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Kurkumawurzel und Kurkumapulver weißer Hintergrund
Nützt Kurkuma für die Gelenke? Wissenschaftliche Belege fehlen. Bild: NIKCOA / Shutterstock.com

Kurkuma für die Gelenke

Ist die Einnahme von Kurkumapräparaten bei Arthrose oder Rheuma hilfreich?

Wissenschaftliche Belege fehlen. Es gibt keine Belege dafür, dass Kurkuma bei Arthrose oder rheumatoider Arthritis hilft. Die vorhandenen Studien sind klein, mangelhaft oder liefern widersprüchliche Ergebnisse.

Arthrose oder rheumatoide Arthritis

Machen sich im fortgeschrittenen Alter bei jeder Bewegung Schmerzen in Knie oder Hüfte bemerkbar, steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Arthrose oder eine rheumatoide Arthritis, umgangssprachlich als Rheuma bezeichnet, ­dahinter.

Eine Arthrose ist die Folge ­eines durch Abnützung dünn gewordenen Gelenksknorpels. Der fehlende Schutz kann zu schmerzhaften Entzündungen führen. Bei einer rheumatoiden Arthritis handelt es sich hingegen um eine Autoimmunkrankheit. Dabei attackiert das Immunsystem den eigenen Körper, in diesem Fall die Gelenke. Diese entzünden sich, schwellen an, schmerzen und fühlen sich steif an.

Alternative Behandlungsmethoden

Bei beiden Erkrankungen können Medikamente helfen, die Beschwerden zu lindern bzw. das Fortschreiten der Erkrankungen zu verlangsamen. Bei vielen Erkrankten funktioniert das aber nicht gut genug und sie suchen nach alternativen Behandlungsmethoden. Im Internet werden dazu Nahrungsergänzungsmittel aus Kurkuma angeboten. Dem Gewürz, das häufig in der indischen Küche ­Verwendung findet, wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt.

Unklare Studienergebnisse

Unser Kooperationspartner medizin-transparent.at hat nach wissenschaft­lichen Belegen für eine derartige Wirkung von Kurkuma gesucht. Die ­Wissenschafter:innen fanden immerhin 15 Studien, in denen die Wirkung von ­Kurkumapräparaten bei Arthrose im Knie untersucht wurde, und 5 Arbeiten zur Wirkung bei Rheuma.

Die Ergebnisse bringen allerdings keine klaren Antworten: Auf den ersten Blick sieht es zwar so aus, als würde Kurkuma besser helfen als ein Scheinmedikament (Placebo), ob die vermeintliche Wirkung spürbar ist, ist jedoch fraglich. Die Studien zu Arthrose kommen auch zu widersprüchlichen Ergebnissen und haben ­einige Mängel. So ist etwa unklar, ob die Teilnehmenden mancher Studien wussten, ob sie Kurkuma bekamen oder nicht. Das könnte einen sogenannten Placeboeffekt zur Folge haben, durch den die ­Ergebnisse stark verzerrt werden.

Auch was rheumatoide Arthritis angeht, sind die Studien mangelhaft und daher nicht aussagekräftig. Zum einen ist die Zahl der untersuchten Personen zu klein, zum anderen könnte auch hier ein Placebo­effekt zu verzerrten Ergebnissen geführt haben. Hinzu kommt, dass alle Studien in Ländern durchgeführt wurden, deren medizinische Versorgung nicht mit jener in Mitteleuropa vergleichbar ist. Ob sich die Ergebnisse übertragen lassen, ist deshalb fraglich.

Keine unerwünschten Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen wurden in den Studien zwar nur schlecht untersucht, da die Teilnehmenden Kurkuma allerdings ähnlich gut wie das Placebo vertrugen, gibt es zumindest hier keinen Grund zur Annahme, dass die Einnahme von Kurkuma ernsthafte unerwünschte Wirkungen haben könnte.

Kooperation mit medizin-transparent.at

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Bild: Cochrane/medizin transparent

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Beinahe täglich berichten Medien von Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und Studien. Wie aber steht es mit den Fakten hinter diesen Meldungen? Können wir glauben, was wir lesen?

In unserer Rubrik "Fakten-Check Medizin" finden Sie Informationen, ob es für Medienberichte zu medizinischen Themen echte wissenschaftliche Beweise gibt.

"Faktencheck Medizin" ist eine Kooperation von KONSUMENT mit Cochrane-Österreich. medizin-transparent ist werbefrei, unabhängig und wird durch die Bundesgesundheitsagentur gefördert.

Lesen Sie mehr auf medizin-transparent.at/kurkuma-arthrose und medizin-transparent.at/kurkuma-rheuma

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