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Geschirrspüler unter 650 Euro - Vier Programme sind genug

  • Standgeräte mit 60 cm Breite
  • Der Testsieger liegt preislich im Mittelfeld S
  • Standardprogramme sind besser als Automatikprogramme

Steuerung per Mikrochip

Früher waren Geschirrspüler mit mechanischem Programmschaltwerk ausgerüstet, heute werden sie per Mikrochip gesteuert. Geräte mit immer mehr Funktionen und Programmen sind die Folge. Das macht den Kauf ähnlich mühsam wie bei einem Handy oder einer Digitalkamera.

Standard-, Intensiv-, Hygieneprogramme

Standardprogramme, Intensivprogramme, spezielle Hygieneprogramme, 3-in-1-Tasten, Sensorsteuerungen ... und damit Sie nicht lange grübeln müssen, welches Programm für die gerade fällige Maschinenladung das richtige ist, gibt es Automatikprogramme, die Ihnen die Qual der Wahl abnehmen sollen. Dieses hatten alle Geräte im Test. Diesmal waren Standgeräte unter 650 Euro auf dem Prüfstand. Und damit war Miele nicht vertreten.

Dennoch: Falls bei Ihnen der Kauf eines Geschirrspülers ansteht, überlegen Sie besser in aller Ruhe, welche Funktionen Sie brauchen und welche für Sie überflüssig und daher sinnlos sind.

Energiekennzeichnung gilt für ein Programm

Trotz aller Vielfalt: Das wichtigste Programm von Geschirrspülern ist und bleibt das so genannte Vergleichsprogramm. Es heißt zwar bei jeder Maschine anders (beim Testgerät von Siemens zum Beispiel „ECO 50“, bei Bauknecht „Intelligent 40 – 70“, bei Quelle/Privileg „Spar BIO 50“), doch seine Bedeutung ist bei allen Geräten gleich: Nur für dieses Programm gilt das Energielabel mit den Angaben des Herstellers zu Energieverbrauch, Reinigungsleistung und Trocknung. A steht für Spitzenleistung, G für die schlechteste Stufe.

Mit AAA gekennzeichnete Geräte haben demnach bei geringem Energieverbrauch eine sehr gute Reinigungs- und Trocknungswirkung. 

So haben wir getestet

Im Test: 7 Geschirrspülmaschinen (unterbaufähige Standgeräte), 60 cm Rastermaß, inkl. 1 Baugleichheit. Alle Geräte haben u.a. Betriebsanzeige, Wasserenthärtungsanlage, elektron. Salznachfüllanzeige, Klarspüler-Vorratsanzeige, 60 Grad C Warmwasseranschluss. Einkauf der Prüfmuster im Mai/Juni 2004.

Abwertungen. Das „Konsument“-Testurteil kann nicht besser sein als das Gruppenurteil praktische Prüfung. Das Gruppenurteil praktische Prüfung kann nicht besser sein als die Reinigung im Vergleichsprogramm. Das Gruppenurteil Sicherheit kann nicht besser sein als die Standfestigkeit.

Praktische Prüfungen . Reinigen und Trocknen bestimmten wir in Anlehnung an EN 50242/2001 mit normal verschmutztem Geschirr im vom Anbieter angegebenen Vergleichsprogramm (Energylabel-Programm), im Automatikprogramm (falls vorhanden) sowie im Intensivprogramm mit in Töpfen und Keramikgeschirr eingebranntem Ei, Faschierten, Lasagne und Milch. Beurteilung der Spülprogrammabstufung, der Siebreinigung, der Selbstreinigung des Innenbehälters und der Programmdauer.

Umwelteigenschaften. Während der Reinigungsversuche (mit Kaltwasseranschluss und Reinigertab Calgonit „Powerball“) Ermittlung des Energie- und Wasserverbrauchs sowie des Verbrauchs von Regeneriersalz für den Härtebereich 3. Messung der Schallleistung nach EN 60704-2-3/-2001.

Sicherheit . Wir prüften die Verletzungs- und Quetschgefahren und die Schutzvorkehrungen gegen Wasserschäden. Die Standfestigkeit wurde in Anlehnung an EN 60335-2-5/2003 mit einer Gewichtauflage von 23 kg auf die offene Tür bei leerem Gerät geprüft. Weiters wurde bei vollen herausgezogenen Geschirrkörben die bis zum Kippen nötige Kraft ermittelt.

Handhabung. Zwei Experten und drei Laien beiderlei Geschlechts beurteilten unter anderem Gebrauchsanleitung, Programmwahl, Türbedienung, Reiniger- und Klarspülerzugabe, Regeneriereinrichtung, Gestaltung von Geschirr- und Besteckkörben, Siebreinigung und Unterbaubarkeit.

