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WC-Papier - Kein Griff ins Klo

, aktualisiert am

Beim Kauf von Toilettenpapier kann man nichts mehr falsch machen. Unter den sanften und sicheren 18 getesteten WC-Papieren sind auch 9 Recyclingprodukte.

In unserem Test WC-Papier finden Sie:

  • Billa Soft - Toilettenpapier sensitiv
  • Bipa/Bi Good - Umweltfreundliches Toilettenpapier
  • Clever - Toilettenpapier aus weichem Recyclingpapier
  • Clever - Toilettenpapier supersoft
  • Cosy - Unser Liebstes
  • Danke - Ihr kleiner Beitrag!
  • dm/Sanft & Sicher - Toilettenpapier Classic
  • dm/Sanft & Sicher - Toilettenpapier Recycling
  • Hakle - Klassisch weiss
  • Hakle - Klassische Sauberkeit
  • Hofer/Solo - Comfort
  • Hofer/Solo - Premium
  • Lidl/Floralys - Soft
  • Müller/Soft Star - Das Bewusste
  • Müller/Soft Star - Das Zuverlässige
  • Spar/Lovely - Toilettenpapier besonders weich & reißfest
  • Zewa - bewährt
  • Zewa - Comfort Das Reinweisse

Die Testtabelle informiert Sie über: Rollen pro Packung, Abrisse pro Rolle, Blattgröße, Länge in m, Gewicht, Herstellungsland, Festigkeit in trockenem Zustand, Aufnahme von Feuchtigkeit, Wiederauflösbarkeit, Aussehen, Weichheit, Reißfestigkeit, Saugfähigkeit, Lagenzusammenhalt, Abtrennen der Blätter. - Wie wir getestet haben, beschreiben wir in einem eigenen Artikel: WC-Papier im Labor: So testen wir - Stunde der Wahrheit - Nachfolgend unser Testbericht: 


Klopapier im KONSUMENT-Test

Aus unserer Leserpost wissen wir: Viele Konsumenten ärgern sich seit Längerem über Klopapier, besser gesagt: über die Sparmaßnahmen der Hersteller. „Auch bei Toilettenpapier wurde getrickst. Das Format der einzelnen Abrissblätter wurde still und leise immer kleiner“, schrieb uns erbost einer unserer langjährigen Leser und schickte auch gleich ein eindrucksvolles ­Beweisfoto mit. Einer anderen Leserin fiel auf, dass sie auf ihrem WC in immer kür­zeren Abständen Klopapier nachlegen musste, weil die Rolle schon wieder leer war. Alles nur Zufall oder Einbildung von überkritischen Verbrauchern?

Vermessen und durchgezählt

Wir gingen der Sache nach. Unseren letzten sehr umfangreichen Test zu WC-Papier veröffentlichten wir in Konsument 9/1991: ­Unglaubliche 60 (!) Klosettpapiere hatten wir uns damals vorgenommen. Sie wurden nicht nur technisch und praktisch geprüft, sondern vor Untersuchungsbeginn auch ganz genau vermessen und durchgezählt. Bei jedem Produkt hielten wir fest, welche Größe die einzelnen Blätter hatten und wie viele Abrisse sich auf jeder Klopapierrolle befanden.

Deutlich kleiner

Eine echte – ähm – Arbeit, aber sie hat sich gelohnt. Denn nach Abschluss unseres aktuellen Tests wissen wir: Ja, das Toilettenpapier ist in den vergangenen 25 Jahren kleiner geworden, und das nicht zu knapp. Und wir müssen tatsächlich öfter am stillen Örtchen Papier nachlegen, weil die Abrisse, also die Papierblätter pro Rolle, deutlich weniger geworden sind. Versteckte Preis­erhöhung könnte man das nennen – gut, dass sie aufmerksamen Konsumenten aufgefallen ist!

Cosy, Danke, Hakle und Zewa

Natürlich haben wir penibel ausgerechnet, wie groß die Abweichungen zu früher sind. Dafür zogen wir zum Vergleich bekannte Marken wie Cosy, Danke, Hakle und Zewa heran, die es auch heute noch zu kaufen gibt.

