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Mischlingshund fängt aus der Luft ein Leckerli
Bild: Shutterstock/Sofia Joensuu

Leckerli für Hunde: Nur Testverlierer

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Ein Wau-Effekt im negativen Sinn:  Alle 12 getesteten Leckerlis fallen durch, sie liefern zu viele Extrakalorien. Falsch gefüttert drohen Übergewicht und Nährstoffmangel. 

Leckerli für Hunde im Test

Ein Happen hier, ein kleiner Snack dort. Leckerlis sind in vielen Alltags- und Trainingssituationen äußerst praktisch. Hundehalter:innen nutzen sie gerne beim Training als Belohnung oder Motivation, zur Ablenkung oder einfach als gut gemeinte Geste zwischendurch. Eines ist dabei immer gleich: die positive Verstärkung. Kein Wunder also, dass die meisten Hunde Snacks lieben. Doch worauf sollte man bei der Gabe achten? Wir haben uns 12 Produkte – etwa von Dm, Fressnapf, Pedigree und Trixie – näher angesehen.

12 Produkte getestet

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Diese Informationen, Bewertungen und Ergebnisse finden Sie in unserem Produktfinder: Fütterungsempfehlungen, Ernährungsphysiologische Qualität, Schadstoffe, Nutzungsfreundlichkeit der Verpackung, Preis in Euro, Deklaration und Werbeaussagen, Produktmerkmale (ohne Konservierungs-, Farb-, Aromastoffe)

12 Hundesnacks um einen Corgi
Bild: Shutterstock/fast-stock, Stiftung Warentest; Montage: VKI

Kaum Nährstoffe enthalten

Unser Test in Zusammenarbeit mit Stiftung Warentest zeigt: In den Snacks stecken zu viele Kalorien in zu kleinen Portionen und es fehlen wichtige Nährstoffe. Auch wenn die Hersteller mit Vitaminen und Nährstoffen werben, sind diese teils kaum enthalten. Einige Leckerlis weisen zudem einen hohen Zuckergehalt auf, etwa die von Frolic oder Purina. 

Schwierige Rechenaufgabe

Laut tiermedizinischer Fachliteratur sollten nur zehn Prozent des täglichen Energiebedarfs von Snacks kommen. Doch wie viel ist das? Für die Berechnung bräuchten Frauchen und Herrchen auf der Verpackung die Angabe, welchen Anteil die angegebene Tagesportion am Energiebedarf für Hunde unterschiedlicher Gewichtsklassen hat oder wie viel vom Hauptfutter reduziert werden muss. 

Max. 10 Prozent des täglichen Energiebedarfs sollten von Leckerli kommen

Doch diese Hinweise fehlen bei allen unserer getesteten Produkte, weshalb alle durchgefallen sind. Zwar sind die Hersteller nicht dazu verpflichtet, doch durch die lückenhaften Informationen ist es für Tierhalter:innen unmöglich, die maximale Leckerlimenge pro Tag zu berechnen. 

Ein Beispiel: Ein Beagle mit 10 kg sollte maximal 8 Mini-Knochen von Fresco pro Tag fressen – ganz schön wenig. Wer seinem Hund Snacks nach Gefühl gibt, läuft Gefahr, dass dieser bald übergewichtig ist – Folgeerkrankungen wie Arthritis oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind möglich. 

Beagle bekommt ein Leckerli
Bild: Shutterstock/Fire-n

Wir empfehlen

Setzen Sie Leckerlis sparsam ein und reduzieren Sie das Hauptfutter, um Übergewicht bei Ihrem Liebling zu vermeiden. Doch Vorsicht, wer das Alleinfuttermittel zu stark reduziert, riskiert einen Nährstoffmangel, denn kein Leckerli im Test bietet eine gute Versorgung mit Nährstoffen. Die Dosis macht also das Gift. 

Gesunde Alternativen zu Leckerlis

Trockenfutter. Ein vollwertiger Snack, einfach von der Tagesration abziehen. Praktisch mitzunehmen und spart Verpackungsmüll.

Obst und Gemüse. Empfehlenswert sind Karotten, bei Äpfeln und Birnen Gehäuse entfernen, Steinobst ohne Kern verfüttern. Achtung vor Weintrauben, sie können zu Nierenversagen führen. 

Kauholz mit Geschmack. Eine kalorienärmere Variante zum Büffelhautknochen sind Kauhölzer oder -wurzeln. Diese mit Käse oder Schinken umwickeln und ein paar Tage im Kühlschrank ziehen lassen, danach Ummantelung entfernen. Der Geschmack bleibt.

Hund liegt auf Teppich und frisst eine Karotte
Bild: Shutterstock/Micha Loibl

Übergewicht beim Hund

Mangelnde Bewegung und eine ungesunde Ernährung sind häufige Ursachen für Übergewicht bei Hunden. Da bei Leckerlis oft nicht berücksichtigt wird, dass diese viele Kalorien enthalten und deshalb das Hauptfutter reduziert werden müsste, spielen sie dabei eine entscheidende Rolle. 

Ein Hund, der 10 Prozent seines Idealgewichts überschreitet, wird als übergewichtig betrachtet. Wenn das für die Rasse charakteristische Idealgewicht um 20 Prozent überschritten wird, handelt es sich um Adipositas, also krankhaftes Übergewicht.

