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Ein Holzbrett mit Orangen, halben Orangen und Orangenschalen
Hilft Vitamin C tatsächlich bei Erkältungen? Oder handelt es sich um einen Mythos? Bild: A. Thörisch/VKI

Mythos: Vitamin C bei Erkältungen

BLOG

Mehrere (rezeptfreie) Medikamente werben mit „Vitamin C“ als Inhaltstoff, welcher bei Erkältungen helfen soll. Doch stimmt das überhaupt?

Ich bin keine Medizin-Expertin. Dieser Blog-Beitrag ist aus Konsumentenperspektive verfasst und bezieht sich weiter unten im Text auf den KONSUMENT-Test von 150 rezeptfreien Medikamenten aus dem Frühjahr 2018. So kam ich übrigens auch auf das Thema.

Vitamin C – ein Allrounder

Vitamin C – kennen wir alle. Aber hast du auch gewusst, dass das wohl bekannteste Vitamin ein wahrer Allrounder bei seinen Aufgaben und Funktionen in unserem Körper ist?

  • Es optimiert unser Immunsystem.
  • Es verbessert unsere Eisenaufnahme.
  • Es baut unser Bindegewebe sowie unsere Knochen und Knorpel auf.
  • Es verbessert die Wundheilung und Narbenbildung.
  • Es hemmt die Bildung von krebserregenden Nitrosaminen.
  • Es ist auch beim Aufbau von Botenstoffen und Hormonen beteiligt.

Vitamin C (Ascorbinsäure) kann von uns Menschen im Körper nicht selbst produziert werden. Pflanzen und die meisten Tiere können das übrigens durchaus selbst und müssen das Vitamin daher nicht zuführen. Für die Vitamin-C-Aufnahme in unseren Körper ist es am besten, wenn wir Obst und Gemüse in rohem und frischem Zustand zu uns nehmen. Bei langer Lagerung der Nahrung gehen erhebliche Mengen an Vitamin C verloren. Kochst du dein Gemüse, kann durch das Erhitzen das Vitamin C weniger werden. Bereitest du deine Speisen in Kupfergeschirr zu, zerstörst du das Vitamin aber definitiv. Ein Warmhalten von Mahlzeiten ist nicht zu empfehlen – auch da wird Vitamin C abgebaut.

Vitamin-C-Mangel: Dieser ist bei uns Österreichern sehr selten vorzufinden, da wir mehr als ausreichend mit der Nahrung aufnehmen. Eine Mangelerscheinung kann sich unterschiedlich bei uns auswirken. Die typischen Symptome sind Müdigkeit, Schwäche, Muskelschmerzen, Zahnfleischbluten und Anfälligkeit für Infekte. Vielleicht hast du auch von der Krankheit Skorbut schon mal gehört? Sie wurde früher auch als „Seefahrerkrankheit“ bezeichnet, weil die Seeleute damals weite Strecken ohne frisches Obst und Gemüse zurücklegen mussten und daher meistens einen Vitamin-C-Mangel bekamen.

Vitamin-C-Überschuss: Nimmst du immer wieder zu hohe Dosen von Vitamin C zu dir, kannst du Nierensteine bekommen. Kurzfristig reagiert der Körper womöglich mit Durchfall, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden sowie einer Übersäuerung des Magens. Es muss jedoch eine gewaltige Menge an Vitamin C sein, um einen Überschuss zu erreichen. Das kommt so gut wie nie vor.

Vitamin-C-Quellen

Hier eine Liste, welche Nahrungsmittel besonders viel Vitamin C enthalten:

Obst

  • Sanddornbeeren
  • Schwarze Johannisbeeren
  • Acerolabeeren
  • Gojibeeren
  • Hagebutten
  • Orangen, Zitronen, Grapefruit
  • Erdbeeren
  • Kiwis, Mangos, Papayas, Ananas

Gemüse

  • Petersilie, Kresse
  • Luzernesprossen (Alfalfa)
  • Grünkohl, Rosenkohl, Karfiol, Broccoli
  • Paprika
  • Spinat
  • Fenchel
  • grüne Erbsen und Bohnen
  • Kartoffeln

Unser Vitamin-C-Bedarf wird wie gesagt in der Regel durch die tägliche Nahrungsaufnahme locker gedeckt. Es ist daher nicht erforderlich, unserem Körper noch mehr davon zuzuführen, z.B. in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten.