Cosy, Danke, Hakle, Zewa

  • Danke: Verglichen mit dem letzten Test ist das Recyclingpapier von Danke am wenigsten "eingegangen“: Es hat nur in der Länge minimal verloren: 13,6, statt der früheren 13,7 Zentimeter pro Blatt, was vernachlässigbar ist.
  • Cosy: Deutlich höher fallen die Verluste bei Cosy aus. Hier beträgt die Verringerung der Blattfläche bereits 9,8 Prozent. Das bedeutet: Jedes Blatt ist um fast einen Zentimeter kürzer geworden.
  • Zewa: Noch weniger im Gegensatz zu früher bekommen die Kunden von Zewa, nämlich minus 11,3 bis minus 12,0 Prozent. (Wir hatten im alten Test zwei WC-Papiere dieser Marke im Prüfprogramm.)
  • Hakle: Geradezu kläglich fiel schließlich das Ergebnis für Hakle aus. Aus­gerechnet bei diesem Toiletten­papier, das zu den teuersten im Test gehört, zeigte sich mit minus 15,5 bis minus 18,5 Prozent der größte Flächenschwund. Im Vergleich zu früher hat dieses WC-Papier gleich 1,8 Zenti­meter an Länge verloren.

Weniger auf der Rolle

Weniger auf der Rolle

Gespart wird von den Papiererzeugern aber nicht nur bei der Fläche, sondern auch bei der Anzahl der Abrisse pro Rolle. ­Wurden bei unserem letzten Test 1991 mit wenigen Ausnahmen noch 200 bis 250 Blatt pro Rolle verkauft, sind es nun deutlich ­weniger. Die frühere Untergrenze von 200 Abrissen ist inzwischen zur Obergrenze geworden! Die meisten unserer untersuchten Papiere liegen bei 150 bis maximal 200 Blatt pro Rolle. Ganz klar, dass man mit dieser Menge deutlich schneller durch ist als früher und daher ständig Papier nachlegen muss.

Passt die Qualität?

Wenn man schon immer weniger für sein Geld bekommt, passt dann wenigstens die Qualität? Um diese Frage beantworten zu können, kauften wir für unseren aktuellen Test 18 Toilettenpapiere ein. Aus dem breiten Angebot wählten wir dreilagige Papiere ohne Duft.

Gut abgeschnitten

Das erfreuliche Ergebnis gleich vorweg: Den Klopapierkauf kann man ganz entspannt angehen. Alle unsere unter­suchten Produkte schnitten mindestens gut ab. Und wie die fünf ­Besten im Test zeigen, brauchen sich die Eigenmarken vor den meist teu­reren Markenprodukten nicht zu verstecken. Toilettenpapier von Spar, Müller und Billa lieferte genauso tadellose ­Ergebnisse wie Produkte von Hakle und Zewa.

Ohne geht es nicht

Ohne geht es nicht

Klopapier ist ein Produkt, das praktisch jeder braucht. Über 90 Prozent der österreichischen Privathaushalte, ­sagen die Marktforscher, kaufen ­diesen Artikel. ­(Womit sich der Rest den Allerwertesten wischt, bleibt ein Geheimnis.)

Alle fünf Wochen landen im Supermarkt eine oder mehrere Packungen WC-Papier im Einkaufswagen. Dafür werden im Schnitt 3,60 Euro ausgegeben, also rund 30 Euro pro Kopf und Jahr. Das wertmäßige Marktvolumen von Toilettenpapier lag 2017 bei 250 Mio. Euro.

Feuchtes Toilettenpapier wird beliebter

Nach wie vor ist trockenes WC-Papier das Standardprodukt auf den heimischen Klos. Feuchtes Toilettenpapier steigt zwar in der Beliebtheit, wird aber derzeit nur von 41 Prozent der österreichischen Haushalte gekauft. Zum Leidwesen der Klopapierhersteller ­haben die Kunden eine hohe Preissensibilität.

