Espressomaschine mit Siebträger Bild: Rawpixel.com / Shutterstock.com

TEST: Espressomaschinen mit Siebträger 1/2022

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Die chromblitzenden Profigeräte kennt man vom Kaffeehaus. In kleinerer Bauform gibt es sie auch für den Espressogenuss zu Hause.

Diese Espressomaschinen haben wir getestet:

  • De'Longhi Dedica EC785
  • Graef Siebträger Espresso Salita
  • Krups Virtuoso XP442C
  • Sage The Bambino Plus
  • Severin KA 5995 Espresa Plus
  • Smeg ECF01BLEU
  • Solis Barista Gran Gusto

Im Produktfinder lesen Sie Infos und Bewertungen zu: AUSSTATTUNG (Gewicht, Jährliche Kosten für Wasserfilterpatronen, Dauer Entkalkungsprogramm ...), GETRÄNKEZUBEREITUNG (Espressostärke variieren, Milch aufschäumen, Espressotemperaturen, ...), HANDHABUNG (Zubereiten der Getränke, Reinigen, Entkalken, ...), UMWELTEIGENSCHAFTEN (Stromverbrauch, Reparierbarkeit, ...), SCHADSTOFFE, SICHERHEIT - Nachfolgend unser Testbericht.

Siebträgermaschinen mit Milchdüse

Sieben Gramm fein gemahlenes Kaffeepulver und 25 Milliliter Wasser. Das ist das Grundrezept für die Zubereitung von Espresso in der Siebträgermaschine. Anders als bei den Vollautomaten ist ein bisschen Handarbeit notwendig. Hektik ist nicht angebracht, das Kaffeebrühen wird zur Zeremonie.

Im Test der Stiftung Warentest waren sieben Siebträger-Espressomaschinen aus dem Einstiegssegment mit Richtpreisen von 200 bis 530 Euro. Ein integriertes Mahlwerk bietet keine davon, dafür haben sie alle eine Milchdüse für manuelles Schäumen.

Kaffeezubereitung, Reinigung, Reparatur

Bewertet wurde, wie gut man mit den Geräten Espresso und Cappuccino zubereiten und individuell anpassen kann. Geachtet wurde weiters auf intuitive Bedienbarkeit sowie einfache Reinigung und Entkalkung der Kaffeemaschinen. Außerdem war die Reparierbarkeit ein Kriterium, also die Frage, ob z.B. ein Fachbetrieb Bauteile unkompliziert tauschen kann. In allen Fällen lautet die Antwort ja.

Espresso und Cappuccino anpassen

Verzichtet wurde im Test auf eine Sensoriknote. Kaffeesorte, Mahlgrad und Geräteeinstellungen haben einen zu großen Einfluss auf das Getränk. Stattdessen befassten sich zwei Kaffeesommeliers mit den Möglichkeiten der getesteten Modelle. Espresso und Cappuccino wurden zunächst laut Werkseinstellung bzw. Bedienungsanleitung zubereitet, danach machten sich die Fachleute ans Optimieren. Ihre Einschätzung plus Empfehlung ist in den Gerätesteckbriefen enthalten.

Schnell heiß

Ein kleiner Minuspunkt der ersten drei im Test (Krups, Smeg, De’Longhi) ist eventuell die etwas längere Aufheizdauer. Die Krups braucht nach dem Einschalten mehr als 50 Sekunden, während Sage und Graef sofort startklar sind.

Unterschiede gibt es auch bei der Getränketemperatur, die nur bei wenigen Maschinen manuell variierbar ist. Optimal sind um die 69 bis 70 Grad. Bei der Solis sind es bei der ersten Tasse nur 60 Grad, erst die zweite ist dann heißer. Graef hingegen liefert von Beginn an sehr heiße 75 Grad. Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Tassen vor dem Brühvorgang mit heißem Wasser auszuspülen, damit der Kaffee nicht zu rasch abkühlt.

Gut geschäumt

Bestandteil aller Geräte ist eine Milchdüse, auch Dampflanze genannt. Bei den meisten ist sie mit einem sogenannten Pannarello bestückt. Dieser Aufsatz soll das Schäumen erleichtern. Er sorgt dafür, dass Luft angesaugt und in die Milch gedrückt wird. Der Schaum wird dadurch in der Regel sehr feinporig. Noch besser gelingt er mit etwas baristamäßigem Wissen und Geschick. Unbedingt erforderlich ist ein solches bei der Dampflanze von Solis, wo auf den Pannarello verzichtet wurde.