Übergewicht erkennen

  • Der Hund hat tastbare Rippen, aber sie sind mit überschüssigem Fett überzogen. Die Taille ist von oben, aber nicht klar zu erkennen. Die Einziehung des Bauches ist erkennbar. 
  • Es ist schwierig, die Rippen zu erkennen, und sie sind mit einer starken Fettschicht bedeckt. Fettpolster sind an den Lenden- und Schwanzansatzbereichen zu erkennen. Der Hund hat eine Taille, die fehlt oder schwer zu erkennen ist. Möglicherweise wird die Baucheinziehung sichtbar. 

Übergewichtiger Hund steht auf Wiese im Park
Bild: Shutterstock/Mary Swift

  • Die Rippen können weder unter einer starken Fettschicht noch unter starkem Druck getastet werden. Es gibt starke Fettpolster an den Lenden und am Schwanzansatz. Es gibt keine Taille und keine Baucheinziehung, was zu einer deutlichen Vorwölbung des Bauches führen kann (der Bauch ist groß und kann etwas hängen).
  • Im Bereich des Brustkorbes, der Wirbelsäule und des Schwanzansatzes sind erhebliche Fettpolster zu finden, aber es gibt keine Taille und keinen Bauch. Fettpolster können im Bereich des Halses und der Gliedmaßen gesehen werden. Auch eine deutliche Vorwölbung des Bauches (der Bauch hängt) ist zu beobachten.

Testtabelle: Leckerli für Hunde

Klicken Sie auf den Link. Filtern, vergleichen, sortieren, ausdrucken: In unserem Produktfinder stellen wir Ihnen Testergebnisse von 12 Produkten zur Verfügung. (Stand: September 2024) Eine Anleitung für die Nutzung unserer Produktfinder finden Sie unter konsument.at/produktfinder-hilfe.

Produktfinder

So haben wir getestet

Im Test: 12 Belohnungs­snacks für Hunde, die als Ergänzungsfutter angeboten werden.

Fütterungsempfehlungen: 40 %

Wir überprüften, ob die als Tagesportion angegebenen Mengen der Snacks zehn Pro­zent des täglichen Energiebedarfs von Hun­den unterschiedlicher Gewichtsklassen nicht überschreiten. Der Wert von 10 Prozent ist unter Veterinären und in der Futter­branche bekannt und akzeptiert und stellt sicher, dass Hunde bei gleichzeitiger Fütte­rung eines vollwertigen Hauptfutters auf Dauer weder dem Risiko für Übergewicht noch eines Nährstoffmangels ausgesetzt sind. Außerdem überprüften wir, ob wichtige Hinweise auf den Verpackungen standen – etwa, um welche konkrete Menge die sonstige tägliche Futterration reduziert werden muss.

Ernährungsphysiologische Qualität: 30 %

Wir bestimmten den Gehalt an Nährstoffen wie Fett, Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen. orientiert an den Bedarfszahlen für Allein­futter der Vereinigung europäischer Futter­mittelhersteller {Fediaf) und des US-ame­rikanischen National Research Councils {NRC) prüften wir, ob die Snacks die notwendigen Nährstoffmengen für einen 15 Kilo schweren Hund liefern. Dieser „Modellhund" entspricht in etwa dem deutschen Durchschnittshund. 

Da Leckerli nur als Ergänzung gegeben wer­ den, gewichteten wir dieses Urteil geringer als sonst in unseren Tierfutter-Tests: So zogen wir schlechte Resultate nicht als Abwertungs­kriterium für das test-Qualitätsurteil heran. 

Schadstoffe: 10 % 

Wir prüften auf relevante Stoffe wie Blei, Arsen, Kadmium und Acrylamid und wiesen in keinem Snack bedenkliche Gehalte nach. 

Nutzungsfreundlichkeit der Verpackung: 10 % 

Drei Fachleute testeten, wie sich die Packun­gen öffnen und wieder verschließen lassen und wie gut sich die Snacks jeweils entneh­men lassen. Wir erfassten auch Recycling­ und Entsorgungshinweise.

Deklaration und Werbeaussagen: 10 %

Wir prüften, ob die Angaben auf den Packun­gen, wie im Futtermittelrecht vorgeschrieben, vollständig und korrekt sind, beurteilten Wer­beaussagen. Drei Fachkundige prüften Über­sichtlichkeit und Lesbarkeit der Angaben. Weitere Untersuchungen Mittels DNA-Analyse ermittelten wir im Fut­ er verarbeitete Tierarten. Wir bestimmten den Zuckergehalt. Unter dem Mikroskop untersuchten wir die Snacks, die nicht zu stark verarbeitet waren, auf Spuren tierischer Bestandteile wie Haare, Horn, Borsten - wir wurden in keinem Fall fündig. 

Als getreidefrei gekennzeichnete Snacks untersuchten wir auf Gluten- und Reisbestandteile. Abwertung Durch Abwertungen wirken sich Produkt­mängel verstärkt auf das test-Qualitätsurteil aus. Sie sind in der Tabelle gekennzeichnet. Folgende Abwertung setz­ten wir ein: Lautete das Urteil für die Fütterungsempfehlung nicht zufriedenstellend, konnte das Testurteil nicht besser sein.

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