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Datenmüll: Digitaler Frühjahrsputz - Computer und Handy aufräumen

Einmal auf Xing angemeldet und nie mehr reingeschaut? Jede Menge alte Mails im Postfach und Apps auf dem Smartphone? Weg damit! Bringen Sie Ordnung ins digitale Chaos!

Bild: Anna-Minkina / Shutterstock.com

Ob Smartphone, Tablet, Computer oder Smart-TV – heutzutage ist es nicht so einfach, seine Daten im Blick zu behalten. Dennoch lässt sich der Datenberg mit wenigen Schritten aufräumen.

Unbemerktes Datensammeln

Ein Blick auf die App-Liste am Smartphone zeigt: Zahlreiche Anwendungen waren ­lange nicht in Gebrauch oder wurden nie benutzt. Trotzdem sammeln einige davon unbemerkt Daten. Deinstallieren (oder deaktivieren) Sie Apps, die Sie nicht brauchen. Bei den nützlichen lohnt sich ein Blick auf die Android: App-Berechtigungen - Den Datenfluss eindämmen und gegebenenfalls deren Einschränkung.

Ähnliches gilt für Social-Media-Konten. Wer sich vor Jahren auf Twitter registriert hat, seitdem aber nie mehr auf der Plattform war, kann getrost auf das Profil verzichten. Auch alte Gruppen auf Social-Media-Kanälen können weg. Bei der Gelegenheit können Sie gleich Ihre Privatsphäre-Einstellungen überprüfen (siehe auch z.B. Facebook: Eine Spur privater - Zurückhaltend bleiben, Datenschutz: Google-Konto verwalten - Mehr Privatsphäre).

Ordnung für digitalen Nachrichtenverkehr

Auch auf E-Mail-Dienste: Gmail, Posteo, GMX ... - Datenschutz für einen Euro liegen meist unnütze Datenberge. Löschen Sie überflüssige E-Mails. Dabei können Sie mehr Ordnung in ihren digitalen Nachrichtenverkehr ­bringen, indem Sie für sich zumindest eine ­weitere E-Mail-Adresse einrichten. Diese Mailadresse, die Sie am besten unter einem Fantasienamen anlegen, verwenden Sie für weniger relevante Aktivitäten wie ­Gewinnspiele und anderes, wo Spam zu erwarten ist.

Alle aktuellen Artikel zum Thema Datenschutz finden Sie in unserem Datenschutz EXTRA.

Daten löschen, Passwörter, Browser, ...

Regelmäßiges Löschen und Updates

Cookies heißt Kekse, aber Sie werden trotzdem keine kriegen, auch wenn Sie sie noch so lange auf Ihrem Rechner lassen. Daher ist regelmäßiges Löschen angesagt. Auf Ihrem Browser am Smartphone und auf den Computern ist das meist im Dreipunkt-Menü rechts oben am Bildschirm unter Einstellungen, Menüpunkte "Tools" oder "Datenschutz" zu bewerkstelligen. Blockieren Sie Drittanbietercookies generell oder verwenden Sie einen Adblocker wie Werbeblocker: Ghostery - Verfolger abschütteln oder uBlock Origin.

Nicht nur am Handy, sondern auf allen Endgeräten gilt: Updates am besten gleich installieren, wenn der Hinweis auf eine mögliche Aktualisierung erscheint. Eine ­regelmäßig aktualisierte Software bietet mehr Sicherheit und sorgt dafür, dass das Gerät reibungslos funktioniert.

Virenschutz auf dem neuesten Stand?

Auf jeden Fall zum Frühjahrsputz dazu ­gehört ein Blick auf das Virenschutz-Programm. Ist eines installiert, aktiviert und auf dem neuesten Stand? Was umfasst es? Werden beispielsweise auch die Mails ­gescannt? Android: Sicherheits-Apps - Trügerischer Schutz gibt es übrigens nicht nur für PCs, sondern – wenngleich mit umstrittenem Nutzen – auch für Smartphones.

