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Oeko-Sackerl
Bild: Alexandra Konstantinoudi/VKI

„Bio-Sackerl“ - Exakte Materialzusammensetzung?

"Bei einem Diskonter habe ich „biologisch abbaubare Obst- & Gemüsesackerl“ gesehen. Darauf steht: „Entspricht der ÖNORM EN13432, enthält 40 % nachwachsende Rohstoffe […] Zur Entsorgung nicht in den gelben Sack werfen.“ Woraus bestehen die restlichen 60 %? Welche Stoffe entstehen bei der Verrottung dieser Sackerln – sind das u.U. auch wieder Mikroplastik-Teilchen, die so in den Bio-Abfall bzw. Kompost gelangen?" - In den "Tipps nonstop" stellen Leser Fragen und unsere Experten geben Antwort – hier DI Christian Kornherr.

Christian Kornherr (Bild: U. Romstorfer/VKI)
DI Christian
Kornherr

ÖNORM-EN13432-Zertifizierung

Die exakte Materialzusammensetzung biologisch abbaubarer Kunststoffe muss zwar bei der ÖNORM-EN13432-Zertifizierung, aber nicht den Konsumenten bekannt gegeben werden. In diesem Fall ist davon auszugehen, dass der Rest fossile Anteile sind. Die gemäß ÖNORM EN13432 geprüfte biologische Abbaubarkeit bedeutet, dass das jeweilige Verpackungsmaterial unter professionellen Kompostierbedingungen in max. 3 Monaten vollständig biologisch abgebaut und die Bildung von Mikroplastik (Kunststoffteilchen kleiner als 0,5 mm) ausgeschlossen ist.

Abbauprodukte

Grundsätzlich werden beim vollständigen biologischen Abbau in Gegenwart von Sauerstoff (aerob) Kohlenstoffdioxid, Wasser und neue Biomasse gebildet. Untersuchungen für den anaeroben Abbau (ohne Sauerstoff) sind im Rahmen der Norm nicht verpflichtend, weil mehr als 90 Prozent des Bio-Abfalls in der EU aerob behandelt werden.

Trotzdem werden in der Regel in Kompostierungsanlagen alle Kunststoffe aussortiert, da es keine eindeutige Kennzeichnung biologisch abbaubarer Kunststoffe gibt. Um eine Verunreinigung des Komposts mit Kunststoffen und damit auch Mikroplastik auszuschließen, sortieren die Kompostierungsanlagen eben alle Kunststoffe aus.

Initiative „Bio-Kreislauf-Sackerl“

Die Initiative „Bio-Kreislauf-Sackerl“ (Bündnis für das österreichische Bio-Kreislauf-Sackerl) des österreichischen Kompostgüteverbandes möchte ein österreichweit einheitliches biologisch abbaubares Obst- und Gemüsesackerl etablieren, das dann auch als solches erkannt wird und mitkompostiert werden kann.

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