Elektriker trägt eine Kabelrolle Elektriker im Test Bild: Virrage Images/Shutterstock

Elektriker in Wien - Häufig mangelt es an Fachkompetenz

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Wir haben in Wien Unternehmen beauftragt, einen Ventilatorschalter fürs WC zu tauschen. Das schafften nicht alle. Immerhin zwei können wir aber empfehlen.

Verschiede Werkzeuge eines Elektrikers, Steckdose, Kabel (Bild: Pixel-Shot/Shutterstock.com)

Folgende Elektriker haben wir kontaktiert:

  • BPSS-INSTALLATIONEN GmbH
  • Das-i-Team Wolfgang Petters
  • Etra-elektro
  • Elektro Gönner GmbH & Co KG
  • Elektro Karaman GmbH
  • ElektroProfi
  • Elektro Török-Bognar KG
  • Ferd. Schmidt Elektroinstallations-Gesellschaft m.b.H.
  • HAWLAN Elektrotechnik GmbH
  • Hilfy GmbH
  • Richard Hrozek GesmbH
  • Robert Trötzmüller Elektroinstallationen GmbH
  • SIPa Elektro GmbH
  • WTA Elektroinstallationen GmbH Nfg. KG

Die Testtabelle informiert über: Kosteninformationen vorab, Anzahl der Kontakte (telefonisch, schriftlich, notwendiges Nachfragen des Kunden, Termine vor Ort), Terminplanung (Werktage vom Erstkontakt bis zum Abschluss; Termineinhaltung, Kundenfreundlichkeit), Abwicklung des Umbaus (Anzahl der Personen vor Ort, notwendiger, überflüssiger oder falscher Materialeinsatz; ursprüngliches Erscheinungsbild beibehalten, Funktionsprüfung, Zeitaufwand, Gesamtzeitaufwand in Minuten, Sauberkeit, Freundlichkeit), Umsetzung der Kundenvorgaben, Fachkompetenz, Kosten. 

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht:


Test: Elektriker in Wien

Elektriker werden immer wieder gebraucht. Und wenn man nicht schon den Betrieb ­seines Vertrauens gefunden hat, stellt sich jedes Mal die Frage: An wen soll ich mich wenden? Dass diese Frage wesentlich ist, zeigt unser Test von 14 Elektrikerfirmen in Wien. Die von uns gestellte Aufgabe wurde unterschiedlich gelöst – oder gar nicht.

Unser Wunsch: Licht- und Ventilator getrennt zu betätigen

Ausgangslage war ein WC, für das getrennt – durch zwei Einzelschalter in einem Doppelrahmen – Licht und Ventilator ein- und ausgeschaltet werden können. Der Auftrag lautete, dass sich der Ventilator nach drei Minuten selbst abschalten soll. Dafür ­müsste der Schalter gegen einen Taster getauscht und ein Relais mit automatischer Abschaltfunktion samt Zeiteinstellungsmöglichkeit eingebaut werden.

Der für ­diese Installation notwendige Neutralleiter war bereits vorhanden. Das konnte vor Ort festgestellt oder durch Nachfragen in Erfahrung gebracht werden – weil früher schon einmal eine automatische Abschaltung in­stalliert war. Wie der Test zeigt, kann diese Aufgabe einfach und locker in einer halben Stunde erledigt werden. Theoretisch – in der Praxis von den meisten jedoch nicht.

Parkplatzproblem, Terminabsagen

Drei Firmen kamen gar nicht in die Nähe des zu tauschenden Schalters. Zwei davon meldeten sich trotz mehrmaliger Anrufe einfach nie für eine Terminvereinbarung. Der dritte sagte zum ausgemachten Termin mit der Begründung ab, er finde seit einer Dreiviertelstunde keinen Parkplatz und gebe daher den Auftrag ab. Sie alle bekamen kein Testurteil.

