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Tresore - Panzerknacker unterwegs

Wer daheim seine Wertgegenstände möglichst sicher verwahren möchte, der sollte beim Kauf eines Tresors nicht knausrig sein. Die teuren Modelle schneiden im Test am besten ab. 

In unserem Test finden Sie:

  • Bauhaus - Stabilit Möbeleinsatztresor M410
  • Burg Wächter - Combiline CL20 E
  • Format - Möbeleinsatztresor M410
  • Hartmann - HPKT 400-02
  • Hellweg - Aktentresor mit Fingerprint
  • Pearl - Xcase Stahlsafe, Best.Nr. NC-7413
  • Phoenix - SS1182K MK II
  • Rheinland - Gaia S2-100
  • Rottner - Comsafe Powersafe 300 EL

In unserer Testtabelle finden Sie Infos und Bewertungen zu: Schutz vor Diebstahl des Tresores, Widerstand gegen Aufbruch, Montage, Handhabung, Richtpreis

Lesen Sie auch unser Buch "".


Meißel, Hammer, Brechstange

Mehr braucht der Durchschnittseinbrecher nicht, um sich Zugang zum Haus zu verschaffen – und um billige Wandtresore zu öffnen. Deshalb gleich vorweg unser Tipp: Kaufen Sie Tresore mit Sicherheitszertifikat (siehe „Wie man es den Dieben schwer macht“). Auch die drei von uns für „gut“ befundenen Modelle sind zertifiziert. Jene vier Tresore, die im Test durchgefallen sind („nicht zufriedenstellend“), haben keine Sicherheitsstufe.

Tresore im Test

Den Test führte die Stiftung Warentest für uns durch. 9 der 10 von den deutschen Kollegen geprüften sogenannten Sicherheitsschränke sind auch in Österreich erhältlich (siehe Testtabelle). Der billigste Tresor, Details siehe Testtabelle, hielt den Angriffen der Tester nicht einmal eine Minute stand: Der Safe konnte im Handumdrehen von der Wand gelöst werden.

Safes werden oft mitgenommen

Nach einer kurzen Anstrengung mit Hammer und Meißel hätten Diebe den Pearl einfach wegtragen können. Darauf sehen sie es oft ab. Wohnungseinbrecher nehmen die meisten Tresore kurzerhand mit und knacken sie in aller Ruhe an einem anderen Ort. Deutlich weniger Safes versuchen die Diebe vor Ort zu öffnen.

Der oben genannte Tresor ließ sich auch sehr leicht öffnen. Nach knapp anderthalb Minuten hatte der Tester ihn geknackt. Wer Wertvolles zu Hause aufbewahren will, kann sich die 70 Euro getrost sparen, die dieser Stahlsafe kostet. Eine verschließbare Schublade bietet fast denselben Schutz.

Zweischalige Wand

Zweischalige Wand

Schon ein Blick auf das Gewicht zeigt den Unterschied in der Konstruktion. Während die aufbruchsicheren Tresore (mit Sicherheitszertifikat) 27 bis 56 Kilogramm wiegen, bringt der Pearl nur knapp 9 Kilogramm auf die Waage. Die widerstandsfähigeren Modelle haben einen zweischaligen Wandaufbau und stabile Türen. Die leichten, einwandigen Tresore von Hellweg und Pearl waren dagegen leicht zu knacken.

Schlüssel oder Zahlencode

Jeder zweite getestete Tresor ist mit einem Doppelbartschlüssel zu verschließen, die anderen haben elektronische Schlösser, die mit einem Zahlencode zu öffnen sind. Die dafür notwendige Energie liefern Batterien. Sie können meist von außen gewechselt werden. Der programmierte Öffnungscode bleibt auch bei Ausfall der Batterie erhalten. Der Hellweg-Tresor verfügt neben dem elektronischen Schloss noch über einen Verschluss per Fingerabdrucksensor.

Ob Tresor mit Schlüssel oder Zahlencode ist letztlich eine Sache der Vorliebe. Der Schlüssel muss jedenfalls sicher verwahrt werden (nicht im Nachkästchen oder unter der Matratze).

Verwüstung in der Wohnung

Schlüsseltresore haben insofern den Nachteil, dass sie Einbrecher dazu animieren, nach dem Schlüssel zu suchen. Das hat häufig Verwüstungen in der Wohnung zur Folge. Bei elektronischen Schlössern sollten Sie keinen einfach zu erratenden Code verwenden, etwa Geburtsdaten oder die auch bei Passwörtern im Internet allseits beliebte Kombination 1234.

