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Ethik-Test: Lebensmittelhandel - Von super noch entfernt

, aktualisiert am

In den letzten Jahren haben sich die Arbeitsbedingungen im Lebensmittel-Einzelhandel deutlich verbessert. Doch die Unzufriedenheit ist nach wie vor groß.

Folgende Supermarktketten haben wir einem Ethik-Test unterzogen:

  • Hofer
  • Lidl
  • MPreis
  • Rewe
  • Spar
  • Unimarkt

In der Testtabelle finden Sie Infos zu: Arbeitszeit, Arbeitsbelastung, Arbeitnehmervertretung, Bezahlung, Gesundheit, Gleichbehandlung, Privatsphäre, Sozialleistungen, uva.

Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Das Angebot in den Regalen ist überbordend, immer neue Sonderangebote sollen die Kundschaft zum Kauf verlocken – der Wettbewerb zwischen den Supermärkten wird, so scheint es, immer intensiver; und Gewinner ist der Konsument.

Abgesehen ­davon, dass es dabei ein Für und Wider gibt, drängt sich die Frage auf: Auf wessen Kosten geht die schöne, heile Konsumwelt? Neben den Produzenten – Arbeiter und Kleinbauern in der Dritten Welt, aber auch in den reichen Ländern – sind es auch die Angestellten der Handelskonzerne.

Unzumutbare Arbeitsbedingungen ...

In der Vergangenheit drangen immer wieder Horrormeldungen von unzumutbaren Arbeitsbedingungen an die Öffentlichkeit: mise­rable Bezahlung, extreme Belastung durch Unterbesetzung der Filialen, Bespitzelung und demütigende Taschenkontrollen. Die Verkäuferinnen – überwiegend handelt es sich um Frauen – bekamen oft nur für die ­regulären Öffnungszeiten bezahlt; die unvermeidlichen Vor- und Nacharbeiten mussten sie unbezahlt verrichten. Die Betroffenen konnten sich gegen eine ungerechte Behandlung nicht wehren, da es keinen Betriebsrat gab.

... haben sich gebessert

Doch die Zeiten haben sich langsam, aber ­sicher geändert. Als sich beispielsweise bei Rewe/Billa im Jahr 2004 Beschwerden über Arbeitsrechtverletzungen häuften, stimmte der Vorstand der Einrichtung einer Task Force mit Gewerkschaft und Betriebsrat zu, dank der die Probleme ausgeräumt werden konnten.

Aktuelle Lage im Test

Wie steht es nun heute um die Arbeitsbedingungen im Lebensmittel-Einzelhandel? Dieser Frage wollten wir auf den Grund gehen. Wir testeten die Unternehmensverantwortung der großen österreichischen ­Handelsunternehmen sowie zweier regionaler Ketten (MPreis und Unimarkt).

Weiblich und teilzeitbeschäftigt

Betriebsrat heute selbstverständlich

In den letzten 10 bis 20 Jahren hat sich tatsächlich einiges getan. In allen Supermärkten (ausgenommen MPreis) sind Betriebsräte heute eine Selbstverständlichkeit, unbezahlte Tätigkeiten gibt es in der Regel nicht mehr, dafür ganz ordentliche Sozialleistungen. Dennoch gilt für die Arbeit im Handel auch heute noch der Grundsatz: hoher Arbeitsdruck, schlechte Bezahlung – die Einstiegsgehälter für Fachkräfte liegen bei rund 1.500 Euro brutto.

Kollektivvertrag und Überzahlung

Das ist der Mindestlohn laut Kollektivvertrag (KV), und daran halten sich die Handelskonzerne meist strikt. Nur Hofer zahlt deutlich darüber: Nach eigenen Angaben liegt das Gehalt eines Regalbetreuers im 1. Berufsjahr mehr als 30 Prozent über dem KV. Interessanterweise bietet auch der zweite Diskonter, Lidl, seinen Mitarbeitern eine Überzahlung, wenngleich um einiges geringer: rund 5 Prozent über KV. Bei Rewe liegt die durchschnittliche Überzahlung bei 4,8 Prozent; das wird allerdings eher als Belohnung gehandhabt, die nicht allen zugutekommt und nicht bereits ab dem 1. Jahr.