Falsches Material

Falsches Material verwendet

Sehr wohl ein Testurteil erhielten BPSS-­Installationen und Ferdinand Schmidt. Ein nicht zufriedenstellendes. Der Elektriker der Firma Schmidt kam vorbei und brauchte knapp zweieinhalb Stunden, um schließlich zu scheitern. Dafür musste er zwei Mal zum Einkaufen fahren. Er dachte nämlich, das neue Relais sei defekt, darum kaufte er ein weiteres. Allerdings war es gar nicht kaputt; der Techniker verdrahtete es mit dem Ein-/Aus-Schalter, den er gegen einen Taster hätte tauschen müssen. Als der Ventilator immer noch nicht funktionierte, wie er sollte, brachte er alles wieder in den ­ursprünglichen Zustand.

Er kündigte an, sich nach Rücksprache mit dem Chef in der darauffolgenden Woche zu melden. Nachdem das nicht passierte, erkundigte sich der Testkunde nach dem Stand der Dinge. Daraufhin wurde ihm höflich mitgeteilt, dass der Elektriker nicht wisse, wo er das angeblich benötigte Teil bekomme. Zumindest wurde dem Testkunden nichts ver­rechnet. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Kunde, solange der ­Handwerker im Haus war, auch Zeit – und dadurch eventuell Geld – verlor. Auch die ­Firma BPSS verwendete falsches Material, nämlich wieder einen Schalter anstelle des notwendigen Tasters. Der Ventilator funk­tionierte so nur bei jedem zweiten Schaltvorgang – nicht zufriedenstellend.

Enttäuschend: Relais zu groß und lauter als kleinere Modelle

Hilfy trat nur als Vermittler auf. Das von Hilfy beauftragte Unternehmen arbeitete weniger zufriedenstellend. Der Elektriker kaufte ein viel zu großes Relais, das er natürlich nicht in der Schalterdose unterbrachte. Es wurde daher mühsam in einer Verteilerdose verbaut. Das aktivierte Relais war dann auch viel lauter als die kleinen Modelle, die alle anderen Firmen verwendeten. Außerdem wurde unnötigerweise auch der Lichtschalter getauscht – und in der Folge beide Wippen sowie der Doppelrahmen gegen neue einer anderen Serie. Der Techniker meinte, der Unterputzeinsatz – also das Innenleben des Schalters – passe nicht mehr zu den originalen Wippen und Rahmen. Was aber nicht stimmte.

Damit ist dieser Handwerker allerdings nicht allein, wie in der Tabellenspalte „Materialeinsatz – Überflüssig“ ersichtlich ist. Das veränderte Erscheinungsbild stört natürlich all jene, die Wert auf das gleiche Aussehen aller Schalter in der Wohnung legen – außerdem verursacht es höhere Kosten. Und dann wurde der Schalter auch noch sehr schief montiert. Von der besten Lösung war diese Arbeit weit entfernt.

Arbeit in einer halben Stunde bestens erledigt

Erhebend: Arbeit korrekt in einer halben Stunde erledigt

Hervorzuheben sind Testsieger Etra-elektro und Das-i-Team. Etra-elektro wurde uns von der ursprünglich beauftragen Firma GK Elektronik Wien empfohlen, die keine Zeit für den Auftrag hatte. Der Handwerker von Etra-elektro machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und erledigte genau das, was notwendig war, nicht mehr. Das heißt, er tauschte nur den Unterputzeinsatz für den neuen Taster und das Relais, verdrahtete alles richtig und steckte wieder die origi­nalen Wippen und den Doppelrahmen auf. Er brauchte dafür ein halbe Stunde. Dass danach nur 138 Euro – klar am wenigsten von allen Aufträgen – zu bezahlen waren, entlockte dem Testkunden ein dankbares Lächeln.