So gehen Sie professionell vor: Düse tief in die Milch tauchen, den Dampf starten, dann die Düse knapp unter der Oberfläche halten und mit dem anwachsenden Schaum nach oben wandern. Das Milchkännchen dabei leicht schwenken. Bei der Solis-Maschine gelang dies im Test übrigens nur mittelmäßig. Der Schaum war dünn, blasig und zerfiel leicht.

Sage verfügt über einen Temperaturfühler für den Milchschaum. Die Maschine schaltet sich automatisch ab, sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist. Der Schaum zählt zu den besten im Test.

Ganz wichtig: Milchdüse und Pannarello aus hygienischen Gründen nach jeder Verwendung von Hand reinigen!

Entkalkung

Der sonstige Pflegeaufwand ist bei Siebträgermaschinen gering. Was – je nach Wasserhärte – früher oder später ansteht, ist das Entkalken. Üblicherweise füllt man eine Entkalkerlösung in den Tank und startet ein integ­riertes Programm, das unterschiedlich lange dauert. Bei der Solis ist dieses Entkalkungsprogramm gar erst nach 75 Minuten beendet. Außerdem ist bei ihr wie auch bei der Graef die Gefahr recht hoch, sich bei der Prozedur zu verbrühen, weil die säurehaltige Lösung über den Kaffeeauslass und das Dampfrohr abgelassen wird und Spritzer nicht zu vermeiden sind. Gefahrlos und in nur 17 Minuten entkalkt ist hingegen die Sage.

Wasserfilter verzögern Entkalkungszyklen

Als Zubehör für De’Longhi, Sage und Smeg sind Wasserfilter erhältlich, die hartes Wasser weich machen und den Zeitraum zwischen den Entkalkungszyklen deutlich ausdehnen. Geprüft wurde, wie lange eine einzelne Filterpatrone Wasser von 17 Grad deutscher Härte auf unter 8,3 Grad bringt. Bei Smeg und Sage reicht es für rund 300 Tassen Espresso, bei De’Longhi für fast 200. Allerdings empfehlen die Anbieter, alle zwei bis drei Monate eine neue Patrone einzusetzen, was aus hygienischen Gründen auch sinnvoll ist. Ob man lieber die Zusatzkosten von rund 60 bis 80 Euro im Jahr oder den vermehrten Entkalkungsaufwand in Kauf nimmt, ist eine persönliche Entscheidung.

Produktfinder Siebträgermaschinen

7 Siebträgermaschinen im Vergleich

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Steckbriefe der Besten

Krups Virtuoso XP442C

Kompakt, einfach zu bedienen, leicht zu reinigen. Relativ lange Aufheizdauer von ca. 52 Sekunden. Heißer Espresso ab der ersten Tasse, in betriebswarmem Zustand sind spätere Tassen sogar eher zu heiß. Feiner, gleichmäßiger Milchschaum. Dauer des Entkalkungsprogramms: 45 Minuten. Der Espresso schmeckt recht säurebetont und flach. Runder wird er durch etwas weniger Wasser und eine Spur mehr Kaffeepulver.

Smeg ECF01BLEU

Gleichauf mit Krups, aber im Retro-Design. Intuitiv und einfach zu bedienen. 40 Sekunden Aufheizdauer. Die dreistufige Temperatureinstellung zeigt keinen Effekt, die Espressotemperatur ist aber grundsätzlich angenehm. Produziert schnell viel Schaum, der etwas feiner sein könnte. Der Espresso ist bereits in der Werks­einstellung perfekt, sodass keine Anpassungen notwendig sind. Gleiches gilt für den Cappuccino.

De’Longhi Dedica EC785

Kompakt, einfach zu bedienen, leicht zu reinigen. 40 Sekunden Aufheizdauer. Die erste Tasse Epresso ist in Werkseinstellung zu kühl (was sich aber begrenzt anpassen lässt), die Temperatur der weiteren Tassen ist angenehm. Schäumt Milch mit etwas Übung sehr fein auf. Der Espresso bekommt eine bessere Crema und ein vollmundigeres Aroma, wenn das voreingestellte Volumen von 30 auf 25 Milliliter reduziert und etwas mehr Kaffeepulver verwendet wird.