Weiblich und teilzeitbeschäftigt

Der typische Angestellte im Supermarkt ist weiblich und teilzeitbeschäftigt. Am deutlichs­ten ist der Trend bei Hofer: 80 Prozent sind Frauen, ebenso viele arbeiten in Teilzeit. Bei den Aufstiegschancen gibt es nicht unbeträchtliche Unterschiede, wobei der Aufstieg sich zumeist auf die Übernahme der Filial­leitung beschränkt. Ausgewogen sind die Chancen bei Unimarkt und MPreis – dort ist der Frauenanteil in leitenden Funktionen so hoch wie der Frauenanteil insgesamt. Am schlechtesten schneiden hier Hofer und Lidl ab.

Arbeitsdruck schwer einzuschätzen

Arbeitsdruck schwer einzuschätzen

Schwieriger zu beurteilen ist die Arbeits­belastung. Man kann die Anzahl der Überstunden als Maßstab einsetzen. Sie werden ja häufig vom Arbeitgeber angeordnet, weil Urlaubs- oder Krankenvertretungen besetzt werden müssen. Unimarkt kommt mit den wenigsten Überstunden aus: 0,38 Stunden pro Monat und Mitarbeiter. Eine andere Richtgröße sind die Mitarbeiter pro 100 m² Verkaufsfläche, und zwar umgerechnet auf Vollzeitbeschäftigte. Auf eine besonders ­hohe Zahl kommt hier Spar: Er nennt 3,5 Per­sonen auf die 100 m².

Bei Diskontern anstrengender

Üblicherweise ist die Zahl der Mitarbeiter bei den Diskontern am niedrigsten. Ist deshalb der Arbeitsdruck dort am größten? Dem wird entgegengehalten, dass in Diskontläden häufig nur Paletten aufgestellt werden, während in herkömm­lichen Supermärkten viel Zeit dafür ver­wendet wird, Regale zu bestücken. Dennoch sind sich Branchenexperten einig, dass der Arbeitsdruck bei Diskontern alles in allem größer ist; nicht zuletzt, weil dort in der ­Regel schneller gearbeitet wird bzw. werden muss.

Trend zur Per­sonaleinsparung

Aber auch in den klassischen Supermärkten geht der Trend in Richtung Per­sonaleinsparung – etwas, das auch von den Betriebsräten als ein zentraler Konfliktpunkt bezeichnet wird. Bezüglich Arbeitsbelastung geben sich die Unternehmen besonders wortkarg. Wurde die Antwort verweigert, konnte der betreffende Punkt nicht positiv gewertet werden.

Gabeln statt Handschuhe

Das verpflichtende Tragen von Handschuhen für das Verkaufspersonal in den Frischeabteilungen mag als wenig bedeutsames Detail erscheinen. Doch laut AUVA (Allgemeine ­Unfallversicherungsanstalt) ist es die Ursache dafür, dass viele Verkäufer unter Hauterkrankungen leiden. Die Haut wird im Handschuh aufgeweicht.

Alternative dazu: Gabeln oder Zangen sowie Folien oder Papier verwenden, um den direkten Kontakt mit der Ware auf ein Minimum zu reduzieren. In den Konzernzent­ralen hat sich das zwar auch schon herum­gesprochen, dennoch sind die Reaktionen großteils halbherzig. Man will auf Handschuhe nicht verzichten. Lediglich bei M-Preis ist das Handschuhtragen generell nicht Pflicht.

Arbeitnehmervertretung

Arbeitnehmervertretung ...

Die Bereitschaft zur Kooperation mit Arbeitnehmervertretern hat sich wie erwähnt in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Unter den großen Ketten war Lidl der Letzte, der einen Betriebsrat zuließ; das war im ­Sommer 2014. Bleibt noch das Tiroler Fami­lienunternehmen MPreis, das vor Betriebs­räten zurückscheut.