Billig muss es sein

Kaum jemand will fürs Papier am stillen Örtchen viel Geld ausgeben. Und so greifen die meisten eher zu den Handelsmarken als zu Markenprodukten. Über 71 Prozent macht in Österreich der Eigenmarkenanteil bei ­Toilettenpapier inzwischen aus. Auch in ­unserem Test kommen 10 von 18 Produkten von den großen Playern im Handel.

Wie testet man Klopapier?

Wie testet man Klopapier?

Ganz einfach: Man schickt die Produkte zur technischen Prüfung ins Labor. Klingt vielleicht langweilig, ist aber eine höchst spannende Geschichte. Wie die Profis dort arbeiten, was sie prüfen und warum, das finden Sie in einem kurzen Video in einem eigenen Artikel unter

     WC-Papier im Labor: So testen wir - Stunde der Wahrheit

Praxistest am Klo

Für den Praxistest, der mindestens genauso wichtig ist, schickten wir unsere Tester aufs WC. Denn nur auf der Klomuschel bzw. direkt am Ort des Geschehens, nämlich am empfindlichen Po, lässt sich am besten herausfinden, was ein Toilettenpapier tatsächlich kann. Anforderungen gibt es genug:

  • Weich soll es sein und es darf nicht kratzen am Hintern.
  • Reißfest muss es sein, sonst ­besteht Durchstoßgefahr und das Ergebnis liegt im wahrsten Sinn des Wortes auf der Hand.
  • Nur wenn die Saugfähigkeit passt, kann das Papier alles, was abzuwischen ist, schnell und vollständig aufnehmen.
  • Halten die einzelnen Lagen zusammen oder fallen sie auseinander?
  • Lässt sich das Papier vor Gebrauch problemlos abreißen oder ­wickelt sich dabei gleich die ganze Rolle ab?

Klopapier der Marke grobkörniges Schleifpapier ist zum Glück inzwischen Geschichte. Die meisten unserer WC-Papiere schmeichelten den Popos der Tester. Nur bei den beiden etwas kratzigen Produkten von Clever, einem Hofer-Papier (Solo Comfort) und jenem von Müller (Das Zuverlässige) hätten sich viele mehr Weichheit gewünscht.

Hakle: zu dünn - durchgefallen

Durchgefallen ist dagegen ein Produkt von Hakle (Klassische Sauberkeit). Es ist zwar besonders weich, aber sehr dünn, und reißt daher leicht. Das ­bereits genannte, im Test letztgereihte Produkt von Müller schwächelte dagegen nach Ansicht der Tester auch bei der Saugfähigkeit.

Labor-Test nach ISO-Norm

Die einen putzten sich den Hintern mit Toilettenpapier, die anderen testeten es im Labor streng nach ISO-Norm. Wie gehen diese ­weichen und harten Daten zusammen? Überraschend gut, denn die Top-Papiere am Klo lagen auch im Labor ganz vorne. Nur ­eines von Zewa (Comfort Das Reinweisse) konnte hier nicht ganz mithalten.

Altpapier oder Zellstoff

Altpapier oder Zellstoff

Drei unserer fünf bestgereihten Produkte werden aus Altpapier hergestellt. Das gilt auch für sechs weitere WC-Papiere. Nicht alle sind aber auf den ersten Blick als ­Recyclingpapiere erkennbar. So haben wir erst von den Herstellern erfahren, dass auch die Produkte Zewa (Comfort Das Reinweisse) und Cosy (Unser Liebstes) aus Altpapier bestehen.

Umweltzeichen und der deutsche Blaue Engel

Wer Recyclingpapier möchte, muss also ­genau schauen. Siegel wie das Österrei­chische Umweltzeichen und der deutsche Blaue Engel garantieren, dass bei der Herstellung zu 100 Prozent Altpapier verwendet wird. Der Einsatz von problematischen Chemikalien, die Umwelt oder menschliche Gesundheit gefährden können, ist stark eingeschränkt. Beim EU Ecolabel sind die Bestimmungen weniger streng. WC-Papiere mit diesem Siegel können, müssen aber nicht zur Gänze aus Altpapier sein.