Vitamin C bei Erkältungen

Der Klassiker bei einer Erkältung ist, eine Aspirin-C-Brausetablette einzunehmen. Doch hast du dich schon einmal gefragt, warum da überhaupt Vitamin C drinnen sein muss? Unsere Experten aus dem VKI-Untersuchungsbereich sind jedenfalls der Meinung, dass es keine weiteren Vorteile bringt. Im Gegenteil. Auch wenn das Vitamin C nur in geringen Mengen enthalten ist und man durch die Einnahme von ein paar Aspirin keine Überdosis erzielen wird: Je weniger Wirkstoffe einem Präparat zugesetzt sind, desto besser. Denn das Risiko der Nebenwirkungen steigt natürlich auch an, wenn ein Medikament aus mehreren Inhaltstoffen besteht. Ist ja eh logisch.

Warum werben dann Medikamente damit, dass Vitamin C enthalten ist? Die Vermutung liegt nahe, dass Produkte mit Werbeaussagen wie dieser sich einfach besser verkaufen lassen. Auch das klingt logisch. Und denke ich an meine eigenen Gewohnheiten beim Einkaufen – ich würde so ein Produkt auch bevorzugen.

Keine ausreichende Wirkung

Hinzu kommt: Nicht selten liegen Präparate aus der Apotheke über der empfohlenen Tagesdosis von Vitamin C (diese beträgt 100 mg) für Erwachsene. Der Körper kann Vitamin C jedoch nicht speichern und scheidet dieses innerhalb weniger Stunden wieder mit dem Urin aus. Warum also mehr Vitamin C zuführen als notwendig? Auch eine vorbeugende Einnahme von Vitamin C bietet eigentlich keinerlei Schutz vor einer Erkältungskrankheit. Die Krankheitsdauer wird bei - Hausnummer - einer 7-tägigen Verkühlung bei Erwachsenen um einen halben Tag verkürzt und die Intensität kann vielleicht etwas weniger ausgeprägt sein. Bei Kindern würde sich die Dauer um einen ganzen Tag verkürzen, also z.B. statt 7 nur 6 Tage. Eine Studie aus 2013 ergab, dass die Dauer auch nur dann verkürzt wird, wenn du Vitamin C über eine sehr lange Zeitspanne eingenommen hast (mehrere Jahre). Ziemlich mühsam, oder? Also dafür schlucke ich sicher nicht täglich ein Vitamin-C-Präparat.

In unserem Buch 100 Medizin-Mythen widmen wir dem Vitamin C bei Erkältungen ebenfalls eine Doppelseite:

Ein aufgeschlagenes Buch mit farblich hinterlegtem Text und Orangenschalen rund herum platziert.
Vitamin C bei Erkältung: Doppelseite aus dem Buch 100 Medizin-Mythen. Bild: A. Thörisch/VKI

Mehr zum Thema liest du auch noch bei unserem Kooperationspartner medizin-transparent.

Buch: 100 Medikamente im Test
Bild: VKI

Übrigens, wenn du dich sehr für rezeptfreie Medikamente interessierst, dir unser Test jedoch noch zu wenig Infos bietet, kann ich dir unser Buch 100 Medikamente im Test empfehlen. Hier werden die Bestseller aus der Apotheke noch etwas genauer beleuchtet. Ein unabhängiges Expertenteam hat die in Österreich gängigsten Präparate bewertet.

Außerdem: Die wichtigsten Hinweise zu Wechsel- und Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen sowie spezielle Tipps und Warnungen für die Anwendung bei Schwangeren, Kindern und älteren Menschen.

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