... oder patriarchale Sichtweise

Dort herrscht weiterhin eine patriarchale Sichtweise: "Die Geschäftsleitung pflegt einen sehr familiären und wertschätzenden Umgang mit allen ­Mitarbeitern. Um das direkte Gespräch zu gewährleisten, besucht die Geschäftsleitung mehrmals die Woche die Filialen." Wie den drei Geschäftsführern die logistische Meis­terleistung gelingt, jede Woche 250 Filialen aufzusuchen und mit rund 5.600 Mitarbeitern deren Anliegen zu besprechen, konnten wir allerdings nicht in Erfahrung bringen.

Auch die Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft verläuft – anders, als es von MPreis dargestellt wird – keineswegs friktionsfrei. So rühmte sich das Unternehmen, der Tiroler ÖGB-Vorsitzende habe MPreis als positives Beispiel für ein Unternehmen ohne Betriebsrat öffentlich gelobt. Der Angesprochene, Otto Leist, stellte allerdings entschieden in Abrede, so etwas je gesagt zu haben. Damit kon­frontiert, hat MPreis sich entschuldigt – man habe eine Zeitungsmeldung fehlinterpretiert.

Unbezahlte Arbeit, angeordnete Überstunden

Aber auch bei den anderen Handelsketten ist nicht alles eitel Wonne. Das zeigt sich, wenn man mit den Angestellten redet oder einen Blick in die Mitarbeiterzeitungen macht. So gibt es auch heute noch Fälle von unbezahlter Arbeit oder von angeordneten Überstunden, denen der Mitarbeiter nur dann ent­gehen kann, wenn er jemanden findet, der für ihn einspringt.

Beschwerden über Regalumschlichtungen

Besonders häufig sind Beschwerden über scheinbar willkürliche ­Regalumschlichtungen (was ja auch die ­Kunden nicht besonders schätzen), und das womöglich in der Haupt-Urlaubszeit, wenn der Arbeitsdruck besonders hoch ist. Für die wenigsten ist die Arbeit im Supermarkt ein Wunschberuf. Meist haben sie keine Wahl, weil sie keinen anderen Job finden – jedenfalls keinen, den sie mit Haushalt, Kinder­erziehung oder Studium vereinbaren könnten.

Testtabelle: Ethik-Test Lebensmittelhandel

Steckbriefe

Spar: 57 % der Kriterien erfüllt

Besonders hoher Lehrlingsanteil (5 %), gute Weiterbildungsmöglichkeiten: Meisterprüfung, Lehre mit Matura, breite Palette von Sozialleistungen – so zahlt Spar den ehemaligen Mitarbeitern eine Betriebspension aus. Generell gibt Spar bereitwillig zu allen Fragen Auskunft; keine Einschränkungen, den Betriebsrat zu kontaktieren. Negativ: Bezahlung nach KV, Behaltequote der Lehrlinge nach der Ausbildung nur 70 %, nur durchschnittliche Bemühungen um Gleichbehandlung und Schutz der Privatsphäre. Fehlendes Problembewusstsein, was das verpflichtende Tragen von Handschuhen betrifft.

Rewe: 53 % der Kriterien erfüllt

Auf den Punkt gebracht: guter Durchschnitt. Nur in wenigen Bereichen besonders negativ oder positiv auffallend. Die Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft gestaltet sich heute (anders als in der Ver­gangenheit) weitgehend positiv (ein Beispiel: am 8. Dezember bleiben alle Billa-Filialen geschlossen). Besonders engagiert in Bezug auf die Förderung von Menschen mit Behinderung, Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter und den Schutz der Privatsphäre. Relativ hohe Überstundenbelastung, Fluktuation der Belegschaft vergleichbar mit der bei anderen Unternehmen (22 % im Jahr 2015.)

Unimarkt: 53 % der Kriterien erfüllt

Der regionale Nahversorger mit Schwerpunkt in Oberösterreich liegt gleichauf mit dem großen Rewe-Konzern. Laut Eigenangabe höchster Frauenanteil in leitenden Funktionen (77 % bei 75 % Frauen­anteil in der Gesamtbeschäftigung). Gute Gesprächsbasis mit dem Betriebsrat, leicht erreichbar. Engagierte Gesunderhaltungsmaßnahmen, weniger ambitioniert in Bezug auf Privatsphäre. Bezahlung nach KV, aber mehr Prämien bzw. Zu­lagen als üblich. Lehrlingsanteil mit 3 % eher unter dem Branchenschnitt, keine Angaben zur Behaltequote.

