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Andrea Schmidt (links) und Ruperta Lichtenecker: Leiterinnen des Kompetenzzentrums Klima und Gesundheit, Gesundheit Österreich GmbH
Andrea Schmidt (links) und Ruperta Lichtenecker: Leiterinnen des Kompetenzzentrums Klima und Gesundheit, Gesundheit Österreich GmbH. Bild: VKI/Konstantinoudi

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz

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Das Klima verändert sich und mit ihm die Herausforderungen für unser aller Gesundheit und Wohlbefinden. Wer nachhaltig lebt, tut also nicht nur der Umwelt etwas Gutes.

Die Fachwelt geht davon aus, dass Hitzesterblichkeit, Infektionskrankheiten, Atemwegserkrankungen und Allergien durch den fortschreitenden Klimawandel zunehmen werden. Insofern ist jede Maßnahme zur Eindämmung der Klimakrise auch eine Maßnahme zur Stärkung der eigenen Gesundheit.

Wir haben darüber in unserer Gesprächsreihe Nachhaltiges Interview mit Ruperta Lichtenecker und Andrea Schmidt gesprochen, die bei der Gesundheit Österreich GmbH das Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit leiten.

 

Der Straßenverkehr wird von den meisten Menschen als potenziell gefährlich angesehen. Anders die Klimakrise. Hier wird bisweilen negiert und weggeschaut. Dabei sprechen die Zahlen eine andere Sprache. In den vergangenen Jahren ist es fast schon zur Regel geworden, dass es in Österreich mehr Hitzetote als Verkehrstote gibt.

Andrea Schmidt: Wir sehen in den Zahlen der AGES, dass pro Jahr geschätzt mehrere Hundert Menschen an den Folgen von Hitze versterben. Diese Zahl kann sich in Extremjahren auch deutlich erhöhen. Aber es geht nicht nur um Todesfälle. In Hitzewellen kommt es generell zu mehr Stress für den Körper, auch psychische Belastungen steigen, die Unfallanfälligkeit erhöht sich. In heißen Sommern werden auch um fast ein Drittel mehr Patienten aufgrund von Hitzeschlägen, Sonnenstich oder Hitzekollaps ins Krankenhaus eingeliefert als in den restlichen Sommern.

Ruperta Lichtenecker: Faktum ist, dass die Klimakrise und deren Auswirkungen auf die persönliche Gesundheit für viele noch zu abstrakt, zu wenig greifbar sind. Die Probleme zeigen sich vielfach zeitverzögert und auch regional unterschiedlich.

Schmidt: Das macht es oft schwierig, diese langsame Katastrophe zu vermitteln.

Welche Personengruppen sind besonders gefährdet?

Schmidt: Ältere Menschen, sozial isoliert lebende Menschen, pflegebedürftige Menschen, Babys und Kleinkinder, Schwangere, Personen mit Vorerkrankungen. Aber auch Leute, an die man im ersten Moment vielleicht nicht denken würde. Wohnungslose Menschen, Personen mit psychischen Erkrankungen, behinderte Menschen. Auch einkommensschwächere Personengruppen sind überproportional betroffen. Und Menschen, die im Freien arbeiten müssen.

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