In unsere Note floss der Preis allerdings nicht ein. Auszusetzen haben wir bei diesem Elektriker nur etwas an der Homepage. Dort sind weder eine Kostenaufstellung – das hat fast niemand – noch Öffnungszeiten oder das Impressum zu finden. Vor Firmen ohne Impressum warnen wir normalerweise.

Ebenso sehr zufrieden waren wir mit der Arbeit von Das-i-Team. Der Elektriker brauchte vor Ort sogar noch ein paar Minuten weniger. Dafür ging die Terminplanung weniger zügig vonstatten, es waren auch mehr Anrufe des Kunden notwendig.

Entzaubernd: verschiedene Schwächen

Bei den mit „durchschnittlich“ bewerteten Unternehmen lagen unterschiedliche Schwächen vor. Ein allgemeines Manko gibt es aber: Entweder wurde der Kunde vor der Arbeit nicht über die wahrscheinlichen Kosten informiert oder die veranschlagten Kosten wurden auf der Rechnung nicht an den tatsächlichen – geringeren – Arbeits- und Materialaufwand angepasst. Beides sollte wirklich nicht passieren. Zum Schluss noch eine positive Nachricht: Beinahe alle Testkandidaten waren sehr freundlich im Umgang mit dem Testkunden. Immerhin.

Testtabelle: Elektriker - Servicetest

Tabelle öffnen

Verwendetes Material

Dieses Material haben die Firmen eingesetzt:

Schalter Material; (Bild: VKI)

 

Firma, Testurteil, erreichte von 100 Prozentpunkten

1. Etra-elektro - sehr gut (97 %)

2. Das-i-Team Wolfgang Petters - sehr gut (93 %)

3. Elektro Gönner GmbH & Co KG - durchschnittlich (40 %)

 

6. HAWLAN Elektrotechnik GmbH - durchschnittlich (40 %)

7. Robert Trötzmüller Elektroinstallationen GmbH - durchschnittlich (40 %)

8. SIPa Elektro GmbH - durchschnittlich (40 %)

 

Schalter Material; (Bild: VKI)

 

4. Elektro Karaman GmbH - durchschnittlich (40 %)

5. Elektro Török-Bognar KG - durchschnittlich (40 %)

 

9. Hilfy GmbH - weniger zufriedenstellend (38 %)

10. BPSS-INSTALLATIONEN GmbH - nicht zufriedenstellend (19%)

 

 

VKI-Tipps

Preis

Holen Sie vor der Auftragsver­gabe immer mindestens drei Kostenvoranschläge ein und entscheiden Sie dann. Nicht immer ist der nächstliegende Betrieb der günstigste; auch wenn Wegzeit und Kfz-Pauschale von weiter entfernten Unternehmen einen großen Teil der Kosten ausmachen können. Fragen Sie auch danach. Die Kosteninformation ist eine Holschuld des Kunden.

Wissen

Geben Sie dem Elektriker gleich beim ersten Anruf so viele Informationen wie möglich. Nicht alle fragen von sich aus. Ist der Techniker aber gut informiert, kann er zum Termin schon das nötige Material mitbringen und sich eventuell Besorgungswege ersparen.

Zeit

Schreiben Sie die tatsächliche Arbeitszeit auf. Steht auf der Rechnung etwas anderes, machen Sie den Elektriker darauf aufmerksam.

Testkriterien

Getestet wurden 14 Elektrikerfirmen aus Wien.

Die Aufgabenstellung lautete, bei einem bestehenden WC-Ventilator die mechanische Schaltfunktion gegen eine automatisierte Abschaltfunktion zu tauschen. Dafür musste der Ein-/Ausschalter gegen einen Taster der Marke Berker (um das ursprüngliche Erscheinungsbild zu erhalten) getauscht werden und ein Relais mit automatischer Abschaltfunktion und einer vorgegebenen Zeiteinstellung (nach Kundenwunsch ca. 3 Minuten) eingebaut werden. Der dafür erforderliche Neutralleiter war bereits vorhanden. Dies konnte nur vor Ort festgestellt werden oder durch telefonische Auskunft (auf Nachfrage der Firma).

