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Gesund leben: Gesichtslähmung - Nervus facialis

Beim morgendlichen Blick in den Spiegel stellt man mit Erschrecken fest, dass ein Mundwinkel herabgezogen ist und das Augenlid nicht schließt. Was ist da passiert?

Nervus facialis versorgt Gesichtsmuskulatur

Für die Empfindungen im Gesicht und die Mimik ist das ungestörte Zusammenspiel von Gehirn, Nerven und Muskeln nötig. Die Gesichtsmuskulatur wird vom so genannten siebenten Hirnnerv, dem Nervus facialis, versorgt. Ist er geschwächt oder gelähmt, bekommen die Muskeln von Stirn, Lid, Nase, Wange und Lippen schwache oder gar keine Impulse mehr und können sich nicht wie gewohnt bewegen. Meist ist nur eine Gesichtsseite betroffen. In der Folge können Probleme beim Essen und Trinken auftreten, die Aussprache ist erschwert, das Hörvermögen und der Geschmacksinn verändern sich, es wird am betroffenen Auge zu wenig Tränenflüssigkeit erzeugt.

Ursache meist ungeklärt

Bei drei Viertel aller Fälle kann die Ursache nicht geklärt werden. Meist ist es jedoch eine harmlose Bakterien- oder Vireninfektion (z.B. Herpes), weshalb Fachleute auch von einem „Schnupfen des Gesichtsnervs“ oder einer peripheren Facialislähmung sprechen.

Ernster ist eine zentrale Facialislähmung, verursacht etwa durch eine Einengung des Nervenkanals, den Bruch von Felsenbein (Gehörgang) oder Unterkiefer, als Folge eines Tumors, einer Gehirnoperation, eines Schlaganfalls, einer Gehirnhautentzündung (TBC, Borreliose), einer hirnorganischen oder neurologischen Schädigung. Besonders gefährdet sind Diabetiker mit schlechter Blutzuckereinstellung; auch Bluthochdruck ist ein Risikofaktor.

Periphere Lähmung

Die periphere Lähmung geht meist nach einigen Wochen bis sechs Monaten von selbst zurück, nur selten bleiben Restprobleme wie Zuckungen oder „Krokodilstränen“ bestehen. Dies passiert, wenn Sekretfasern der Speicheldrüse „irrtümlich“ in die Tränendrüse eingewachsen sind.

Selbsthilfe: Ruhepausen

Halten Sie Ruhepausen ein – der Körper braucht Erholung. Das Auge muss ständig feucht gehalten werden: Tagsüber helfen Tränenersatzmittel aus der Apotheke, nachts ein Uhrglasverband. Bewegen Sie gelegentlich das Lid, tragen Sie eine Sonnenbrille. Rinnt aus dem Mundwinkel beim Trinken Flüssigkeit, unterstützen Sie den Mundschluss mit dem Finger.

Weil Essensreste in den Wangentaschen liegen bleiben können, ist besondere Mundhygiene nötig. Die Gesichtsmuskeln sanft mit leicht kreisenden und klopfenden Bewegungen mit dem Zeigefinger massieren. Bei Schmerzen oder Muskelverkrampfungen feuchte, warme Packungen auf die gelähmte Gesichtshälfte auflegen.

Uhrglasverband am Auge (Foto: Ortolux)
Der Uhrglasverband
hält nachts das Auge
feucht
Erst dann, wenn wieder Anzeichen von Bewegung in den Muskeln zu verspüren sind, können Sie vor dem Spiegel – mit besonderem Augenmerk auf Symmetrie(!) und nach anfänglicher Anleitung durch den Physiotherapeuten – zwei bis drei Mal täglich 10 Minuten Übungen durchführen: Stirne runzeln, Augenbrauen hochziehen, Augen zukneifen, Nase rümpfen. Unterlippe hinunter-, Oberlippe hochziehen. Lippen spitzen, Mundwinkel nach oben und hinunterziehen; breit grinsen, Wangen einziehen, Backen aufblasen, pfeifen.

Behandlung durch Physiotherapie

Die wichtigste Behandlung ist Physiotherapie. Manuelle Behandlung kann die Spannung in den betroffenen Muskeln wieder erhöhen. Behandlung mit Eis – dabei wird ein Eiswürfel mehrmals kurz über die Zungenspitze gestrichen – weckt die Geschmacksempfindungen von Neuem. Eine entzündungshemmende Behandlung mit Kortisonpräparaten ist bei kompletter Lähmung zu empfehlen.

Sind Viren die Ursache, kann eine Behandlung mit Virustatika versucht werden; bei einer bakteriellen Infektion können Antibiotika angebracht sein. Ist durch einen Bluttest Borreliose nachgewiesen, muss diese Grundkrankheit behandelt werden. Nur selten ist ein operativer Eingriff (plastische Chirurgie) angezeigt.

Wann zum Arzt?

  • Wenn die Symptome auftreten.

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