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Krebsrisiko durch Wurst und Fleisch - Forschungsbedarf

Eine Warnung der Weltgesundheitsbehörde (WHO) verunsichert die Konsumenten. Demnach erhöht der regelmäßige Konsum von bestimmten Wurst- und Fleischprodukten (sogenanntes rotes Fleisch wie Rind, Schwein, Lamm sowie alle anderen Fleischsorten außer Geflügel) das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

Die WHO beruft sich dabei auf bisherige Tier- und Laborstudien. Im Vergleich zum Konsum von Alkohol und Nikotin ist das Krebsrisiko bei verarbeiteten Fleischprodukten jedoch deutlich niedriger. Auf das Konto von Tabak und Alkohol gehen demnach rund 30- beziehungsweise 18-mal mehr Krebstote. In absoluten Zahlen sind dies bei Tabak geschätzt eine Million Menschen pro Jahr weltweit, bei Fleischprodukten etwa 34.000. Auch die Luftverschmutzung ist als 6-mal so gefährlich einzustufen wie der Genuss von Wurst und Schinken.

Beweis steht noch aus

Laut den vorliegenden Studien ist die Wahrscheinlichkeit, später im Leben an Krebs zu erkranken, nur dann erhöht, wenn regelmäßig große Mengen von verarbeiteten roten Fleischprodukten verzehrt werden. Einen klaren Beweis dafür, dass Fleisch oder Fleischprodukte Krebs verursachen, liefern die Studien jedoch noch nicht.

Andere Risikofaktoren gehören auch berücksichtigt

Der Grund liegt darin, dass mehrere Studienautoren andere Risikofaktoren für eine erhöhte Krebswahrscheinlichkeit nicht in ihrer Analyse berücksichtigt haben. Schließlich gibt es auch andere Ursachen, die das Darmkrebsrisiko deutlich stärker erhöhen als Fleischkonsum: Dazu gehören etwa Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine generell ballaststoffarme Ernährung.

Weitere Forschung notwendig

Um das Gefahrenpotenzial von Wurst und Schinken beurteilen zu können, sind also noch weitere Untersuchungen notwendig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt derzeit, nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche zu essen, also maximal 40 bis 80 Gramm pro Tag.

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