Hofer: 46 % der Kriterien erfüllt

Klarer Spitzenreiter bei der Entlohnung: Der Verdienst liegt laut Hofer 30 bis 40 % über KV, allerdings inkl. Mindestprämie und Provision. So dürfte auch der Arbeitsdruck relativ hoch sein. Dazu macht Hofer allerdings keine konkreten Angaben. Kein direkter Kontakt zum Betriebsrat möglich! Relativ hoher Lehrlingsanteil von 4 %, gute Weiterbildungsmöglichkeiten. Nur 50 % Frauen in leitender Funktion bei 80 % Frauenanteil gesamt. Zurückhaltung beim Engagement für behinderte Personen. Sensible ­Haltung zum Schutz der Privatsphäre.

Lidl: 45 % der Kriterien erfüllt

Auch der lange Zeit in der Kritik stehende Diskonter hat mittlerweile ein geordnetes Verhältnis zur Arbeitnehmervertretung. Der Betriebsrat zeigt sich „grundsätzlich zufrieden“. Punkto Bezahlung hat Lidl (nach eigenen Angaben) die klassischen Supermärkte sogar überholt: Seit Anfang 2014 liegen die Gehälter min­destens 5 % über KV. Wenig Mitsprachemöglich- keit bei Überstunden, Lehrlingsanteil nur 2 %, Frauen in leitenden Positionen 50 %. Kaum Angaben zur Arbeitsbelastung, Datenschutzvereinbarung wurde ohne Zutun des Betriebsrats beschlossen.

MPreis: 32 % der Kriterien erfüllt

Es ist keineswegs nur der fehlende Betriebsrat, der das Tiroler Familienunternehmen zum Schlusslicht macht. Das patriarchale Weltbild scheint generell unerschütterlich („wir kümmern uns um die Mitarbeiter“) und lässt Sensibilität und Informationsoffenheit vermissen. Bezahlung nach KV, Fragen zur Arbeitsbelastung sind tabu, geringer Schutz der Privatsphäre. Verdienste des Familienunternehmens: anerkannt gute Lehrlingsausbildung, hoher Frauenanteil in leitenden Funktionen, hohes Engagement zugunsten der Beschäftigten mit Migrationshintergrund.

Zusammenfassung

  • Besser, aber nicht gut. Krasse Missstände, wie sie vor wenigen Jahren noch gang und gäbe waren, sind heute kaum mehr anzutreffen. Aber die Arbeit im Supermarkt ist nach wie vor stressig und eine der am schlechtesten bezahlten.
  • Ergebnisse mittelmäßig. Im Test hat Spar/Interspar die Nase vorn, doch auch für dieses Unternehmen reichte es nur zu einem "durchschnittlichen" Ergebnis. Aus der Reihe tanzt die Tiroler MPreis-Kette, wo noch immer patriarchale Strukturen herrschen.
  • Nachhaltig. Verglichen wurde ausschließlich die Personalpolitik der Unternehmen und wie offen hier kommuniziert wird. Auf die Qualität der Produkte ­lassen sich daraus keine Rückschlüsse ziehen. In Sachen Nachhaltigkeit beispielsweise kann MPreis als Spitzenreiter angesehen werden (siehe Supermärkte im Ethiktest - Nicht wirklich super und Gütesiegel im Supermarkt - Licht im Dschungel).

Testkriterien

Die Untersuchung basiert auf einem Fragebogen, der an die Unternehmenszentralen verschickt wurde. Fokus ist die Personalpolitik des Unternehmens und die Informationsoffenheit – wie bereitwillig wird auf Fragen zur Personalpolitik geantwortet?

Alle 6 befragten Unternehmen haben den Fragebogen zumindest teilweise und nach mehreren Urgenzen beantwortet. Abgestützt wurden die Unternehmensangaben durch Expertengespräche, Gespräche mit Gewerkschaftsfunktionären und Betriebsräten sowie eine Befragung von Angestellten auf anonymer Basis. Die Erhebung fand im Juni und Juli 2016 statt.

