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Waschmaschinen im Test - Warum mehr bezahlen!

  • Zwei günstige Modelle waschen besser als teurere
  • Mehrpreis für Vollwasserschutzsystem
  • Energieeinsparung hat zwei Seiten
  • Bei den Angeboten für Waschmaschinen fällt auf, dass viele einheitlich mit dem ­Label A für Energieklasse und Waschwirkung ausgezeichnet sind. Die Preise hin­gegen sind nicht so einheitlich. Da stellt sich schon die Frage, warum man für eine Wasch­maschine 700 oder 800 Euro ausgeben sollte, wenn es welche gibt, die um einiges weniger kosten, obwohl sie offenbar gleich viel können.

    Wir haben uns das auch gefragt und jeweils ein Gerät der mittleren mit einem der niederen Preisklasse von vier Herstellern verglichen, und zwar von BSH (Siemens und Bosch), von Electrolux (AEG und Zanussi), von Whirlpool (Bauknecht und Whirlpool) sowie von Gorenje. Die Marke Miele war nicht dabei – die ist ja bekanntlich nicht in den niederen Preissegmenten zu haben.

    Gut waschen fast alle

    Der Test wurde mit den Programmen 40- Grad-Buntwäsche und 40-Grad-Pflegeleicht durchgeführt. Mit dieser Temperatur wird heute am häufigsten gewaschen, wenn Kleidungsstücke nur kurz getragen werden und dann gleich in die Maschine kommen. Oder wenn es keine kleinen ­Kinder im Haushalt gibt – und darum kaum hartnäckige Flecken in der Wäsche. Die 40-Grad-­Normalprogramme von BSH sind für leicht verschmutzte Textilien ausgelegt. In der Gebrauchsanweisung wird jedoch darauf hingewiesen, dass für Vergleichs­tests das Intensiv-Programm anzuwenden ist.

    Damit waschen die Siemens- und Bosch-Geräte ungefähr gleich lang wie die anderen im Normalprogramm. Während der Normschmutz auf den Teststreifen sodann für die Siemens-Waschmaschine kein Problem darstellte, enttäuschte die Maschine von Bosch: Die Streifen sind teilweise fleckig geblieben. Auch die günsti­gere Gorenje erzielte bei der Buntwäsche nur durchschnittliche Waschkraft, alle anderen haben gut gewaschen – sowohl im Buntwäsche- als auch im Pflegeleicht-Programm.

    Unterschiede beim Spülen und Schleudern

    Diese Übereinstimmung bei beiden Programmen betrifft allein das Waschergebnis. Größere Unterschiede zeigten sich in der Spül- und Schleuderwirkung und auch im Energieverbrauch.

    Längere Waschzeit nicht problematisch

    Wasser und Strom sparen bringt nicht nur Vorteile

    In den vergangenen Jahren ist es ja allen Herstellern gelungen, den Verbrauch von Wasser und Strom bei ihren Waschmaschinen mehr und mehr zu reduzieren. Weniger Wasser bedeutet Einsparung an Energie, was insofern erfreulich ist, als Strom sparen im Haushalt nicht nur dem Geldbörsel, ­sondern auch der Umwelt zugute kommt. Andererseits: Je weniger Wasser die ­Maschine nimmt, umso schlechter fällt das Ergebnis beim Spülen aus. In diesem Punkt konnte kein Gerät überzeugen, vor allem nicht bei der Buntwäsche. Speziell Personen mit empfindlicher Haut sollten daher einen zusätzlichen Spülgang einschalten.

    Mit der Reduktion der Wassermenge haben sich wiederum die Waschzeiten verlängert, um die Waschwirkung einigermaßen konstant zu halten. Was von vielen in Bezug auf die Stromrechnung falsch verstanden wird. Die fällt jedoch nicht höher aus, wenn die Programmdauer nun zwei Stunden oder noch mehr beträgt, im Gegenteil. Die meiste ­Energie wird nämlich zum Aufheizen des Wassers benötigt.

    Auch auf die Beladung kommt es an

    Es ist schon richtig, dass man am wirtschaftlichsten und sparsamsten wäscht, wenn die Maschine voll beladen ist. Stopft man aber zu viel hinein, behindert das die Waschmechanik. Wenngleich viele Maschinen heute ein größeres Trommelvolumen haben als früher, darf das nicht dazu verleiten, die Angaben zur Beladung laut Bedienungsanleitung zu ignorieren. Buntwäsche kann bis zum jeweiligen Maximum in die Maschine, bei pflegeleichten Textilien ist die Menge auf die Hälfte reduziert. Je weniger Wäsche in der Trommel liegt, umso ­effektiver kann sie gespült werden. Und sie wird auch weniger zerknittert. Die Ergebnisse des Spülens fallen also beim Pflegeleicht-Programm zumeist besser aus als bei der Buntwäsche.