Sage The Bambino Plus

Die teuerste Maschine im Test. Ohne Aufheizen sofort startklar. Erste Tasse etwas kühl. Spritzt recht stark beim Kaffeezubereiten. Leicht und schnell zu entkalken. Milchschaumtemperatur und -menge in drei Stufen einstellbar. Bereitet in der Werkseinstellung einen aromatischen, komplexen Espresso zu. Bester Milchschaum. Vollmundiger Cappuccino. Die beste Einstellung für die Milchtemperatur ist „ideal“ (ca. 65 Grad).

Kaffee- und E.S.E.-Pads

Herkömmliche Kaffeepads im Siebträger zu verwenden, widerspricht der eigentlichen Idee dieser Maschinen. Bei den vier Erstgereihten ist nur in der Krups-Bedienungsanleitung überhaupt von dieser Möglichkeit die Rede, die Sage ist hingegen laut Hersteller gar nicht für Pads geeignet. Von Krups empfohlen wird, den herkömmlichen Sieb­einsatz für Kaffeepulver zu verwenden. Mitgeliefert wird aber, so wie bei Smeg und De’Longhi, auch ein eigener Siebeinsatz für Espresso-Pads, auch bekannt als E.S.E.-Pads oder E.S.E.-Pods. E.S.E. (gesprochen: isi) steht für „Easy Serving Espresso“, was man sinngemäß mit einfach zu servierender Espresso übersetzen kann. Anders als herkömmliche Kaffeepads sind die E.S.E.-Pads genormt und das enthaltene Kaffeepulver ist sehr fest gepresst. Der Preis des Komforts sind die eventuell höheren Kosten pro Portion sowie die Tatsache, dass jedes einzelne Pad in Kunststofffolie verschweißt ist.

Siebträger

Der Siebträger besteht aus einem Handgriff und der Aufnahme für einen Siebeinsatz, der das Kaffeepulver enthält. Zur Grundausstattung gehören üblicherweise zwei Siebeinsätze mit unterschiedlichem Fassungsvermögen (Zubereitung von einer bzw. zwei Tassen). Mittels Bajonettverschluss wird der Siebträger unter den Heißwasserauslass („Dusche“) gespannt. Unter hohem Druck wird dann das Wasser durchs Kaffeepulver gepresst.

VKI-Tipps

Vier Mal gut: Die vier guten Siebträgermaschinen im Test liegen punktemäßig knapp beisammen. Jede für sich ist eine Kaufempfehlung für Kaffeegenießer. Die feinen Unterschiede finden Sie in den Gerätesteckbriefen.

Experimentieren lohnt sich: Weniger Wasser und mehr Kaffeemehl bringen oft eine bessere Crema und ein vollmundigeres Aroma. Wichtig ist außerdem, den gemahlenen Kaffee mit dem mitgelieferten Tamper (Stampfer, Stopfer) fest in den Siebeinsatz zu drücken, damit das Wasser nicht zu schnell hindurchfließt. Und klarerweise spielt die verwendete Kaffeesorte eine wesentliche Rolle.

Mahlgrad: Fein, aber nicht zu glatt, lautet die Devise. Das Kaffeemehl sollte sich wie feiner Sand anfühlen. Einen Test von Kaffeemühlen finden Sie in KONSUMENT 2/2020.

Testkriterien

Im Test der Stiftung Wartentest waren sieben Espressomaschinen mit Siebträger.

Getränkezubereitung (40 %)

Die Dauer für Aufheizen und Getränkezubereitung wurde vom Einschalten des kalten Geräts bis zur fertigen ersten Tasse Espresso und Cappuccino gemessen. Die Konstanz des Getränkevolumens wurde anhand mehrerer Tassen Espresso nacheinander sowie bei zwei Tassen Espresso gleichzeitig bewertet.

Die Espressotemperatur wurde sowohl nach Kaltstart bei der ersten Tasse als auch bei der fünften bis zehnten Tasse Espresso gemessen. Außerdem wurden die Temperaturunterschiede zwischen den Getränken geprüft. Wenn möglich, prüfte ein Experte, wie gut es dem betriebswarmen Gerät gelingt, zwischen minimaler und maximaler Einstellung die Espressotemperatur zu variieren.

Anhand der Feststoffdichte im Espresso wurde geprüft, wie sich die Espressostärke durch Änderung der Kaffeepulvermenge variieren lässt.

Beim Milchaufschäumen beurteilte ein Experte die Qualität und die Standfestigkeit des Milchschaums nach drei Minuten.