Kein Unterschied

Alt­papier auf der Po-Ebene hatte lange Zeit keinen guten Ruf: Kratzig und unhygienisch, lautete der Vorwurf. Davon kann ­keine Rede mehr sein. Die meisten unserer Tester bemerkten erst gar keinen Unterschied zwischen recyceltem Toiletten­papier und solchem, das aus Frischfasern her­gestellt wurde.

Recyclingpapier bringt‘s

Auf unsere Anfrage, woraus genau die von uns untersuchten Klopapiere bestehen, haben nicht alle Firmen geantwortet. Neben unseren neun Recyclingpapiern im Test gibt es ein weiteres Produkt (Hakle Klassische Sauberkeit), das aus einer ­Mischung von frischen Fasern und Alt­papier hergestellt wird. Die restlichen acht bestehen ver­mutlich alle aus Zellstoff.

Recyclingpapier bringt‘s

Zellstoff, besser: Zellulose, ist ein Haupt­bestandteil von Holz. Für die Papierherstellung wird es entrindet, zerkleinert und so lange in einer Wasser-Chemikalien-­Mischung gekocht, bis die widerstands­fähige Zellulose zurückbleibt. Doch dieser feste, geschmei­dige Zellstoff ist unserer Meinung nach viel zu schade, um schon nach einmaligem ­Gebrauch in den Kanal gespült zu werden.

Herstellung aus Altpapier

Altpapier hat dagegen schon mehrere ­Lebenszyklen hinter sich. Und die Her­stellung vom Recyclingpapier verbraucht ­weniger Wasser und Energie. Damit sind Produkte aus Altpapier deutlich ökolo­gischer als solche aus Frischholzfasern. Denken Sie bei Ihrem nächsten Einkauf von Klopapier daran.

Testtabelle: WC-Papier

Sechs Fakten über Klopapier

Unsere Tipps

  • Besser aus Altpapier: Produkte, die ganz oder zu großen Teilen aus recycelten Papieren hergestellt werden, sind die bessere Wahl. Achten Sie beim Einkauf vor allem auf das Österreichische Umweltzeichen bzw. den Blauen Engel.
  • Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Mit 0,11 Euro pro 100 Blatt gehört das Recyclingpapier von Müller (Soft Star Das Bewusste) zu den preiswertesten und besten Toilettenpapieren im Test.
  • Nicht zu viel: Keine Papierorgie am Klo veranstalten. Selbst bei tadelloser Wiederauflösbarkeit kann ein übermäßiger Verbrauch den Abfluss verstopfen. Dann hilft nur noch die Saugglocke oder der Installateur.

Klopapier in Zahlen

  • Falter: 65 Prozent der Österreicher falten ihr Klopapier vor dem Gebrauch fein säuberlich zusammen. Auch wenn der Rest der Welt hauptsächlich knüllt, können sich bei uns nur 7 Prozent für diese Methode erwärmen.
  • 3- und 4-lagige WC-Papiere sind hierzulande am beliebtesten. Toilettenpapiere in den USA (wo praktisch nur geknüllt wird) bestehen dagegen oft nur aus einer sehr weichen Lage. Meist kaufen wir unser Klopapier in der 10er-Packung.
  • Der Verbrauch von WC-Papier liegt in Österreich derzeit bei mehr als 10 Kilogramm pro Kopf und Jahr.
  • Gemischt: Da wir als Falter (siehe oben) festeres Toilettenpapier brauchen, es gleichzeitig aber auch gern flauschig haben, werden verschiedene Zellstoff-Fasern gemischt. In heimischem Klopapier kommen meist 70 Prozent Laubhölzer und 30 Prozent Nadelhölzer zum Einsatz. Für die Weichheit sorgt Eukalyptusholz.
  • Je nachdem, was wir gerade vorhaben, benötigen wir unterschiedlich viel Papier. Für das kleine Geschäft kommen etwa 3 bis 4 Blatt zum Einsatz – zumindest bei Frauen; bei Männern angeblich kein einziges. Beim großen Geschäft liegt der Verbrauch bei 8 bis 10 Blatt.

Bildergalerie: WC-Papier einst und jetzt

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