Die Bewertung orientiert sich an Referenzwerten und dem Branchenschnitt. Wurden keine Angaben gemacht, so wurde das Kriterium negativ bewertet.

Bezahlung (Gewichtung 20 %)
Wird der kollektivvertragliche Mindestlohn bezahlt oder mehr? Gibt es darüber hinaus flexible Gehaltsbestandteile? Wie ist die Bezahlung von Überstunden, von Arbeit an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen? Werden Vordienstzeiten und Karenzzeiten berücksichtigt?

Lehrlinge (5 %)
Wie viele Lehrlinge werden ausgebildet? Welche Weiterbildungsmaßnahmen gibt es? Wie viele Lehrlinge werden nach der Ausbildung behalten?

Arbeitsorganisation (5 %)
Gibt es eher Mischtätigkeiten oder abgrenzbare Arbeitsbereiche? Wie hoch ist die Zahl angeordneter Überstunden? Sind Vor- und Nacharbeitszeiten erforderlich?

Sozialleistungen (5 %)
Welche freiwilligen Sozialleistungen – materielle und immaterielle – gibt es?

Arbeitszeit (5 %)
Wie hoch ist der Anteil von Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten? Können die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit frei wählen? Haben sie die Möglichkeit, zu wechseln?

Arbeitsbelastung (20 %)
Wie hoch ist die durchschnittliche Überstundenleistung? Wie viele Angestellte pro Verkaufsfläche werden beschäftigt (Vollzeitäquivalent pro 100 m²)? Wie hoch ist die Fluktuation? Wie oft werden Mitarbeiterzufriedenheitserhebungen durchgeführt?

Arbeitnehmervertretung (20 %)
Konflikt zwischen arbeitsrechtlichen und betriebswirtschaftlichen Erfordernissen; gibt es einen Betriebsrat, wie ist die Kooperation? Wie sind die Beziehungen zur Gewerkschaft?

Gleichbehandlung/spezielle Bedürfnisse (10 %)
Wie hoch ist der Frauenanteil insgesamt und in leitenden Positionen? Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf; Maßnahmen für Menschen mit Lernschwächen und Behinderungen, Erfüllung des Behinderteneinstellungsgesetzes; Maßnahmen für Personen mit Migrationshintergrund.

Gesundheit/Hygiene (5 %)
Maßnahmen zur Gesunderhaltung; Erhebung der gesundheitlichen Belastung; Tragen von Einweghandschuhen.

Schutz der Privatsphäre (5 %)
Gibt es eine Datenschutzvereinbarung? Gibt es Videoüberwachung, Taschen- oder Spindkontrollen?

Leserreaktionen

Die Sünde Betriebsrat

Als ehemaliger Mitarbeiter der Firma MPreis kann ich die patriarchalen Arbeitsbedingungen nur bestätigen. Das Thema Betriebsrat war immer schon schwierig. So hatte man stets das Gefühl, das Wort Betriebsrat nur auszusprechen, sei eine Sünde. Denn es wurde stets mit einer aggressiven Haltung entgegengewirkt.

Die Arbeitszeiten konnten nie und nimmer eingehalten werden. So war man gezwungen, Mehrarbeit oder Überstunden zu leisten, ohne dass diese aufgezeichnet wurden. Zu Weihnachten oder Silvester muss speziell die Feinkostabteilung um 2 oder 3 Uhr morgens beginnen, um die Vorbestellungen abarbeiten zu können.

Es hieß stetig, dass die angewiesenen Arbeiten in der dafür vorgesehenen Zeit schaffbar seien, und wenn nicht, ich vielleicht in der falschen Position bin. Zur Aussage „wir kümmern uns um unsere Mitarbeiter“: Einen Termin mit der Geschäftsleitung zu erhalten, war unmöglich. Wenn man nicht lockerließ, bekam man stattdessen einen Termin mit dessen „rechter Hand“.

N. N.
(aus KONSUMENT 1/2017)

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