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Schlaganfall - Jede Minute zählt

Je früher die Akutbehandlung einsetzt, umso größer ist die Chance auf Gesundung. Wer die Zeichen rasch erkennt, kann am besten helfen.

Für Ersthelfer

  1. Bleiben: Fahren Sie nicht selbst ins Krankenhaus!
  2. Kümmern: Bewahren Sie Ruhe und widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit der betroffenen Person.
  3. Rettung: Sorgen Sie für einen sicheren, raschen Transport – dieser ist nur durch den Rettungsdienst gewährleistet. - Die Experten wissen auch genau, welches Krankenhaus auf die Schlaganfallversorgung spezialisiert ist und wohin sie fahren müssen. 

Blutgerinnsel im Hirn

Es gibt zwei Arten von Schlaganfällen: Der häufigere ist der sogenannte ischämische Schlaganfall, der durch ein Blutgerinnsel in einem Hirngefäß ausgelöst wird. Die Zufuhr von Blut, Sauerstoff und Nährstoffen wird unterbrochen und es kommt zur Fehlfunktion und zum Absterben von Hirnzellen in dem Gebiet, das von dem Hirngefäß versorgt wird. Je nachdem, wo im Gehirn diese Unterversorgung auftritt, entstehen unterschiedliche Störungen oder Ausfälle verschiedener Körperfunktionen.

Typische Symptome eines Schlaganfalls sind

  • plötzliche Lähmungserscheinungen,
  • Seh- und Sprachstörungen oder
  • Taubheitsgefühle.

Häufig kommt es in der Folge zu bleibenden Defiziten und Einschränkungen. Je nachdem, wie viele zusätzliche Erkrankungen vorhanden sind, können zwischen 40 und 75 % aller Patienten nach einem Schlaganfall wieder ein unabhängiges Leben führen. Die zweite Form ist jener Schlaganfall, bei dem es durch einen Riss in einem der Hirngefäße zu einer Blutung im Gehirn kommt (hämorrhagischer Schlaganfall).

Lähmungs- und Taubheitsgefühle

Das sieht verdächtig aus

Die erste Zeit nach einem Schlaganfall entscheidet über das Ausmaß der Zellschäden im Gehirn. Daher ist es besonders wichtig, einen Schlaganfall und die Symptome zu erkennen und sofort medizinische Hilfe zu organisieren. Jede Minute zählt! In Großbritannien wurde von Experten vor mehr als 20 Jahren eine „Eselsbrücke“ entwickelt, die eine rasche Abklärung der Symptome ermöglicht: der sogenannte FAST-Test. FAST steht für die ersten Buchstaben jener Maßnahmen, die im Fall eines Verdachtes auf Schlaganfall zu setzen sind.

Lähmungs- und Taubheitsgefühle

Sie treten meist an einer Körperseite auf. Typisch ist oft ein hängender Mundwinkel. Dabei kann es auch zu Störungen im Berührungsempfinden kommen. Betroffene sind unter Umständen nicht in der Lage, eine leichte Berührung, Schmerz, Hitze/Kälte oder Vibrationen zu spüren. Manchmal können sie nicht feststellen, wo sich ihre Körperteile, etwa ein Arm oder ein Bein, befinden. Das hat zur Folge, dass sie Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht und der Orientierung haben und dann beim Gehen stürzen. Auf keinen Fall dürfen Betroffene ein Fahrzeug lenken!

Sprachstörungen. Eine stockende, abgehackte oder lallende Sprache oder aber auch der komplette Verlust der Sprache gehören zu den typischen frühen Warnsignalen. Manchmal werden Silben und Buchstaben verdreht oder Worte falsch verwendet.

Weitere Beschwerden

Sehstörungen machen sich dadurch bemerkbar, dass die betroffenen Personen Gegenstände oder Menschen in ihrer Nähe übersehen. Ihr Gesichtsfeld ist eingeschränkt und es kann nur mehr wahrgenommen werden, was sich in gerader Blickrichtung befindet. Diese Einengung ist vergleichbar mit einem Blick durch eine Röhre („Tunnelblick“). Zu den Sehstörungen, die auftreten können, zählen auch Doppelbilder oder Schwierigkeiten beim räumlichen Sehen. Die betroffenen Personen

  • zeigen daher Unsicherheit beim Gehen und Treppensteigen
  • greifen daneben,
  • haben ein gestörtes Raumempfinden und Schwierigkeiten, sich zu orientieren.
  • Dazu kommen Schwindelgefühle.
  • Oft kann es auch zum Schielen kommen.

Blutungen im Gehirn können sehr starke Kopfschmerzen auslösen. Dabei können Übelkeit, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma als weitere mögliche Begleiterscheinungen auftreten. Wie ausgeprägt all diese einzelnen Warnzeichen sind, hängt davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen und wie groß das entsprechende Areal ist.

 

Rasch handeln

Rasch handeln

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall, das heißt: Jede Minute entscheidet. Innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach Beginn des Schlaganfalls besteht die Möglichkeit, das Blutgerinnsel durch geeignete Medikamente aufzulösen. Pro Minute werden durch einen durchschnittlichen Schlaganfall zwei Millionen Nervenzellen und 14 Milliarden neuronale Verknüpfungen zerstört. Je kürzer die Zeitspanne, in der die Region im Gehirn unterversorgt ist, umso größer die Chance, dass die Schäden in Grenzen gehalten werden können. Haben Sie den Verdacht, dass ein Schlaganfall vorliegt, rufen Sie den Notruf 144!

