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Impfberatung bei Kleinkindern - Mehr als ein kleiner Stich

  • Zehn Wiener Kinderärzte im Test
  • Zwei Ärzte sehr gut, zwei weniger zufriedenstellend
  • Untersuchung teilweise oberflächlich ausgeführt

Vorteile durch Impfung

Das Thema Impfen ist nicht erst seit der jüngst in Salzburg ausgebrochenen Masernepidemie ein heißes Eisen. Viele Eltern stehen Impfungen grundsätzlich kritisch gegenüber. Der präventive Pieks ist – wie jeder medizinische Eingriff – mit gewissen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Die Nutzen-Risiko-Analyse fällt allerdings bei vielen lebensbedrohlichen Erkrankungen wie etwa Pocken, Diphterie, Tetanus oder Kinderlähmung eindeutig zugunsten der Impfung aus.

Zehn Kinderärzte im Test

Doch inzwischen ist eine Vielzahl von Impfstoffen auf dem Markt, Tendenz steigend. Und so wichtig bestimmte Immunisierungen auch sein mögen, nicht alle sind für jeden Personenkreis sinnvoll. Der Beratung durch den Arzt kommt also besondere Bedeutung zu. Dies gilt vor allem bei Kleinkindern, für die viele Impfempfehlungen bestehen.

Unsere beiden Testpersonen haben sich mit ihrem 14 Monate alten Säugling beziehungsweise 36 Monate alten Kleinkind bei insgesamt zehn nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Ordinationen in Wien zur Impfberatung angemeldet. Testkriterium war dabei nicht, welche Impfempfehlungen der Arzt letztlich aussprach, sondern inwieweit den Müttern alle essenziellen Informationen gegeben wurden, die für eine seriöse Nutzen-Risiko-Abwägung entscheidend sind.

Österreichischer Impfplan als Basis

Bei der Auswahl der zu besprechenden Impfungen haben wir uns an den österreichischen Impfplan 2008 gehalten. Dort sind neben dem kostenlosen Impfprogramm für Kleinkinder mit 6-fach- Impfung (gegen Diphterie, Tetanus, Pertussis/ Keuchhusten, Poliomyelitis/Polio, Haemophilus influenzae B sowie Hepatitis B) sowie der Masern-Mumps-Röteln- Impfung (MMR) auch die aus der eigenen Tasche zu bezahlenden Impfungen gegen Pneumokokken (lösen vor allem Mittelohrentzündung aus), Meningokokken (Hirnhautentzündung), Varicella (Windpocken), Influenza, FSME und Hepatitis A aufgelistet. Ebenfalls unverzichtbarer Bestandteil einer individuellen Impfberatung ist die medizinische Untersuchung des Patienten. Bei einer Impfung ist darauf zu achten, dass das Kind nicht durch eine Krankheit geschwächt ist.

Angst oder schlechtes Gewissen?

Da es sich beim Impfen um ein sensibles Thema handelt, war es uns auch wichtig, ob seitens des Arztes Angst oder ein schlechtes Gewissen bei den Müttern erzeugt wurde und inwieweit sie den Empfehlungen des Arztes gefolgt wären. Vor allem bei impfkritischen Eltern ist es aus epidemiologischer Sicht wichtig, dass der Mediziner die Bedeutung der jeweiligen Impfung sowie die Konsequenzen und das Risiko einer Nichtimpfung für das eigene Kind und seine Umgebung erläutert.

Nutzen-Risiko-Abwägung

Von einem verantwortungsbewussten Arzt erwarten wir etwa, dass er sich ein Bild über den Impfling und dessen medizinische Vorgeschichte macht. Handelt es sich um einen Risikofall, wie zum Beispiel Frühchen, die für gewisse Infektionskrankheitenempfänglich sind? Wurden Erkrankungen, die eine lebenslange Immunität bewirken, bereits durchgemacht oder bestehen besondere Lebensumstände, die bestimmte Abklärungen erfordern? Wir erwarteten uns, dass die auch im österreichischen Impfplan festgehaltenen Basisinformationen zu den einzelnen Impfungen an die Eltern weitergegeben werden.