An der Wand oder am Boden befestigt

An Wand oder Boden befestigt

Um zu prüfen, ob und wie schnell die Tresore entwendet werden können, haben die Tester sie zunächst an einer Betonwand beziehungsweise am Betonboden befestigt. Dafür verwendeten sie das mitgelieferte Befestigungsmaterial und gingen nach den Montageanleitungen vor. Das war aber nicht immer möglich. Bei den bauähnlichen Tresoren Format und Bauhaus gab´s weder Befestigungsmaterial noch eine Montage- oder Gebrauchsanleitung.

Kopfzerbrechen bereitete den Testern auch der Hartmann-Tresor. Der Anbieter spart sich nicht nur das Befestigungsmaterial, sondern irritiert den Käufer auch noch in der Anleitung mit verwirrenden Angaben zur Festigkeit der empfohlenen Dübel. Und wie lang die dazu passenden Schrauben sein müssen, sagt er auch nicht. Das Prüflabor musste es mühsam herausfinden.

Vier fielen durch

Nach der Montage der Tresore versuchte ein Tester, die Sicherheitsschränke so schnell wie möglich von der Wand beziehungsweise vom Boden zu trennen. Am schnellsten ging das beim Pearl-Stahlsafe und beim Hellweg. Kaum länger dauerte es bei Bauhaus und Format. Testergebnis bei allen vieren: nicht zufriedenstellend.

Lärm alarmiert Nachbarn

Wesentlich besser befestigt sind die Modelle von Burg-Wächter, Rheinland und Rottner. Sie lösten sich erst nach acht bis zehn Minuten dauernden schweißtreibenden Angriffen aus der Verankerung. Im Ernstfall könnte der dabei verursachte Krach aufmerksame Nachbarn alarmieren.

Können Diebe den Tresor nicht aus der Verankerung reißen, wollen sie ihn vielleicht an Ort und Stelle aufbrechen. Bei nur einem getesteten Safe könnte das schwierig werden. Den fachkundigen Testern ist es jedenfalls nicht gelungen, den Tresor von Burg-Wächter in der vorgegeben Zeit von 10 Minuten zu knacken.

Testsieger schwächelt bei Handhabung

Schärfere Kritierien

Die "zerstörende Angriffsprüfung" ging in drei zeitlich begrenzten Schritten voran. Von Schritt zu Schritt stand den Testaufbrechern mehr und stärkeres Werkzeug zur Verfügung, bis hin zum Winkel-schleifer. Im Gegensatz zur Prüfung nach Norm EN 14450 haben die Tester die drei Angriffsversuche nicht mit jeweils einem neuen Tresor vorgenommen, sondern mit demselben.

Einbrecher, die nicht gleich zum Ziel kommen, werden den Tresor auch mit immer stärkeren Werkzeugen attackieren – Werkzeuge, die sie übrigens oft in der Wohnung finden.

Testsieger schwächelt bei Handhabung

Testsieger Burg-Wächter konnte in Punkte Sicherheit überzeugen. Ein paar Schwächen hat er in der Handhabung. Die Batterien lassen sich bei diesem Modell etwas umständlich austauschen. Und das elektronische Code-Schloss kann der Nutzer zumindest am Anfang nur mit der mitgelieferten Anleitung bedienen.

Wie Sie es Dieben schwer machen

Recht sicher liegen Wertsachen in Bankschließfächern. Die werden aber langsam knapp und kosten Gebühren. Beachten Sie unsere Tipps; das macht es Dieben zumindest deutlich schwerer, den Heimtresor zu knacken.

Den richtigen Tresor wählen

Kaufen Sie einen Tresor mit Sicherheitszertifikat. Unabhängige, europaweite Institutionen wie der VdS (Verband der Sachversicherer) oder ECB-S (European Certification Body) zertifizieren den Schutzgrad. Die Sicherheitsstufe ist wichtig für den Versicherungsschutz: Für privat genutzte Tresore mit S2-Label, geprüft nach EN 14450, gilt ein Richtwert bis 20.000 Euro. Bis zu dieser Summe kann der Inhalt versichert werden. Geprüfte Tresore haben eine Plakette, auf der unter anderem die Sicherheitsstufe steht. Auch die von uns mit "gut“ bewerteten Tresore haben eine solche Sicherheitsstufe. Bei Werten jenseits von 20.000 Euro sollten Sie sich über sogenannte Wertschutzschränke mit zertifizierter Widerstandsgradangabe informieren. Fragen Sie jedenfalls bei Ihrem Versicherer nach.

Solide verankern

Wer den Tresor einfach in einen Schrank stellt, macht es den Dieben sehr leicht. Sie nehmen die Stahlkiste mit und öffnen sie an einem sicheren Ort. Wenn möglich sollten Sie den Tresor an zwei Seiten fest verankern, etwa am Boden und an der Rückwand. Das geht bei allen getesteten Tresoren. Bei zertifizierten Tresoren muss das mitgelieferte Material verwendet werden. Achten Sie auf die Vorgaben zum Befestigungsgrund. Stabile Untergründe sind zum Beispiel Ziegel- und Betonwände. Am besten ist es, wenn der Tresor von einem Fachmann montiert wird.