Elf Firmen waren vor Ort, davon konnten zwei die Aufgabe nicht umsetzen. Ein Betrieb gab uns kurz vor dem vereinbarten Termin Bescheid, dass er auf den Auftrag verzichte, da der Elektriker keinen Parkplatz finde. Zwei weitere Firmen meldeten sich nach dem Erstkontakt nicht mehr.

Prüfkriterien:

Homepage (2 %)

Auf der Homepage wurde überprüft, ob folgende Informationen angeführt sind: Kosteninformation, Öffnungszeiten, Impressum.

Arbeitsaufwand, Einschätzung (10 %)

Die Einschätzung des Arbeitsaufwandes seitens der Firma erfolgte entweder vor Ort oder durch telefonische/schriftliche Abfrage.

Kosteninformation (10 %)

Bei der Kosteninformation wurde bewertet, ob vor Beginn der Arbeit eine Information seitens der Firma erfolgte.

Anzahl der Kontakte (2 %)

Wie oft gab es einen telefonischen bzw. schriftlichen Kontakt, wie oft musste der Kunde nachfragen bzw. wie oft kam der Elektriker ins Haus?

Terminplanung (3 %)

Bei der Terminplanung wurde beurteilt, wie viele Werktage von der 1. Kontaktaufnahme bis zum Abschluss der Arbeiten benötigt wurden. Berücksichtigt wurde bei der Bewertung, wenn ein Termin vonseiten des Testkunden nicht wahrgenommen werden konnte. Außerdem wurde beurteilt, ob die Vereinbarungen eingehalten wurden oder der Kunde von sich aus tätig werden musste. Die Freundlichkeit und die Termineinhaltung bzw. Pünktlichkeit wurden ebenso beurteilt.

Abwicklung des Umbaus (20 %)

  • Anzahl der Personen vor Ort
  • Materialeinsatz: Erforderlich ist der Tausch eines Ein-/Ausschalters gegen einen Taster der Marke Berker mit einem Relais samt automatischer Abschaltfunktion mit einer Zeiteinstellung von ca. 3 Minuten. Beurteilt wird, ob lediglich das erforderliche Material eingebaut wurde oder zusätzliche Materialien (anderes Markenmaterial, Relais in der Verteilerdose) verwendet wurden.
  • Wurde das ursprüngliche Erscheinungsbild beibehalten oder verändert?
  • Funktionsprüfung: Wurde der Kunde gefragt, welche Zeiteinstellung für die Abschaltautomatik erwünscht ist, und wurde dies auch überprüft?
  • Zeitaufwand: Das ist jene Zeit in Minuten, die der Elektriker vor Ort insgesamt benötigte (inklusive einer eventuellen Einkaufszeit).
  • Sauberkeit: Wurde die Wand beschmutzt, wurden die Schuhe angelassen oder wurde Schmutz hinterlassen?
  • Freundlichkeit

Umsetzung der Kundenvorgaben (30 %)

Fachkompetenz (20 %)

Dazu gehört nicht nur das technische Verständnis, sondern auch das Wissen über das am Markt verfügbare Material.

Anpassung an die tatsächlichen Kosten (3 %)

Wurden die tatsächlichen Kosten an die ursprüngliche Kosteninformation angepasst, sofern diese vorweg gegeben wurde?

Gesamtpreis

Wurde bei der Bewertung nicht berücksichtigt.

Es kam zu einer Abwertung, wenn bis zum Abschluss der Arbeit keine Kosteninformation gegeben wurde. Aber auch bei einer Kosteninformation vorab, wenn die Kosten nach getaner Arbeit nicht an den tatsächlichen Zeitaufwand angepasst wurden. In diesen Fällen konnte keine bessere Gesamtnote als „durchschnittlich“ erzielt werden.

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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