Zum Inhalt
Ein gekochtes Ei wird geschält.
NIcht zur Osterzeit werden gekochte Eier verkauft. Bild: stock.adobe.com/Lisicus/KI-Generiert

Schlögl-Ei 10 Bunte Eier: Warum AT auf der Packung steht und PL auf dem Ei

, aktualisiert am

Gekochte und gefärbte Eier gibt es schon länger nicht mehr nur zu Ostern. Sie liegen das ganze Jahr über in den Kühlregalen und werden gerne für Jausenboxen und Salate gekauft. Doch wer einen genauen Blick auf die Verpackung wirft, könnte stutzig werden. So meldete uns eine Konsumentin ihre Beobachtung zu den 10 Bunten Eiern von Schlögl-Ei: „Auf der Verpackung steht Österreich und auf den gefärbten Eiern ist Länder Kennzeichnung PL also Polen zu finden." Woher stammen die Eier nun? 

Diesmal im Lebensmittel-Check 

Das steht drauf: Schlögl-Ei 10 Bunte Eier 

Erhältlich bei: in vielen Geschäften, gesehen in der Osterzeit 

Zwei Codes, zwei Aussagen

Auf der Verpackung findet sich das ovale Identitätszeichen mit dem Code „AT 10129 EU". Auf den Eiern selbst ist hingegen ein Code mit dem Kürzel „PL" für Polen aufgedruckt. Auf den ersten Blick wirken die beiden Angaben möglicherweise widersprüchlich. Tatsächlich beziehen sie sich aber auf zwei unterschiedliche Produktionsstufen. 

Auf der Verpackung der Schlögl Eier gibt es einen Code, der mit AT beginnt.
Das ovale Identitätszeichen auf der Verpackung beginnt mit AT. Dieses weißt in diesem Fall aber nur die Packstation aus. Bild: VKI

Das Identitätskennzeichen auf der Verpackung

Auf vielen Verpackungen von tierischen Lebensmitteln findet sich das ovale Identitätskennzeichen. Es besteht aus einem Länderkürzel und einer Betriebsnummer und gibt an, in welchem Betrieb die Eier verarbeitet und verpackt wurden. Das „AT" bezieht sich somit auf den Ort der Verpackung und nicht auf die Herkunft der Eier. Das Kennzeichen dient in erster Linie der Rückverfolgbarkeit für die amtliche Lebensmittelkontrolle, und sagt nichts über die Herkunft des Produkts oder der Inhaltsstoffe aus.  

Der Erzeugercode auf dem Ei

Direkt auf jedem Ei ist ein weiterer Code aufgedruckt, der sogenannte Erzeugercode. Er gibt Auskunft über die Haltungsform und das Land des Legebetriebs und ist wie folgt aufgebaut: 

  • Erste Ziffer: Haltungsform (0 = Bio, 1 = Freiland, 2 = Bodenhaltung, 3 = Käfighaltung). 
  • Buchstaben: Herkunftsland des Legebetriebs (zum Beispiel AT, DE, PL). 
  • Zahlenfolge: landwirtschaftliche Betriebsnummer. 

Im konkreten Fall bedeutet das „PL" auf den Eiern: Die Hennen haben in Polen gelegt. Anschließend wurden die Eier nach Österreich geliefert, dort gekocht, gefärbt und verpackt. Es ist grundsätzlich zulässig, dass unterschiedliche Länder bei den vorhandenen Codes auf Verpackung und den Eiern selbst genannt werden, sie kennzeichnen unterschiedliche Stationen in der Produktionskette. 

Bei gekochten Eiern ist Herkunftsangabe freiwillig

Eine wichtige Information: Bei frischen Eiern müssen Herkunft und Haltungsform klar angegeben werden. Bei gekochten und gefärbten Eiern hingegen entfällt diese Pflicht, weil es sich um ein verarbeitetes Produkt handelt. Auch der Aufdruck des Erzeugercodes auf der Eierschale ist für gekochte Eier nicht vorgeschrieben. Viele Anbieter informieren dennoch freiwillig auf der Verpackung über Herkunft und Haltungsform. Wer also Wert auf österreichische Eier legt, sollte einen genauen Blick auf die vorhandenen Informationen werfen.  