Nebenwirkungen und Komplikationen

So sollte etwa darüber aufgeklärt werden, wie häufig die für Kleinkinder typischen beziehungsweise gefährlichen Erkrankungen in Österreich auftreten und welche Therapiemöglichkeiten existieren. Zudem sollten die Ärzte über den Grad des Impfschutzes informieren sowie darüber, mit welchen Nebenwirkungen und Komplikationen und mit welchen Kosten zu rechnen ist. Schlussendlich interessierten wir uns auch für die Bedingungen in der Praxis. Wie kindgerecht ist das Wartezimmer eingerichtet, und werden Kinder mit Verdacht auf eine Infektionskrankheit von den anderen getrennt?

Die Testergebnisse

Das Ergebnis unseres Tests ist uneinheitlich. Zwei Mal konnten wir ein „sehr gut“ vergeben. Die beiden Testsieger Dr. Monika Bernecker und Dr. Christian Schweighardt erfüllten unsere Testkriterien mit Abstand am besten. Mit „gut“ schnitten Dr. Christa Binder, Dr. Helene Gründorfer und Dr. Olga Brozek ab. Ein „durchschnittlich“ erreichten Dr. Walter Stögmann, Dr. Peter Andreas Dremsek sowie Dr. Erika Schwarzbach. Den Anforderungen nicht genügen konnten Dr. Hamid El-Samaraie und Dr. Amira Kapetanovic, die beide ein „weniger zufriedenstellend“ erhielten.

Untersuchung und Impfberatung

Bis auf eine Ausnahme fiel die allgemeine Untersuchung des Säuglings umfassender und genauer aus. Das 36 Monate alte Kleinkind wurde nur von fünf Ärzten untersucht, beim Säugling taten dies immerhin sieben Ärzte. Auch betreffend bisherige Erkrankungen sowie Ernährung fragten die Ärzte beim Säugling genauer nach. Die Impfberatung selbst fiel dagegen bei beiden Kindern ähnlich aus. Bei diesem Teilurteil haben wir acht Mal ein „sehr gut“ oder „gut“ vergeben, sechs Mal ein „durchschnittlich“ und sechs Mal ein „weniger zufriedenstellend“ beziehungsweise „nicht zufriedenstellend“. An dieser Stelle sei nochmals hervorgehoben, dass wir bei der Impfberatung nur auf die Qualität der gegebenen Informationen geachtet haben. Wurde eine Impfung überhaupt nicht angesprochen, haben wir dies auch nicht bewertet. Beim Kleinkind, das vor dem Test bereits die 6-fach-Impfung und auch die MMR-Impfung erhalten hatte, war dazu keine Beratung mehr nötig.

Zwei Mal sehr gut

Dr. Monika Bernecker führte die Beratung überaus gewissenhaft durch. Als einzige getestete Ärztin ging sie beispielsweise bei beiden Kindern auf die Ernährungsgewohnheiten ein. Über Untersuchung und Beratung hinaus machte sie sich auch ein Bild über den Entwicklungsstand (Motorik, Sprache) der Kinder und teilte dies den Müttern mit. Dr. Christian Schweighardt händigte unseren Testmüttern zusätzlich zu seiner umfassenden Impfberatung einen selbst verfassten zehnseitigen Informationsbogen zu allen wesentlichen Kinderkrankheiten mit Übertragungsformen, Behandlungsmöglichkeiten, möglichen Impfnebenwirkungen sowie Impfschutzgrad aus. Neben der Qualität der Beratung fiel uns auch die moderne und sehr gut organisierte Ordination positiv auf.

Drei Mal gut

Bei Dr. Binder war eine unserer Testerinnen sowohl was Untersuchung als auch was Beratung angeht sehr zufrieden. Die andere Testerin dagegen fand ein sehrvolles Wartezimmer mit teilweise kranken Kindern vor. Dennoch blieben Ärztin wie Ordinationshilfen äußerst freundlich und geduldig. Die Basisuntersuchung fiel allerdings aus und die Beratung erfolgte – wohl als Konsequenz des Zulaufs – in stark verkürzter Form.

Auch bei Dr. Helene Gründorfer überzeugten uns das Ambiente und die Praxisführung. Bei der Untersuchung bewegt sich Dr. Gründorfer mit den Noten „sehr gut“ und „gut“ im Spitzenfeld. Die eigentliche Impfberatung verlief dann allerdings weniger ausführlich.

Bei Dr. Olga Brozek trafen unsere Testerinnen ebenfalls auf eine gut besetzte Ordination, dennoch nahm sich die Ärztin für jeden Patienten viel Zeit und legte Wert auf eine sorgfältige Untersuchung. Wie in den beiden vorher genannten Fällen blieb allerdings auch hier die eigentliche Impfberatung auf der Strecke.