    Vor Überschwemmung sicher

    Für den Betrieb der Waschmaschine ist auch deren wassertechnische Sicherheit ­relevant. Die minimalste Form eines zusätzlichen Wasserschutzes besteht aus einem verstärkten Zulaufschlauch mit erhöhter Druckfestigkeit sowie einem ins Gerät integrierten Überlaufschutz, der dafür sorgt, dass die Trommel nicht überlaufen kann.

    Mehr Sicherheit bringt ein doppelwandiger Zulauf, besser bekannt als Aqua-Stop-Schlauch. Da ist der Innenschlauch von einem Außenschlauch umhüllt, welcher im Falle eines schadhaften Innenschlauchs das austretende Wasser zurückhält. Darü­ber hinaus unterbricht ein in den Schlauch integriertes Ventil die Wasserzufuhr direkt am Wasserhahn. Dieses System bietet aber keinen Schutz vor auslaufendem Wasser im Inneren des Gerätes. Das kann nur der Vollwasserschutz.

    Hier kommt ebenfalls ein Aqua-Stop-Schlauch mit Sicherheitsventil zum Einsatz. Bei defektem Innenschlauch fließt das Wasser über den Außenschlauch in die Bodenwanne. Diese ist mit einem Sensor aus­gestattet, der jeglichen Wasseraustritt im Geräteinneren erfasst und die Pumpe einschaltet. Gleichzeitig sorgen Magnetventile dafür, dass kein Wasser nachfließen kann.

    Wasserstopp im Notfall

    Drei Geräte bieten vollen Schutz

    Drei Geräte in unserem Test haben eine solche Rundumabsicherung. Beim AEG- Modell heißt diese Variante „Aqua-Control-System“, bei Siemens „aquaStop mit Garantie“, bei Bauknecht „Wasserstopp mit Vollwasserschutz“. Größere Sicherheit bedeutet in der Regel auch höhere Verkaufspreise. Der Unterschied zu Waschmaschinen, die nur mit Aqua-Stop-Schlauch ausgestattet sind, macht im vorliegenden Test immerhin bis zu 350 Euro aus.

    Wenn Sie in einem Haus wohnen und Ihre Waschmaschine im Keller steht, tut es eine billigere Maschine auch. Rinnt dort das Wasser auf den Boden, entsteht kaum größerer Schaden.

    Anders, wenn Sie in einer Wohnhausanlage daheim sind. Da könnte wenn ein Schlauch herunterfällt oder platzt, dem Mieter unter Ihnen gar schnell das Wasser durch die Decke tropfen. Aus der Wohnung gehen und die eingeschaltete Waschmaschine alleine lassen, sollten Sie wohlweislich nicht. Die Haushaltsversicherung kann die Deckung des Schadens ­wegen Nichtbeaufsichtigung verweigern. Einen solchen Fall gab es vor einem Jahr. Auch wenn das Handelsgericht Wien damals mit „Keine Aufsichtspflicht über laufende Waschmaschine“ entschied, ist dieses Urteil nicht auf andere Fälle übertragbar.

    Alle Maschinen im Test verfügen über eine Startzeitvorwahl. Berufstätige schätzen diese Möglichkeit, dass die Maschine während ihrer Abwesenheit zu waschen beginnt und fertig ist, wenn sie nach Hause kommen. Empfehlen können wir diese Funktion allerdings nur, wenn das Gerät einen Vollwasserschutz besitzt.

    Verbesserung erwünscht

    Unübersichtlich und überladen sind die Bedienblenden der AEG-Electrolux- und Bauknecht-Geräte, bei Bosch ist keine deut-liche Zuordnung der Programme zum Rast-punkt gegeben und die Starttaste nicht hervorgehoben. Die Blende der Gorenje 73141 ist mit Symbolen anstelle von Programmnamen beschriftet, da ist man anfangs auf die Bedienungsanleitung angewiesen. Wir sind es gewohnt, dass die ­Kammern für Vor- und Hauptwäsche mit I und II gekennzeichnet sind. Gorenje hat diese mit Punkten markiert: mit zwei für die Vorwasch- und einem Punkt für die Hauptwaschlade. Umgekehrt wäre logischer. Beim Bullauge von Bauknecht stören scharfkantige Kunststoffteile bei der Reinigung.

    Immer noch liegen die Flusensiebe sehr tief am Gerät – lediglich beim Bauknecht-Modell kann man problemlos ein Gefäß zur Restwasser-entleerung darunterstellen. Großteils lassen sich die ­Abdeckklappen nur mit Hilfe eines ­Schraubenziehers aufmachen. Bei AEG und Zanussi sind die Griffe des Flusensiebs so klein, dass ohne Zange nichts geht. Bei den Gorenje-Maschinen droht Verletzungsgefahr wegen vorsteh-ender scharfer Kunststoffteile im Flusensieb. Zudem ­haben beide einen sehr kurzen Ablaufschlauch – der Anschluss sollte sich daher direkt hinter der Maschine befinden.

