Auf Nummer sicher
All das sollte dafür sorgen, dass der Betrieb von Lithium-Ionen-Akkus gefahrlos abläuft. Dennoch kommt es auch auf den Benutzer an, wie Peter Gradauer, Akku-Experte beim Verein für Konsumenteninformation, feststellt. Beim Laden sollten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden: immer unter Aufsicht, nicht über Nacht durchladen, Heißes und Brennbares in der näheren Umgebung vermeiden.
Im Sommer kann es im Auto glühend heiß werden – in einer solchen Situation muss jedes elektronische Gerät besonders sorgsam behandelt werden. Vorhänge, Tischdecken, Kleidung, Polstermöbel oder anderes brennbare Material sollten nicht unmittelbar mit dem Ladegerät in Kontakt kommen oder es gar abdecken. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man es auf einer freien Fläche mit Fliesenunterlage platziert. Bei Hitze (Sonneneinstrahlung) oder Minusgraden sollte nie geladen werden. Auch wenn nicht gleich Gefahr droht – es kann zu Dauerschäden führen.
Worauf achten beim Akku?
Gefahr, so Gradauer, besteht immer dann, wenn das Ladegerät oder der Akku – aus welchem Grund auch immer – zu heiß wird. Das kann eben auch bei einem defekten Akku passieren. Dazu reicht es aus, dass etwa ein Handy einmal aus größerer Höhe zu Boden gefallen ist oder sonst wie einen Knick erlitten hat, sodass die dünnen Membranen im Akku-Inneren beschädigt wurden und ein Kurzschluss entsteht. Achten Sie also darauf, dass der Akku keine Beschädigungen aufweist, etwa Sengspuren oder -geruch sowie Verformungen: Beult sich das Gehäuse aus, deutet das auf eine Gasentwicklung im Inneren hin; es besteht die Gefahr, dass Material austritt und sich entzündet.
Herstellerempfehlungen beachten
Man sollte sich auch nicht darauf verlassen, dass jeder Akku mit einem Betriebsmanagementsystem ausgestattet ist (siehe Modellbau-Akkus auf S.1) bzw. dieses immer funktioniert. Das betrifft vor allem billige Nachbaugeräte. Verwenden Sie daher nur Akkus, die für das entsprechende Gerät explizit geeignet (vom Hersteller empfohlen) sind. Das gilt auch für Ladegeräte: Nur weil ein Stecker ins Gerät passt, heißt das noch lange nicht, dass die Ladespannung passt. Ist sie zu hoch, kann die Schutzelektronik kaputt gehen und in der Folge der Akku.
Für ein langes Leben
Nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch um ihr vorzeitiges Altern zu vermeiden, gilt es, Akkus pfleglich zu behandeln. Experten empfehlen, den Ladevorgang schon bei 80 oder 90 Prozent zu beenden – unabhängig vom Batteriemanagementsystem (BMS). Besser ist es, immer wieder teilzuladen, wenn das Gerät gerade nicht gebraucht wird, als den Akku stundenlang (die ganze Nacht hindurch) im Ladezustand zu belassen. Denn auch ein BMS kann oft nicht verhindern, dass der Akkustand immer wieder um einige Prozent sinkt und der Ladevorgang erneut anspringt. Solche Miniaufladungen schaden dem Akku dauerhaft.
Ein Teilladen schadet den Lithium-Ionen-Akkus hingegen nicht; jedenfalls nicht so sehr wie ein ständiges Aufladen von 0 auf 100. Aus eben diesem Grund sollten Akkus auch nicht zur Gänze entladen werden. Eine Tiefentladung kann dazu führen, dass die Spannung zu weit absinkt, was eine irreparable Schädigung zur Folge haben kann bzw. Kapazität und Lebensdauer mindert. Auch wenn sie nicht genutzt werden, entladen Akkus sich langsam, aber sicher von selbst. Daher sollte bei längerer Lagerung regelmäßig (etwa ein bis zwei Mal im Jahr) auf etwa 60 Prozent zwischengeladen werden.
Sorgfältig lagern - ...
Akkus altern übrigens auch bei Nichtgebrauch. Selbst wenn sie noch nie genutzt wurden, sind sie nach einigen Jahren nicht mehr sinnvoll einsetzbar. In Geräten für Endverbraucher gelten Akkus als verbraucht, wenn sie nur noch 60 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität haben. Im Normalfall sollten sie bis dahin 600 bis 1.000 Ladezyklen absolviert haben. Danach können sie durchaus für andere Zwecke eingesetzt werden, aber eben nicht mehr im Consumer-Bereich.
... kühl, trocken und frostfrei
Sofern Akkus nicht fest verbaut sind, wie das bei Werkzeugen oder Gartengeräten oft der Fall ist, sollten sie nie im Gerät belassen werden; vor allem nicht über längere Zeiträume. Akkus sind an einem trockenen, kühlen, aber frostfreien und möglichst brandgeschützten Ort aufzubewahren. Bei längerer Lagerung sowie bei der Entsorgung die Pole mit Klebestreifen abkleben, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Die Akkukontakte dürfen nicht mit Metall in Berührung kommen, daher sollten Akkus immer separat aufbewahrt werden; nicht in einem Sack mit einem anderen Akku, mit Münzen oder Schlüsseln. Der Oberösterreichische Zivilschutz rät zum Einsatz spezieller Akkutaschen, die Schutz von innen und von außen gewährleisten – bei der Lagerung und beim Aufladen. Erhältlich sind sie unter anderem im Zivilschutz-Shop (Zivilschutz shop).
Was tun mit erhitztem Akku?
Sollte es doch einmal passieren, dass der Akku sich ungewöhnlich stark erhitzt oder Gase entweichen, rät die Feuerwehr, den Akku wenn möglich ins Freie zu bringen und ihn am besten in einen mit Wasser gefüllten Metallkübel oder Kochtopf zu geben.