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Pollen
Allergien: sinnvolle Diagnoseverfahren und wirksame Therapiemethoden. Bild: Corri-Seizinger / shutterstock.com

Mit Allergien leben

Allergien sind weit verbreitet, immer noch nehmen viele Betroffene die anfänglichen Symptome auf die leichte Schulter. Chronische Erkrankungen wie Asthma oder eine teils massiv eingeschränkte Lebensqualität sind die Folge.

 

Welche auslösenden Allergene gibt es und was können Sie tun, um die Beschwerden zu ­lindern? Unser Buch "Mit Allergien leben" beschreibt alle sinnvollen Diagnoseverfahren und wirksamen Therapiemethoden. Im Folgenden eine Einführung.

Die Ursachen behandeln

Bei der Allergenspezifischen Immuntherapie, kurz AIT (früher: Hyposensibilisierung), handelt es sich um die einzige Behandlungsmethode, die auf die Ursache von allergischen ­Erkrankungen einwirkt. Dabei wird das zuvor genau ermittelte Allergen dem Körper in Form von Spritzen, Tropfen oder Tabletten in allmählich ansteigender Dosierung zugeführt. So gewöhnt sich das Immunsystem mit der Zeit an das Allergen („Desensibilisierung“).

Obwohl diese Art der Behandlung bereits seit über 100 Jahren erfolgreich durchgeführt wird, ist der genaue Wirkmechanismus der AIT noch nicht restlos geklärt. ­Sicher ist, dass die Immunantwort langfristig modifiziert wird, indem regulatorische T-Zellen die B-Zellen anregen, eine große Menge spezifischer Antikörper der Klasse IgG zu bilden. Diese IgG-Antikörper maskieren dann das Allergen, sodass die IgE-Antikörper nicht mehr daran binden können. In der Folge werden die Mastzellen nicht mehr aktiviert und schütten kein Histamin aus – das Allergen wird also nicht mehr als körperfremd erkannt und somit toleriert.

Bienen, Gräser, Hausstaubmilben, ...

Gute Erfolge erzielt man bei ­Bienen- und Wespengift, Gräser- und ­Birkenpollen sowie Hausstaubmilbenallergenen. Auch bei Allergien gegen Schimmelpilze, Esche, Beifuß und Ragweed ist die AIT ­effektiv. Weniger gut sind die Aussichten bei Tierhaarallergikern.

Früh beginnen

Die Allergenspezifische Immuntherapie kann die Allergiesymptome langfristig bessern, die Wirkung hält noch Jahre nach dem Ende der Behandlung an. Wichtig ist, so früh wie möglich mit der AIT zu beginnen, denn je jünger die Betroffenen, desto größer sind die Erfolgschancen. Außerdem kann die Immuntherapie den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und etwa verhindern, dass Patienten auf immer mehr Auslöser allergisch reagieren oder ein allergischer Schnupfen sich zum Asthma ausweitet.

Dauer und erste Erfolge

Freilich ist Geduld gefragt, denn die Therapie dauert drei bis fünf Jahre und muss konsequent durchgeführt werden. Eine Besserung der Beschwerden kann sich allerdings schon im ersten Jahr zeigen. Der Bedarf an symptomlindernden Medikamenten sinkt bei einigen Patienten bereits nach etwa drei bis sechs Monaten. Erfolgt die Erstverschreibung durch ein Allergieambulato­rium oder einen Facharzt, übernimmt die Krankenkasse die Behandlungskosten. ­

Spritzen, Tropfen oder Tabletten

Studien belegen Effektivität und Verträglichkeit aller Darreichungsformen. Ob letztlich Spritzen, Tropfen oder Tabletten ­gewählt werden, hängt von der Art der ­Allergie und vom Wunsch des Patienten ab.

Wann besser nicht?

Unter bestimmten Umständen sollte eine Allergenspezifische Immuntherapie nicht durchgeführt werden. Solche Gegenanzeigen sind z.B. das Vorliegen einer Auto­immun- oder Krebserkrankung, nicht ausreichend kontrolliertes Asthma, Immunschwäche oder die Einnahme bestimmter Medikamente wie etwa Immunsuppressiva. Auch sollte eine AIT gegen Pollen oder Hausstaubmilben nicht während einer Schwangerschaft begonnen werden, bei einer schweren Insektengiftallergie entscheidet der Arzt.

Nebenwirkungen

Gerade zu Beginn dieser Therapien können die Patienten auch Nebenwirkungen und allergische Beschwerden haben, die aber im Regelfall mit einer begleitenden anti­allergischen Therapie (z.B. mit Antihistaminika) gut kontrolliert werden können.

Subkutane Immuntherapie (SCIT)

Bei dieser herkömmlichen Form der AIT werden sehr geringe Mengen des Allergens unter die Haut gespritzt – zunächst ein Mal pro Woche, später in größeren Abständen. Die Dosierung wird allmählich gesteigert, damit der Körper nach und nach unempfindlicher gegen die Substanz wird. Oft kommt es schon nach einem Jahr zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome und damit zu einer höheren Lebensqualität. Die Patienten benötigen dann auch weniger Medikamente gegen ihre Allergie.