    Testtabelle: Waschmaschinen

    Waschmaschinen-Hersteller im Ethik-Test

    Waschmaschinen-Hersteller im Ethik-Test

    Waschmaschinen für den europäischen Markt werden ausschließlich in Europa produziert. Das bedeutet für die Unternehmensethik einen gewissen Startvorteil, weil Sozial- und Umweltstandards hier weiter entwickelt sind als im Fernen Osten oder Mexiko. Im Rahmen einer internationalen Kooperation wurden 2008 die führenden Wasch­maschinenhersteller geprüft – mit dem Ergebnis: anspruchsvolle Unternehmenspolitik kontra Mängel in der Praxis.

    Drei Hersteller – BSH, Miele und Arcelik (erzeugt Elektra Bregenz) – konnten insgesamt ein gutes Ergebnis erzielen, bei den übrigen gibt es Verbesserungspotenzial (siehe  Waschmaschinenhersteller im Ethik-Test 10/2008 ).

    Anbieteradressen

    Test Waschmaschinen: Anbieteradressen

    AEG-Electrolux: Electrolux Hausgeräte GmbH
    Herziggasse 9
    A-1230 Wien
    01 866 40-0

    Electrolux/Juno

    Bauknecht: Whirlpool Austria GmbH
    IZ NÖ-Süd, Straße 1, Objekt 50
    A-2355 Wiener Neudorf
    050 67 00
    www.bauknecht.at

    Bosch: BSH Hausgeräte GmbH
    Quellenstraße 2
    A-1100 Wien
    0810 700 400
    www.bosch-hausgeraete.at

    Gorenje Austria HandelsgesmbH
    Südbahnhofgelände
    A-1100 Wien
    01 601 31-0
    www.gorenje.at

    Siemens: BSH Hausgeräte GmbH
    Quellenstraße 2
    A-1100 Wien
    0810 700 400
    www.hausgeraete.at

    Whirlpool Austria GmbH
    IZ NÖ-Süd, Straße 1, Objekt 50
    A-2355 Wiener Neudorf
    050 67 00
    www.whirlpool.at

    Zanussi: Electrolux Hausgeräte GmbH
    Herziggasse 9
    A-1230 Wien
    01 866 40-0
    www.zanussi.at

    Zusammenfassung

    Waschmaschinen im Test: Kompetent mit "Konsument"

    Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer mit Aqua-Stop-Schlauch als Wasserschutz das Auslangen findet, wäscht auch mit günstigeren Modellen gut.

    Vollwasserschutz kostet. Dieses System bietet den sichersten Schutz vor auslaufendem Wasser – ein Unterschied, der sich aber auch im Preis auswirkt.

    Taste für Extraspülen von Vorteil. Menschen mit empfindlicher Haut sollten eine Waschmaschine wählen, bei der zusätzliche ­Spülgänge möglich sind.

    Seien Sie mit Waschmittel geizig. Mit mehr Waschmittel wird es nicht sauberer, im Gegenteil. Der Schaum, der sich dann bildet, verringert die Waschmechanik. Ist eine Handvoll Schaum sichtbar, wurde richtig dosiert.

    Unangenehme Gerüche verhindern. Beim Waschen mit niederen Temperaturen können sich im Gerät Bakterien und schlechter Geruch bilden. Dann zwischendurch mit mindestens 60 Grad und einem Vollwaschmittel waschen.

    Vorführen lassen. Probieren Sie die Hand- habung der Maschine im Geschäft aus oder lassen Sie sich Programmierung, Öffnung des Flusensiebs und der Notentleerung zeigen.

    Testkriterien

    Test Waschmaschinen: Testkriterien

    Getestet wurden 8 Frontlader-Waschmaschinen von 4 verschiedenen Herstellern mit einer maximalen Schleuderdrehzahl von 1.400 U/min. 4 Geräte wurden aus dem mittleren und 4 Geräte aus dem niederen Preissegment ausgewählt.

    Funktionsprüfung. Angelehnt an EN 60456 bewerteten wir mit der max. Füllmenge Waschen im 40 °C Buntprogramm und 40 °C Pflegeleichtprogramm, die Spülwirkung sowie die Programmdauer.

    Technische Prüfung. Angelehnt an EN 60456 wurde der Strom- und Wasserverbrauch im 40 °C Buntwäscheprogramm und im 40 °C Pflegeleichtprogramm gemessen. Ermittelt wurde auch der Energieverbrauch im ausgeschalteten Zustand sowie im Stand-by. Die Schleuderwirkung wurde im 40 °C Buntwäscheprogramm und im Pflegeleichtprogramm ermittelt. Das Geräusch wurde nach IEC 704-2-4 gemessen. Die Wassertechnische Sicherheit wurde in Bezug auf Schutz gegen defekten Zulaufschlauch, Überlaufen bei defektem Magnetventil, defekten Niveauschalter, Undichtigkeit der Maschine und zu Boden fallenden Ablaufschlauch bewertet.

    Handhabung. Mehrere Testpersonen beurteilten die Bedienungsanleitung unter anderem nach Vollständigkeit, Sprache und Verständlichkeit. Weiters wurden Be-und Entladen der Waschmaschinen, Waschmittellade, Bedienungselemente, Möglichkeit der Programmkontrolle und Wartung des Gerätes bewertet.

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