fair Squared legte ein Zertifikat des Vereins Fair Rubber vor, wonach der Kautschuk fair gehandelt wird.

Ökobilanzen

Ökobilanzen werden, so überhaupt vorhanden, meist von den Herstellern selbst in Auftrag gegeben. Dabei werden die Umwelt­auswirkungen von Produkten verglichen – von Rohstoffen über Einzelkomponenten bis zu Einkauf, Nutzung, Entsorgung. Die Ergebnisse sind allerdings widersprüchlich. Unabhängigen Forschern zufolge kommen die überwiegend aus Kunststoff bestehenden Einweg-Binden am schlechtesten weg. Besser seien Tampons, vor allem solche ­ohne Applikator. Bei Tassen falle besonders die Rohstoffgewinnung und die Reinigung ins Gewicht. Über Jahre betrachtet belas­teten Menstruationstassen die Umwelt ­jedoch am wenigsten.

Testtabelle: Menstruationstassen

Testtabelle: Tampons

VKI-Tipps

Tragedauer

Tampons sollten nicht länger als acht Stunden getragen werden. Bei einer akuten Infektion der Vagina durch Pilze oder Bakterien raten Experten zum Verzicht auf Tampons.

Entfernen

Es reicht, am Rückholfaden des Tampons zu ziehen und ihn im Restmüll zu entsorgen. Im Körper verloren gehen kann ein Tampon nicht, dazu ist der Muttermund zu klein. Findet man ihn nicht wieder, sollte man vorsichtshalber eine Ärztin bzw. einen Arzt aufsuchen.

Größe finden

Menstruationstassen gibt es oft in zwei bis vier Größen, für junge ­Personen bis zu jenen, die vaginal entbunden haben. Informationen auf Packungen und Herstellerwebseiten helfen weiter.

Einführen

Vor dem Einführen wird die Tasse gefaltet, in der Vagina lässt man den Cup aufploppen. Er sollte nicht am Muttermund anstoßen, der Stiel sollte nicht aus der Scheide ragen.

Regelmäßig leeren

Ärzte raten, die Tasse alle acht Stunden zu leeren. Zum Entfernen mit einem Finger gegen den Rand drücken, um den Unterdruck zu lösen, dann am Stiel ziehen. Leeren und auswaschen.

Testkriterien

Die Stiftung Warentest hat 10 Tampons der Saugstärke „normal“ oder „regular“, darunter ein Produkt mit Applikator, sowie 9 Menstruationstassen (vorzugsweise der Größe M oder, falls nicht vorhanden, einer analogen Größe) getestet.

Anwendung

Jedes Produkt wurde von mindestens 20 Anwenderinnen genutzt, die über Vorerfahrung verfügen. Im Test verwendeten sie entweder Tampons oder Tassen. Passte die mittlere Größe nicht, stand es den Probandinnen frei, nach eigenem Ermessen auch eine größere Tassenform zu wählen. Alle Produkte wurden pseudonymisiert und in zufälliger Reihenfolge ausgegeben. Die Frauen beurteilten sie auf einer fünfstufigen Skala nach Tragekomfort, Sitz nach dem Einführen, Tragegefühl beim Sport, beim Toilettengang, Sicherheit und Aufnahmevermögen, für Tassen zusätzlich nach Dichtheit, Aufnahmekapazität, Passform.

Handhabung

Die Anwenderinnen prüften, wie sich die Produkte einführen und entfernen lassen. Sie prüften ebenso wie drei Experten, wie sie sich reinigen lassen (Menstruationstassen). Für Tampons prüften Anwenderinnen und Experten, wie sich die Kunststoffhülle entfernen und das Rückholfädchen lösen lässt. Für alle Produkte prüften sie Gebrauchsinformation und Anwendungshinweise auf Verständlichkeit und Schriftgröße – die Experten prüften darüber hinaus auf Lesbarkeit, Übersichtlichkeit, Anwendungsbeschreibungen und auf Hinweise zu Hygiene, maximaler Tragedauer und Handhabungsfehlern.

Abfasern und Stabilität des Rückholfadens (Tampons)

Ermittelt wurde die Reißfestigkeit des Fadens mit einem Zugtestgerät. Fünf Prüfer beurteilten das Abfasern des Tampons. Kein Produkt war auffällig.

Schadstoffe

Tampons wurden unter anderem auf Formaldehyd, Glyoxal, Arsen, Schwermetalle, Pestizide, Glyphosat unde optische Aufheller getestet. Tassen wurden unter anderem auf Weichmacher, Cyclosiloxane, Blei, Kadmium, Farblässigkeit, Tassen aus Kautschuk auch auf lösliche Proteine untersucht.

Mikrobiologische Qualität

Für Tampons wurde die Gesamtkeimzahl ermittelt. Wurde der zulässige Wert überschritten, so wurde das Produkt auf krank machende Keime getestet. Es wurden keine krank machenden Keime gefunden.

Kennzeichnung

Die Produkte wurden auf Warnhinweise zum Toxischen Schocksyndrom sowie auf Hinweise zur Anwendung und Entsorgung geprüft. Bei Tampons wurde geprüft, ob die Tropfenangabe den Vorschriften des Herstellerverbandes Edana entsprach. Dazu wurde im Labor mit einer künstlichen Vagina, der Syngina, ihr Aufnahmevermögen ermittelt.

Mehr zum Thema

Bereits vor drei Jahren haben wir Menstruationstassen getestet, auch damals mit insgesamt erfreulichem Resultat (Menstruationscups - Tasse statt Tampon?). 

Testplakette

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