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Kunde König: Abnehmen - Sklavinnen des "Vorher - Nachher"

Im Gegensatz zu heute war früher "dick ist schick" angesagt. Ein satirischer Kommentar von Alois Grasböck.

Leiser Irrsinn

Der leise Irrsinn, der die Menschheit stets umweht, zeigt sich auch am Beispiel der Figur: So lange es reichlich Hunger gab, galt eine Wampe, als Statussymbol. Dick war schick, weil es sich die wenigsten leisten konnten.

Kaum war es gelungen, die Zivilisation mit billigen Nahrungsmitteln zu überschwemmen, dass dagegen sogar das Schlaraffenland ausschaut wie eine Diätfarm, ließen wir „Dick ist schick“ fallen wie eine buttergetränkte Kartoffel.

Billiger als Katzenstreu

Kalorien bekommt man heutzutage billiger als Katzenstreu, aber die Mode wird geprägt von knochigen Models, die nicht einmal einen Schatten werfen. Wer nur unwesentlich mehr Speck auf den Rippen hat als ein Röntgenbild, läuft auch schon Gefahr, als Fettsack, Aufgedunsener oder abgebundene Knackwurst tituliert zu werden.

Rund ist g´sund

Sogar Vorbilder, die ihre körpereigenen Schwimmreifen stets erhobenen Hauptes trugen, sind in die Knie gegangen. Wir erinnern an Stefanie Werger, die ihre molligen Fans jahrelang mit der Devise „Rund und g’sund“ bei Appetit hielt, um ihnen dann mit Abnehm-Büchern in den fleischigen Rücken zu fallen.

Zu breit geplant

Den Ärmsten, die sich der Diktatur der schlanken Silhouette unterwerfen, obwohl sie von der Natur eher breit geplant waren, gebührt Mitleid und Anerkennung. Erstens verhindert jeder zu viel gegessene Bissen, dass die zivilisierte Welt endgültig unter Fleischbergen begraben wird. Zweitens sichern sie beim Abnehmen erneut Arbeitsplätze.

Frauen im Laufrad

Vorwiegend Frauen sind es, die Sklavinnen der „Vorher-Nachher“-Fotos in der Werbung für wundersames Abnehmen werden. Sie hungern zu Preisen, für die sie in Champagner baden könnten. Sie quälen sich im Laufrad, stets neue Hoffnung vor Augen, und halten ein milliardenschweres Werkel in Schwung.

Männer hinterm Bierbauch

Die männliche Hälfte der Menschheit hat keinen Grund, überlegen zu lächeln, denn Bierbäuche stehen auch auf der schwarzen Liste. Außerdem: Wer fällt denn seit Generationen auf wundersame Anti-Glatzen-Mittel herein?

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