Eventuell auftretende Nebenwirkungen wie Hautrötungen oder -schwellungen ­sowie Jucken im Bereich der Einstichstelle sind für die meisten Betroffenen gut auszuhalten. Weil es jedoch in seltenen Fällen zu einer verstärkten Reaktion bis hin zum ­anaphylaktischen Schock kommen kann, muss der Patient noch für mindestens 30 Minuten nach Verabreichung der Spritze in der Arztordination bleiben. Außerdem sollte man an den Behandlungstagen Alkoholkonsum und stärkere körperliche Anstrengung vermeiden.

Einen besonders hohen Stellenwert hat die SCIT bei Insektengiftallergien. Hier ist sie die Behandlungsmethode erster Wahl und wird für nahezu alle Erwachsenen emp­fohlen, bei denen nach einem Bienen- oder Wespenstich schwerere Allgemeinreaktionen oder sogar anaphylaktische Symptome aufgetreten sind.

Sublinguale Immuntherapie (SLIT)

Bei diesen Varianten der Allergenspezifischen Immuntherapie werden die Aller­gene über die Mundschleimhaut aufgenommen. Zum Einsatz kommen Tropfen, die unter die Zunge geträufelt werden, oder Tabletten, die man unter der Zunge zer­gehen lässt. In der Regel verwendet man Fertigpräparate, die für weit verbreitete Allergene wie ­Gräser- oder Birkenpollen zur Verfügung stehen.

Bei der Sublingualen Immuntherapie treten seltener schwere Nebenwirkungen auf als bei der Subkutanen Immuntherapie. Unerwünschte Begleit­erscheinungen der SLIT sind vor allem zu Beginn der Therapie häufig, beschränken sich aber meist auf Zungen-, Hals- und ­Gaumenjucken sowie leichte Schleimhautschwellungen. Auch Übelkeit, Bauchkrämpfe und Durchfälle können vereinzelt vorkommen, sowie – ­äußerst selten – anhaltende Entzündungen der Speiseröhre.

Weitere Formen der AIT

Den Alltag mit einer Nahrungsmittelallergie zu bestreiten, kann sehr belastend sein. Insbesondere wenn Kinder eine Allergie auf Grundnahrungsmittel wie Kuhmilch, Hühnerei oder Weizen entwickeln, gestaltet sich die Strategie der Allergenvermeidung schwierig. Aber auch, wer auf Nüsse, ­Saaten wie z.B. Sesam oder die oft nur in Spuren in verarbeiteten Lebensmitteln enthaltenen Erdnüsse allergisch reagiert, setzt sich praktisch ständig einer Gefahr aus. Immerhin sind versehentlich gegessene erdnusshaltige Speisen bei Kindern die häufigste Ursache für eine anaphylaktische Reaktion. Hier sind neue Therapieansätze dringend gefragt.

Orale Immuntherapie (OIT)

Ein vielversprechender Ansatz ist die Orale Immuntherapie (OIT), bei der das Allergen z.B. in Form eines Pulvers geschluckt wird. So steht seit Kurzem ein Präparat mit ­Erdnussmehl für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung, das darauf abzielt, dass zumindest eine kleine Menge Erdnuss vertragen wird. Für den Fall des versehentlichen Verzehrs eines erdnusshaltigen Lebensmittels kann so ein Schutz gegen eine schwere allergische Reaktion aufgebaut werden, was die Lebensqualität deutlich verbessert.

Leider kann es aber bei einigen Patienten vor allem zu Behandlungsbeginn auch zu starken Nebenwirkungen kommen, die eine Therapiemodifizierung mit einer ­geringeren Enddosis oder in seltenen Fällen sogar den Abbruch der ­Therapie notwendig machen.

Epikutane Immuntherapie (EPIT)

In Studien hat man auch eine Epikutane Immuntherapie (EPIT) getestet. Dabei wird ein Pflaster mit Erdnussprotein auf die Haut am Rücken oder Arm geklebt. Wasser, das unter dem Pflaster aus der Haut tritt, ­verflüssigt das Erdnussprotein, das nun in die Haut eindringen kann. Dort wird es von bestimmten Zellen umschlossen und zu den Lymphknoten befördert.

Da das Allergen auf diese Weise nicht in den Blutkreislauf gelangt, ist die Allergenaufnahme über ein Pflaster sicher und mit weniger systemischen Nebenwirkungen verbunden. Bisher brachten die Studien aber keinen ausreichenden Wirknachweis, und Studienteilnehmer hatten über starke Hautreizungen geklagt. Es wird derzeit jedoch weiter an dieser interessanten Therapieform geforscht, auch Studien zur Epikutanen Immuntherapie mit Kuhmilch und Hühnerei werden durchgeführt.

AIT-Erfolgsrate

  • bei Wespenallergikern 95 Prozent
  • bei Bienenallergikern 90 Prozent
  • bei Pollenallergikern 70 Prozent
  • bei Milbenallergikern 60 Prozent

Am erfolgreichsten ist eine AIT bei:

  • Kindern und Jugendlichen
  • neu aufgetretenen Allergien in den ersten Jahren
  • Patienten, die nur auf wenige Stoffe allergisch sind

Buch: Mit Allergien leben

Buch: Mit Allergien leben
Buch: Mit Allergien leben Bild: VKI

 

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