Drei Mal durchschnittlich

In der Ordination von Dr. Walter Stögmann waren unsere Testerinnen besonders von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Ordinationshilfe angetan. Dass die Bewertung nicht besser ausfiel, liegt an der beim Kleinkind völlig unterlassenen und beim Säugling nur oberflächlich ausgeführten Untersuchung. Auch bei Dr. Peter Andreas Dremsek ließ die Untersuchung der Kinder zu wünschen übrig. Beim Kleinkind beunruhigte der Arzt die Mutter mit merkwürdigen Äußerungen. So teilte er ihr mit, dass bereits ein afrikanischer Sitznachbar im Flugzeug ausreiche, damit das Kind Fieber bekommen und daran sterben könne. Befremdlich war dies, da das Kleinkind schwarzafrikanischer Herkunft ist.

Die Impfberatung bei Dr. Erika Schwarzbach war in beiden Fällen unzureichend. Auch überraschte die Ärztin dadurch, dass sie das Kleinkind sofort auf die Chirurgiein das Sozialmedizinische Zentrum Ost der Stadt Wien überweisen wollte. Begründung: Es liege ein unverzüglich zu operierender Pendelhoden vor. Eine von der besorgten Mutter anschließend veranlasste Untersuchung bei einem Urologen konnte diese Maßnahme allerdings nicht als notwendig bestätigen.

Zwei Mal weniger zufriedenstellend

Die Ordination von Dr. Hamid El-Samaraie fiel uns durch die dort herrschenden unhygienischen Zustände auf. Bei der Ohrenuntersuchung wurde das Otoskop etwa mit einem aus dem Bleistifthalter entnommenen verschmutzten Wattestäbchen „gereinigt“. Behandlungsraum und Wartezimmer sind nicht durch eine Tür voneinander getrennt. Ein vertrauliches Gespräch mit dem Arzt war somit nicht möglich, da alle im Wartezimmer sitzenden Personen mithören konnten. Aus medizinischer Sicht schlicht als falsch erwies sich die Erläuterung des Arztes, dass alle im Impfplan erwähntenErkrankungen durch Tröpfcheninfektion übertragen würden. Die Impfberatung war bei beiden Kindern weniger zufriedenstellend.

Aus Pharma-Broschüre vorgelesen

Auch die Praxis von Dr. Amira Kapetanovic fiel durch unsauberes Ambiente auf. Die Beratungsleistung war in beiden Fällen weniger zufriedenstellend. Irritierend wirkte die Tatsache, dass die Ärztin die Informationen aus einer Pharma-Broschüre vorlas. Dabei zählte sie zwar Risikogruppen auf, fragte aber nicht nach, ob die Kinder einer dieser Gruppen angehörten. Insgesamt zeigt unser Test, dass sich die meisten Ärzte zwar der Notwendigkeit einer Beratung und Untersuchung des Impflings bewusst sind, allerdings vielfach aus Zeitmangel wesentliche Informationen nicht geben. Wer sein Kind impfen lassen möchte, sollte deshalb bereits bei der Anmeldung deutlich machen, dass er Wert auf eine ausführliche Beratung legt.

Sonderfall Hepatitis A

Beim Kleinkind handelt es sich um ein Adoptivkind aus Afrika. Die Mutter gab an, dass der Junge mit 10 Monaten zu seiner österreichischen Familie gekommen war. Die Vermutung liegt also nahe, dass dieses Kind bereits Infektionskrankheiten durchgemacht hat und dass gegen diese Krankheiten bereits eine Immunisierung besteht und Impfungen unnötig macht. Wir erwarteten, dass die Ärzte entsprechend nachfragten.

Es haben jedoch nur vier Ärzte (Dr. Bernecker, Dr. Binder, Dr. Gründorfer und Dr. Brozek) eine genaue Vorgeschichte erhoben. Die übrigen sechs Mediziner haben die Hepatitis-A-Impfung angesprochen, in einem Fall (Dr. Schweighardt) wurde nach vorbildlicher Beratung von einer Impfung abgesehen, die restlichen fünf Ärzte empfahlen unnötigerweise eine Impfung.

Zur Aufklärung verpflichtet

Der österreichische Impfplan 2008 sieht eine detaillierte Aufklärung vor, die über die von uns abgefragten Parameter hinausgeht. Der Arzt ist demnach verpflichtet, den Impfling (bei Personen unter 14 Jahren einen Elternteil beziehungsweise Erziehungsberechtigten) entsprechend aufzuklären.

