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Pure Ice Eiswürfel Sack, 2 kg
Pure Ice Eiswürfel Sack, 2 kg Bild: VKI/A.Konstantinoudi

Pure Ice Eiswürfel bei Billa: Gefrorenes Wasser aus Polen

Wasser ist in Österreich reichlich vorhanden, und das Einfrieren zu Eiswürfeln ist denkbar einfach. Umso überraschender ist, dass die Eiswürfel der Marke Pure Ice bei Billa nicht hierzulande hergestellt werden, sondern in Polen, in der Nähe von Warschau. Eine Konsumentenmeldung hat uns auf den Fall aufmerksam gemacht. Was bedeutet das für Klima und Ressourcen? 

Diesmal im Lebensmittel-Check  

Das steht drauf: Pure Ice Eiswürfel  

Erhältlich bei: Billa 

650 Kilometer für gefrorenes Wasser

Bei Billa finden sich die Pure Ice Eiswürfel in zwei Varianten, als Becher mit 130 Gramm Nettogehalt und als Sack mit 2 Kilogramm. Laut Kennzeichnung des Sacks werden die Eiswürfel in Polen produziert, in der Nähe von Warschau. Von dort legen sie rund 650 Kilometer zurück, bis sie beispielsweise in Wien im Kühlregal stehen. 

Eiswürfel sind ein tiefgekühltes Produkt, das heißt, entlang der gesamten Lieferkette muss durchgehend gekühlt werden, vom Werk über den Transport bis ins Geschäft. Der Energieaufwand für dieses Produkt ist daher immens.

Herkunftsnachweis auf der Pure Ice Verpackung: Die Eiswürfel kommen aus Polen.
Der Herkunftsnachweis auf der Verpackung. Bild: VKI/A.Konstantinoudi

Warum nicht regional produzieren?

Eiswürfel herzustellen ist denkbar einfach. Genau deshalb stellt sich die Frage, warum ein so simples Produkt über eine derart weite Strecke transportiert wird, statt es vor Ort herzustellen. Aus Sicht des Konsumentenschutzes steht der lange Transportweg in einem Spannungsverhältnis zu Zielen des Klima- und Ressourcenschutzes, vor allem mit Blick auf vermeidbare Emissionen. Der Fall wirft darüber hinaus grundsätzliche Fragen zur Gestaltung von Lieferketten im Lebensmittelhandel auf.  

Stellungnahme des Vertreibers

„Vielen Dank für die Gelegenheit zur Stellungnahme zu der Herkunft der Eiswürfel der Marke Pure Ice. 

In der Vergangenheit haben wir bereits mit einem österreichischen Lieferanten zusammengearbeitet. Diese Zusammenarbeit konnte jedoch nicht fortgeführt werden, da die Versorgung insbesondere in den nachfragestarken Sommermonaten nicht verlässlich sichergestellt war. Die fehlende Abdeckung von saisonalen Nachfragespitzen führte wiederholt zu Lieferengpässen und eingeschränkter Warenverfügbarkeit für unsere Kundinnen und Kunden. 

Wir sehen, dass Eiswürfel in Becherformat bei unseren Kund:innen sehr beliebt sind und entsprechend stark nachgefragt werden. Unser Lieferant in Polen erfüllt unsere Anforderungen in Bezug auf Produktqualität und Lieferzuverlässigkeit vollständig. Dies stellt eine durchgängige Warenverfügbarkeit sicher, was aus unserer Sicht ein zentraler Aspekt der Konsumentenversorgung ist. 

Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Lieferketten weiter zu optimieren und prüfen stets regionale und nationale Alternativen, sofern diese unseren Ansprüchen von Qualität, Produktspektrum und Versorgungssicherheit entsprechen." 

 

REWE International AG 

12.05.2026 

Unser Fazit

Eiswürfel, die rund 650 Kilometer aus Polen quer durch Europa transportiert werden, sind aus ökologischer Sicht höchst bedenklich. Dass ausgerechnet ein so simples Produkt, nämlich gefrorenes Wasser, eine durchgehend tiefgekühlte Reise über mehrere Ländergrenzen antritt, hat in der Redaktion für einiges Stirnrunzeln gesorgt. 

Fertige Eiswürfel in großen Packungen haben durchaus ihre Berechtigung, z.B. für Gartenpartys. Das eigentliche Problem ist der Weg, nicht das Produkt. Gerade weil Eiswürfel so einfach herzustellen sind und Wasser in Österreich reichlich und in bester Qualität vorhanden ist, ist ein Transportweg von 650 Kilometern schwer zu rechtfertigen. Dass REWE in Österreich keinen Lieferanten gefunden hat, der die Nachfragespitzen im Sommer verlässlich abdeckt, mag betriebswirtschaftlich stimmen. Es zeigt aber vor allem eines: Hier fehlt schlicht ein naher Produzent. 

Genau das wäre aus unserer Sicht wünschenswert. Eine regionale oder zumindest deutlich nähere Produktion würde die berechtigte Nachfrage mit den Zielen des Klima- und Ressourcenschutzes in Einklang bringen. REWE betont, regionale und nationale Alternativen laufend zu prüfen. Wir würden uns wünschen, dass aus dieser Prüfung möglichst bald ein konkretes Ergebnis wird. 

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