Streng nach Norm

Insgesamt sieben Geschirrspüler, darunter die baugleichen Siemens- und Bosch-Modelle, kamen diesmal auf den Prüfstand. Wie immer erfolgte dort alles streng nach Norm: angefangen vom Geschirr über Raumtemperatur, Wasserhärte, Zulauftemperatur bis hin zum Grad und zur Art der Verschmutzung.

Während des Spülens wurden Temperaturanstieg und Wasserverbrauch gemessen und aufgezeichnet, wie die Maschine programmiert ist – ob hohe Temperaturen den Schmutz lösen oder ob lange Programme den Reinigungstabs Zeit geben, gründlich zu wirken. Abschließend wurden Geschirr und Besteck Teil für Teil kontrolliert. All das jeweils für Vergleichs-, Intensiv- und Automatikprogramm.

Testsieger Siemens/Bosch

Mit dem Vergleichsprogramm wurde das Geschirr meist sauber, besonders bei unserem Testsiegerpaar Siemens/Bosch. Und das bei sehr niedrigem Stromverbrauch. Letzterer wird allerdings durch Laufzeiten von zwei Stunden und mehr erkauft. Doch da speziell der Testsieger recht leise ist, kann das Gerät auch abends laufen. Insofern sollten die langen Betriebszeiten kein Problem sein. Für den Alltag ist das Vergleichsprogramm wohl die beste Wahl.

Ariston LD 87 wusch nicht sauber

Einzig beim Ariston LD 87 EU blieben – trotz AAA-Kennzeichnung – deutlich sichtbare Schmutzpartikel aus dem Spülwasser auf dem Geschirr. Sogar vorher sauberes Besteck kam verschmutzt aus der Maschine – ein absolut nicht zufriedenstellendes Testergebnis.

Intensivprogramme mit höherer Temperatur

Um Töpfe und Pfannen mit Angebranntem wieder sauber zu bekommen, reichen Vergleichsprogramme nicht aus, da braucht es schon Intensivprogramme mit höherer Temperatur und mehr Wasser. Je nach Hersteller gibt es hier größere Unterschiede zwischen den Geräten. Bei den Geschirrspülern der AEG/Electrolux-Gruppe, dazu gehört auch das Quelle-Gerät, verbrauchen die Intensivprogramme mit rund zwei Kilowattstunden und 25 Litern relativ viel Strom und Wasser.

Siemens/Bosch, Bauknecht reinigen Pfannen sehr gut

Anders zum Beispiel die getesteten Geschirrspüler von Siemens/Bosch oder Bauknecht: Beide sind im Strom- und Wasserverbrauch sparsamer, trotzdem reinigen sie Töpfe und Pfannen sehr gut. Wie das funktioniert?

Nun, entsprechend den Gebrauchsanleitungen wurde bei diesen Geräten für das Intensivprogramm ein zweites, zusätzliches Geschirrspül-Tab verwendet, das auf die Tür gelegt wird und dadurch schon beim Vorspülen wirkt. Dies ist auch umweltschonender als ein energieintensives Programm, das mit einem Tab auskommt.

Automatik: häufig falsche Steuerung

Am aufwendigsten wurden die Automatikprogramme getestet. Ob Geschirr stark, „normal“ oder wenig verschmutzt ist – Sensoren in der Maschine sollten das erkennen und der Programmablauf dementsprechend gesteuert werden. Das Ergebnis beim Siemens/Bosch-Gerät: Die Automatik reagiert kaum. Das Geschirr wurde zwar immer sauber, doch Energie- und Wasserverbrauch waren deutlich höher als beim Vergleichsprogramm. Im letzten Testdurchlauf wurde sauberes Geschirr gespült. Einzig dies wurde richtig erkannt und der Strom- und Wasserverbrauch auf die Mindestmenge reduziert.

AEG/Elektrolux: mehr Strom

Anders die Ergebnisse bei den Geschirrspülern der AEG/Electrolux-Gruppe. Bei diesen erkannte der Sensor, ob das Geschirr mehr oder weniger verschmutzt war – die Reinigungsintensität wurde dementsprechend angepasst. Trotzdem war der Stromverbrauch selbst bei schwach verschmutztem Geschirr deutlich höher als beim Vergleichsprogramm. 

Test mit Tabs

Automatikprogramme sind vermutlich auf die Reinigung mit Pulver ausgelegt. Da in Haushalten jedoch vorwiegend Tabs verwendet werden, erfolgte auch dieser Test mit Tabs – möglicherweise mit ein Grund für die bloß durchschnittlichen Testergebnisse in diesem Prüfpunkt. Doch ob nun eine Adaptierung an die realen Gegebenheiten ausständig oder die Automatik grundsätzlich zu wenig ausgeklügelt ist, ist letztendlich gleich – auf jeden Fall sind diese Programme verbesserungsbedürftig.