Verstecken

Die getesteten Tresore sind relativ klein, sodass sie im Wohnbereich oder im Keller an Orten aufgestellt und befestigt werden können, die Einbrecher nicht gleich finden.

Wohnung sichern

Lassen Sie die Einbrecher gar nicht erst bis zum Tresor vordringen. Wer Alarm-anlagen, Tür- und Fenstersicherungen überwinden muss, hat meist keine Zeit mehr, nach dem Tresor zu suchen.

So haben wir getestet

Im Test: 9 kleine Möbeltresore, in denen sich A4-Dokumente aufbewahren lassen, davon 4 Stahlschränke ohne Sicherheitsstufe und 6 Sicherheitsschränke, die mit Sicherheitsstufe der Klasse S2 ausgelobt sind. Der Tresor von Bauhaus ist bis auf eine andere Farbgebung baugleich mit dem Format.

Einkauf: Wir kauften die Prüfmuster im Juli 2017. Die Preise ermittelten wir durch eine Anbieterbefragung im November 2017.

Schutz vor Diebstahl des Tresors: 40 %
Die Tresore wurden gemäß der jeweiligen Montageanleitung und mittels der mitgelieferten oder empfohlenen Befestigungsmittel an einer Betonwand beziehungsweise einem Betonboden montiert. Eine Prüfperson versuchte sodann mittels zweier Schraubendreher, Flachmeißel, eines Schlosserhammers und einer Brechstange, die Tresore von Wand oder Boden zu lösen. Bewertet wurde die Zeit, in der sich die Tresore von der Wand entfernen ließen.

Widerstand gegen Aufbruch: 25%
Die Tresore wurden so am Boden fixiert, dass die Tür nach oben zeigte. Der gewaltsame Angriff auf die Tresortür wurde von einer Prüfperson durchgeführt. Der Angriff fand in drei Etappen statt: In der ersten hatte der Prüfer unter Verwendung von Schraubendrehern, Hammer, Meißel und eines Keils 5 Minuten reine Angriffszeit zur Verfügung. Gelang es ihm während dieser Zeit nicht, den Tresor zu öffnen, durfte er den Versuch für weitere 2,5 Minuten fortsetzen, indem er schwereres Werkzeug, wie etwa eine Brechstange, zu Hilfe nahm. Konnte der Tresor dann noch immer nicht geöffnet werden, durfte der Prüfer für weitere 2,5 Minuten mit sämtlichen laut Norm DIN EN 14450 zur Verfügung stehenden Werkzeugen wie etwa einem Winkelschleifer versuchen, den Tresor zu knacken. Bewertet wurde die Zeit, in der sich der Tresor öffnen ließ.

Montage: 20 %
Die Prüfer haben die Tresore gemäß Anleitung befestigt. Ein Experte beurteilte die Montage der Tresore, die laut Montageanleitungen und mittels der mitgelieferten Befestigungsmaterialien der Anbieter erfolgte. Lieferten sie kein Befestigungsmaterial mit, flossen Hinweise und Empfehlungen der Anbieter für geeignete Befestigungsmöglichkeiten in die Beurteilung ein.

Handhabung: 15%
Fünf Prüfpersonen, darunter zwei Experten, beurteilten die Gebrauchsanleitung im Hinblick auf Verständlichkeit, logischen Aufbau und Übersichtlichkeit. Bei der allgemeinen Bedienung wurde unter anderem das Öffnen und Schließen der Tresortür beurteilt, entweder mittels Schlüssel, Codeeingabe oder Fingerabdruck. Bei den elektronischen Schlössern wurde darüber hinaus beurteilt, inwiefern die Eingaben akustisch unterstützt werden, ob es eine Anzeige über den Ladezustand der Batterien gibt und ob das Tastenfeld gut erkennbar ist. Beim Innenraum interessierte die Tester, ob die eingelegten Gegenstände gut erreichbar und sichtbar sind, ob es Sortier- und Ordnungselemente wie verstellbare Zwischenböden gibt. Die Inbetriebnahme des Tresors wurde bewertet. Dafür spielte unter anderem der Aufwand für das Einlegen der Batterie sowie der Aufwand für das Programmieren eine Rolle.

Abwertungen
Abwertungen sorgen dafür, dass sich Produktmängel verstärkt auf das Gesamturteil auswirken. War der Schutz vor Diebstahl des Tresors mangelhaft, konnte das Gesamturteil nicht besser sein.
 

Testtabelle: Heim- und Möbeltresore

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