Die Enthärtungsleistung des Wasserfilters wurde mit hartem Wasser von 17 bis 17,5 Grad deutscher Härte geprüft und es wurde die Durchflussmenge ermittelt, bis das gefilterte Wasser mehr als 8,3 Grad deutscher Härte aufwies und somit nicht mehr weich war. Außerdem wurde die Anzahl an Tassen Espresso ermittelt, die sich bis dahin zubereiten ließen, unter Berücksichtigung von Ein- und Ausschaltspülvorgängen (rechnerische „Reichweite“ einer Filterpatrone).

Handhabung (30 %)

Ein Experte beurteilte die Bedienungsanleitung in Anlehnung an DIN EN 82079–1. Fünf erfahrene Frauen und Männer unterschiedlichen Alters bewerteten das Zubereiten der Getränke. Sie beurteilten die Bedienelemente, das Einschalten und Befüllen, die Getränkeauswahl, die Positionierung der Tassen, die Getränkezubereitung sowie die Kontrolle der Füllmenge des Wassertanks.

Für den Aufwand beim Reinigen wurden die notwendigen Arbeitsschritte bewertet, die für das tägliche und wöchentliche Reinigen nötig sind. Ein Experte beurteilte die Standfläche, das Tropfen und Spritzen beim Reinigen sowie die Verschmutzung des Geräts in allen zugänglichen Bereichen. Beim Entkalken wurden der Ablauf und die Anzeigen, der Aufwand fürs Spülen und Befüllen sowie die Dauer beurteilt. Wenn vorhanden, wurde bewertet, ob sich die Wasserfilterpatrone einfach verwenden lässt.

Umwelteigenschaften (20 %)

Der Stromverbrauch wurde bewertet: im Stand-by in Anlehnung an die Verordnung (EUV) Nr. 801/2013 sowie EGV 1275/2008 fürs Aufheizen, Zubereiten von je vier Mal Espresso und Cappuccino, vier Mal Milchschäumen (100 Milliliter), Spülen des Milchsystems sowie für den Ausschaltvorgang. Das Geräusch beurteilten die fünf Prüfpersonen subjektiv beim Milchaufschäumen und bei der Kaffeezubereitung. Die Reparierbarkeit bewerteten drei Experten anhand der Hilfen in den Bedienungssanleitungen, der Lösbarkeit von Verbindungen sowie durch Reparaturversuche an Heizung, Pumpe und Verschleißbauteilen.

Schadstoffe (5 %)

Die Untersuchung erfolgte, nachdem 300 Mal Espresso und Cappuccino zubereitet worden war. Alle Geräte wurden nach Gebrauchsanleitung entkalkt und gespült. Beim letzten Spülgang wurde das Wasser aus dem Kaffeeauslauf auf Aluminium, Blei, Kadmium, Chrom, Nickel, Kupfer und Zinn untersucht.

Sicherheit (5 %)

In Anlehnung an DIN EN 60335–1 und DIN EN 60335–2–15 wurde bei der elektrischen Sicherheit etwa überprüft, ob aktive Teile und der Schutzleiteranschluss zugänglich sind. Heiße Oberflächen wurden mittels Thermografieaufnahmen beurteilt sowie in Anlehnung an DIN VDE 0701–0702 und DIN EN ISO 13732–1. Außerdem wurde die Verbrennungsgefahr beim Entkalken beurteilt. Auch wurde auf mögliche Fehlbedienungen geachtet, insbesondere beim Bezug von Getränken und von Dampf.

Sonstige Untersuchungen

Zwei Kaffeesommeliers* beschrieben Espresso und Cappuccino aus jedem Siebträger. Die Expertin und der Experte beurteilten, ob und wie Werkseinstellungen sich optimieren lassen. Ihre Einschätzung hatte keinen Einfluss auf das KONSUMENT-Testurteil.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass Produktmängel sich verstärkt auf das KONSUMENT-Testurteil auswirken. Folgende gekennzeichnete Abwertungen haben wir eingesetzt: Lautete das Schadstoffurteil „nicht zufriedenstellend“, konnte das KONSUMENT-Testurteil nicht besser sein. War das Entkalken „weniger zufriedenstellend“ oder schlechter, zogen wir vom Urteil für die Handhabung eine halbe Note ab. Waren heiße Oberflächen und Verbrennungsgefahr „weniger zufriedenstellend“, konnte die Sicherheit maximal eine Note besser sein.

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