Was die eingangs erwähnten Hygieneprogramme anbelangt: Sie sind schlichtweg unnötig. Mit Reiniger gespültes Geschirr kommt im Normalfall hygienisch einwandfrei aus der Maschine.

Achtung, Kippgefahr

Alle Geräte im Test sind Standgeräte und können entweder frei oder unter einer Arbeitsplatte aufgestellt werden. Letzteres ist aus Sicherheitsgründen allemal die bessere Lösung. Denn wirklich standfest ist keine Maschine. Werden gleichzeitig beide Geschirrkörbe voll beladen herausgezogen, reicht schon eine zusätzliche Belastung von wenigen Kilogramm, um den Geschirrspüler aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die vergleichsweise beste Standfestigkeit hat der Gesamtsieger dieses Tests, der Geschirrspüler von Siemens/Bosch um 599 Euro.

Tipps für die Praxis

Rasch hinein, rasch wieder öffnen. An der Luft trocknen Speisereste rasch an. Geschirr daher gleich nach dem Essen so einschlichten, dass beim Spülen das Wasser überall hinkommt. Nach dem Spülen die Tür öffnen, damit die Feuchtigkeit besser abziehen kann.

Reinigungsmittel. Pulver oder Normaltabs, dazu gegebenenfalls Klarspüler und Regeneriersalz, liefern in der Regel sehr gute Spülergebnisse. Dosieren Sie das Pulver je nach Verschmutzung. Falls Sie Tabs vorziehen: Werden stark verschmutzte Töpfe oder Pfannen trotz Intensivprogramm nicht richtig sauber, kann ein zweites Tab helfen, das auf die Tür gelegt wird. 

Klarspüler und Regeneriersalz. Klarspüler nur dann verwenden, wenn Gläser nach dem Spülen fleckig sind. Regeneriersalz ist erst ab einer Wasserhärte von sieben Grad deutscher Härte notwendig. Erfragen Sie die Wasserhärte daher beim Wasserwerk, und stellen Sie die Enthärtungsanlage Ihrer Maschinen entsprechend ein. Nach dem Einfüllen des Regeneriersalzes einen Spülgang einschalten, sonst drohen Korrosionsschäden im Gerät. 

3 in 1 ist problematisch . 3-in-1-Tabs sollen Klarspüler und Regeneriersalz überflüssig machen. Doch das kann nur funktionieren, wenn das Programm die richtige Dauer hat und das Wasser nicht zu hart ist. Andernfalls gibt es nasses Geschirr und fleckige Gläser. Eine 3-in-1-Taste an der Maschine ändert daran kaum etwas. Auch sind 3-in-1-Tabs teurer als Normaltabs oder Pulver.

Anbieteradressen

AEG: Electrolux Hausgeräte GmbH,
Herziggasse 9,
A-1230 Wien,
(01) 866 40-0

Ariston: Indesit Hausgeräte Vertriebs GmbH,
Bundesstraße 66,
A-8740 Zeltweg,
(03577) 758 64-0

Bauknecht: Whirlpool Austria GmbH,
IZ NÖ-Süd, Straße 1, Objekt 50,
A-2355 Wiener Neudorf,
(02236) 67 00-0

Electrolux Hausgeräte GmbH ,
Herziggasse 9,
A-1230 Wien,
(01) 866 40-0

Quelle AG ,
Industriezeile 47,
A-4020 Linz,
(0732) 78 09-0

Siemens: BSH Hausgeräte GmbH,
Quellenstraße 2,
A-1100 Wien,
(0810) 24 02 60

Kompetent mit Konsument

  • Testsieger . Die baugleichen Siemens- und Bosch-Modelle haben als einzige ein „sehr gutes“ Standardprogramm, sind insgesamt „gut“ und kosten nicht einmal 600 Euro.
  • Top für tagtäglich. Das 50-Grad-Standardprogramm reicht normalerweise für nicht allzu schmutziges Geschirr und ist am sparsamsten.
  • Zusätzlich sinnvoll. Ein Intensivprogramm mit 65 oder 70 Grad für stark verschmutzte Töpfe und Pfannen, ein kurzes Spülprogramm, ein Glasprogramm mit rund 40 Grad, um Glaskorrosion zu vermindern.
  • Teure Automatik . Automatikprogramme verbrauchen meistens mehr Strom und oft auch Wasser als die Standardprogramme, reinigen aber schlechter.

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