Die Aufklärung umfasst:

  • Informationen über die zu verhütende Krankheit
  • Behandlungsmöglichkeiten der betreffenden Krankheit
  • Nutzen der Schutzimpfung für den Einzelnen und die Allgemeinheit
  • Informationen über den Impfstoff
  • Angaben über Beginn und Dauer des Impf- schutzes sowie über das Impfschema
  • Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen
  • Verhalten nach der Impfung
  • Gegenanzeigen sowie mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen

Test Beratung bei Kinderimpfungen: Anbieter

Dr. Monika Bernecker,
Tokiostraße 14/3,
A-1220 Wien,
01 203 25 95

Dr. Christa Binder,
Gerhardusgasse 7,
A-1200 Wien,
01 332 83 85

Dr. Olga Brozek,
Voltagasse 55-63/10/5,
A-1210 Wien,
01 271 33 76

Dr. Peter Andreas Dremsek,
Weißgasse 45/1,
A-1170 Wien,
01 489 69 68

Dr. Hamid El-Samaraie,
Braunspergengasse 27/5/1,
A-1100 Wien,
01 967 34 42

Dr. Helene Gründorfer,
Silbergasse 9,
A-1190 Wien,
01 368 61 63

Dr. Amira Kapetanovic,
Brunnengasse 5/2,
A-1160 Wien,
01 492 68 44

Dr. Erika Schwarzbach,
Eisteichstraße 23/4/2,
A-1110 Wien,
01 749 21 02

Dr. Christian Schweighardt,
Traubengasse 4,
A-1230 Wien,
01 869 85 65

Prim. Univ. Prof. Dr. Walter Stögmann,
Neulinggasse 18,
A-1030 Wien,
01 713 16 71

Test Impfberatung bei Kleinkindern: Kompetent mit „Konsument“

  • Anmeldung. Weisen Sie die Ordinationshilfe bereits bei der Anmeldung darauf hin, dass Sie auf eine ausführliche Impfberatung Wert legen.
  • Untersuchung. Achten Sie darauf, dass der Arzt den Impfling vor der Impfung untersucht. Weisen Sie den Arzt auf aktuelle Krankheiten (und auch auf bereits durchgemachte) hin.
  • Impfberatung. Verlangen Sie eine umfassende Aufklärung über die Krankheiten, gegen die geimpft werden soll, Therapiemöglichkeiten, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sowie mögliche Konsequenzen, falls die Impfung unterbleibt.

Test Impfberatung bei Kleinkindern: Testkriterien

In Wien gibt es 84 Kinderärzte. Gemäß geographischer Verteilung auf die Bezirke haben wir mittels Zufallsgenerator 10 Kinderärzte ausgewählt. Zwei Testerinnen besuchten die Ordinationen mit ihren 14 Monate beziehungsweise 34 Monate alten Kindern. Die Testerinnen wurden zuvor auf die Untersuchung eingeschult, die Ergebnisse des Tests sofort nach Verlassen der jeweiligen Arztpraxis mittels standartisiertem Fragebogen dokumentiert

Angaben zu den Testpersonen:

Säugling: 14 Monate

Impfstatus: 6 Fachimpfung (Infarix Hexa): 3 Teilimpfungen (26.4.2007 – 5 Mon; 19.6.2007 – 7 Mon; 13.8.2007 – 9 Mon). MMR: 1. Teilimpfung 14.1.2008 – 13 Mon

Kleinkind: 34 Monate

Impfstatus: 6 Fachimpfung (Infarix Hexa): 4 Teilimpfungen. MMR: 2 Teilimpfungen. Das Kleinkind hat bereits eine Hepatitis A Erkrankung durchgemacht.

Das Kleinkind hat als Säugling eine serologisch bestätigte Hepatitis A-Erkrankung (HAV) durchgemacht. Viele Ärzte im Test haben dahingehend keine Anamnese erhoben. Dies ist insofern bemerkenswert da das Testkind afrikanischer Abstammung ist (Adoptivkind) – es ist daher anzunehmen, dass der Arzt über die hohe Prävalenz von HAV in Afrika Bescheid weiß und sich erkundigt ob entweder eine Erkrankung vorgelegen hat bzw. ob eine diesbezügliche Serologie gemacht wurde. Vor einer Impfempfehlung wäre der Mutter, die angab eher kein Impffreund zu sein, die Möglichkeit einer serologischen Bestimmung dazustellen gewesen.