Auf einem orange gefärbten, gekochten Ei ist die Herkunftskennzeichnung PL zu sehen.
Die Herkunftskennzeichnung auf dem gekochten Ei. Bild: VKI

Mehr Transparenz wäre wünschenswert

Im Sinne der Transparenz ist es zu begrüßen, dass auf den bunten Eiern der Firma Schlögl-Ei der Herkunftshinweis Polen (“PL”) ersichtlich war. Wünschenswert wäre allerdings, dass Anbieter direkt auf der Verpackung gut sichtbar darüber informieren, woher die Eier stammen und wo sie gekocht, gefärbt und verpackt werden. Der Fall verdeutlicht, welche Warenflüsse hinter einem in Österreich verkauften Lebensmittel stecken können, gerade in Zeiten, in denen besonders viele Eier konsumiert werden. 

Stellungnahme des Herstellers

„In dem angesprochenen Fall handelt es sich um zwei unterschiedliche, gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnungen, die verschiedene Produktionsstufen abbilden und keinen direkten Bezug zueinander haben. 

  1. Packstellennummer auf der Verpackung 
    Die auf der Verpackung angeführte Packstellennummer (AT 10129 EU) ist eine verpflichtende Kennzeichnung auf Eierverpackungen. Sie gibt an, in welchem Betrieb die Eier verarbeitet und verpackt wurden. 
    Dieser Schritt erfolgte ordnungsgemäß in unserem österreichischen Packbetrieb. Die Angabe „AT“ bezieht sich ausschließlich auf den Ort des Verpackens und nicht auf die Herkunft der gelegten Eier. 
  2. Erzeugercode auf dem Ei 
    Der direkt auf dem Ei aufgebrachte Erzeugercode (auch LFBISNummer genannt) identifiziert den Legebetrieb und informiert über das Herkunftsland sowie die Haltungsform der Hühner. 
    Diese Information ist für Konsumentinnen und Konsumenten unmittelbar am Ei ersichtlich. 
    Der Erzeugercode ist wie folgt aufgebaut: 
  • Erste Ziffer: Haltungsform (0 = Bio, 1 = Freiland, 2 = Bodenhaltung) 
  • Buchstaben: Herkunftsland des Legebetriebs (z. B. AT, DE, PL) 
  • Zahlenfolge: landwirtschaftliche Betriebsnummer 

In diesem konkreten Fall wurden die Eier in Polen gelegt, anschließend an uns geliefert, gekocht, gefärbt und verpackt. Dies entspricht den geltenden lebensmittelrechtlichen Kennzeichnungsvorschriften und wurde auch gegenüber dem Handel korrekt als EUWare kommuniziert. 
Eine irreführende Kennzeichnung liegt nicht vor, da beide Angaben unterschiedliche Produktionsschritte transparent und nachvollziehbar darstellen.“ 

SCHLÖGL-EI GmbH 

15.04.2026 

Unser Fazit

Bei gekochten Eiern müssen Hersteller weder Herkunft noch Haltungsform angeben, weil sie als verarbeitetes Produkt gelten, auch wenn es anders wünschenswert wäre. Wer also sicherstellen möchte, gekochte Eier aus Österreich zu kaufen, ist auf die freiwillige Kennzeichnung angewiesen.  

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

This could also be of interest:

Das könnte auch interessant sein:

Ferrero Fiesta: Alkohol nur im Kleingedruckten

Ferrero Fiesta: Alkohol nur im Kleingedruckten

Ein einzeln verpackter Biskuitkuchen sieht harmlos aus und passt gut in die Jause für unterwegs. Doch der Ferrero Fiesta enthält Likör. Auf der Vorderseite der Packung steht das nicht.

Yogi Tea: Keine Shrinkflation, trotzdem eine Mogelpackung

Yogi Tea: Keine Shrinkflation, trotzdem eine Mogelpackung

Yogi Tea wird uns seit Monaten als vermeintlich neue Shrinkflation gemeldet: 17 statt 20 Beutel pro Karton, bei gleichem oder gar höherem Preis. Doch der Verdacht trügt. Wir haben uns angesehen, was hinter der ungewöhnlichen Füllmenge wirklich steckt.

Lindt Patisserie Budino: Viel Luft um (fast) nichts

Lindt Patisserie Budino: Viel Luft um (fast) nichts

Die Schachtel suggeriert eine ordentliche Portion Schokoladenpudding. Doch sobald man den Innenbeutel genauer begutachtet, zeigt sich: Das Pulver füllt nicht einmal die Hälfte des Kartons. Eine klassische Mogelpackung.

Kommentieren

Sie können den Text nach dem Abschicken nicht nachträglich bearbeiten, Länge: maximal 3000 Zeichen. Bitte beachten Sie auch unsere Netiquette-Regeln.

Neue Kommentare können nur von angemeldeten Benutzern veröffentlicht werden.

Anmelden

0 Kommentare

Keine Kommentare verfügbar.

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums 

Sozialministerium

Zum Seitenanfang