Tipp

Wenn Sie mit Ihrem Mobiltelefon keinen Empfang haben, so rufen Sie die internationale Notrufnummer 112. Versuchen Sie, Ihren Standort zu ändern. Oder bitten Sie jemanden um Hilfe, der für Sie den Notruf wählen kann. Folgende Informationen benötigt die Rettungsleitstelle:

  • Wo ist der Notfall? Geben Sie Straße und Hausnummer an. Falls das nicht möglich ist, beschreiben Sie den Weg.
  • Was ist geschehen? Beschreiben Sie anhand von FAST Ihre Beobachtungen und äußern Sie den Verdacht auf einen Schlaganfall.
  • Wer ruft an? Geben Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer an. In vielen Fällen versucht die Leitstelle, mit Ihnen telefonisch in Verbindung zu bleiben, bis die Rettungskräfte eintreffen. Organisieren Sie wenn möglich Unterstützung. Helfer können zum Beispiel ein Garageneinfahrtstor öffnen, die Rettungskräfte einweisen oder Decken holen. Geben Sie diesen Personen klare Anweisungen. Sollte eine Gefahrensituation bestehen, achten Sie zunächst auf Ihre eigene Sicherheit und bringen Sie dann, wenn möglich, den Betroffenen in Sicherheit!

Ist der Betroffene bei Bewusstsein?

Ist der Betroffene bei Bewusstsein?

  • Wählen Sie den Notruf 144.
  • Versuchen Sie, den Betroffenen mit leicht erhöhtem Oberkörper oder im Sitzen zu lagern, das erleichtert das Atmen.
  • Öffnen Sie beengende Kleidungsstücke.
  • Sprechen Sie beruhigend auf die betroffene Person ein.
  • Schützen Sie die betroffene Person wenn nötig vor Sonne, Kälte oder Nässe.
  • Bewahren Sie Ruhe!
  • Lassen Sie die betroffene Person auf keinen Fall allein. Warten Sie, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Ist der Betroffene bewusstlos?

  • Falls die betroffene Person nicht reagiert, wenn Sie mit ihr sprechen oder sie berühren, jedoch eine normale Atmung feststellbar ist, so ist sie bewusstlos. Bringen Sie die Person in eine stabile Seitenlage. Dazu gehen Sie wie folgt vor:
  • Legen Sie den Arm auf Ihrer Seite im rechten Winkel weg vom Körper der bewusstlosen Person.
  • Ziehen Sie das gegenüberliegende Knie hoch und legen Sie das Handgelenk des anderen Armes darauf.
  • Drehen Sie die bewusstlose Person zu sich.
  • Überstrecken Sie den Kopf vorsichtig und öffnen Sie den Mund, damit Blut, Speichel oder Erbrochenes aus dem Mund abrinnen können.
  • Lockern Sie beengende Kleidungsstücke.
  • Schützen Sie die betroffene Person wenn nötig vor Sonne, Kälte oder Nässe.
  • Lassen Sie die betroffene Person auf keinen Fall allein. Warten Sie, bis die Rettungskräfte eintreffen.
  • Bei fehlendem Bewusstsein und fehlender normaler Atmung Herz-Lungen- Wiederbelebung durchführen.

So geht der Fast-Test

Diese Anweisungen sollten Sie der betroffenen Person im Verdachtsfall geben.

  • Face (Gesicht): Bitten Sie die betroffene Person, zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab, oder ist das Lächeln ungleichmäßig? Fühlt sich eine Gesichtshälfte taub an?
  • Arms (Arme): Bitten Sie die Person, beide Arme zu heben. Driftet ein Arm nach unten ab?
  • Speech (Sprache): Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme undeutlich oder die Sprache verwaschen?
  • Time (Zeit): Wenn der Betroffene mit einer der Aufgaben Probleme hat, könnte ein Schlaganfall die Ursache sein – wählen Sie sofort den Notruf 144! Das gilt auch, wenn sich die ­Symptome wieder bessern.

Buchtipp: Schlaganfall

Der Schlaganfall gilt als zweithäufigste Todesursache und Hauptgrund für Behinderungen: Jeder vierte Österreicher ist betroffen, jeder sechste davon stirbt an den Folgen.

Schlaganfall - erkennen, behandeln, weiterleben (Cover: VKI)Vorbeugen ist mit einfachen Änderungen unseres Lebensstils möglich: nicht rauchen, wenig Alkohol, täglich 30 Minuten Bewegung und ein gesundes Körpergewicht. Tritt dennoch ein Schlaganfall auf, so gilt: „Zeit ist Hirn“ – je rascher Hilfe und medizinische Versorgung möglich ist, desto besser sind die Chancen, ohne Folgeschäden davonzukommen. Österreich ist weltweit Vorbild bei der Schlaganfall-Akutversorgung. Wie Patienten von der Forschung profitiert, wie Hilfe im Notfall aussieht, welche Behandlungen erfolgversprechend sind und wie das Leben trotz Schlaganfall lebenswert bleibt, lesen Sie in diesem Buch!

192 Seiten, Flexcover

19,90 €

 

 

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