Allgemein

Die Testerinnen vereinbarten telefonisch einen Termin. Aufgenommen wurde die Warte- und Beratungszeit, Freundlichkeit des Arztes und der Assistenten, das kindgerechte Ambiente in der Ordination, sowie inwieweit eine Trennung von kranken und gesunden Kindern (Anmerkung: Eine Trennung von hoch Infektiösen Kindern ist üblich) erfolgte.

Allgemeine Untersuchung

Bei einer Impfberatung handelt es sich um eine individuelle Risikoabschätzung. Als Basis muss sich der Arzt vorab ein Bild des Patienten und dessen Geschichte machen. Handelt es sich um einen Risikopatienten für eine gewisse Infektionskrankheit (z.B. Frühchen), gibt es Häufungen von gewissen Erkrankungen (z.B. häufig Mittelohrentzündung – Pneumokokkenimpfung wichtiger als bei anderen Kindern), wurden gewisse Erkrankungen bereits durchgemacht die eine lebenslange Immunität bewirken (z.B. Kleinkind durchgemachte Hepatitis A). Aus den genannten Gründen wurde eine kurze allgemeine Untersuchung der Testkinder erwartet. Bewertet wurde, inwieweit Gesundheitszustand/geschichte und Ernährungsgewohnheiten erfragt wurde, Größe und Gewicht gemessen wurde, eine Untersuchung von Ohren und Hals/Rachen erfolgte und die Kinder abgehört wurden.

Impfberatung

Um eine Entscheidung treffen zu können, ob einem Kind eine gewisse Impfung zuteil werden soll oder nicht, benötigen Eltern Entscheidungsgrundlagen. Dieser Test maßt sich nicht an zu entscheiden ob eine Impfung sinnvoll/wichtig oder unsinnig/unwichtig ist. Impfen zählt epidemiologisch zu den sinnvollsten und kosteneffizientesten Präventionsmaßnahmen, dennoch hat die Entscheidung im Einzelfall individuell zu erfolgen. Daher wurde in diesem Test überprüft ob den Eltern die nötigen Informationen zu Infektionskrankheiten geboten werden um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Eine gute Impfberatung sollte folgende Punkte abdecken:

  • Wie häufig ist die besagte Erkrankung in Österreich (oft werden weltweite Zahlen genannt – dies ist nicht ausreichend)
  • Wenn das Kind an besagter Krankheit erkrankt – gibt es eine Therapie und wie aussichtsreich ist diese
  • Wie hoch ist der Grad des Schutzes der Schutzimpfung
  • Mit welchen Nebenwirkungen und Komplikationen muss man rechnen (Nutzen/Risiko-Abschätzung)
  • Wie lautet das Impfschema und mit welchen Kosten habe ich zu rechnen

Bewertet wurde die Qualität der Beratung. Die Parameter wurden nur in die Erhebung aufgenommen wenn der Arzt die jeweilige Impfung besprochen hat. Am Ende wurde erhoben (keine Beurteilung!) ob ein Arzt die Impfung empfohlen hat, dazu gedrängt hat oder aber die Impfung nicht empfohlen hat.

Subjektive Gesamtbeurteilung

Da es sich bei der Impfberatung um ein sehr spezifisches Thema handelt, sollte nicht nur beurteilt werden ob die Aufklärung stattfand sondern auch wie sie individuell von den Testerinnen beurteilt wurde. Eine besonders wichtige Frage war, ob Angst oder schlechtes Gewissen bei den Eltern erzeugt wurde. Auch ob sie sich fachlich gut beraten fühlten und – ganz individuell – ob sie nach der stattgefundene Beratung den Empfehlungen des Arztes gefolgt wären. Dies ist insofern wichtig da es aus epidemiologischer Sicht darum geht, Eltern die impfkritisch eingestellt sind, die Wichtigkeit der Impfungen bzw. den Konsequenzen (und das damit eingegangene Risiko) eines Impfverzichts zu erläutern.

Bewertung

Die Bewertungen wurden wie folgt vorgenommen:

sehr gut:                                    80-100 %

gut:                                            60-79 %

durchschnittlich:                        40-59 %  

weniger zufriedenstellend:        20-39 %

nicht zufriedenstellend:               0-19 %

Mehr zum Thema: Impfbertung bei Kleinkindern

Weiterführende Informationen zu Impfungen finden Sie im " Österreichischen Impfplan 2008 "

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