Schützen Sie Dienste, bei denen es um ­sensible Daten geht, mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung - Mehr Sicherheit für Ihr Google-Konto. Um sich bei Ihrem Konto anmelden zu können, werden Sie neben dem üblichen Passwort nach ­einem weiteren Sicherheitsschlüssel gefragt. Etwa, indem Sie einen Code eintippen ­müssen, den Sie per SMS zugeschickt bekommen haben oder auf einer Handyapp abrufen. Möglich und sinnvoll ist diese ­sogenannte 2FA etwa bei Google, Amazon, Facebook, WhatsApp oder bestimmten Diensten von Microsoft. Unter den Apps, die eine 2FA möglich machen, sind der ­Google Authenticator, FreeOPT oder Authy zu empfehlen.

Haben Sie einen Passwortmanager?

Wenn Sie seit Jahren auf all Ihren Diensten das Passwort "Hallo123" nutzen, dann lohnt sich die Einrichtung eines Passwortmanager - Sicherer surfen. Diese Programme arbeiten mit einem Masterpasswort, mit dem Sie sich Zugriff auf all Ihre Passwörter verschaffen. Zu den besten Passwort-Managern gehören Keeper und der kostenlose Dienst Dashlane.

Schon das eigene Online-Image gecheckt? Wer Daten von sich im Internet findet, die er dort lieber nicht der Öffentlichkeit preisgeben möchte, der hat das Recht, sie löschen zu lassen. Entweder Sie wenden sich mit einer entsprechenden Aufforderung an den Seitenbetreiber selbst oder Sie schreiben eine Nachricht an die Suchmaschinenbetreiber. Näheres dazu finden Sie z.B. unter https://noyb.eu/de/nehmen-sie-ihre-rechte-wahr.

Benutzen Sie alternative Browser?

Wer das Entrümpeln zum Anlass nehmen möchte, um künftig generell weniger Daten an Software-Giganten preiszugeben, der sollte sich nach Browser: Verschiedene Optionen - Brave, Vivaldi & Co zu Google Chrome umschauen (z.B. Firefox, Vivaldi, Opera). Gleiches gilt für die Suchmaschine. Anbieter wie Startpage, DuckDuckGo oder Ecosia sind weit weniger hungrig nach Informationen über Sie als der Platzhirsch Google.

Generell gilt: Sparsamkeit in Sachen Datenpreisgabe ist Trumpf! Wenn Sie wieder loslegen mit Posts, Mails und all den anderen Aktivitäten im Netz, behalten Sie im Hinterkopf: Je weniger Daten Sie in Umlauf bringen, desto besser!

Buchtipp: Handbuch Datenschutz

Ob das Bezahlen im Supermarkt, die Benutzung eines Smartphones oder das Surfen im Web: Vieles im Alltag ist mit dem Austausch von Daten verbunden. "Gratisdienste“ bezahlen Sie mit Ihren persönlichen Daten. Die großen Player wie Google, Facebook und Apple sind bekannt, doch im Hintergrund agiert eine große Zahl an Unternehmen, die Daten sammeln, auswerten und zu Geld machen. Dieses Buch gibt nicht nur Einblick in das Big-Data-Business, sondern motiviert zu einem möglichst sparsamen Umgang mit den eigenen Daten. Wo greifen die Datenkraken in unseren Alltag ein? Was können Sie tun, um Privatsphäre möglichst zu bewahren?

Aus dem Inhalt

  • Der Wert der Daten
  • Das große Geschäft
  • Die Datafizierung aller Lebensbereiche
  • Altbekannte Forschungsinstrumente
  • Die Vernetzung der Welt
  • Psychographische Segmentierung
  • Die neue Datenschutz-Grundverordnung
  • Lexikon der Datensammler
204 Seiten, 19,90 € + Versand

 

 

 

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