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Kaffeefilter: Korrektur und Entschuldigung - Keine überhöhten Bleiwerte

In KONSUMENT 1/2021 haben wir einen Test von Kaffeefiltern veröffentlicht. In einem wesentlichen Punkt waren die Ergebnisse leider falsch.

Internationaler Test

Die Ergebnisse stammten aus einer von mehreren Organisationen gemeinsam durchgeführten Untersuchung. Die bei einigen Produkten festgestellten hohen Bleiwerte waren von Beginn des Projekts an auffällig. Das beauftragte – akkreditierte – Labor wurde mehrmals auf diesen Umstand hingewiesen, blieb bei sämtlichen diesbezüglicher Rückfragen bei dieser Darstellung und bekräftigte die Ergebnisse.

Abermalige Überprüfung

Einige Hersteller übermittelten uns Gutachten, die weitere Zweifel an der Richtigkeit der Ergebnisse aufkommen ließen.  Wir beauftragten ein weiteres Labor, das ebenfalls keine überhöhten Bleiwerte feststellte. Damit konfrontiert, räumte das ursprünglich beauftragte Labor schließlich ein, dass deren Gutachten durch einen Umrechnungsfehler falsche Aussagen geliefert hatte.

Falsches Ergebnis

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Hersteller bei für sie unangenehmen Testergebnissen mit Maßnahmen bis hin zu Klagen drohen. Solche Auseinandersetzungen gehören zu unserer Arbeit. Aber Fakt ist: Die von uns veröffentlichten Urteile hinsichtlich des Bleigehalts waren falsch. Das ist für ein Testmagazin ein fataler Fehler, der das Vertrauen von Herstellern und unseren Leserinnen und Lesern in unsere Tests erschüttern kann.

Konsequenzen

Deshalb muss es Konsequenzen geben. Die Zusammenarbeit mit dem betreffenden Labor ist per sofort beendet, keine der an diesem Test beteiligten Konsumentenorganisationen wird diese Prüfstelle wieder beauftragen. Wir entschuldigen uns für die fehlerhaften Testergebnisse und veröffentlichen im Folgenden den korrigierten TEST Kaffeefilter.

TEST Kaffeefilter: korrigierte NEUFASSUNG

TEST Kaffeefilter.: Fast alle Papiertüten sind sehr gut oder gut. Auch der Marktführer befindet sich mit seinen Produkten darunter. Nur ein Filter musste mit durchschnittlich bewertet werden.

Kaffee ist seit Jahrzehnten das unangefochtene Lieblingsgetränk der Österreicherinnen und Österreicher. 162 Liter im Jahr trinkt jeder im Schnitt. Vollautomaten, elektrische Espresso- und Kapselmaschinen liegen zwar im Trend. Aber auch die Filterkaffeemaschine wird wieder öfters zum Aufbrühen verwendet. Denn auch wenn diese Geräte kaum noch gekauft werden, besitzt doch ein knappes Drittel der Österreicher eine elektrische Kaffeemaschine mit Papier oder Dauerfilter.

Testkandidaten

Wir haben 14 Kaffeefilter der Größe 4 aus Papier mit Preisen von 46 Cent bis 2,86 Euro pro 100 Stück einem umfassenden Test unterzogen. Darunter finden sich drei unterschiedliche Modelle des Marktführers Melitta und viele Eigenmarken. Untersucht und bewertet wurden die Kategorien Nassreißfestigkeit, Sensorik, Kennzeichnung, Materialfestigkeit und Schadstoffe.

Geschmacklos

Die geringsten Unterschiede gab es im Bereich der Sensorik, also beim Prüfpunkt, der beurteilte, ob die Verwendung des Filters den Geschmack und Geruch des Kaffees beeinflusste. Die meisten Produkte wurden hier mit „sehr gut“ beurteilt. Ausreißer ist der Brigitta No. 4 von Unimarkt mit einem „durchschnittlich“ im Geschmack. Womöglich hängt dies mit dem höchsten Wert beim Punkt Trockenrückstände zusammen. In diesem Produkt wurde also am meisten Staub im gefilterten Kaffee gefunden. Das könnte den Geschmack beeinflusst haben.

Materialfestigkeit

Bevor aber überhaupt der Geschmack des Kaffees beurteilt werden konnte, musste der Kaffeefilter erst seine Arbeit verrichten. Hier spielten die Punkte Materialfestigkeit – wie viel Druck der Filter in trockenem Zustand z. B. beim Befüllen aushält – und die Nassreißfestigkeit eine große Rolle. Knapp die Hälfte der Produkte schnitt bei der Materialfestigkeit sehr gut oder gut ab, der Rest durchschnittlich. Nur Amaroy von Hofer war weniger zufriedenstellend. In nassem Zustand erfüllten die Filter die Test-Anforderungen etwas weniger. Nur die zwei sehr guten in der Gesamtnote konnten auch in dieser Kategorie ihre Widerstandsfähigkeit mit der Höchstnote beweisen. Das sind der Profissimo von dm und der Tchibo – der einzige weiße unter den sonst braunen Filtern.

Sieger, Verlierer, Resümee

Sieger

Dass das dm-Produkt mit dem Testsieg ausgezeichnet wurde, lag auch an der mustergültigen Kennzeichnung. Oft ist es für Konsumentinnen und Konsumenten reines Kaffeesudlesen herauszufinden, ob z. B. das Produkt ungebleicht oder für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist oder woher die Rohstoffe kommen. Nicht so beim Profissimo. Hier ist alles klar ersichtlich.

Verlierer

Auch im Punkt Schadstoffe leistete sich der Testsieger mit allen weiteren Modellen keine Schwäche. Die gesuchten Schadstoffe Cadmium, Formaldehyd und Glyoxal waren bei keinem Testkandidaten ein Thema. So muss sich der Brigitta No. 4 von Unimarkt wegen seiner Beeinflussung des Kaffeegeschmacks und der durchschnittlichen Nassreißfestigkeit und Kennzeichnung mit der Gesamtnote „durchschnittlich“ als Testverlierer sehen.

Resümee

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass der Kaffeegeschmack in den seltensten Fällen durch den Kaffeefilter beeinflusst wird. Auch die Festigkeit des Materials ist meistens in Ordnung. Wie so oft bietet der Preis keine Orientierungshilfe für ein empfehlenswertes Produkt. Die ersten beiden Plätze sind aus dem unteren bzw. mittleren Preissegment.

Testtabelle: Kaffeefilter

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