Zum Inhalt

Einkauf im Internet - Unter falscher Flagge

"Vorsicht Falle": Ein Onlineshop mit der Domain-Endung .at muss den Firmensitz nicht in Österreich haben. Dies kann Einkäufe enorm verteuern.

„Mein Notebook brauchte einen neuen Akku. So stieß ich ich auf die Seite www.kraftakku.at und fand einen passenden Akku zum erschwinglichen Preis von 50 Euro“, berichtete Herr M. aus Wien. Er bestellte und zahlte per PayPal. Das dicke Ende kam mit der Lieferung. Herr M. musste nicht nur 11 Euro Einfuhrumsatzsteuer bezahlen, sondern weitere 12 Euro Gebühr an die Post – was den vermeintlich günstigen Preis um fast die Hälfte erhöhte.

Firmensitz in China

Die Organisation nic.at, die österreichische Internetadressen verwaltet, führt als Firmensitz von kraftakku.at eine Adresse in China an. Ein Unternehmen mit einer österreichischen Internetadresse muss keineswegs in Österreich ansässig sein. Im Impressum dieser Internetseite fehlt die Postadresse, obwohl das vorgeschrieben ist. Auch das holprige Deutsch lässt vermuten, dass das Unternehmen nicht unter rotweißroter Flagge segelt. So heißt es in den Geschäftsbedingungen: „Die Akku-gebiet, ihre Geschäftsleitung und ihre Mitarbeiter haften in Fällen positiver Forderungsverletzung …“

Ins Impressum schauen

Vor einer Internetbestellung empfiehlt es sich daher, zu prüfen, mit wem man es zu tun hat. Also ins Impressum schauen und die Postanschrift eruieren. Führt das nicht weiter, findet man Informationen über die Inhaber von Internetadressen bei www.nic.at (Österreich) sowie bei www.whois.com (weltweit).

Einfuhrumsatzsteuer und Zoll

Bei Waren, die nicht aus dem EU-Raum nach Österreich eingeführt werden, schlägt der Fiskus zu. Nur Sendungen bis zu einem Wert von 22 Euro sind von der Einfuhrumsatzsteuer befreit. Ab einem Gesamtwert von 150 Euro ist außerdem Zoll zu bezahlen. Und die Post lässt sich das Inkasso von Steuer und Zoll extra vergüten.

Leserreaktionen

Umweg über die Schweiz

Ich bestellte bei www.augenliebe.at einmal testweise Tageslinsen und dann die dreifache Menge, weil ich damit sehr zufrieden war. Bezahlt habe ich mit VISA. Bei der Abrechnung wunderte ich mich über ein „Manipulationsentgelt“ bei diesen Buchungen, das ein Prozent der jeweiligen Summe ausmachte.

Die Firma verrechnet trotz österreichischer Webpage und Verrechnung in Euro über die Schweiz, was dann diese Zusatzkosten verursacht! In den Zahlungs- und Versandbedingungen wird darauf nicht hingewiesen.

Peter Ebner
E-Mail
(aus KONSUMENT 9/2012)

Auch bei akku-laden.at

Ich habe vor Kurzem einen Nachbau-Notebook-Akku bei einem für mich in Österreich befindlichen Onlineshop (www.akku-laden.at) gekauf. Anstatt dem Akku erhielt ich einen Brief vom Zollamt Wien mit der Bitte um die Rechnung für meine „in Singapur“ bestellte Ware. Akku-laden.at stellt sich seitdem tot und antwortet auf keinerlei Mails mehr, meine Bestellung war um 20 € teurer als in der Webseite angegeben, diese Preisdifferenz durfte ich dem Zollamt leisten.

Helmuth Wirtenberger
E-Mail
(aus KONSUMENT 6/2012)

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

Fake-Shop Detector: Werkzeug für mehr Sicherheit

Fake-Shop Detector: Werkzeug für mehr Sicherheit

Gefälschte Online-Shops sind ein massives Problem und auf den ersten Blick nicht von seriösen Angeboten zu unterscheiden. Ein in Österreich entwickeltes, kostenloses Softwaretool unterstützt dabei.

Zu schön, um wahr zu sein: Wenn Online-Angebote zur Falle werden

Zu schön, um wahr zu sein: Wenn Online-Angebote zur Falle werden

Täuschend echte Online-Shops locken mit scheinbar unschlagbaren Angeboten und bringen viele Konsument:innen um ihr Geld. Worauf Sie beim Online-Shopping achten sollten und wie Tools beim Erkennen unseriöser Angebote helfen können, zeigt dieser Beitrag.

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums 

Sozialministerium

Zum Seitenanfang